AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Rund 14.000 neue Tuberkulosefälle in Addis Abeba: Regierung bringt Aufklärungskampagne auf den Weg

Freitag, 25 März 2011

Addis Abebea (Fidesdienst) – Die Gesundheitsbehörden in Addis Abeba registrieren mit großer Sorge die Verbreitung neuer Tuberkulosefälle unter den 2,7 Millionen Einwohnern der äthiopischen Hauptstadt. In einer vom Nachrichtendienst der Vereinten Nationen IRIN veröffentlichten Erklärung erklärt Desalegn Gebreyesus vom äthiopischen Gesundheitsministerium, dass „die Verbreitung von Tuberkulose nichts mit den niedrigen Temperaturen zu tun hat, wie allgemein behauptet wird. Aus diesem Grund wollen wir die Menschen über die Medien und mit Informationsbroschüren über die tatsächlichen Wege der Ansteckung aufzuklären.“ In Werbespots, die vom Radio- und Fernsehsendern übertragen werden, werden die Menschen, die seit über 2 Wochen an Husten leiden, aufgefordert, sich auf Tuberkulose testen zu lassen und eventuell mit einer Behandlung zu beginnen.
Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, werden jedes Jahr rund 300 neue Ansteckungen je 100.000 Einwohner gemeldet und nach Schätzungen wird es 12.000 neue Fälle allein in Addis Abeba pro Jahr geben. In der Hauptstadt gibt es 35 staatlich und 40 private Einrichtungen, die Tuberkulose behandeln. Trotzdem werden nur 63% der Fälle erkannt. Im Fall einer Diagnose werden rund 80% der Patienten erfolgreich behandelt insbesondere mit Hilfe der so genannten DOTS-Behandlung (Directly Observed Treatment Short Course), die von der WHO 1994 auf den Weg gebracht wurde (vgl. Fidesdienst vom 17/07/2004). Unterdessen gibt es auch Tuberkulose-Formen, die gegen Medikamente resistent sind, von denen in Addis Abeba bereits 400 gemeldet wurden, davon allein 180 im „St. Peter General Specialized Hospital“. In ganz Äthiopien treten jedes Jahr rund 5.000 solcher Fälle auf. (AP) (25/03/2011)


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