Fides News - German (Standard)https://www.fides.org/Aus dem Archivder FidesagenturdeDie auf unseren Internetseiten veröffentlichten Inhalte unterliegen einer Licenza Creative Commons. Der 100. Jahrestag der Weihe von sechs chinesischen Bischöfen und das Provisorische Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik Chinahttps://www.fides.org/de/news/78166-Der_100_Jahrestag_der_Weihe_von_sechs_chinesischen_Bischoefen_und_das_Provisorische_Abkommen_zwischen_dem_Heiligen_Stuhl_und_der_Volksrepublik_Chinahttps://www.fides.org/de/news/78166-Der_100_Jahrestag_der_Weihe_von_sechs_chinesischen_Bischoefen_und_das_Provisorische_Abkommen_zwischen_dem_Heiligen_Stuhl_und_der_Volksrepublik_Chinavon Paul Han Qingping* <br /><br />Shijiazhuang – Der Fidesdienst veröffentlicht den Beitrag des chinesischen Priesters Paul Han Qingping als Beitrag zur Reflexion und vertieften Auseinandersetzung im Vorfeld des bevorstehenden 100. Jahrestages der Bischofsweihe von sechs chinesischen Bischöfen. Sie wurden am 28. Oktober 1926 von Papst Pius XI. im Petersdom in Rom geweiht.<br /><br />Ein Gedenken zum 100. Jahrestag<br /><br />Am 28. Oktober 1926 wurden sechs chinesische Priester – Odorico Cheng Hede, ein Franziskaner aus der Diözese Puqi in Hubei, Melchior Sun Dezhen, ein Vinzentiner aus der Diözese Anguo in Hebei, Joseph Hu Ruoshan, ebenfalls Vinzentiner aus der Diözese Taizhou in Zhejiang, Philippe Zhao Huaiyi, Priester der Diözese Peking und Xuanhua in Hebei, Simon Zhu Kaimin, ein Jesuit aus der Diözese Haimen in Jiangsu, sowie Aloysius Chen Guodi, ein Franziskaner aus der Diözese Fenyang in Shanxi – im Petersdom in Rom von Papst Pius XI. zu Bischöfen geweiht. Dieses historische Ereignis fand genau 241 Jahre nach der Weihe von P. Luo Wenzao, auch bekannt als Gregorio López, statt, einem gebürtigen Chinesen aus Fu’an in Fujian, der 1685 zum ersten chinesischen Bischof geweiht worden war.<br /><br />Für die katholische Kirche in China war die Ernennung einheimischer Chinesen zu Leitern der Ortskirchen weit mehr als eine gewöhnliche Personalentscheidung. Sie stellte einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zu einer echten Eigenständigkeit und Selbstverwaltung der Kirche dar. Damit begann die chinesische Kirche allmählich, ihre Identität als „Missionskirche“ abzulegen, die seit dem Zeitalter der großen Entdeckungen unter dem von Spanien und Portugal dominierten kolonialen Patronatssystem, dem sogenannten Padroado, gestanden hatte. Stattdessen entwickelte sie sich zu einer Ortskirche, die von einheimischen Geistlichen geleitet wurde, sich in der chinesischen Kultur verwurzelt hat und mit ihrem eigenen pastoralen Auftrag betraut war.<br /><br />Ein Jahrhundert später liegt es anlässlich dieses historischen Ereignisses nahe, an das am 22. September 2018 zwischen China und dem Heiligen Stuhl unterzeichnete „Provisorische Abkommen“ über die Ernennung von Bischöfen zu erinnern. Obwohl dieses Abkommen weiterhin angepasst, erneuert und verbessert wird und noch nicht alle komplexen Fragen der chinesisch-vatikanischen Beziehungen gelöst hat, schuf es doch einen Rahmen für die entscheidende Frage der Ernennung und Weihe von Bischöfen. Damit trug es dazu bei, die langjährigen Spaltungen innerhalb der Kirche entlang der Kategorien „legal“ und „illegal“ sowie „öffentlich“ und „Untergrund“ zu überwinden.<br />Vor diesem Hintergrund sollte die „Sinisierung der Religion“ oder, genauer gesagt, die „Sinisierung des Katholizismus“, nicht einfach als Verwaltungspolitik oder diplomatische Strategie verstanden werden. Vielmehr handelt es sich um eine umfassende Frage, die Ekklesiologie, kulturelle Identität, pastorale Praxis und Wege der Evangelisierung miteinander verbindet.<br /><br />I. Von Luo Wenzao zu den sechs chinesischen Bischöfen: Der lange Weg zu einer einheimischen Kirche<br /><br />Luo Wenzao wurde 1616 in Fu’an in Fujian geboren und vor Erreichen des Erwachsenenalters in die katholische Kirche aufgenommen. 1654 erhielt er auf den Philippinen eine umfassende Ausbildung und wurde zum ersten chinesischen Priester geweiht. Zwanzig Jahre später, 1674, ernannte ihn Papst Clemens X. zum Bischof des Apostolischen Vikariats Nanjing. Seine Bischofsweihe wurde jedoch aufgrund des Widerstands von Pater Antonius Calderón, dem Dominikanerprovinzial in Manila, fast elf Jahre lang verzögert. Erst 1685 wurde Luo Wenzao nach direkter Intervention des Heiligen Stuhls in Guangzhou von Bischof Bernardinus della Chiesa zum Bischof geweiht. Kurz danach, im Jahr 1688, dem 27. Regierungsjahr des Kangxi-Kaisers, weihte er Wan Qiyuan, Wu Yushan und Liu Yunde zu Priestern. Jeder von ihnen verfügte über besondere Kenntnisse in der traditionellen chinesischen Gelehrsamkeit sowie in westlicher Wissenschaft und Technik. Dies zeigt deutlich, welchen hohen Stellenwert Luo Wenzao der Ausbildung qualifizierter und befähigter einheimischer Geistlicher beimaß und mit welcher Dringlichkeit er dieses Anliegen verfolgte.<br /><br />Vordergründig schien der Widerstand von Pater Calderón und anderen gegen die Ernennung Luo Wenzaos zum Bischof der Kirche in China aus Zweifeln an dessen persönlichen Fähigkeiten und aus Unzufriedenheit mit seiner Unterstützung für die von Matteo Ricci vertretene Strategie der „kulturellen Anpassung“ hervorgegangen zu sein. Der tiefere Grund lag jedoch in den strukturellen Problemen des europäischen Missionssystems im 17. Jahrhundert. Die katholische Missionstätigkeit war lange Zeit in hohem Maße von den Funktionsmechanismen der europäischen Kolonialreiche und von verschiedenen Ordensgemeinschaften abhängig. Matteo Ricci hatte zwar das Prinzip der „Anpassung“ vertreten, um das Christentum in der chinesischen Kultur zu verwurzeln; in der Praxis blieb die Leitung der chinesischen Kirche jedoch in den Händen ausländischer Missionare. Zwar nahm die Zahl der einheimischen Priester kontinuierlich zu, doch hatten sie kaum Zugang zu einer tatsächlichen Beteiligung an Entscheidungsprozessen.<br /><br />Darüber hinaus verschärften die politischen und diplomatischen Konflikte, die aus dem Padroado hervorgingen, die zunächst innerkirchlichen Auseinandersetzungen verschiedener Gruppen europäischer Missionare über die traditionellen chinesischen Riten. Aus diesen innerkirchlichen Kontroversen wurde ein diplomatischer Konflikt zwischen dem Papsttum und der Qing-Dynastie. Damit wurden die Voraussetzungen für das spätere „Edikt zum Verbot des Katholizismus“ geschaffen, das Kaiser Kangxi erließ und dessen negative Auswirkungen bis heute zu spüren sind.<br /><br />Seit dem 19. Jahrhundert geriet die Entwicklung des Katholizismus in China mit der Unterzeichnung einer Reihe sogenannter ungleicher Verträge – darunter der Vertrag von Nanjing, der Vertrag von Wangxia und der Vertrag von Tianjin – noch stärker in den Schatten der imperialistischen Expansion. Die komplexe historische Verbindung zwischen Kirche und westlichen Mächten machte die Frage, „wie die chinesische Kirche wirklich zur Kirche des chinesischen Volkes werden kann“, zunehmend dringlich.<br /><br />Die Weihe von sechs chinesischen Bischöfen im Jahr 1926 war daher nicht lediglich eine interne Personalentscheidung der Kirche. Sie signalisierte vielmehr die wachsende Erkenntnis des Heiligen Stuhls, dass die Weltkirche nur dann in den verschiedenen Kulturen aufblühen kann, wenn sie in den jeweiligen Ortskulturen Wurzeln schlägt und die Leitung einheimischen Geistlichen anvertraut. Diese erneuerte Perspektive war in erheblichem Maße durch das Apostolische Schreiben Maximum Illud von 1919 geprägt. Angesichts der Tragödie des Ersten Weltkriegs, in dem Missionare in verschiedenen Teilen der Welt aufgrund der Interessen ihrer jeweiligen Nationen in Konflikte miteinander geraten waren, betonte Papst Benedikt XV. nicht nur die Bedeutung der Ausbildung einheimischer Geistlicher, sondern warnte auch davor, die Missionstätigkeit mit kolonialen Interessen zu vermischen.<br /><br />Der Prozess der Verwurzelung der katholischen Kirche erforderte zugleich die gemeinsamen Anstrengungen einer Reihe weitblickender Persönlichkeiten aus China und anderen Ländern. Zu nennen sind insbesondere Pater Vincent Lebbe, der 1901 nach China kam und später vom belgischen Vinzentinerorden zur einheimischen chinesischen Kongregation des Heiligen Johannes des Täufers wechselte – auf Chinesisch Yaohan Xiao Xiongdihui, was „Kleine Brüder zur Erleuchtung Chinas“ bedeutet –, sowie Erzbischof Celso Costantini, der erste päpstliche Delegat in China. Costantini kam 1922 nach China, berief 1924 in Shanghai das Erste Plenarkonzil der katholischen Kirche in China ein und führte die genannten sechs chinesischen Priester 1926 persönlich nach Rom zu ihrer Bischofsweihe. Hinzu kommen Ma Xiangbo, der sein Familienvermögen für moderne Bildung und Patriotismus opferte; Ying Lianzhi, der sich der modernen Bildung und dem Journalismus widmete; sowie Lu Hongnian, Wang Suda und Chen Yuandu, die traditionelle chinesische Malerei auf organische Weise mit dem Glauben der Kirche verbanden.<br /><br />Bemerkenswert ist, dass Pius XI. bei der Weihezeremonie betonte, die Kirche in China müsse ihre eigenen Geistlichen und Führungspersönlichkeiten ausbilden. Dieser Gedanke wurde später vom Zweiten Vatikanischen Konzil weiterentwickelt, insbesondere in Lumen Gentium und Ad Gentes, und wurde schließlich zu einem der grundlegenden Prinzipien des Konzils für das Wachstum und die Entwicklung der Ortskirchen.<br /><br />II. Das Provisorische Abkommen von 2018: Eine realistische Antwort auf historische Fragen<br /><br />Wenn die Bischofsweihen von 1926 die Frage beantworteten, „ob ein Chinese chinesischer Bischof werden kann“, so ging es beim „Provisorischen Abkommen“ von 2018 um die Frage, „wie chinesische Bischöfe ernannt werden sollen“.<br />Seit der Gründung der Volksrepublik China hat die katholische Kirche in China eine komplexe und wechselvolle Entwicklung durchlaufen. Aufgrund verschiedener Faktoren, darunter Politik, Ideologie und internationale Beziehungen, war die Ernennung von Bischöfen lange Zeit eines der sensibelsten Themen in den Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und China.<br /><br />Das jahrzehntelange Nebeneinander von „Untergrundkirche“ und „offizieller Kirche“ hatte unter den jeweiligen historischen Bedingungen zwar seine praktischen Gründe, hinterließ jedoch auch tiefe Wunden im kirchlichen Leben: Erstens wurde die kirchliche Gemeinschaft herausgefordert; zweitens war die Leitung der Ortskirchen mit Schwierigkeiten konfrontiert; drittens bestand innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen eine langanhaltende Spaltung der Identitäten; viertens wurde das Voranbringen der Evangelisierung immer wieder durch politische und diplomatische Kontroversen beeinträchtigt.<br /><br />Das 2018 unterzeichnete „Provisorische Abkommen“ war kein perfektes institutionelles Modell. Es erkannte jedoch immerhin eine grundlegende Tatsache an: Im heutigen China lässt sich die Frage der Bischofsernennung weder von der bestehenden politischen Ordnung des Staates noch von den katholischen theologischen Prinzipien der apostolischen Sukzession und der Gemeinschaft mit dem Nachfolger des heiligen Petrus trennen.<br /><br />In diesem Sinne handelt es sich bei dem Abkommen nicht einfach um einen diplomatischen Kompromiss zwischen zwei Seiten, sondern um einen historischen Findungsprozess. Es versucht, ein neues Gleichgewicht zwischen staatlicher Souveränität und der Universalität der Kirche herzustellen.<br /><br />III. „Sinisierung der Religion“ im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils neu verstehen<br /><br />Der Begriff „Sinisierung der Religion“ wurde lange Zeit vor allem in einem politischen Kontext diskutiert und von vielen Medien und Kirchenvertretern als eine „Verwaltungsstrategie“ des Staates verstanden, mit der das religiöse Leben kontrolliert werden solle. Eine ausschließlich politische oder ideologische Betrachtung dieses Ansatzes droht jedoch, seine tieferliegende soziale und kulturelle Bedeutung zu übersehen.<br /><br />Das Zweite Vatikanische Konzil hat bereits einen wichtigen theologischen Rahmen geschaffen, um das Verhältnis zwischen der Universalität und Katholizität der katholischen Kirche einerseits und der Vielfalt der Ortskirchen andererseits zu erläutern.<br /><br />Der zentrale theologische Begriff, den das Zweite Vatikanische Konzil in diesem Zusammenhang verwendet, ist „Inkulturation“. Gemeint ist der Prozess, durch den der „Sameen“ des Evangeliums, ohne sein geistliches Wesen zu verlieren, in der Sprache, den Werten, Symbolen und geschichtlichen Erfahrungen eines bestimmten Volkes „Boden gewinnt, Wurzeln schlägt, sprießt, blüht und Frucht trägt“. Verschiedene Konzilstexte haben diesen Gedanken aus unterschiedlichen Perspektiven entfaltet. Nur einige Beispiele seien hier genannt:<br /><br />Sacrosanctum Concilium erklärt: „Auch in der Liturgie will die Kirche keine starre Einheitlichkeit in dem durchsetzen, was nicht den Glauben oder das Wohl der ganzen Gemeinschaft berührt; vielmehr pflegt und fördert sie die Gaben und Anlagen der verschiedenen Völker und Nationen. Alles in deren Lebensformen, was nicht unlösbar mit Aberglauben und Irrtum verbunden ist, prüft sie mit Wohlwollen und lässt es, soweit möglich, unangetastet; ja, zuweilen nimmt sie es sogar in die Liturgie selbst auf, sofern es mit den Grundsätzen des wahren und echten liturgischen Geistes vereinbar ist.