AMERIKA/GUATEMALA - Ehemalige Militärs nach 30 Jahren wegen Gewalt gegen Frauen aus indigenen Gemeinden verurteilt

Donnerstag, 3 März 2016 politik   frauen   menschenrechte   gerechtigkeit  

Guatemala City (Fides) – Wegen Menschenrechtsverstößen in Form von sexueller Gewalt und Versklavung von Frauen aus der indigenen Gemeinde Maya Q'eqchi', des Mordes an Dominga Coc und ihrer Töchter Anita und Hermelinda sowie der Verschleppung ihrer Männer in sieben Fällen wurden die ehemaligen Mitglieder der Armee, i Esteelmer Francisco Reyes Giron und Heriberto Valdez Asig zu insgesamt 360 Jahren Haft verurteilt.
Nach 30 Jahren wurde ein Verfahren gegen die beiden Angeklagten eingeleitet (vgl. Fides 2/02/2016). Im Jahr 1982 wurde während des Bürgerkriegs eine Militärbasis zur Bekämpfung von Aufständischen in der Gemeinde Sepur Zarco im Norden Guatemalas eingerichtet. Die Soldaten vergewaltigten und versklavten vielfach Frauen, deren Männer verschleppt wurden. Auch die Legalisierung des Grundbesitzes wurde damals als aufständische Aktion betrachtet. Sechs Monate lang mussten die Einwohner der Region Schreckliches erleben.
In seiner Urteilsbegründung betont der Richter Jazmin Barrios: "Die Wahrheit hilft Wunden der Vergangenheit zu heilen und die Justiz muss alle Opfer schützen und dazu beitragen, dass die rechtsstaatlichen Prinzipien in unserem Land umgesetzt werden, damit ein Bewusstsein davon entsteht, dass solche Verbrechen nie wieder geschehen dürfen".
(CE) (Fides, 03/03/2016)



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