AFRIKA/MOSAMBIK - Ermittlungen zum gewaltsamen Tod von Bischof Osório Afonso Citora dauern an

Montag, 8 Juni 2026



Quelimane (Fides) – Die Ermittlungen zum Motiv und den Verantwortlichen des Mordes an Bischof Osório Afonso Citora (IMC) der am vergangenen Samstag, dem 6. Juni, ums Leben kam, dauern an. Laut Maximino Amílcar, Sprecher der mosambikanischen Kriminalpolizei (SERNIC) in Zambézia, drangen Unbekannte in den frühen Morgenstunden in die Bischofsresidenz ein und gaben die tödlichen Schüsse ab.
Papst Leo XIV. erfuhr die Nachricht während des Fluges nach Spanien zu seiner Apostolischen Reise vom 6. bis 12. Juni 2026 und drückte sein tiefes Bedauern über den Mord an Bischof Osório aus. Der Papst Leo XIV. „schließt sich in dieser Stunde der Verzweiflung im Gebet dem Volk der Diözesen und ganz Mosambiks an, damit der Herr ihnen Trost schenke, jeden Mann und jede Frau in seiner Liebe behüte und die Hand der Gewalttätigen stille", heißt es in einer Mitteilung des Presseamtes des Heiligen Stuhls. Der Tod von Bischof Osório hat in der Kirche und in der mosambikanischen Gesellschaft, darunter auch beim Erzbischof von Nampula, Inácio Saúre, Bestürzung ausgelöst.
Auch das Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) äußerte tiefe Trauer und Bestürzung. In einer am Wochenende veröffentlichten Erklärung bezeichneten die afrikanischen Bischöfe die Tat als „barbarisches Verbrechen“ und Angriff auf Leben, Menschenwürde, Frieden, Gerechtigkeit und Religionsfreiheit. Das Symposium verurteilt den Mord aufs Schärfste und bekräftigt, dass kein religiöser Führer Ziel von Gewalt werden sollte, nur weil er sein Leben dem Dienst an Gott, der Versöhnung und dem Gemeinwohl widmet. In der Stellungnahme fordern die Bischöfe des SECAM die Regierung von Mosambik und die zuständigen Behörden auf, unverzüglich eine transparente und unabhängige Untersuchung durchzuführen, um alle Verantwortlichen für das Verbrechen zu ermitteln und strafrechtlich zu verfolgen. Die Bischöfe fordern zudem verstärkte Schutzmaßnahmen für religiöse Führer und Gotteshäuser. Gleichzeitig bekunden sie ihre Solidarität mit der Bischofskonferenz von Mosambik, dem Klerus und den Gläubigen der Diözesen Quelimane und Beira sowie der Familie von Bischof Osório Afonso, beten für das ewige Seelenheil des Prälaten. Dabei rufen sie zu Gerechtigkeit, Frieden, Achtung des menschlichen Lebens und Religionsfreiheit in Mosambik und auf dem gesamten afrikanischen Kontinent auf.
Lokale Quellen berichten gegenüber Fides bezeichnen den Mord als „sehr schwerwiegenden und absolut ungerechtfertigten Vorfall“. In einem Video, das von den Consolata-Missionaren veröffentlicht wurde und während des letzten Pastoralbesuchs ihres Mitbruders am 5. Juni in einer der Gemeinden entstand, ist zu sehen, wie Bischof Osório seine Sandalen auszieht, um sich zu den Muslimen zu setzen und mit ihnen zu sprechen. Dabei kommentiert er die jüngste Hirtennote der Bischofskonferenz von Mosambik vom 13. Mai 2026 (vgl. Fides, 15/05/2026), in der die Bischöfe ein Ende der Gewalt in Cabo Delgado forderten und vor dem Extremismus und der Gewalt, insbesondere gegen christliche Gemeinden, warnten, die die Region heimsuchen.
In seinem abschließenden Appell wandte sich Bischof Osório direkt an die Anwesenden: „Ich bitte Sie: Wir dürfen niemals akzeptieren, dass Religion uns spaltet, denn sie soll uns einen. Stimmt das nicht? Sie beten und auch wir beten. Das ist der Sinn meines Besuchs. Ich sagte: Meine Brüder und Schwestern dort leben mit Muslimen zusammen. Es gibt keinen Markt nur für Muslime; der Markt ist für Katholiken, Christen und Muslime. Stimmt das nicht? Das Krankenhaus ist für alle da. Deshalb sagte ich: Ich werde dorthin gehen, um mit ihnen zu sprechen, sie zu grüßen und ihnen zu sagen, dass ich möchte, dass sie für mich beten und dass auch ich für sie bete. Und wir alle werden für Frieden in Mosambik beten, wir werden für Wohlergehen in Mosambik beten, wir werden für Gerechtigkeit in Mosambik beten. Als ich meine Sandalen auszog, erinnerte ich mich daran, dass unser Gott Demut von uns verlangt, er verlangt von uns zu erkennen, dass wir alle Brüder und Schwestern sind.“
(AP) (Fides 8/6/2026)


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