Diocese of Islamabad-Rawalpindi
Islamabad (Fides) – Im „Jahr der Kinder“ ist die katholische Glaubensgemeinschaft aufgerufen, die Qualität der Bildung zu verbessern und die Teilnahme von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Bildungsprogrammen zu fördern, um insbesondere den am stärksten benachteiligten Kindern Chancen zu eröffnen. Man wolle sich außerdem um die finanzielle Nachhaltigkeit der Schulen im Bistum Islamabad-Rawalpindi bemühen. Dies bekräftigt der Diözesanrat für Bildung, der 45 Schulen im Bistum verwaltet. Die Bildungseinrichtungen befinden sich in der Hauptstadt Islamabad, in der Region Upper Punjab und in Khyber Pakhtunkhwa, drei verschiedenen Distrikten, die zum Bistum gehören. Insgesamt rund 25.000 Schüler und Schülerinnen besuchen diese Schulen, davon etwa 10.000 Katholiken und 15.000 Nicht-Katholiken, überwiegend Muslime.
In der Diözese Islamabad-Rawalpindi, die 2026 das „Jahr der Kinder“ feiert, hat das Thema Alphabetisierung und Hochschulbildung für junge Menschen, insbesondere für Katholiken, nun Priorität. Erzbischof Joseph Arshad, der gemeinsam mit dem Diözesanrat einen Fünfjahresplan vorstellte, erklärt gegenüber Fides: „Bildung ist in unserem diözesanen Gemeindeleben nicht nur eine kulturelle Angelegenheit, sondern eine transformative Mission, die Glauben, Werte und intellektuelle Entwicklung integriert.“
In diesem Rahmen müssen „akademische Prinzipien, verankert in ethischen und spirituellen Werten, das Fundament jeder Institution bilden“, betont der Diözesanrat für Bildung, der in diesem Zusammenhang mehrere Handlungsfelder benennt. Erstens die Ausbildung kompetenter Lehrkräfte, verbunden mit notwendigen Investitionen in die Entwicklung ihrer kulturellen, pädagogischen und didaktischen Kompetenzen. „Motivierte und gut ausgebildete Lehrkräfte sind unerlässlich für eine qualitativ hochwertige Bildung an allen Schulen“, heißt es dazu.
Zweitens wurde die Integration von moderner Technologie als Instrument zur Verbesserung des Unterrichts, zur Optimierung der Verwaltung und zur Vorbereitung der Schüler auf die sich rasant entwickelnde digitale Welt identifiziert. Dabei wird betont, dass auch die Unterstützung der Schüler und ein ganzheitlicher Ansatz zur kindlichen Entwicklung, der die pädagogischen, emotionalen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse berücksichtigt, gewährleistet sein müssen. Ein besonders wichtiges Anliegen ist die Beschaffung von Mitteln für Stipendien an christliche Schüler aus armen oder benachteiligten Familien für die Primar-, Sekundar- und sogar Hochschulbildung.
Darüber hinaus betont der Rat: „Es ist unerlässlich, Eltern, Kirchengemeinden und die lokale Bevölkerung in die Bildung der Kinder einzubeziehen: Bildung gedeiht, wenn geteilte Verantwortung und aktive Zusammenarbeit Schulen und Gemeinden verbinden.“
Im Großraum Islamabad zeigt sich ein deutlicher Kontrast zwischen der Situation der Kinder in den entwickelteren Stadtgebieten und den benachteiligten Vororten, wo Kinder erheblichen Gefahren ausgesetzt sind. Obwohl die Hauptstadt im Allgemeinen bessere Indikatoren aufweist als die ländlichen Provinzen Pakistans, besuchen rund 90.000 Kinder (15 % der Kinder im schulpflichtigen Alter) keine Schule.
Auf nationaler Ebene sprechen Experten von einem „Bildungsnotstand“ in Pakistan: Die Analphabetenrate und die Zahl der Schulabbrecher sind hoch. Dieses Phänomen betrifft insbesondere die ärmsten Bevölkerungsgruppen, darunter auch christliche Gemeinden, wo laut Angaben der örtlichen Kirche „80 % der christlichen Kinder Analphabeten sind“. Kinderarbeit im Hausangestelltenbereich und im informellen Sektor ist ebenfalls weit verbreitet.
(PA) (Fides 3/6/2026)