ASIEN/PAKISTAN - Oberstes Gericht spricht Rimsha frei, Blasphemieparagraph bleibt weiterhin in Kraft

Mittwoch, 16 Januar 2013

Islamabad (Fidesdienst) – Überraschend schnell erging das Urteil im Berufungsprozess gegen Rimsha, bei dem am gestrigen 15. Januar das der Blasphemie angeklagte Mädchen mit einer geistigen Behinderung freigesprochen wurde. Die Richter bestätigten den Freispruch des Hohen Gerichts in Islamabad, womit der Fall endgültig abgeschlossen ist. Wie Beobachter dem Fidesdienst berichten, sind die Verteidiger des Mädchens „sehr zufrieden“ und bezeichnen das Urteil als „einen Sieg für die Justiz in Pakistan, der Hoffnung auf eine bessere Zukunft macht“.
Der Berater von Caritas Pakistan, Pfarrer Bonnie Mendes, bedauert im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Leider bleibt der Blasphemieparagraph trotz dieser gut belegten Missbrauchsfälle weiterhin in Kraft“. Das Gesetz „wird von übereifrigen muslimischen Religionsvertretern weiterhin unterstützt“ obschon „mutige Versuche im Parlament auf den Weg gebracht wurden, die eine Änderung herbeiführen sollten, die künftigen Missbrauch verhindern und vor falschen Anklagen schützen soll, die oft zum Tod der Angeklagten führen“. Pfarrer Mendes fordert deshalb von Politikern „den Willen, diesen Knoten zu lösen, der im Land viele Tragödien verursacht hat“.
Derzeit sind in Pakistan 36 Menschen wegen Blasphemie verurteilt: 16 Menschen warten auf den Vollzug eines Todesurteils, weitere 20 wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Andere Angeklagte warten noch auf einen Prozess oder auf ein Berufungsverfahren nach einer erstinstanzlichen Verurteilung, wie zum Beispiel die zum Tode verurteilte Christin Asia Bibi. (PA) (Fidesdienst, 16/01/2013)


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