“ <br /><br />Lumen Gentium lehrt: „Da das Reich Christi nicht von dieser Welt ist, nimmt die Kirche oder das Volk Gottes, indem sie dieses Reich errichtet, nichts vom zeitlichen Wohl irgendeines Volkes hinweg. Im Gegenteil, sie fördert und übernimmt, soweit sie gut sind, die Fähigkeiten, die Reichtümer und die Sitten der Völker, in denen sich das besondere Wesen jedes Volkes ausdrückt.“ <br /><br />Gaudium et Spes betont: „Da sie aber kraft ihrer Sendung und ihres Wesens an keine besondere Form menschlicher Kultur, an kein bestimmtes politisches, wirtschaftliches oder gesellschaftliches System gebunden ist, kann die Kirche gerade aufgrund dieser ihrer Universalität ein sehr enges Band zwischen den verschiedenen menschlichen Gemeinschaften und Nationen bilden.“ <br /><br />Ad Gentes erklärt ausdrücklich: „So sollen aus dem Samen des Wortes Gottes überall auf der Welt eigenständige Ortskirchen entstehen und heranwachsen, die mit eigener Reife und eigenen Lebenskräften ausgestattet sind. Unter ihrer eigenen Hierarchie sollen sie zusammen mit dem gläubigen Volk und mit den für ein volles christliches Leben notwendigen Mitteln ihren Beitrag zum Wohl der ganzen Kirche leisten.“ <br /><br />Mit anderen Worten: Die vom Zweiten Vatikanischen Konzil betonte „Katholizität“ bedeutet keine kulturelle und liturgische Einheitlichkeit, keine Uniformität der Organisationsformen oder der Leitungsmodelle. Vielmehr geht es darum, bei Wahrung des Wesenskerns des Glaubens den verschiedenen Kulturen und Zivilisationen Raum zu geben, eigene Ausdrucksformen zu entwickeln.<br /><br />Fünfzig Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil führte Papst Franziskus diesen Gedanken in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium weiter aus: Die christliche Botschaft ist nicht an eine einzige kulturelle Form gebunden, sondern kann in den geschichtlichen Erfahrungen verschiedener Völker immer neue Ausdrucksformen finden .<br /><br />Im Schlussdokument der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode zum Thema „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung“ wird dieser Gedanke als „Einheit in Vielfalt“ zusammengefasst, nicht als „Einheitlichkeit“ .<br /><br />Damit die „Sinisierung der Religion“ tatsächlich lebendig und fruchtbar werden kann, sollte sie weder eine bloße Anpassung des Christentums an die chinesische Kultur anstreben noch eine vollständige Vereinnahmung der Religion durch die Kultur bedeuten. Vielmehr sollte sie eine tiefere wechselseitige Prägung von Glauben und chinesischer Zivilisation ermöglichen, wobei der Kern der Botschaft des Evangeliums gewahrt bleibt.<br /><br />IV. Die eigentliche Herausforderung der Sinisierung: Von institutioneller Anpassung zu geistlicher Kreativität<br /><br />Wenn das zentrale Problem der chinesischen Kirche im 20. Jahrhundert die institutionelle Eigenständigkeit war, dann besteht die größere Herausforderung für die chinesische Kirche im 21. Jahrhundert meiner Ansicht nach in der geistlichen Kreativität.<br />Die chinesische Kultur verfügt über außerordentlich reiche intellektuelle und religiöse Ressourcen: die Renai und Xiushen des Konfuzianismus, das Prinzip der Übereinstimmung mit der Natur und das Wuwei Wubuwei des Daoismus sowie die Vorstellung der Śūnyatā und die Praxis des Mitgefühls im Buddhismus. All dies eröffnet neue Räume für die Auslegung des Christentums.<br /><br />Missionare wie Matteo Ricci, Giulio Aleni und Martino Martini bemühten sich in der Vergangenheit darum, Berührungspunkte zwischen dem Evangelium und der chinesischen Kultur zu finden. Diese Arbeit ist jedoch noch nicht abgeschlossen.<br />Was die chinesische Kirche heute braucht, ist nicht lediglich ein verstärkter Einsatz chinesischer liturgischer Formen, architektonischer Stile oder Volksmusik. Notwendig ist vielmehr die Entwicklung eines wirklich chinesischen Ausdrucks des christlichen Glaubens auf philosophischer, theologischer, anthropologischer, geistlicher und psychologischer Ebene.<br />Diese Aufgabe geht über den herkömmlichen Begriff der „Verwurzelung“ hinaus und führt in den umfassenderen Bereich eines echten Dialogs und gegenseitigen Lernens zwischen den Zivilisationen.<br /><br />In diesem Zusammenhang bietet die Zusammenarbeit des bekannten Schweizer Psychologen Carl Jung, des deutschen Sinologen und Missionars Richard Wilhelm und des österreichischen Physik-Nobelpreisträgers Wolfgang Pauli ein besonders aufschlussreiches Beispiel.<br />Wilhelm machte chinesische Klassiker wie Das Geheimnis der Goldenen Blüte: Ein chinesisches Lebensbuch und das I Ging der europäischen Geisteswelt zugänglich. Jung wiederum griff auf diese Traditionen nicht nur bei seiner therapeutischen Arbeit mit Pauli während dessen psychischer Krise zurück, sondern auch bei der Entwicklung einer umfassenderen Perspektive, die – angeregt durch Paulis Erkenntnisse der modernen Physik – über die Grenzen des westlichen Rationalismus und der mechanistischen Wissenschaft hinausging.<br /><br />In Jungs Verständnis sind die daoistische Dynamik von Yin und Yang, die buddhistische Vipassana-Meditation und die christliche Erfahrung der geistlichen Bekehrung keine einander ausschließenden Systeme, sondern unterschiedliche Ausdrucksformen der Tiefendimensionen der menschlichen Psyche. Seine Theorien der Individuation, sein Konzept der Synchronizität und seine Erforschung des kollektiven Unbewussten wurden zumindest teilweise durch seine Begegnung mit der bleibenden Weisheit des chinesischen Denkens geprägt.<br /><br />Bemerkenswert ist, dass Jung das Christentum nicht einfach „orientalisierte“ und auch das östliche Denken nicht lediglich in einen westlichen Bezugsrahmen einfügte. Vielmehr versuchte er, durch die Begegnung zweier Zivilisationen eine neue geistliche Sprache zu entwickeln.<br />Für die chinesische Kirche, die sich heute mit der „Sinisierung der Religion“ auseinandersetzt, bietet diese Erfahrung wichtige Einsichten: Eine echte Sinisierung des Christentums bedeutet weder, das Evangelium auf ethische Regeln und institutionelle Weitergabe zu reduzieren, noch die chinesische Kultur auf religiöse Ornamentik zu beschränken. Vielmehr geht es darum, durch einen dauerhaften Dialog und die gegenseitige Bereicherung der großen geistlichen Traditionen der Welt neue Wege zu finden, die Geheimnisse des Kosmos und der menschlichen Existenz zu verstehen.<br /><br />Der bedeutendste Beitrag der chinesischen Kirche zur Welt könnte daher künftig nicht in erster Linie in ihrer institutionellen Entwicklung liegen – so notwendig und wichtig diese auch ist –, sondern darin, der Welt eine neue humanistische Perspektive zu eröffnen, die christlichen Geist, chinesische Weisheit und modernes wissenschaftliches Bewusstsein miteinander verbindet.<br /><br />In dieser Hinsicht bleibt Pater Pierre Teilhard de Chardin, der französische Jesuit, der mehr als zwanzig Jahre als Geologe, Paläontologe, Philosoph und Mystiker in China lebte und arbeitete, ein inspirierender Bezugspunkt. Während seiner Jahre in China verfasste er einige seiner einflussreichsten Werke, darunter Die Messe über die Welt, Der göttliche Bereich und Der Mensch im Kosmos.<br />Seine Worte, die er 1926 aus China an seinen engen Freund Bruder Auguste Valensin schrieb, sind auch heute von bemerkenswerter Aktualität: „Tatsächlich sind wir nicht mehr wirklich ‚katholisch‘; vielmehr verteidigen wir ein System, eine Sekte.“<br />Diese Worte fordern die Kirche bis heute heraus, sich zu fragen, ob ihre Sendung lediglich darin besteht, überkommene Strukturen zu bewahren, oder ob es ihr vielmehr darum geht, die Universalität, Offenheit und schöpferische Lebendigkeit zu verkörpern, die bereits im Wort „katholisch“ selbst zum Ausdruck kommen.<br /><br />Fazit: Die eigentliche Bedeutung des Gedenkens zum 100. Jahrestag<br /><br />Im Jahr 1685 wurde Luo Wenzao, der erste chinesische Priester, nach einem langen und beschwerlichen Weg zum ersten chinesischen Bischof geweiht. Dies symbolisierte den Beginn der „Kindheit“ der chinesischen Kirche. Die Weihe von sechs chinesischen Bischöfen im Jahr 1926 markierte den Eintritt der chinesischen Kirche in das „Erwachsenenalter“. Das „Provisorische Abkommen“ von 2018 bedeutet meiner Ansicht nach die fortdauernden Bemühungen der chinesischen Kirche, eine „reife Persönlichkeit“ zu entwickeln.<br />So wie wir heute der historischen Weihe der sechs chinesischen Bischöfe vor einem Jahrhundert gedenken, könnte in hundert Jahren – oder auch schon früher – die Bedeutung des Gedenkens an die Unterzeichnung des „Provisorischen Abkommens“ über die Ernennung chinesischer Bischöfe nicht darin liegen, ein Dokument erneut zu betrachten, dessen Inhalt bislang nicht veröffentlicht wurde. Vielmehr könnte es darum gehen, eine beharrlich wiederkehrende Frage neu zu beantworten:<br /><br />Wie kann die katholische Kirche in China ihre Gemeinschaft mit der Weltkirche bewahren und zugleich wirklich in der chinesischen Gesellschaft, der chinesischen Kultur und der geistlichen Welt des chinesischen Volkes Wurzeln schlagen?<br />Wenn die „Sinisierung der Religion“ lediglich auf institutioneller Ebene bleibt, wird sie nur eine Etappe der Geschichte darstellen. Erst wenn sie zu einem Prozess kultureller Schöpfung, geistlicher Erneuerung und des Dialogs zwischen den Zivilisationen wird, kann sie tatsächlich zu einem bedeutenden Zeichen für die Reifung der chinesischen Kirche werden.<br /><br />Von Luo Wenzao zu den sechs chinesischen Bischöfen, von den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils bis zu Evangelii Gaudium, vom chinesisch-vatikanischen „Provisorischen Abkommen“ bis zum Schlussdokument der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode lässt sich ein kontinuierliches Bemühen erkennen, auf die Erfordernisse jeder Epoche durch die Verkündigung des Evangeliums zu antworten.<br /><br />Ebenso sind die großen Anstrengungen zahlreicher westlicher Vertreter der Kirche und Gelehrter, die von Matteo Ricci, Giulio Aleni und Martino Martini in der späten Ming- und frühen Qing-Zeit bis hin zu Vincent Lebbe, Celso Costantini, Carl Jung, Richard Wilhelm, Wolfgang Pauli und Teilhard de Chardin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unternommen wurden, um Begegnung, Verbindung und Zusammenarbeit mit der chinesischen Gesellschaft und ihrer traditionellen Kultur zu ermöglichen, zu einem bleibenden Vermächtnis geworden, das uns auch heute inspiriert.<br /><br />Dieser Weg, der sich über mehr als vier Jahrhunderte erstreckt, ist noch nicht zu Ende. Vielleicht hat, getragen vom pastoralen und missionarischen Geist der „Synodalität“, die Epoche der chinesischen Kirche, die in Gemeinschaft mit der Weltkirche steht und zugleich ihre echte Eigenart bewahrt, gerade erst begonnen.<br /><br /><br />* Priester, Dozent für Kirchengeschichte am Priesterseminar von Hebei<br /><br /><br /><br /><br />Mon, 14 Sep 2026 15:40:37 +0200ASIEN/PHILIPPINEN - Gewalt bei den ersten Parlamentswahlen in der muslimischen Autonomen Region „Bangsamoro“https://www.fides.org/de/news/78164-ASIEN_PHILIPPINEN_Gewalt_bei_den_ersten_Parlamentswahlen_in_der_muslimischen_Autonomen_Region_Bangsamorohttps://www.fides.org/de/news/78164-ASIEN_PHILIPPINEN_Gewalt_bei_den_ersten_Parlamentswahlen_in_der_muslimischen_Autonomen_Region_BangsamoroCotabato – Ein entscheidender Schritt für die südlichen Philippinen wird von Gewalt und Tod überschattet. Heftige Zusammenstöße haben die ersten Parlamentswahlen in der Autonomen Region Bangsamoro im muslimischen Mindanao gestört, die heute, am 14. September, stattfanden. Bei einer Schießerei in Cotabato City gab es bereits vor Öffnung der Wahllokale drei Tote und fünfzehn Verletzte.<br /><br />Die Gewalt hat die Bevölkerung erschüttert. Die katholischen Gemeinschaften der Region haben zu friedlichen Wahlen aufgerufen und am Wahltag Gebetstreffen organisiert. Der Pastoralrat der Pfarreien für verantwortungsbewusstes Wählen , eine katholische Organisation, die sich auf zivile Ebene für die Wahlbeobachtung einsetzt, erklärte, dass derzeit Informationen zu den Gewalttaten gesammelt werden.