ASIEN/MYANMAR - Bischof von Banmaw: „Der Weg zum Frieden wird in Kachin lang und schwierig sein: überall wurden Landminen verlegt“

Montag, 20 Februar 2012

Banmaw (Fidesdienst) – Landminen, die im ganzen Staat verlegt wurden und schwere Krankheiten, von denen vor allem Kinder betroffen sind, gehören zu den größten Problemen der Kachin im Norden Myanmars, deren Staat Schauplatz von monatelangen Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen der „Kachin Independence Army“ (KIA) ist. Dies betont Bischof Raymond Sumlut Gam von Banmaw in einem Appell, der dem Fidesdienst vorliegt. Acht Monate nach Beginn des Konflikts bittet er um Frieden und Aussöhnung.
„Derzeit gibt es 57.000 Binnenflüchtlinge“, so der Bischof, „Die Diözese leidet unter dem Bürgerkrieg und viele Menschen sind in die Städte in den Grenzgebieten geflohen. Gegenwärtig werden in unserer Diözese von der Caritas rund 13.500 Binnenflüchtlinge in verschiedenen Aufnahmelagern betreut. Wir kümmern uns um Schulbildung, Kleider, Lebensmittel, Medikamente und seelsorgerische Begleitung. Doch die Flüchtlinge in entlegenen Gebieten und an der Grenze leben dort unter verheerenden Bedingungen, denn es stehen wenig Unterkünfte und kaum humanitäre Hilfe zur Verfügung“.
Der Bischof nennt die größten Probleme, mit denen sich die Menschen konfrontiert sehen: „In den vergangenen Monaten erkrankten viele Kinder an Atemwegserkrankungen und Durchfall, Malaria und Tuberkulose mit hoher Todesgefahr. Auf den Äckern rund um die Dörfer liegen Landminen. Einer unserer Gläubigen verlor auf seiner Zuckerplantage durch die Explosion einer Landmine ein Bein und den rechten Arm. Deshalb ist es für die Einheimischen schwer zur Normalität zurückzukehren und ihre Zukunft ist sehr prekär“. Obschon die „Gefechte nicht mehr so heftig zu sein scheinen, sind die Menschen sehr vorsichtig, wenn es um die Einschätzung der tatsächlichen Friedensmöglichkeiten geht“.
Der birmanische Staatspräsident, Thein Sein, gab unterdessen bereits am 10. Februar und noch einmal am 13. Februar Anweisung an die Armee zur Beendigung der Offensive. „Es ist hier jedoch bisher keine wesentliche Veränderung eingetreten“, so der Bischof weiter,. Friedensgespräche zwischen der Regierung und der KIA fanden bereits zweimal Ende Januar in Ruili an der Grenze zu China statt ohne dass es bisher konkrete Ergebnisse gab. Nach offiziellen Angaben will man sich noch vor Ende Februar zu weiteren Friedensgesprächen treffen.
Der Bischof beendet seinen Appell mit einer Bitte: „Ich bitte alle um ihre Gebet für die Not leidenden Menschen in Kachin; die internationale Staatengemeinschaft und die Regierungen bitte ich um Druckausübung im Hinblick auf eine sofortige Beendigung des Konflikts, damit der Friedens- und Aussöhnungsprozess beginnen kann.“ (PA) (Fidesdienst, 20/02/2012)


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