AMERIKA/HAITI - Erzbischof von Haiti fordert mehr Engagement der Regierung beim Wiederaufbau

Samstag, 15 Oktober 2011

Port au Prince (Fidesdienst) – „Wir müssen dringend Ordnung in der Verwaltung Haitis schaffen“, denn „wäre das Land gut organisiert, so könnte der Wiederaufbau in zehn Jahren bewältigt werden“, so Erzbischof Guire Poulard von Port au Prince (Haiti). Bei einem Treffen mit den Mitarbeitern internationaler Hilfswerke. Die Regierenden des Landes, darunter auch Senatoren und Kongressmitglieder „sind nicht auf diese Aufgabe vorbereitet“, so der Erzbischof weiter. Doch der Kirchenvertreter ist überzeugt, dass das Land die schwierige Situation trotzdem bewältigen wird, denn die Einwohner des Landes sind Menschen, die „sich vor Arbeit und Armut nicht scheuen“. Denn sie haben im Laufe der Geschichte gezeigt, dass sie in der Lage sind „trotz aller Schwierigkeiten immer wieder aufzustehen“.
In einer Mitteilung, die dem Fidesdienst vorliegt, erinnert der Bischof an den Verlust vieler Ärzte, Krankenpfleger, Agrarwissenschaftler und anderer Spezialisten, die bei dem Erdbeben ums Leben kamen. Dabei betonte er, dass die katholische Kirche vor allem Christen und unter ihnen die Jugendlichen und Universitätsstudenten immer wieder daran erinnerte, dass „sie berufen sind, das Land wieder aufzubauen.
Erzbischof Poulard erklärte unterdessen, dass es in Haiti rund tausend katholische Kirchenvertreter, darunter 800 Priester gibt, die sich im ganzen Land für Bildung, Wiederaufbau, Betreuung von Kindern und Familien und Gesundheit einsetzen und zwar „unterschiedslos unter allen Einwohnern“.
Wie der Erzbischof von Port au Prince betont, hat die haitianische Bevölkerung nach dem Erdbeben am 12. Januar 2010 „eine harte aber auch bereichernde Zeit erlebt“, denn jeden Tag erlebten die Menschen, dass „die Kirche nicht nur ein Gebäude ist, sondern das Volk Gottes, das sich auch unter einem Baum, in Zelten oder unter der Sonne zusammenfindet“.
Abschließend erinnert er aber auch daran, dass während der Zeit der akuten Notsituation, infolge mangelnder Koordinierung der Nichtregierungsorganisationen, Hilfen oft nicht dort ankamen, wo sie am notwendigsten gebrauchten wurden. (CE) (Fidesdienst, 15/10/2011)


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