<br />Ersten Berichten zufolge gingen Schießereien in der Nähe der Wahllokale auf einen Streit um die Position in der Warteschlange zurück. Kurz vor 7 Uhr morgens fielen vor einer als Wahllokal genutzten Schule in Cotabato nach einer Schlägerei Schüsse. Die beteiligten Männer gehörten rivalisierenden Fraktionen an, die aus der Islamischen Moro-Befreiungsfront hervorgegangen sind, die seit Jahrzehnten für regionale Autonomie kämpft. Cotabato City, die Hauptstadt der Region BARMM, war aufgrund von Gewalttaten im Vorfeld der Wahl bereits unter die Kontrolle der Wahlkommission gestellt worden. Über 20.000 Sicherheitskräfte wurden in der gesamten BARMM eingesetzt, darunter Einsatzteams, die speziell für den Umgang mit potenziell gewalttätigen Ausschreitungen ausgebildet wurden.<br /><br />Die Wahl stellt einen Meilenstein in einem Friedensprozess dar, der Ende der 90er Jahre begann und zur Gründung der autonomen muslimischen Region „Bangsamoro“ führte.<br /> Zahlreiche Appelle wurden von Vertretern der Kirche und der Zivilgesellschaft an die Bevölkerung gerichtet: Bischof Leo Dalmao von Basilan erklärte vor der Wahl, dass „der Frieden, den die Provinz in den letzten Jahren erlebt hat, sich im Wahlverlauf widerspiegeln sollte“, und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Wahl „bessere und fähigere Führungskräfte“ für Basilan und die Region Bangsamoro hervorbringen möge.<br /><br />Der Erzbischof von Cotabato, Charlie Inzon, OMI, veröffentlichte einen Hirtenbrief mit dem Titel „Zu den ersten Parlamentswahlen der BARMM: Gemeinsam voranschreiten in Frieden, Gerechtigkeit und Hoffnung“, in dem er die Wahlen als „einen bedeutenden Meilenstein auf unserem fortwährenden Weg zu dauerhaftem Frieden, authentischer Entwicklung, guter Regierungsführung und der Umsetzung der Anliegen des Bangsamoro-Volkes“ bezeichnete. Er forderte die Wähler auf, „mit Gewissen, Weisheit und Mut“ teilzunehmen und den Kauf und Verkauf von Stimmen, materielle Zuwendungen, Druck, Einschüchterungen oder Fehlinformationen abzulehnen. Im Text des Briefes äußert er den Wunsch, „dem Gemeinwohl, der Menschenwürde und schutzbedürftigen Menschen Vorrang einzuräumen“, und fordert die politischen Parteien und Kandidaten auf, gegenseitige Diskreditierungen zu vermeiden.<br /><br />Über 2,4 Millionen Wähler sind aufgerufen, an die Urnen zu gehen, um die Mitglieder des 80 Sitze umfassenden Parlaments der BARMM zu wählen, wobei 13 politische Parteien bei den Wahlen kandidieren. Von den 80 Parlamentssitzen werden 40 über politische Parteien vergeben, 32 sind Bezirkssitze aus sechs Wahlkreisen und acht sind „Sektorenvertretern“ vorbehalten, zu denen indigene Völker, Ulama, traditionelle Führer, Jugendliche und Frauen gehören. Die Wahlen, die nach zahlreichen Verschiebungen endlich stattfinden, stellen einen entscheidenden Meilenstein im Friedensprozess dar, der im Bangsamoro-Grundgesetz vorgesehen ist, dem grundlegenden, konstitutiven Gesetz der autonomen Region.<br /><br />Im Süden der Philippinen lebt eine muslimische Bevölkerung von etwa sechs Millionen Bürgern, die sich auf einige Provinzen konzentrieren, vor allem auf der Insel Mindanao. In diesem Gebiet haben sich seit den 1970er Jahren islamistische Bewegungen entwickelt, die – unter anderem auch durch bewaffnete Aufstände – die Unabhängigkeit oder Autonomie von der Regierung in Manila gefordert haben.<br />Derzeit umfasst die BARMM folgende Gebiete der philippinischen Insel Mindanao und benachbarter Inseln: die Provinzen Basilan ; Lanao del Sur; Maguindanao del Norte; Maguindanao del Sur; Tawi-Tawi. Dazu gehören außerdem die Städte Cotabato City , Marawi City und Lamitan City sowie acht Gemeinden der Provinz North Cotabato, die sich in der Volksabstimmung von 2019 für die Eingliederung in die BARMM ausgesprochen haben. Die Provinz der Sulu-Inseln hingegen wurde nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2024 aus der BARMM ausgeschlossen, da sie 2019 gegen die Verabschiedung des Bangsamoro Organic Law gestimmt hatte.<br /><br /> <br />Mon, 14 Sep 2026 14:05:12 +0200AFRIKA/ANGOLA - Pater Sebastião Moniz Dejoro: erster angolanischer Priester der Gesellschaft der Afrikamissionenhttps://www.fides.org/de/news/78165-AFRIKA_ANGOLA_Pater_Sebastiao_Moniz_Dejoro_erster_angolanischer_Priester_der_Gesellschaft_der_Afrikamissionenhttps://www.fides.org/de/news/78165-AFRIKA_ANGOLA_Pater_Sebastiao_Moniz_Dejoro_erster_angolanischer_Priester_der_Gesellschaft_der_AfrikamissionenLuanda – „Ich bringe Angola in die SMA, so wie die SMA von den ersten Missionaren nach Angola gebracht wurde.“ In diesem Satz liegt die Bedeutung der Berufung von Sebastião Moniz Dejoro, der Ende August zum Priester geweiht wurde und damit der erste angolanische Priester der Gesellschaft der Afrikamissionen ist.<br /><br />Es liegt darin nicht nur eine persönliche Bedeutung. Seine Weihe markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der missionarischen Präsenz der SMA in Angola: Eine Kirche, die jahrzehntelang ausländische Missionare aufgenommen hat, beginnt nun, selbst Missionare auszusenden.<br /><br />„Die Missionare, die nach Angola kamen, haben eine Saat gesät; mir ist nun die Gnade zuteil, eine ihrer ersten Früchte zu sein“, erzählt Sebastião. Seine Worte drücken das Bewusstsein aus, Teil einer Geschichte zu sein, die vor vielen Jahren begann, als die Missionare der SMA in das Land kamen, um das Evangelium zu verkünden, die Gemeinden zu begleiten und zum Wachstum der Ortskirche beizutragen.<br /><br />Der erste angolanische Priester der SMA zu sein, ist für ihn jedoch kein Grund zum Hochmut. „Es ist eine Gnade, als Erster berufen zu sein. Ich begreife dies in erster Linie nacht als Titel, sondern als Geschenk und als Verantwortung.“ Eine Verantwortung, die bereits in die Zukunft blickt: „Ich möchte die Tatsache, ‚der Erste‘ zu sein, nicht als etwas betrachten, das mich wichtig macht. Ich sehe es vielmehr als eine Einladung, den anderen den Weg zu ebnen.“ Auch das ist einer der Gründe, warum Sebastião den Berufungen jüngerer Menschen zuversichtlich entgegenblickt. Der gesellschaftliche Wandel, die Säkularisierung und wirtschaftliche Schwierigkeiten können es für einen jungen Menschen erschweren, sich für das Priesteramt oder das geweihte Leben zu entscheiden. „Sie denken an ihr Studium, an die Arbeit und daran, wie sie sich eine Zukunft aufbauen können“, bemerkt er. Doch die Schwierigkeiten bedeuten nicht, dass der Wunsch nach der Weihe verschwunden ist. „Die Flamme ist nicht erloschen. Sie braucht nur Menschen, die bereit sind, sie zu schützen, zu nähren und ihr Wachstum zu ermöglichen.“<br /><br />Seine persönliche Geschichte begann mitten im Herzen der christlichen Gemeinschaft. Nachdem er in seiner Jugend wieder begonnen hatte, aktiv am Leben der Kirche teilzunehmen, erkannte Sebastião die Notwendigkeit einer vertieften Katechese. Während er sich auf die Firmung vorbereitete, begleitete er, gemeinsam mit einem Katecheten Kinder, die sich für die Taufe und die Erstkommunion bereit machten. Dieser Dienst war der erste Schritt auf einem Weg, der sich immer weiter entwickeln sollte. Von seiner eigenen Gemeinde aus richtete Pater Sebastião seinen Blick nach und nach auf die Provinz, das Land und über die Grenzen Angolas hinaus. In seinem Wunsch, der Kirche in unterschiedlichen Kontexten zu dienen, fand er in der SMA eine Familie und eine klare missionarische Identität.<br /><br />„Ich habe eine Familie und eine missionarische Berufung gefunden, die diesem Wunsch Sinn verliehen haben“, erklärt er. Ein Wunsch, der sich heute in der Bereitschaft niederschlägt, den Armen und Verlassenen zu dienen, die Menschen in den Freuden und Schwierigkeiten des Lebens zu begleiten und überall dort zur Verfügung zu stehen, wohin die Kirche ihn entsenden wird. Seine Entscheidung erhält so eine weitreichendere Bedeutung für die angolanische Kirche.<br /><br />Das afrikanische Land blickt auf eine lange Geschichte der Aufnahme von Missionaren zurück und hat durch deren Dienst viel erhalten. Heute fühlt es sich jedoch bereit, das, was es empfangen und erfahren hat, mit anderen Kirchen zu teilen.<br />„Wir haben viel von den Missionaren erhalten und verfügen heute über eine stark wachsende Kirche mit großem Potenzial, vielen Talenten und zahlreichen Angeboten“ – betont Pater Sebastião. „Wir können von anderen Kirchen empfangen, aber wir können auch geben. Ich glaube, dass Angola bereit ist, seinen Horizont für die SMA zu öffnen. Wir können unseren Glauben, unsere Kultur, unsere Erfahrung und unsere Art, Kirche zu sein, an andere Orte tragen.“<br />Das ist letztlich die Neuheit, die die Weihe des jungen Priesters darstellt: nicht nur der erste Angolaner der SMA, sondern das Zeichen einer Kirche, die, nachdem sie das Geschenk der Mission empfangen hat, fähig ist, es ihrerseits weiterzugeben. Angola wandelt sich von einem Missionsland zunehmend zu einem Land, das Missionare aussendet. Und Pater Sebastião möchte der erste Schritt auf diesem neuen Weg sein.<br /><br /> <br />Mon, 14 Sep 2026 13:48:34 +0200AFRIKA/KONGO (DR) - Bukavu trauert um die 27 Opfer eines Großbrands. Die Bevölkerung spricht von einer „humanitären Katastrophe“https://www.fides.org/de/news/78167-AFRIKA_KONGO_DR_Bukavu_trauert_um_die_27_Opfer_eines_Grossbrands_Die_Bevoelkerung_spricht_von_einer_humanitaeren_Katastrophehttps://www.fides.org/de/news/78167-AFRIKA_KONGO_DR_Bukavu_trauert_um_die_27_Opfer_eines_Grossbrands_Die_Bevoelkerung_spricht_von_einer_humanitaeren_KatastropheKinshasa – Heute, am 14. September, fand die Beerdigung der 27 Opfer des Brandes statt, der am 10. September eine Schule im Stadtteil Cimpunda von Bukavu, der Hauptstadt der Provinz Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo, zerstört hatte .<br /><br />Unter den Opfern befinden sich sechs Erwachsene, die restlichen sind Minderjährige, Schüler der vom Brand betroffenen Schule. Zur Trauer der Bevölkerung kommt die Angst vor der Reihe von Bränden hinzu, die seit mindestens einer Woche die Stadt heimsuchen, die derzeit unter der Kontrolle der M23-Rebellen steht.<br /><br />Laut einer Mitteilung der regionalen Koordinierungsstelle der Zivilgesellschaft von Süd-Kivu, die der Agentur Fides vorliegt, „wurden in weniger als einer Woche Hunderte Häuser, zwei Schulen, eine Kirche und die Markthalle mit 66 Geschäften auf dem Kadutu-Markt in den Flammen zerstört“. Hinzu kommen die 40 Wohngebäude in Ponzi, bei denen drei Menschen ums Leben kamen, sowie die 174 Familien in Nyamugo, die ihr Zuhause verloren haben.<br /> Unter Berufung auf Daten der kongolesischen Verwaltung mit Sitz in Uvira, der letzten Hochburg der Regierung von Kinshasa in Süd-Kivu, heißt es in der Mitteilung, dass zwischen Juli und August dieses Jahres 2.500 Häuser in Flammen aufgegangen sind.<br /><br />Es handele sich um „eine humanitäre Katastrophe“, erklärt die Zivilgesellschaft von Bukavu, die die M23-Verwaltung zur Rechenschaft zieht.<br /><br />Sie fragt insbesondere, wo die Feuerwehr sei und warum die Ursachen der Brände nicht untersucht worden seien. „Jeder Brand ohne Ermittlungen ist eine Form der Mittäterschaft“, heißt es in der Erklärung.Sie erinnert zudem daran, dass die von der M23 kontrollierte Verwaltung die Zahlung ihrer Steuern von der lokalen Bevölkerung gewaltsam einfordert, ohne eine Gegenleistung zu bieten – insbesondere gegenüber denjenigen, die durch die Brände ihr Zuhause verloren haben.<br /><br />Die Zivilgesellschaft von Bukavu richtet daher einen Appell an die internationale Gemeinschaft und die Behörden der DR Kongo, den 12.000 Menschen zu helfen, die sich in einer Situation „extremer Schutzbedürftigkeit” befinden.<br /><br />Sie schließt mit der Forderung nach dringender Hilfe für die von den Bränden betroffenen Gemeinden, der Inbetriebnahme der vier von einem lokalen Magnaten gespendeten Löschfahrzeuge und dem Wiederaufbau der beiden zerstörten Schulen. <br /><br /> <br />Mon, 14 Sep 2026 13:02:14 +0200„Diener der Gemeinschaft in der Kirche“: Im Zentrum „Ad Gentes“ in Nemi findet ein neuer, vom Dikasterium für die Evangelisierung geförderter Fortbildungskurs für Bischöfe statthttps://www.fides.org/de/news/78163-Diener_der_Gemeinschaft_in_der_Kirche_Im_Zentrum_Ad_Gentes_in_Nemi_findet_ein_neuer_vom_Dikasterium_fuer_die_Evangelisierung_gefoerderter_Fortbildungskurs_fuer_Bischoefe_statthttps://www.fides.org/de/news/78163-Diener_der_Gemeinschaft_in_der_Kirche_Im_Zentrum_Ad_Gentes_in_Nemi_findet_ein_neuer_vom_Dikasterium_fuer_die_Evangelisierung_gefoerderter_Fortbildungskurs_fuer_Bischoefe_stattNemi – Nach den von den Dikasterien des Heiligen Stuhls organisierten Fortbildungskursen für neu ernannte Bischöfe veranstaltet das Dikasterium für die Evangelisierung, einen Fortbildungskurs für jene Bischöfe an, die in den vergangenen Jahren geweiht wurden. Der Leitgedanke des Kurses ergibt sich aus dem Thema, das die sie als „Diener der Gemeinschaft in der Kirche“ versteht.<br /><br />An den Arbeits- und Austauschrunden des Kurses – der eine neue „experimentelle“ Initiative im Rahmen der vom Missionsdikasterium geförderten Aktivitäten darstellt – nehmen diesmal 21 Bischöfe teil, die alle aus englischsprachigen afrikanischen Ländern stammen und zwischen 1999 und 2022 die Bischofsweihe empfangen haben.