ASIEN/PAKISTAN - “Ein Freispruch für Asia Bibi wäre im Interesse der Institutionen”

Mittwoch, 12 Oktober 2016 blasphemie   islam   gerechtigkeit   politik   religiöse minderheiten   menschenrechte  

Islamabad (Fides) – “Wir sind zuversichtlich und hoffnungsvoll, was einen Freispruch für Asia Bibi anbelangt. Im Gespräch mit erfahrenen Anwälten in Pakistan wird deutlich, dass der Fall Fehler aufweist, sowohl bei der Anklage als auch bei der Beweisführung und der Verfahrensweise. Das Oberste Gericht wird diese Fehler zweifelsohne anerkennen”, so Pater Robert Mc Culloch, Generalprokurator der Gesellschaft des heiligen Columban, der 30 Jahre lang in Pakistan tätig war, am Vorabend des Prozesses im Fall Asia Bibi vor der letzten Berufungsinstanz, am morgigen 13. Oktober. Der aus Australien stammende Ordensmann spricht im Zusammenhang mit dem Fall der wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilten Christin auch über den so genannten „Blasphemieparagraphen“.
“Dieses Gesetz ist eine schwere Last, die ein Diktator der pakistanischen Regierung als Erbe hinterlassen hat. Die Regierung brachte eine Debatte im Parlament über eine Korrektur auf den Weg, damit Missbrauch verhindert werden kann, unter dem viele Bürger in Pakistan leiden, sowohl Muslime, als auch Christen und Hindus. Das Blasphemiegesetz, so wie es heute gilt, schadet dem internationalen Image des Landes: deshalb wäre ein Eingreifen im Interesse der Regierung”.
In einem solchen Kontext „ist der Fall Asia Bibi, der weltweit bekannt ist, wie die Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai, für die Justiz und die Regierung eine gute Gelegenheit: es ist im Interesse der pakistanischen Institutionen, dass Asia freigesprochen wird, damit man der Welt beweisen kann, dass in Pakistan rechtsstaatliche Prinzipien gelten und Menschenrechte und Religionsfreiheit geachtet werden. Auf diese Weise wird sich das internationale Image des Landes bessern: diese wäre besonders heute sehr wichtig, angesichts der Krise in Kaschmir an der Grenze zu Indien und den damit verbundenen internationalen Verwicklungen”.
(PA) (Fides 12/10/2016)


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