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Africa

2011-08-19

AFRIKA/BENIN - Briefe der ersten Missionare der Gesellschaft für die Afrikamissionen nach ihrer Ankunft in Dahomey im Jahr 1861

Rom (Fidesdienst) – Am 21. April, dem ersten Sonntag nach unserer Ankunft, nahmen rund einhundert Menschen oder etwas mehr, darunter Weiße und Farbige, an unserer ersten heiligen Messe teil, die wir öffentlich in der Kapelle der portugiesischen Festung gefeiert haben, die bis heute verlassen ist. Alle Gottesdienstteilnehmer vernahmen mit aufrichtiger Freude die Verkündung des Beschlusses, den der Heiligen Vaters auf Anregung der Kongregation getroffen hat. Und sie versprechen, dass sie dem religiösen Kultus, der sich unter ihnen anzusiedeln beginnt, eifrig folgen werden“, schreibt der italienische Missionar von der Gesellschaft der Afrikamissionen (SMA), P. Francesco Borghero, am 26. April 1861, drei Tage nachdem er zusammen mit dem spanischen Mitbruder, P. Fernandez, in Whydah gelandet war, in einem Informationsschreiben an den damaligen Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker („Propaganda Fide“), Kardinal Alessandro Barnabó. Am 5. Januar 1861 waren die beiden in Begleitung eines dritten Mitbruders, der auf der Reise starb, aus Toulon an Bord des Schiffs „Amazone“ nach Dahomey im heutigen Benin abgereist. Sie gehörten der vor kurzem gegründeten Gesellschaft für die Afrikamissionen (Weiße Väter) an, die von Propaganda Fide mit der Evangelisierung dieser Territorien beauftragt worden war.
Der Name Benin inspiriert sich am Reich Benin und der Stadt Benin City, nach denen auch der Golf benannt wurde, an dem sich das heutige Benin befindet. Der Name Dahomey wurde 1975 bei der Staatsgründung in den Namen Volksrepublik Benin umgewandelt. Damit sollte ein Zeichen der Neutralität gesetzt werden, da im Land über 50 verschiedene Sprachgruppen und ebenso viele Ethnien zusammenleben. Der Name Dahomey, der aus dem antiken Fon-Reich stammte, wurde als für die ganzen Nation nicht angemessen betrachtet.
In ihrer regelmäßige und aufschlussreiche Korrespondenz berichten die ersten Missionare aus Dahomey vom April 1861 bis April 1862 einmal im Monat den Mitbrüdern in Frankreich und den Vorgesetzten bei Propaganda Fide über ihre Entdeckungen, Werke und Schwierigkeiten bei der Evangelisierung. Erstmals wurden diese Briefe nun in einer integralen Fassung mit zahlreichen Anmerkungen, die das Lesen für den Laien erleichtern, anlässlich des 150jährigen Jubiläums der Evangelisierung in Benin veröffentlicht (Renzo Mandirola und Pierre Trichet – „Lettres du Dahomey“ – Verlag Karthala). (SL) (Fidesdienst, 19/08/2011)

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