<br /><br />Der Kurs findet im Zentrum „Ad Gentes“ in Nemi in der Region Castelli Romani statt, dem Sitz der Gesellschaft des Göttlichen Wortes , einem Ort, der reich an bedeutenden Momenten und Initiativen im Zusammenhang mit dem jüngsten kirchlichen Auftrag zur Mission ist: In dieser Residenz, damals erst seit kurzer Zeit genutzt, fanden in den ersten Monaten des Jahres 1965 die Sitzungen der Kommission statt, die damit beauftragt war, den Entwurf des Dokuments des Zweiten Vatikanischen Konzils über die missionarische Tätigkeit der Kirche von Grund auf neu zu verfassen .<br /> Zu den theologischen Mitgliedern dieser Kommission gehörten auch der Dominikaner Yves Congar und der damals 38-jährige Joseph Ratzinger, der als Papst am 9. Juli 2012 nach Nemi zurückkehrte, um das Zentrum „Ad Gentes“ zu besuchen.<br /><br /><br />Die Ziele des Kurses<br /><br />Das Programm soll Anregungen und Hinweise zu Fragen bieten, mit denen sich die Bischöfe täglich in ihrem geistlichen Amt auseinandersetzen müssen: praktische Fragen im Zusammenhang mit der Ausübung der Nächstenliebe, der Verkündigung des Evangeliums und der Liturgie. Im Einzelnen werden auch Themen wie die Beschaffung von Finanzmitteln, die Nähe zu und die Unterstützung von Missbrauchsopfern sowie die Übertragung von Führungsaufgaben an Frauen behandelt; die Herausforderungen bei der geistlichen Begleitung im digitalen Zeitalter sowie der Umgang mit Konflikten und Arbeitsüberlastung.<br />Der Kurs bietet zudem eine günstige Gelegenheit, die Verbundenheit unter den Mitgliedern des Episkopats zu stärken und die Bande der Gemeinschaft zwischen den Teilkirchen und innerhalb der Weltkirche zu festigen.<br /><br />Zu den Referenten und Moderatoren zählen unter anderem Erzbischof Joseph Marino, emeritierter Präsident der Päpstlichen Akademie und Apostolischer Nuntius, sowie Professor Peter Beer, ehemaliger Generalvikar der Erzdiözese München und Freising und Professor am Institut für Anthropologie der Päpstlichen Universität Gregoriana.<br /> Die Durchführung des Kurses wird von Pater Olivier Soma von den Missionaren von Afrika, der ebenfalls Professor am selben Institut ist, sowie von Pater Marco Sungsu Kim, Beamter des Dikasteriums für die Evangelisierung und Professor am Institut für Psychologie der Päpstlichen Universität Gregoriana, unterstützt.<br /><br /><br />Details zum Programm<br /><br />Am Montag, dem 14. September, ist der Tag dem Thema „Bischof sein heute“ gewidmet, mit Vertiefungen zu kirchlichen Fragen und aktuellen Themen. An den Arbeiten wird Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, Sekretär des Missionsdikasteriums, teilnehmen.<br />Am Dienstag, dem 15. September, werden einige „Leitlinien für den eigenen pastoralen Dienst“ behandelt, mit Vertiefungen, die sich auch mit der Nutzung von Referenzdokumenten in Bezug auf die Ausübung der Nächstenliebe, die Verkündigung des Evangeliums und die Liturgie befassen.<br /><br />Am Mittwoch, dem 16. September, werden sich die Beiträge und Diskussionen auf Fragen zur konkreten Ausübung des bischöflichen Dienstes bei der Leitung der Teilkirchen konzentrieren, wobei auch auf Themen im Zusammenhang mit der Kommunikation und den Beziehungen mit den zivilen Behörden eingegangen wird.<br />Am Donnerstag, dem 17. September, steht die Tagesordnung unter dem Leitgedanken „Konflikte und Krisen. Im Dienst der Gemeinschaft“<br /><br />Am Freitag, dem 18. September, werden sich die Arbeitssitzungen mit weiteren Fragen und dringenden praktischen Anliegen im Zusammenhang mit der Ausübung des bischöflichen Amtes befassen. Dabei wird auch auf die Notwendigkeit Bezug genommen, in den Beziehungen zu anderen zwischen Funktion und Person zu unterscheiden. Zudem soll an die Möglichkeit zum Austausch und zur Unterstützung durch die verschiedenen Bestandteile der kirchlichen Gemeinschaft erinnert werden. Es soll generell der Anspruch vermieden werden, dringende Angelegenheiten allein bewältigen und Probleme auf individualistische Weise lösen zu müssen.<br /><br />Der Kurs endet am Samstag, dem 19. September, einem Tag, der der abschließenden Bewertung gewidmet sein wird. Um 11.45 Uhr wird die Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Erzbischof Samuele Sangalli, dem stellvertretenden Sekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung, stattfinden.<br /><br /> Sun, 13 Sep 2026 08:16:52 +0200EUROPA/RUMÄNIEN - Päpstliches Kindermissionswerk: Die „Fackel“ Jesu im Mittelpunkt der Missions-Sommercampshttps://www.fides.org/de/news/78160-EUROPA_RUMAeNIEN_Paepstliches_Kindermissionswerk_Die_Fackel_Jesu_im_Mittelpunkt_der_Missions_Sommercampshttps://www.fides.org/de/news/78160-EUROPA_RUMAeNIEN_Paepstliches_Kindermissionswerk_Die_Fackel_Jesu_im_Mittelpunkt_der_Missions_SommercampsBukarest – Kinder und Jugendliche dabei zu begleiten, zu entdecken, dass die Mission nicht bei dem beginnt, was wir tun, sondern bei Dem, der in uns lebt: Das ist das pädagogische Ziel der beiden missionarischen Sommerlager, die von der Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke in Rumänien unter der Leitung von Pater Eugen Blaj veranstaltet werden.<br /><br />Es handelt sich um die VIII. Ausgabe des Nationalen Camps für Missionarische Bildung, das vom 3. bis 8. August in Odorheiu Secuiesc stattfand, und um die V. Ausgabe des Missionscamps in Cetatea de Baltă vom 24. bis 28. August.<br /><br />„In der Begegnung mit Christus, tief im Herzen, findet der Mensch zu seiner eigenen Wahrheit zurück; und aus dieser Gemeinschaft entsteht die Fähigkeit, aus sich selbst herauszutreten und zum Geschenk zu werden“, erklärt Matilda Andrici, Verantwortliche für die missionarische Kinderarbeit in Rumänien.<br />In Odorheiu Secuiesc fand das Nationale Camp für Missionarische Bildung im Kinderheim „San Giuseppe“ statt, wo die griechisch-katholischen Schwestern der Kongregation vom Unbefleckten Herzen der Seligen Jungfrau Maria zusammen mit der Oberin der Gemeinschaft, Schwester Emilia Trifaș, etwa siebzig Kinder und Jugendliche mit der gewohnten Herzlichkeit empfingen.<br /><br />Leitmotiv des Bildungsangebots war „Die Geschichte der fünf Fackeln“. Die selige Pauline Marie Jaricot, Gründerin des Päpstlichen Werks der Glaubensverbreitung, Monsignore Charles de Forbin-Janson, Gründer des Werks der Heiligen Kindheit, Jeanne Bigard, Gründerin des Päpstlichen Werks des Heiligen Apostels Petrus, der selige Paolo Manna, Gründer der Päpstlichen Missionsunion, und Papst Pius XI. haben den Kindern jeweils durch ihr eigenes Leben gezeigt, dass die Mission zwar verschiedene Formen annimmt, aber immer aus derselben Quelle entspringt: sich von Gott erfüllen und Sein Licht das eigene Leben durchdringen zu lassen.<br /><br />Die Geschichte der Fackeln endet jedoch mit einer sechsten Fackel, verkörpert durch die kleine Therese, das Mädchen, das Missionarin Jesu sein wollte und diesen Wunsch trotz der Belastung durch ihre Krankheit weiterlebte: Sie steht für jedes Kind, das zum Missionar wird, indem es das Licht aufnimmt und es nicht für sich behält.<br /> <br />„Hier haben die Kinder die tiefere Bedeutung des Bildes entdeckt: Wir sind nicht das Licht. Das Licht ist Christus. Missionar zu sein bedeutet, es aufzunehmen, es im Herzen zu bewahren und es durch unser Leben hindurchströmen zu lassen, damit es ein anderes Herz erreichen kann“, betont Matilda Andrici.<br /><br />Auch der missionarische Rosenkranz wurde zu einer konkreten Erfahrung innerhalb der Gemeinschaft. Die Kinder haben gemeinsam mit Maria über die Geheimnisse des Lebens Christi nachgedacht und einen kleinen „lebendigen Rosenkranz“ gebildet, ganz im Sinne der Seligen Pauline Jaricot: Menschen, die weit voneinander entfernt sind, in einem lebendigen Gebet zu vereinen, damit die Kontemplation zur Gemeinschaft und die Gemeinschaft zur Mission wird.<br /><br />Zwei Wochen später wiederholte sich ein ähnliches Erlebnis in Cetatea de Baltă, wo das Thema des kommenden Weltmissionssonntags „Eins in Christus, vereint in der Mission“, das in beiden Sommercamps im Mittelpunkt stand, durch eine zweite Aufforderung ergänzt wurde: „Jeder kann heilig werden“. Der Missionscampus, der nun bereits zum fünften Mal stattfand und von Pater Sorin Ivan, dem Pfarrer der griechisch-katholischen Kirche „Heilige Dreifaltigkeit“ in Cetatea de Baltă, in Zusammenarbeit mit den POM in Rumänien organisiert wurde, richtet sich in erster Linie an Kinder aus der Umgebung. Die Kinder beteten, sangen, nahmen an der Heiligen Messe teil und erlebten Momente der Wallfahrt und der Gemeinschaft.<br /><br />„Durch die Geschichte der Fackeln und das Zeugnis von Teresita haben sie verstanden, dass die Heiligkeit nicht einer fernen Welt angehört. Sie beginnt in dem Moment, in dem das Herz Gott einen Platz einräumt: wenn es vergibt, wenn es hilft, wenn es liebt, ohne etwas zu erwarten, wenn es für jemanden betet, dem es vielleicht nie begegnen wird“, fügte die Verantwortliche für die Kindermissionarbeit in Rumänien hinzu. – Als geistliche Leitfigur des Weges wurde auch der heilige Johannes Maria Vianney vorgeschlagen, der mit der seligen Pauline Jaricot durch eine tiefe geistliche Freundschaft verbunden war: zwei unterschiedliche Leben, doch beide geprägt von demselben Wunsch, ganz Christus zu gehören – im Gebet, in der Nächstenliebe und in der Selbsthingabe.“ <br /><br /> <br />Sun, 13 Sep 2026 13:55:57 +0200EUROPA/GRIECHENLAND - Orthodoxer und katholischer Bischof gemeinsam auf Pilgerreise zum Berg Athos, einem heiligen Ort für die gesamte Christenheithttps://www.fides.org/de/news/78159-EUROPA_GRIECHENLAND_Orthodoxer_und_katholischer_Bischof_gemeinsam_auf_Pilgerreise_zum_Berg_Athos_einem_heiligen_Ort_fuer_die_gesamte_Christenheithttps://www.fides.org/de/news/78159-EUROPA_GRIECHENLAND_Orthodoxer_und_katholischer_Bischof_gemeinsam_auf_Pilgerreise_zum_Berg_Athos_einem_heiligen_Ort_fuer_die_gesamte_Christenheitvon Pater Sliman Hifawi<br /><br />Ouranopolis – In den vergangenen Tagen ging die ökumenische Pilgerreise zum Berg Athos des griechisch-orthodoxen Metropoliten von Kuwait und Bagdad, Ghattas Hazim, des Patriarchats von Antiochia, zusammen mit dem katholischen Bischof des Vikariats von Nordarabien, Msgr. Aldo Berardi, O.SS.T., dessen Zuständigkeitsbereich Katar, Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain umfasst, zu Ende. Es handelt sich um eine „historische“ Reise, die „die guten Beziehungen zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche in Kuwait“ widerspiegelt, wie Bischof Berardi selbst betonte – in einem Land, in dem beide die Rolle von Hirten ihrer jeweiligen Gemeinschaften wahrnehmen.<br /><br />Der katholische Prälat, begleitet von einer Delegation, zu der der Priester Sliman Hifawi von der Konkathedrale der Heiligen Familie in Kuwait , Pater Boutrus Gharib von der griechisch-katholischen Kirche in Kuwait,<br /> dem Seminaristen Pedro Mendoza vom Lateinischen Patriarchat in Jerusalem, dem Laien Pierre Maalouf sowie für die orthodoxe Kirche den Priester Ephrem Al Toumi, hatte die Gelegenheit, die monastische Spiritualität des Heiligen Berges aus nächster Nähe kennenzulernen. Zunächst wurden sie im Kloster Simonopetra und anschließend im Kloster Vatopedi empfangen; sie besuchten zwölf der zwanzig Klöster der Halbinsel.<br /><br />Tradition seit byzantinischen Zeiten<br /><br />Der Berg Athos, das Zentrum der orthodoxen klösterlichen Spiritualität, bildet eine einzigartige naturgegebene Enklave. Seit Jahrhunderten suchen Mönche und Einsiedler in der Stille seiner Landschaften ein Leben, das im Evangelium verwurzelt und durch Askese, Gebet und Fasten verbunden ist mit Jesus Christus.<br /><br />Der Heilige Berg liegt auf einer Halbinsel im Norden Griechenlands und unterliegt einer Selbstverwaltung, die von seinen 20 Klöstern ausgeübt wird, was ihn zur einzigen Mönchsrepublik der Welt macht. Auch wenn er geistlich dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel untersteht, besitzt der Abt jedes Klosters die disziplinarische, administrative und geistliche Autorität über seine Mönche, was jedem Kloster weitgehende Autonomie verleiht.<br /><br />Wiege großer Heiliger<br /><br />Diese Enklave war eine fruchtbare Wiege der Heiligkeit. Einige ihrer Heiligen werden auch von den östlichen katholischen Kirchen verehrt, wie der heilige Gregor Palamas , ein bedeutender Theologe vom Athos, der nachdrücklich an die enge Verbindung zwischen dem eucharistischen Geheimnis und der kirchlichen Gemeinschaft erinnerte: „Lasst uns die Nächstenliebe untereinander bewahren; daran werden wir als wahre Jünger des Herrn erkannt werden. Lasst uns die Einheit des Glaubens und die Gemeinschaft des Geistes im Band des Friedens bewahren. Denn da wir zu einem einzigen Leib berufen und mit demselben himmlischen Brot genährt wurden, müssen wir auch ein einziges Herz und eine einzige Seele sein.“ <br /><br />Ebenso bewahren die Klöster wertvolle Reliquien auf, die von Fragmenten des Heiligen Kreuzes bis hin zu den Überresten jüngerer Heiliger der orthodoxen Tradition reichen.<br /><br />Der heilige Areta, gemeinsamer Schutzpatron in Arabien<br /><br />Ein besonders bewegender Moment der ökumenischen Pilgerreise war die Verehrung der Reliquien des heiligen Areta und seiner Mitmärtyrer, die sowohl für Katholiken als auch für Orthodoxe zu den Schutzpatronen der Kirche auf der Arabischen Halbinsel zählen .<br />Dieser beispiellose Besuch, bei dem ein orthodoxer Prälat einen katholischen Amtskollegen offiziell eingeladen hatte, den Berg Athos zu besuchen, diente dazu, „die Bande, die uns miteinander verbinden, noch enger zu knüpfen“ an einem heiligen Ort, „der nicht nur für die orthodoxe Kirche, sondern für die gesamte Christenheit von Bedeutung ist“, betonte Bischof Berardi.<br /><br />Segen des Ökumenischen Patriarchen<br /><br />Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., hat den Antrag von Metropolit Hazim auf Durchführung dieser Pilgerreise begrüßt. Bei der Erteilung seines Segens würdigte er diese Initiative, die darauf abzielt, weiterhin Wege zur Einheit der Christen zu ebnen – ein besonders bedeutendes Unternehmen, wenn es durch die Bischöfe, die Nachfolger der Apostel, Sichtbarkeit erlangt.<br /><br /><br />Sat, 12 Sep 2026 09:03:23 +0200Die Südamerikareise des US-Außenministers Rubio: Kampf gegen den Drogenhandel und Umsetzung der „Donroe-Doktrin“https://www.fides.org/de/news/78161-Die_Suedamerikareise_des_US_Aussenministers_Rubio_Kampf_gegen_den_Drogenhandel_und_Umsetzung_der_Donroe_Doktrinhttps://www.fides.org/de/news/78161-Die_Suedamerikareise_des_US_Aussenministers_Rubio_Kampf_gegen_den_Drogenhandel_und_Umsetzung_der_Donroe_Doktrinvon Cosimo Graziani<br /><br />Washington – Am Donnerstag, dem 10. September, endete die dreitägige Südamerikareise des US-Außenministers Marco Rubio, bei der er mit den Staatschefs von Kolumbien, Ecuador und Peru zusammentraf.<br />Der Besuch steht im Zusammenhang mit der sogenannten „Donroe Doctrine“, die als eine Art „Donald-Trump-Korollar“ zur historischen Monroe-Doktrin bezeichnet wird. Gemeint ist damit eine Reihe von Erklärungen und politischen Maßnahmen, mit denen die Vereinigten Staaten bereits im 19. Jahrhundert den Europäern deutlich machten, dass sie in der westlichen Hemisphäre nicht länger willkommen seien<br />Zu den offiziellen Eckpfeilern der Trump-Doktrin gehört der Kampf gegen den Drogenhandel, doch zu den „inoffiziellen“ Gründen für dieses Vorgehen in Lateinamerika gehört auch die Eindämmung der chinesischen Präsenz in der Region.<br /><br />Der Besuch begann mit einem Treffen mit dem kolumbianischen Präsidenten De La Espriella, der, obwohl er erst seit wenigen Wochen im Amt ist, bereits eine entscheidende Wende in der Außenpolitik seines Landes vollzogen und es nach den Jahren unter Gustavo Petro wieder näher an Washington herangeführt hat. Im August trat Kolumbien dem „Shield of the Americas“ bei, der US-Initiative zur Bekämpfung des Drogenhandels, die von Kritikern im Land als „Blankovollmacht“ bezeichnet wurde, um möglichen militärischen Interventionen der USA auf kolumbianischem Territorium den Weg zu ebnen. Während Rubios Besuch unterzeichneten die beiden Länder zwei weitere Abkommen: Das erste betraf die potenzielle Zusammenarbeit im Bereich der zivilen Nutzung der Kernenergie, das zweite die Lieferung kritischer Materialien für den Technologiesektor.<br /><br />In Ecuador traf der US-Außenminister mit Präsident Daniel Noboa zusammen. Auch hier stand der Kampf gegen den Drogenhandel im Mittelpunkt des Besuchs.<br /> In den letzten Jahren hat sich Ecuador zu einem Transitland entwickelt, und die Aktivitäten von Banden und kriminellen Gruppen haben zugenommen. Während seines Besuchs stufte Rubio eine weitere lokale kriminelle Gruppe, „Los Tiguerones“, als terroristische Organisation ein. Es handelt sich um die dritte Gruppe, die innerhalb von zwei Jahren als solche ausgewiesen wurde.<br /> Zur Unterzeichnung von Abkommen jeglicher Art kam es jedoch nicht. Die Vereinigten Staaten versicherten aber, die bereits für Ecuador bereitgestellten Mittel zur Sicherung des Landes – auch hier im Kampf gegen den Drogenhandel – um 45 Millionen aufzustocken; hinzu kommen 10 Millionen zur Bekämpfung illegaler Minen im Land, der Rekrutierung durch kriminelle Organisationen sowie der illegalen Finanzierung.<br /><br />Auf der dritten und letzten Etappe seiner Reise hatte Rubio in Peru ein Treffen mit der neu gewählten Präsidentin Keiko Fujimori. Während des Besuchs kündigte Fujimori an, dass ihr Land dem „Shield of the Americas“ beitreten werde, und erklärte, dass die Partnerschaft zwischen den beiden Ländern die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich verbessern werde, insbesondere beim Informationsaustausch zwischen den Geheimdiensten und bei der Bekämpfung grenzüberschreitender krimineller Gruppen. Rubios Besuch löste eine Reihe von Stellungnahmen von Oppositionsmitgliedern aus, die die Einmischung der Vereinigten Staaten in die peruanische Außenpolitik kritisierten.<br /><br />Wenn der Kampf gegen den Drogenterrorismus auch als wichtigste Begründung für das Vorgehen der Trump-Regierung im übrigen Teil der westlichen Hemisphäre angeführt wird, bleiben andere Themen doch im Hintergrund. Besonders hervorzuheben ist das zweite Thema, das bei den Treffen dieser Reise zur Sprache kam: die Zusammenarbeit im Bereich Rohstoffe und Mineralien. Rubio erörterte dies in Kolumbien und vor allem in Peru, wo sich diese Thematik mit der wirtschaftlichen Präsenz Chinas im Land überschneidet.<br />Peking ist der wichtigste Partner Limas und gehört zu den weltweit größten Kupferabnehmern, was es zu einem unverzichtbaren Handelspartner für Peru macht. Die Trump-Regierung hat mehr als einmal deutlich gemacht, dass ihr außenpolitisches Handeln von der Versorgungssicherheit mit kritischen Rohstoffen bestimmt ist. Vor diesem Hintergrund wird die chinesische Präsenz in Südamerika als ein zu bekämpfender Faktor wahrgenommen und behandelt. <br /><br />Sat, 12 Sep 2026 08:42:46 +0200AFRIKA/MAROKKO - Ernennung des Koadjutor-Erzbischofs von Rabathttps://www.fides.org/de/news/78162-AFRIKA_MAROKKO_Ernennung_des_Koadjutor_Erzbischofs_von_Rabathttps://www.fides.org/de/news/78162-AFRIKA_MAROKKO_Ernennung_des_Koadjutor_Erzbischofs_von_RabatVatikanstadt – Der Heilige Vater Leo XIV. hat den Ehrwürdigen Pater Mario León Dorado O.M.I., bisher Apostolischer Präfekt der Westsahara, zum Koadjutor der Erzdiözese Rabat ernannt.<br /><br />Mario León Dorado wurde am 16. März 1974 in Madrid geboren. Nach Abschluss seines Informatikstudiums an der Fakultät für Informatik in Madrid erwarb er den Bachelor-Abschluss in Theologie an der Theologischen Fakultät San Dámaso in Madrid.<br /><br />Am 15. September 1996 legte er sein erstes Gelübde in der Kongregation der Missionare Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria ab.<br /><br />Am 2. Juni 2001 wurde er zum Priester geweiht.<br /><br />Er bekleidete folgende Ämter: Vikar in Jaén, Spanien ; 2004 wurde er in die Apostolische Präfektur der Westsahara entsandt und war anschließend Apostolischer Administrator .<br /><br />Seit 2013 ist er Apostolischer Präfekt der Westsahara und seit 2026 Apostolischer Administrator der Erzdiözese Rabat. <br /><br />Sat, 12 Sep 2026 08:05:02 +0200ASIEN/INDIEN - Neues „Anti-Konversionsgesetz“ in Maharashtra und die Auswirkungen auf das Leben der Christenhttps://www.fides.org/de/news/78155-ASIEN_INDIEN_Neues_Anti_Konversionsgesetz_in_Maharashtra_und_die_Auswirkungen_auf_das_Leben_der_Christenhttps://www.fides.org/de/news/78155-ASIEN_INDIEN_Neues_Anti_Konversionsgesetz_in_Maharashtra_und_die_Auswirkungen_auf_das_Leben_der_ChristenPoona – Im indischen Bundesstaat Maharashtra im mittleren Westen Indiens muss sich die örtliche katholische Gemeinde bei der Gestaltung ihres pastoralen Lebens und ihrer Evangelisierungsmission mit dem „Maharashtra Freedom of Religion Act 2026“ auseinandersetzen, einem Gesetz, das von der Legislativversammlung des Bundesstaates verabschiedet wurde und am 28. August nach der Zustimmung der Präsidentin der Republik Indien in Kraft trat. Ziel des Gesetzes ist es, Religionswechsel zu unterbinden, die durch Gewalt, Betrug, Nötigung, falsche Angaben, Schmeichelei oder unzulässigen Druck herbeigeführt werden. Das Gesetz ahndet Handlungen wie das Anbieten von Geld oder Geschenken, das Versprechen einer Anstellung, die Zusicherung einer kostenlosen Ausbildung, das In-Aussicht-Stellen einer Ehe oder eines besseren Lebensstils sowie das Berufen auf göttliche Heilungen mit dem Ziel, jemanden zum Religionswechsel zu bewegen. Auch die Darstellung eines Glaubens als der Überlegenere, mit der Absicht, eine Konversion zu begünstigen, kann in den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen.<br /><br />Die Strafen können bis zu sieben Jahre Freiheitsentzug und eine Geldstrafe von 100.000 Rupien betragen, während die Strafmaß für Wiederholungstäter bis zu zehn Jahre erreichen kann. Die Beweislast liegt bei der Person, der vorgeworfen wird, die Konversion herbeigeführt oder begünstigt zu haben, während die Anzeige auch von einem Verwandten oder Bekannten des mutmaßlichen „Opfers“ erstattet werden kann: Diese Bestimmung könnte Priester, Ordensleute, Seelsorger und einfache Gläubige Verfahren aussetzen, die auf Anschuldigungen beruhen, die nicht von der direkt betroffenen Person stammen.<br /><br />In ihrer derzeitigen Formulierung wirkt sich die Regelung auf das Leben der Christen aus, wie Monsignore Simon Almeida, Bischof von Poona, einer Diözese in Maharashtra, gegenüber der Agentur Fides bemerkt: „Maharashtra ist der 13. indische Bundesstaat, der ein Gesetz zur ‚Religionsfreiheit‘ verabschiedet hat, das im Wesentlichen ein Anti-Konversionsgesetz ist. Es muss gesagt werden, dass, auch wenn Katholiken keineswegs daran beteiligt sind oder die Bekehrung zum christlichen Glauben fördern wollen, es Menschen gibt, die Christus kennenlernen möchten, für die dieser Weg jedoch schwierig geworden ist oder mühsamen Einschränkungen unterliegt.“<br />Der Bischof, der eine Gemeinschaft von 92.000 Katholiken vorsteht, merkt an: „Wir können nicht mehr bekräftigen, dass Jesus der einzige Gott und der einzige Erlöser ist: Dieser Satz kann als Vergleich und als Entwertung anderer Religionen interpretiert werden. Auch bei der Predigt in der Kirche müssen wir sehr vorsichtig sein“, bemerkt er.<br /><br />„Mit dieser restriktiven Gesetzgebung stößt unsere Verkündigung zwangsläufig auf Schwierigkeiten“, bekräftigt er. Die Angelegenheit, so betont der Bischof weiter, sei von großer Tragweite, denn „in Maharashtra wie auch in ganz Indien gibt es sehr viele katholische soziale Einrichtungen, die in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Sozialhilfe sowie bei der Unterstützung der Armen, der Dalits und der ethnischen Minderheiten tätig sind. Ihre Arbeit könnte unter die Lupe genommen oder als Proselytismus angeprangert werden“.<br />In einem Bundesstaat, der von der nationalistischen Bharatiya Janata Party regiert wird – derselben Partei, die auch auf Bundesebene Indien regiert –, „ist unsere Haltung jedoch stets dialogorientiert; wir suchen niemals die Konfrontation, sondern wollen Gespräche mit der Regierung aufnehmen, damit das Ziel, Zwangsbekehrungen zu verhindern, nicht in die Verletzung grundlegender Rechte wie der Glaubensfreiheit ausartet“, schließt er.<br /><br />Auch das United Christian Forum of India forderte in einem Memorandum an den Ministerpräsidenten von Maharashtra, Devendra Fadnavis, die Regierung von Maharashtra auf, die Regelung zu überarbeiten und deren Umsetzung aufzuschieben: „Christliche Nächstenliebe“, so wird betont, „hat nicht zum Ziel, neue Gläubige zu gewinnen, sondern ist uneigennützige Liebe zu jedem Menschen, der in seiner grundlegenden Würde als Ebenbild Christi angenommen und geliebt wird.“<br />Die Christen des Bundesstaates berufen sich auf die indische Verfassung, die die Freiheit garantiert, die eigene Religion zu bekennen, auszuüben und zu verbreiten, sofern dabei die öffentliche Ordnung, die guten Sitten und das öffentliche Wohl gewahrt bleiben.<br /><br /> <br />Fri, 11 Sep 2026 16:15:03 +0200AFRIKA/DR KONGO - Bukavu: Mindestens 27 Schüler bei einem Großbrand in zwei Schulen ums Leben gekommenhttps://www.fides.org/de/news/78157-AFRIKA_DR_KONGO_Bukavu_Mindestens_27_Schueler_bei_einem_Grossbrand_in_zwei_Schulen_ums_Leben_gekommenhttps://www.fides.org/de/news/78157-AFRIKA_DR_KONGO_Bukavu_Mindestens_27_Schueler_bei_einem_Grossbrand_in_zwei_Schulen_ums_Leben_gekommenKinshasa – Mindestens zwei Brände sind gestern, am 10. September, in Bukavu, der Hauptstadt von Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo, ausgebrochen, die von den Rebellen der M23 unter Unterstützung des ruandischen Militärs besetzt ist.<br /><br />Wie lokale Quellen der Agentur Fides berichteten, ereignete sich der schwerste Vorfall im Stadtteil Cimpunda an der Avenue Kasheke, wo mindestens 27 Schüler ums Leben kamen und viele weitere schwer verletzt wurden.<br /><br />Die Opfer, Schüler der Schulen Ujamaa und Furaha, starben in der Menschenmenge, als sie versuchten, vor den schnell voranschreitenden Flammen und dem Rauch des Feuers zu fliehen. Unseren Quellen zufolge brach das Feuer gegen 8 Uhr morgens in einem Privathaus aus und griff rasch auf die beiden benachbarten Schulen über.<br /><br />„Auf diesem Hügel stehen Hunderte von Holzhäusern, die dicht aneinander gedrängt stehen. Es gibt weder Straßen noch Wasser, und die Feuerwehr ist nicht erreichbar. Die beiden Schulen waren vom Feuer eingeschlossen. In der Panik bei der Flucht sind mehrere Schüler gestürzt und wurden von der Menschenmenge erdrückt, während andere eine Rauchvergiftung erlitten haben.“ Viele von ihnen konnten sich retten und befinden sich nun zusammen mit mehreren Lehrern im Krankenhaus.<br /><br />Bei dem Brand wurden mindestens 500 Häuser zerstört.<br /><br />Was die Brandursachen angeht, so teilen unsere Quellen mit, dass diese derzeit noch nicht bekannt sind, jedoch einige Hypothesen aufgestellt werden können. „Erstens verdienen sich viele Menschen ihren Lebensunterhalt damit, Benzin an der Straße zu verkaufen, das sie zu Hause aufbewahren. Außerdem gibt es ‚herumhängende‘ Stromkabel, die Funken verursachen können. <br />Jemand könnte vergessen haben, die zum Kochen verwendete Holzkohle zu löschen. Die Ursachen für den Brand können also vielfältig sein“, so unsere Quellen.<br /><br />„Außerdem“, fügen sie hinzu, „befinden wir uns noch immer in der Trockenzeit. Seit Anfang Mai hat es nicht mehr geregnet. Neben dem trockenen Gras wehen in dieser Jahreszeit heftige Passatwinde, die die Flammen angefacht haben.“<br /><br />Die Quellen von Fides schließen mit dem Hinweis, dass es in diesem Jahr in Bukavu bereits etwa zehn Brände gegeben hat. Tatsächlich brach am Nachmittag ein zweiter im Gebiet von Panzi aus, der jedoch schnell eingedämmt werden konnte.<br /><br /> <br />Fri, 11 Sep 2026 16:06:36 +0200DER PAPST IN FRANKREICH/V - Die (stille) Mission von Lourdes: „Die Barmherzigkeit Gottes heilt nicht diejenigen, die keine Wunden haben“https://www.fides.org/de/news/78158-DER_PAPST_IN_FRANKREICH_V_Die_stille_Mission_von_Lourdes_Die_Barmherzigkeit_Gottes_heilt_nicht_diejenigen_die_keine_Wunden_habenhttps://www.fides.org/de/news/78158-DER_PAPST_IN_FRANKREICH_V_Die_stille_Mission_von_Lourdes_Die_Barmherzigkeit_Gottes_heilt_nicht_diejenigen_die_keine_Wunden_habenvon Marie-Lucile Kubacki<br /><br />Lourdes – Wenige Wochen vor dem Besuch von Papst Leo XIV., der für den 26. und 27. September im Wallfahrtsort Notre-Dame de Lourdes vorgesehen ist, ist die Vorfreude in der Marienstadt, die von Voranmeldungen geradezu überströmt wird, unübersehbar.<br />Die Anmeldefrist ist bereits abgelaufen, und der Wallfahrtsort rechnet mit etwa 150.000 Teilnehmern an den verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen des Papstbesuchs – ein außergewöhnlich hoher Andrang. Vor Ort ist vorgesehen, dass der Papst an der Grotte beten, die Sonntagsmesse auf der Wiese des Wallfahrtsortes feiern, Kranke und ihre Begleiter im „Accueil Notre-Dame“ empfangen und anschließend am Rosenkranzgebet sowie an der Marienprozession im Scheine der Fackeln teilnehmen wird. Kurzum: Der Papst wird in die Fußstapfen jener rund drei Millionen Besucher treten, die jedes Jahr den Wallfahrtsort aufsuchen.<br /><br />„Es herrscht große Freude in unseren Herzen“, vertraut Pater Jean-Xavier Salefran, Priester der Gemeinschaft Saint-Martin und Vizedirektor des Heiligen Ortes, der Agentur Fides an. Er ist seit 2015 in Lourdes tätig, nachdem er jahrelang in den Diözesen Fréjus-Toulon und Perpignan im Dienst stand. Er verweist auf den gemeinsamen Einsatz der gesamten Gemeinschaft, die die Besucher empfängt: Mitarbeiter des Wallfahrtsortes, Priester, Ordensleute, Freiwillige, Krankenhauspersonal und Pilger. „Wir sind uns alle bewusst, dass wir vor einem sehr wichtigen Ereignis stehen, nicht nur für den Wallfahrtsort, sondern für die Kirche in Frankreich und für die gesamte Kirche.“ Für den Vizerektor wird die Ankunft von Leo XIV. als „Moment der Gnade“ erwartet, in der Kontinuität der Besuche von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Sie stellt aber auch eine konkrete Verantwortung dar: eine beträchtliche Menschenmenge aufzunehmen und gleichzeitig das zu bewahren, was den besonderen Charakter von Lourdes ausmacht, nämlich die Nähe zu den Schwächsten.<br /> <br />Eine „konkrete“ Kirche<br /><br />Während jede Etappe der Papstreise ein besonderes Gesicht der französischen Kirche verkörpert , „ist das Besondere an Lourdes, dass man die Kirche in ihrer gelebten Realität kennenlernt, das Volk Gottes mit all seinen Bestandteilen“, erklärt Pater Jean-Xavier Salefran. Der Wallfahrtsort ist seiner Meinung nach ein Ort der Volksfrömmigkeit, an dem sich „die Kirche in ihrer Vielfalt, in ihrer Universalität“ offenbart, mit Kranken, Bischöfen, Familien, Jugendlichen, Freiwilligen, Diözesangruppen und Pilgern aus zahlreichen Ländern. Hier sind alle Gesichter der Kirche vertreten, in einer großen sozialen und kulturellen Vielfalt. Es ist nicht selten, Tamilen in traditioneller Tracht zu begegnen, die mit den Händen Wasser aus der Quelle schöpfen, um es sich dann über die Haare zu gießen, sowie muslimische Frauen, die zu Maria beten, neben den alten blauen Karren, einem Erbe der früheren Kurortgeschichte des Ortes.<br /><br />Diese Vielfalt bringt eine missionarische Verantwortung mit sich: jedem auf einfache Weise die Zeichen und die Botschaft des Glaubens nahezubringen, um dann diejenigen zu begleiten, die weitergehen möchten. „Der christliche Glaube offenbart sich durch sehr zugängliche, sehr einfache und sehr tiefgründige Gesten“, betont der Vizerektor. Den Felsen von Massabielle berühren, das Wasser der Quelle trinken, die Wassersegnung vollziehen, eine Kerze tragen, an einer Prozession teilnehmen: Diese in Lourdes vertrauten Gesten sprechen zugleich Körper und Geist an. Sie stellen keine einsame Erfahrung dar, betont Don Jean-Xavier, sondern fügen sich in einen „wirklich kirchlichen“ Weg ein. Die von Bernadette Soubirous offenbarte Quelle wird so zum Zeichen einer göttlichen Gnade, die „immer dieselbe und immer neu“ ist.<br />Diese lebendige Lehre erreicht Menschen, die sich in ihrer Kultur, ihrem religiösen Werdegang oder ihren Verletzungen stark unterscheiden. Der Wallfahrtsort verzeichnet seit langem eine starke internationale Präsenz, die sich im Laufe der Jahrzehnte insbesondere in Asien und Lateinamerika ausgeweitet hat. Immer häufiger empfängt der Wallfahrtsort Besucher, die nicht unbedingt im Rahmen einer traditionellen diözesanen Wallfahrt anreisen: Einzelpersonen, Familien, Jugendliche, Touristen auf der Suche nach Sinn oder auch Männer und Frauen, die keine regelmäßige Verbindung mehr zu einer christlichen Gemeinschaft haben. Die pastorale Herausforderung besteht gerade darin, dieser Vielfalt zu begegnen, ohne Lourdes auf ein bloßes Touristenziel oder eine vage Spiritualität zu reduzieren.<br /><br />Bernadette, ein Zugang<br /><br />In dieser Mission der Aufnahme und der Erstverkündigung bleibt die Persönlichkeit Bernadettes von zentraler Bedeutung. „Sie ist eine Zeugin, die auch heute noch mit derselben Kraft spricht“, bemerkt der Vizerektor. Das Mädchen aus Lourdes, das mit Armut, Krankheit, mangelnder Bildung und dem Unverständnis konfrontiert war, das ihr Zeugnis hervorrief, wendet sich in besonderer Weise an junge Menschen und an jene, die gerade eine schwierige Zeit durchleben. „Gerade die Prüfungen, die Bernadette durchlebt hat, sind ein Zugang“, erklärt er. Aber die Jugendlichen sind auch beeindruckt von „ihrer Offenheit, ihrer Reinheit, ihrem Mut“, als sie berichtete, was sie gesehen und gehört hatte. Eine gewisse Offenheit gegenüber der Gnade Gottes. Bernadette wird nicht als ferne oder makellose Gestalt dargestellt: Sie kannte auch ihre persönlichen Herausforderungen und ihr impulsives Temperament. Aber sie hatte gelernt, so sagte sie, den „zweiten Impuls“ – den der Gnade und der Vernunft – über die unmittelbare Reaktion siegen zu lassen.<br /><br />So lädt der Wallfahrtsort die Besucher ein, auf den Spuren von Bernadette zu wandeln und ihre Geschichte jeden Tag neu zu entdecken. Das Erzählen der Erscheinungen, das Wiedergeben der der Jungfrau Maria zugeschriebenen Worte und das Vermitteln der Bedeutung dieser Orte ermöglichen es laut Don Jean-Xavier bereits, eine erste Katechese zu bieten. „Durch das Erzählen und Zitieren der Worte der Jungfrau Maria findet bereits eine Katechese statt.“<br /><br />Ein spontaner und nicht „organisierter“ Zustrom<br /><br />Der Vizerektor stellt fest, dass viele Menschen, die nach Lourdes kommen, nicht direkt von Seelsorgern angesprochen wurden. „Sie kommen, weil sie etwas Wahres, etwas Solides brauchen; sie wissen nicht mehr direkt, wem sie vertrauen sollen“, erklärt er. Seiner Meinung nach „hat die Jungfrau Maria sie angezogen“. Die Antwort, die der Wallfahrtsort bietet, erfolgt daher durch eine schrittweise Begleitung. Manche begnügen sich zunächst damit, zur Grotte zu gehen, zu schauen, zuzuhören und eine Gebet zu sprechen. Andere begeben sich auf einen „Weg der Gnade“, der es ermöglicht, den Wallfahrtsort zu besichtigen, seine Symbole zu entschlüsseln und die Menschen bei den Zeichen des Lichts, der Wassergeste und der Felsenberührung zu begleiten.<br /><br />Dieser Weg ebnet oft den Weg zu einer persönlichen Begegnung mit einem Priester. Viele entdecken dadurch das Sakrament der Versöhnung wieder. „Wir haben sehr, sehr, sehr viele Menschen in der Beichte“, betont Don Jean Xavier. „Man stellt fest, dass dieses Sakrament einer heute äußerst wichtigen Erwartung entspricht“: der Sehnsucht nach Barmherzigkeit, innerem Frieden und Wiederaufbau.<br />Nicht ohne Rührung erinnert er sich an einen Mann, der nach zahlreichen Schicksalsschlägen mit dem Fahrrad nach Lourdes gekommen war. Dieser Mann hatte ihm anvertraut, dass er das Bedürfnis habe, „auf etwas Wahrem, auf etwas Festem neu aufzubauen“. Nachdem er seine Last abgelegt hatte, war er mit dem Gefühl aufgebrochen, „wieder leben zu lernen“. Für den Vizerektor zeugen solche Berichte von den inneren und spirituellen Heilungen, deren Zeuge Lourdes tagtäglich ist, ohne dass diese die Bedeutung des körperlichen Leidens oder die – manchmal langwierige und schwierige – Realität der Krankheit ausblenden würden.<br /><br />Die Schwächsten an vorderster Stelle<br /><br />Der bevorstehende Besuch des Papstes wird diese wesentliche Dimension ausdrücklich hervorheben. Am 27. September wird Leo XIV. das Krankenhauspersonal und die Patienten im „Accueil Notre-Dame“ treffen, einer Einrichtung, die speziell für pflegebedürftige oder behinderte Pilger konzipiert wurde. „Ich setze große Hoffnungen in die Gesten des Papstes“, vertraut Pater Jean Xavier an. Der Vizerektor wünscht sich vor allem, dass der Heilige Vater „die Bedeutung und den Platz der schutzbedürftigen und kranken Menschen im Herzen der Kirche und im Herzen der Welt“ bekräftigt. In einer Gesellschaft, die vom Leistungszwang, von Einsamkeit und von der Angst vor Verletzlichkeit geprägt ist, erinnert Lourdes daran, dass Kranke keine Menschen sind, die ausgegrenzt werden sollten, sondern Zeugen, die etwas Entscheidendes über das Menschsein lehren.<br /><br />Diese Priorität kommt im Dienst der Krankenpfleger zum Ausdruck, wo die Grenze zwischen dem, der hilft, und dem, der Hilfe empfängt, oft verschwimmt. „Diejenigen, die kommen, um den Kranken zu dienen, entdecken oft, dass sie selbst auf ihre Weise krank sind“, bemerkt der Vizerektor. Die Uneigennützigkeit des Dienstes, die Nähe zu den gebrechlichen Körpern, das gemeinsame Gebet und die konkrete Zuwendung zu jedem Einzelnen werden so zu einer Form der Mission. Don Jean Xavier erinnert sich noch an eine schwangere Frau, der mitgeteilt worden war, dass das Kind, das sie in sich trug, krank sei. Sie war gekommen, um einen Segen zu erbitten und nach einem Licht zu suchen, um eine schmerzhafte Entscheidung zu bewältigen. Sie entschied sich schließlich dafür, ihr Kind anzunehmen. Später bezeugte sie, dass ihr Aufenthalt in Lourdes ihr die Kraft gegeben habe, es zu lieben und willkommen zu heißen. „Sie trug eine Prüfung in sich, und in dieser Prüfung hatte sie ein Licht gefunden“, erzählt er.<br /><br />In Lourdes ist die Mission kein Programm, sondern eine Gegenwart: die einer Kirche, die aufnimmt, zuhört, betet und dient; die von Gläubigen, die ihre Zuwendung zum Nächsten sichtbar machen; die von kranken Menschen, deren Verletzlichkeit die Gewissheiten einer individualistischen Welt in Frage stellt; die von Gesunden, die entdecken, dass sie verwundet sind, und die von Kranken, die innerlich und manchmal auch körperlich wieder aufgerichtet werden. Es ist das Gegenteil dessen, was Charles Péguy mit dem Begriff der „gewohnte Seelen“ bezeichnet hat und worüber er schrieb: „Da sie nicht verwundet sind, sind sie nicht verletzlich. Da es ihnen an nichts fehlt, wird ihnen nichts gebracht. Da es ihnen an nichts fehlt, wird ihnen nicht das gebracht, was alles ist. Nicht einmal die Barmherzigkeit Gottes heilt diejenigen, die keine Wunden haben.“ Nach Lourdes zu pilgern bedeutet, zur Quelle des unmittelbaren Bedürfnisses nach Erlösung zu reisen. <br /><br />Fri, 11 Sep 2026 16:01:01 +0200AFRIKA/MALAWI - Von den Päpstlichen Missionswerken geförderter Kurs für Ausbilder an kleineren und größeren Seminarenhttps://www.fides.org/de/news/78156-AFRIKA_MALAWI_Von_den_Paepstlichen_Missionswerken_gefoerderter_Kurs_fuer_Ausbilder_an_kleineren_und_groesseren_Seminarenhttps://www.fides.org/de/news/78156-AFRIKA_MALAWI_Von_den_Paepstlichen_Missionswerken_gefoerderter_Kurs_fuer_Ausbilder_an_kleineren_und_groesseren_SeminarenZomba – Die Päpstlichen Missionswerke in Malawi organisieren in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Sekretariat des Päpstlichen Missionswerk des heiligen Apostels Petrus einen Fortbildungskurs für Ausbilder an den kleineren und größeren Ausbildungsstätten des Landes. Der Kurs zielt darauf ab, das Wissen, den missionarischen Geist und die pastorale Kompetenz derjenigen zu stärken, denen die Ausbildung der zukünftigen Priester anvertraut ist, wie es die Lehrschriften, insbesondere die „Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis“, verlangen.<br /><br />Der Fortbildungskurs findet vom 14. bis 18. September 2026 im Priesterseminar St. Petrus in der Diözese Zomba statt. Das Thema lautet: „Ausbilder der Seminaristen: eins in Christus, vereint in der Mission, im Dienst der Ausbildung“. Zu diesem Anlass werden Pater Guy Bognon, Generalsekretär der POSPA, in Begleitung von Don Alessandro Brandi, einem Beamten desselben Werkes, am 12. September 2026 in Malawi eintreffen. Sie werden bis zum 20. September 2026 im Land bleiben und so die Gelegenheit haben, an den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum des Beginns der katholischen Mission in Malawi teilzunehmen.<br /><br />Am 14. September wird der Ausbildungskurs mit einer Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Thomas Luke Msusa, Erzbischof von Blantyre und Vorsitzender der Priesterseminare in Malawi, offiziell eröffnet. Zusammen mit der aus Rom angereisten Delegation werden Don Peter Madeya, Landesdirektor der Päpstlichen Missionswerke in Malawi, und Pater Pascal Mtuwana, Landesbeauftragter für den Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen , vor Ort sein.<br /><br />Während der fünf Kurstage werden die Teilnehmer Gelegenheit haben, verschiedene Themen zu vertiefen, zu reflektieren und sich auszutauschen. Insbesondere wird es spezifische Sitzungen zu folgenden Themen geben: die Notwendigkeit der ständigen Weiterbildung der Ausbilder, eine allgemeine Vorstellung der „Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis“, die institutionelle Dimension der Ausbildung und die Rolle der Bildungsgemeinschaft, die Mission und die Identität des Ausbilders, der Verlauf der Priesterausbildung im Seminar, der Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen und dessen Integration in die Ausbildungsgänge des Seminars, die spirituelle Dimension der Ausbildung und die geistliche Begleitung sowie die persönliche Ausbildung. Außerdem wird Raum für die Vorstellung der Päpstlichen Missionswerke und ihrer Geschichte eingeräumt, mit einem eher praktischen Teil zu den Hilfsmitteln der PMW, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Päpstlichen Missionswerk des heiligen Apostels Petrus liegt.<br /><br />Diese Initiative spiegelt das Engagement der PMW wider, die ganzheitliche Ausbildung zukünftiger Priester zu unterstützen, und stärkt die Verbindung zwischen der Kirche in Malawi und dem Internationalen Sekretariat des Päpstlichen Missionswerks des heiligen Apostels Petrus bei der Förderung der missionarischen Nachfolge und der Priesterausbildung. Der Kurs zielt zudem darauf ab, die missionarische Identität der Ausbilder an den Priesterseminaren zu vertiefen, die Qualität der Priesterausbildung in Malawi zu verbessern und eine engere Zusammenarbeit zwischen der Ortskirche und der Weltkirche bei der Vorbereitung zukünftiger Priester zu fördern, die in Christus verwurzelt und dem missionarischen Auftrag der Kirche verpflichtet sind.<br /><br /> <br /><br /><br /><br /><br /><br/><strong>Link correlati</strong> :<a href="https://www.fides.org/it/attachments/view/file/locandina.jpg">LOCANDINA</a>Fri, 11 Sep 2026 12:03:23 +0200ASIEN/NEPAL - Pater Bogati: „Humanitäre Hilfe und Trost für die Vertriebenen“https://www.fides.org/de/news/78151-ASIEN_NEPAL_Pater_Bogati_Humanitaere_Hilfe_und_Trost_fuer_die_Vertriebenenhttps://www.fides.org/de/news/78151-ASIEN_NEPAL_Pater_Bogati_Humanitaere_Hilfe_und_Trost_fuer_die_VertriebenenKathmandu – „Ich habe gerade eines der am stärksten betroffenen Gebiete besucht, in dem viele Menschen von den Fluten mitgerissen wurden; darunter befand sich auch eine Schule mit 300 Schülern. Wir stehen noch immer unter Schock, und die Menschen sind traumatisiert. Aber wir sind ihnen im Gebet und in Solidarität nahe“, so Pater Silas Bogati, Verwalter des Apostolischen Vikariats von Nepal, gegenüber der Fides-Agentur nach seiner Rückkehr von einem humanitären Einsatz. „Caritas Nepal hat an verschiedenen Orten Hilfsgüter verteilt und betreibt Zentren für Vertriebene, wobei ein besonderes Augenmerk auf schutzlos zurückgebliebene Kinder gelegt wird; dort werden alle minderjährigen Opfer der Überschwemmungen aufgenommen“, berichtet er. Pater Silas Bogati fasst zusammen: „Wir reagieren auf die Notsituation und sind konkret an der Seite derer präsent, die leiden und in Not sind. Neben der materiellen Hilfe ist es unsere Aufgabe, Trost zu spenden.“<br /><br />Zusammen mit der Geschäftsführerin von Caritas Nepal, Schwester Cecilia Durga Shrestha, besuchte Pater Bogati die von den Überschwemmungen betroffenen Gebiete in Trisuli , um sich ein Bild von den Schäden zu machen und die Lage der betroffenen Familien zu verstehen.<br /><br />Im Laufe des Aufenthalts besuchten die beiden auch die Notunterkünfte, in denen derzeit die obdachlos gewordenen Familien untergebracht sind. Caritas Nepal unterstützt derzeit drei Notunterkünfte und acht „kinderfreundliche Räumlichkeiten” in Nuwakot und bietet dort Kindern und Familien lebensnotwendige Hilfe, Aufnahme und Schutz.<br /><br />Pater Bogati und Schwester Durga Shrestha trafen sich zudem mit dem Einsatzpersonal, den Betreuern und den Freiwilligen der Caritas sowie den lokalen Partnerorganisationen, um gemeinsam die Lage zu bewerten und die Herausforderungen und die damit verbundenen notwendigen Maßnahmen in den Hilfszentren zu erfassen. Der Leitgedanke – so betonen die in der humanitären Hilfe engagierten Personen – ist es, „den betroffenen Familien und Kindern zur Seite zu stehen und ihnen Unterstützung, Fürsorge und Würde zu bieten“.<br /><br /> <br /><br /><br />Thu, 10 Sep 2026 18:04:31 +0200Brief des Dikasteriums für die Evangelisierung an Kardinal Tagle „anlässlich des Todes seines geliebten Vaters“https://www.fides.org/de/news/78152-Brief_des_Dikasteriums_fuer_die_Evangelisierung_an_Kardinal_Tagle_anlaesslich_des_Todes_seines_geliebten_Vatershttps://www.fides.org/de/news/78152-Brief_des_Dikasteriums_fuer_die_Evangelisierung_an_Kardinal_Tagle_anlaesslich_des_Todes_seines_geliebten_VatersWir veröffentlichen das Beileidsschreiben, das das Dikasterium für Evangelisierung an Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt desselben Dikasteriums, und an seine Angehörigen gerichtet hat, nach dem Tod seines geliebten Vaters Manuel „Tatay Maning“ Tagle.<br /><br />Auch die Missionsagentur Fides schließt sich gemeinsam mit der gesamten Arbeitsgemeinschaft des Dikasteriums für die Evangelisierung der Trauer von Kardinal Tagle um den Tod des geliebten „Tatay Maning“ an.<br /><br />§§§<br /><br /><br />Vatikanstadt, 7. September 2026<br /><br />Eminenz,<br /><br />Anlässlich des Todes Ihres geliebten Vaters, Herrn Manuel „Tatay Maning“ Tagle, möchten wir Ihrer Eminenz und Ihrer Familie unser tiefstes Beileid aussprechen und Ihnen versichern, dass wir alle vom Dikasterium für die Evangelisierung Sie in unseren Gebeten in liebevoller Erinnerung behalten.<br /><br />Die Bande, die uns im gemeinsamen Dienst an der Kirche zusammenhalten, sind im Laufe der Jahre zu einer wahrhaft familiären Verbundenheit geworden. In diesem Sinne teilen wir Ihren Schmerz und schließen uns Ihnen, Nanay Mila, Kuya Nonoy und all Ihren Angehörigen an, um Tatay Maning vertrauensvoll der unendlichen Barmherzigkeit Gottes anzuvertrauen.<br /><br />Einige von uns hatten das Privileg, Tatay Maning persönlich kennenzulernen, insbesondere während seines Besuchs in Rom zusammen mit Nanay Mila und Kuya Nonoy, als sie auch das Dikasterium besuchten. Wir erinnern uns liebevoll an seine Herzlichkeit, seine Bescheidenheit und seine freundliche Art. Diejenigen, die diese Ehre nicht hatten, haben dennoch durch Eure Eminenz etwas von dem Menschen erfahren, der er war: im Glauben, in der Güte, in der Geduld und in der väterlichen Fürsorge, die Ihr in den Dienst der Kirche stellt und die Ihr so großzügig auf uns übertragen habt. In diesen Eigenschaften erkennen wir etwas von dem Zuhause und der Familie der ersten Fürsorge. Mit besonderer Zuneigung erinnern wir uns an die kürzlich begangene Feier ihres siebzigjährigen Ehejubiläums, ein außergewöhnliches Zeugnis der Treue, der Hingabe und eines ganzen, in Liebe geteilten Lebens.<br /><br />In der Trauer über diesen Abschied finden wir Trost in den Worten des Herrn: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ . Gestützt auf diesen Glauben vertrauen wir Tatay Maning den barmherzigen Händen des Vaters an und bekennen mit der Kirche, dass für diejenigen, die an Christus glauben, das Leben nicht genommen, sondern verwandelt wird.<br /><br />Während Ihr Vater seinen irdischen Lebensweg vollendet und in die Fülle des ewigen Lebens eintritt, bekundet die Familie des Dikasteriums ihre Nähe und brüderliche Verbundenheit, indem sie den Untersekretär entsendet, um Ihnen persönlich beizustehen. Wir versichern Ihrer Eminenz, Nanay Mila, Kuya Nonoy und der gesamten Familie, dass wir sie in diesen schweren Tagen in unseren Gebeten besonders in Erinnerung behalten.<br />Wir beten besonders für die ewige Ruhe von Tatay Maning, im Vertrauen darauf, dass der Herr, den er sein ganzes langes Leben lang geliebt und dem er gedient hat, ihn in den Frieden und die Freude seines Reiches aufnehmen möge. Möge derselbe Herr Eurer Eminenz und Ihrer Familie nahe bleiben, Sie in Ihrer Trauer stützen und Ihnen den Trost und die Kraft schenken, die aus der christlichen Hoffnung erwachsen.<br />Mit Gefühlen tiefer Hochachtung, Zuneigung und Verbundenheit im Gebet,<br /><br />✠ Fortunatus NWACHUKWU — Sekretär<br /><br />✠ Samuele SANGALLI — Adjunkt-Sekretär<br /><br />Msgr. Erwin BALAGAPO — Untersekretär<br /><br />P. Tadeusz NOWAK, OMI — Generalsekretär des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung<br /><br />Thu, 10 Sep 2026 17:53:17 +0200„Das ewige Leben bedeutet, an der Seite Jesu zu bleiben“: Kardinal Tagle hält die Trauerfeier für seinen Vater in Imushttps://www.fides.org/de/news/78154-Das_ewige_Leben_bedeutet_an_der_Seite_Jesu_zu_bleiben_Kardinal_Tagle_haelt_die_Trauerfeier_fuer_seinen_Vater_in_Imushttps://www.fides.org/de/news/78154-Das_ewige_Leben_bedeutet_an_der_Seite_Jesu_zu_bleiben_Kardinal_Tagle_haelt_die_Trauerfeier_fuer_seinen_Vater_in_ImusImus – Heute Vormittag um zehn Uhr läuteten die Glocken der Kathedrale von Imus zur Beerdigung und besonders für eine trauernde Familie. In der ersten Diözese, die Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle als Bischof anvertraut wurde, fand die Beerdigung seines Vaters Manuel Topacio Tagle Sr. statt. Für alle einfach „Tatay Maning“.<br /><br />Es war sein Sohn, Kardinal Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, der die Messe zelebrierte und auch die Predigt hielt.<br /> <br />Um ihn versammelt waren zahlreiche Bischöfe, zwei Kardinäle, der Apostolische Nuntius der Philippinen, Erzbischof Charles Brown sowie hunderte Priester und Ordensleute. Ebenfalls nahmen zahlreiche Menschen, die aus Imus, aus Manila und aus allen Ecken des Archipels angereist waren, Teil. Ein ganzes Volk, das dem Kardinal und seiner Familie seine Verbundenheit bekundete.<br /><br />In seiner Predigt erinnerte Kardinal Tagle daran, wie die Eucharistie die Gläubigen in einer einzigen Gemeinschaft vereint und offenbart, wie Gott die Menschen gegenseitig zu einem Geschenk füreinander machen kann.<br /><br />Der Kardinal räumte ein, dass die Erfahrung des Todes geliebter Menschen von Einsamkeit und Leid geprägt ist. Er betonte jedoch, dass gerade unter solchen Umständen besonders deutlich wird, dass das menschliche Herz auf Nähe, Gemeinschaft und Verbundenheit ausgerichtet ist: ein Wunsch, den sein Vater auch in Zeiten der Krankheit und des Krankenhausaufenthalts mit besonderer Intensität zum Ausdruck gebracht hatte.<br /><br />Der Kardinal griff dann das Evangelium von der Kreuzigung wieder auf und das Versprechen, das dem guten Schächer gegeben wurde: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Eine Antwort, so sagte er, auf die älteste Angst des Menschen: die Angst des Verlassenseins.<br /><br />Das ewige Leben – so erinnerte der Kardinal – bedeutet, an der Seite Jesu zu bleiben. Es bedeutet, für immer in der liebevollen Erinnerung Gottes bewahrt zu sein. <br />Die Menschen vergessen manchmal, aber Gott vergisst niemals, wen er liebt. Und dies – so berichtete der Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung – sei auch im Leben seines Vaters deutlich geworden, das von Leid, Hilfsbereitschaft und Liebe geprägt war.<br /> <br />Tatay Maning war noch ein Junge, als ein Bombenangriff während des Krieges seinen Vater tötete. Einige Splitter blieben für immer in seinem Körper zurück. Aus dieser Wunde, so der Kardinal, ergebe sich ein Appell: den Krieg abzulehnen, eine Welt ohne Witwen und ohne Verwundete aufzubauen. Auch als Erwachsener erlebte er Gewalt. Er wurde entführt und für den Sohn eines reichen Mannes gehalten. Und doch sprach er, wenn er davon erzählte, ohne Groll. Der Kardinal wollte auch diese Wunde als Aufruf verstehen: gegen Entführungen, gegen jede Ausbeutung der Kleinsten, für Gemeinschaften, in denen niemand zurückbleibt.<br /><br />Der Glaube von Tatay Maning spiegelte sich in kleinen, beständigen Gesten wider. Als außerordentlicher Kommunionhelfer brachte er den Kranken und Sterbenden die Kommunion. Er besuchte regelmäßig Familien, ohne jemals aufzugeben. Er half diskret denen, die in Not waren, und unterstützte anonym einige Studenten während ihres Studiums. Viele erfuhren davon erst nach seinem Tod. Er war, so sagte der Kardinal, ein Mann, der dankbar war für die Hilfe, die er selbst erhalten hatte. In der Familie begleitete Tatay seine bereits erwachsenen Kinder zum Flughafen und erwartete sie bei ihrer Rückkehr – immer persönlich.<br /> <br />Alltägliche Gesten, die seine Hingabe zum Ausdruck brachten, denjenigen nahe zu sein, die er liebte, bei jeder Abreise und bei jeder Rückkehr – eine Zuwendung, die heute in dem Bruder des Kardinals, Manuel „Nonoy“ Tagle Jr., fortlebt.<br />Schließlich erinnerte der Kardinal an die Gelassenheit in den letzten Augenblicken seines Vaters: Obwohl er sich in Rom befand, war es ihm gelungen, per Videoanruf mit ihm zu sprechen, mit ihm zu beten und ihn zu segnen. Mit der Gewissheit, dass die Familie sich um seine Frau kümmern würde, konnte Tatay in Frieden gehen. Ein Tod, den die Predigt als Übergang zur Verheißung des Paradieses verstanden wissen wollte: In Christus, so schloss der Kardinal, bleibt niemand allein, denn alle sind im Gedächtnis Gottes bewahrt und in die ewige Gemeinschaft aufgenommen.<br /><br />Nach der Messe wurde Tatay Maning zum Familiengrab gebracht. Ein Moment, der den engsten Angehörigen vorbehalten war. Es folgte ein Mittagessen, das allen offenstand – einfach und familiär. In dieser Atmosphäre war die große Zuneigung der Menschen zum Kardinal und zu seinen Angehörigen spürbar. Anwesend waren die Mutter des Kardinals, Frau Mila Tagle, „Nanay“, 96 Jahre alt, sein Bruder Manuel „Nonoy“ Tagle Jr. sowie zahlreiche Verwandte, von denen einige sogar aus dem Ausland angereist waren. Der Tag endete mit einem innigen Moment, der der Familie vorbehalten war. <br /><br /> <br />Thu, 10 Sep 2026 17:34:46 +0200Leo XIV. wendet sich an die neuen Bischöfe: Bleibt an der Seite Jesu, des „Guten Hirten“, um euch ein missionarisches Herz zu bewahrenhttps://www.fides.org/de/news/78153-Leo_XIV_wendet_sich_an_die_neuen_Bischoefe_Bleibt_an_der_Seite_Jesu_des_Guten_Hirten_um_euch_ein_missionarisches_Herz_zu_bewahrenhttps://www.fides.org/de/news/78153-Leo_XIV_wendet_sich_an_die_neuen_Bischoefe_Bleibt_an_der_Seite_Jesu_des_Guten_Hirten_um_euch_ein_missionarisches_Herz_zu_bewahrenVatikanstadt – Ein Herz, das „ganz dem Vater zugewandt und gerade deshalb ganz den Brüdern hingegeben ist“: Das ist das zentrale Bild, das Papst Leo XIV. gewählt hat, um den Charakter eines Bischofs zu beschreiben, als er am 10. September die Teilnehmer der vom Dikasterium für die Bischöfe, für die Ostkirchen und für die Evangelisierung organisierten Ausbildungskurse für neue Bischöfe zur Audienz empfing.<br /><br />Aus fünf Kontinenten waren insgesamt 147 Bischöfe zu den Kursen nach Rom gekommen, die heute in der Petersbasilika mit einer Messe und der Verehrung der Reliquien des Apostels Petrus zu Ende gingen.<br /><br />Bevor er seine Ansprache begann, bat der Papst darum, für die ewige Ruhe des Vaters des Pro-Präfekten des Dikasteriums für die Evangelisierung, Kardinal Luis Antonio G. Tagle, zu beten, und leitete das gemeinsame Beten eines „Ave Maria“ zum Trost für die Familie.<br /><br />Der Papst versicherte den neuen Bischöfen und mit ihnen ihren Kirchen die Aufnahme in seine Gebete und erklärte: „Jeder darf einen Platz im Herzen eines Bischofs finden, denn jeder hat bereits einen Platz im Herzen Christi.“ Ausgehend davon entwickelte der Nachfolger Petri seine Betrachtung für die neuen Nachfolger der Apostel.<br /> <br />Das Wichtigste, so der Papst, sei es, bei Jesus zu bleiben. „Unter den vielen Aufgaben, zu denen ihr als Bischöfe berufen seid, ist dies die wichtigste. Wir sind Bischöfe, aber wir sind vor allem Jünger“, betonte er. „Er setzte zwölf ein“, so das Evangelium nach Markus, „die er Apostel nannte, damit sie bei ihm blieben und er sie aussenden konnte, zu predigen“, fuhr der Bischof von Rom fort. „Das ist der Auftrag des Evangeliums: bei ihm zu bleiben und von ihm ausgesandt zu werden“, erklärte er und lud dazu ein, die Zeit zu bewahren, die der Eucharistie, dem Wort Gottes und dem stillen Gebet gewidmet sein soll.<br /><br />Der Papst verwies dann auf einen zweiten Aspekt, den er als das charakteristischste Merkmal des Bischofsamtes darstellte: „das Herz Jesu, des guten Hirten, zu haben – ein Herz, das ganz dem Vater zugewandt und gerade deshalb ganz den Brüdern hingegeben ist.“ Unter Berufung auf das Johannesevangelium: „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe“, ermahnte der Papst die Bischöfe mit deutlichen Worten: „Liebt die Menschen, die der Herr euch anvertraut hat. Lernt ihre Namen kennen, hört euch ihre Geschichten an, geht, wann immer ihr könnt, in ihre Häuser, betet mit ihnen.“ Besonders in den jungen Kirchen, so bemerkte er, „sagt die Anwesenheit des Bischofs sehr viel aus, noch bevor er das Wort ergreift“: Ein Besuch, ein Segen, das Zuhören bei einer Familie und andere kleine Gesten „können einem Menschen ein Leben lang im Herzen bleiben“.<br /><br />Diese Betonung des pastoralen Herzens durch Leo XIV. erinnert stark an ein Thema, das seinem Vorgänger am Herzen lag: Am 24. Oktober 2024 hatte Papst Franziskus die gesamte Enzyklika „Dilexit nos“ der menschlichen und göttlichen Liebe des Herzens Christi gewidmet und sie als Schlüssel zum Verständnis des Lebens der Kirche und des Dienstes ihrer Hirten dargestellt.<br /><br />Der Papst verwies anschließend auf das, was die Tradition als „sollicitudo pastoralis“ bezeichnet, jene Seelsorge, die der heilige Paulus im Zweiten Brief an die Korinther als seine „tägliche Sorge“ bezeichnete – ein charakteristisches Merkmal der „bischöflichen Vaterschaft“, durch das die anvertraute Kirche „immer mehr Teil eures Lebens, fast Teil von euch selbst“ wird. Unter Bezugnahme auf eine Predigt von Papst Franziskus vom 18. Mai 2020 erinnerte Leo XIV. daran, dass „die Nähe eines der Merkmale Gottes gegenüber seinem Volk ist“, und fügte eine Passage hinzu, die Papst Franziskus selbst am 12. September 2019 vor den Bischöfen des Ausbildungskurses ausgesprochen hatte: „Wir existieren, um diese Nähe spürbar zu machen.“ Daraus ergab sich der Aufruf, die Priester zu lieben, insbesondere die älteren und kranken unter ihnen: „Gebt ihnen das Gefühl, dass sie wertvoll sind, dass die Kirche ihnen dankbar ist und dass der Bischof sie nicht vergisst.“<br /><br />In Anlehnung an den heiligen Augustinus, der seinen Dienst als „amoris officium“ , als Amt der Liebe, bezeichnete, verband Leo XIV. diese pastorale Nächstenliebe mit den Fragen der Gegenwart. Er zitierte seine Enzyklika „Magnifica humanitas“, in der er erklärte, er habe „vor allem den Hirten der Kirchen eine Vision und eine Methode anbieten wollen, um die große Herausforderung des Schutzes des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz anzugehen“, und forderte die Bischöfe auf, in den Diözesen „Wege der Reflexion und des Dialogs“ im Dienst einer „Zivilisation der Liebe“ zu fördern.<br /><br />Die zahlreichen Bischöfe aus jungen Kirchen und Missionsgebieten forderte der Papst auf, „ein missionarisches Herz“ zu bewahren, das fähig ist, sich „nicht nur denen zu öffnen, die unsere Pfarreien besuchen, sondern auch den Christen anderer Konfessionen, den Gläubigen anderer Religionen, den Menschen, die keinen Glauben bekennen, sowie allen Männern und Frauen guten Willens“. Unter erneuter Berufung auf den heiligen Augustinus – „Vobis enim sum episcopus, vobiscum sum christianus“, „für euch […] bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ“ – forderte Leo XIV. die neuen Bischöfe auf, mit ihrem Volk zu gehen, zu beten, das Wort Gottes zu hören und gemeinsam mit den Gläubigen die Eucharistie zu feiern.<br /><br />Zum Abschluss der Begegnung versicherte der Papst den Bischöfen, die sich auf den Weg in ihre jeweiligen Diözesen machten, die Treue des Herrn, der sie berufen hat und ihnen auf ihrem Weg vorangehen wird, und vertraute sie zusammen mit ihren Völkern der Obhut Mariens, der Mutter der Kirche, an.<br /><br /> Thu, 10 Sep 2026 17:17:14 +0200Hundert Jahre später. Die lange Reise der ersten chinesischen Bischöfe, um die Bischofsweihe durch den Nachfolger Petri zu empfangenhttps://www.fides.org/de/news/78150-Hundert_Jahre_spaeter_Die_lange_Reise_der_ersten_chinesischen_Bischoefe_um_die_Bischofsweihe_durch_den_Nachfolger_Petri_zu_empfangenhttps://www.fides.org/de/news/78150-Hundert_Jahre_spaeter_Die_lange_Reise_der_ersten_chinesischen_Bischoefe_um_die_Bischofsweihe_durch_den_Nachfolger_Petri_zu_empfangenvon Peter Zhao Jianmin*<br /><br />Shanghai – Genau heute vor einhundert Jahren, am 10. September 1926, kündigte in Shanghais Hafen das lange Dröhnen des Schiffhorns die Abfahrt jenes Bootes an, an Bord dessen sich sechs chinesische Apostolische Vikare befanden. Sie wurden von Erzbischof Celso Costantini begleitet, dem ersten Apostolischen Delegaten in China. Costantini hatte zwei Jahre zuvor im Auftrag von Papst Pius XI. das „Primum Concilium Sinense“, das Konzil der Kirche in China, vorbereitet und geleitet, das 1924 ebenfalls in Shanghai stattgefunden hatte. Der Apostolische Delegat begleitete die sechs Apostolischen Vikare auf ihrer Reise nach Rom, wo sie erwartet wurden, um vom Papst die Bischofsweihe zu empfangen.<br /><br />Diese Weihezeremonie, die am 28. Oktober 1926 im Petersdom gefeiert wurde, erregte weltweit Aufmerksamkeit und Interesse. Im Anschluss brachen die chinesischen Bischöfe von Rom zu einer Reise durch vier europäische Länder auf und wurden überall mit großer Begeisterung empfangen. Im belgischen Löwen begrüßte die Menge sie mit dem Ruf: „Vive la Chine!“ .<br /><br />Diese Reise weckte nicht nur in der katholischen Gemeinschaft Chinas, sondern auch in der chinesischen Nation für Würde und Stolz. Es handelte sich um eine Nation, die sich erst vierzehn Jahre zuvor aus halbfeudalen und halbkolonialen Strukturen befreit hatte.<br /><br />Dieses Kapitel der Geschichte ist es wert, mit neuer Leidenschaft erforscht und studiert zu werden. Deshalb erscheint es lohnend und zugleich eindrucksvoll, diese lange Reise mit ihren zahlreichen interessanten und anschaulichen Einzelheiten nachzuzeichnen.<br /><br />Der folgende ausführliche Reisebericht bzw. -tagebuch wurde vor allem auf Grundlage der Erinnerungen von Kardinal Celso Costantini sowie des Werkes „Erinnerungen an zwei Jahre“ von Venantius Zhao Huaixin erstellt. Dieser war der fünfte Bruder des Bischofs Filippo Zhao Huaiyi. Als Priester hatte er das Priesterseminar von Peking absolviert und dort höhere Lateinkurse gegeben. Er begleitete seinen Bruder Filippo Zhao gemeinsam mit den anderen chinesischen Apostolischen Vikaren nach Rom. Während der Reise zu ihrer Bischofsweihe war er als Sekretär tätig. Später arbeitete er im Büro des Apostolischen Delegaten im Bereich des Erziehungswesens. Im Jahr 1927 wurde er Sekretär des Bischofs und übernahm im selben Jahr zusätzlich das Amt des Rektors des Kleinen Seminars von Xuanhua. Er wurde 1932 Professor am Großen Seminar und 1937 zudem zum Vikar von Xuanhua ernannt. Später,1948, trat er in den Konsultorenrat der Diözese Xuanhua ein und starb ein Jahr später im Juli 1949.<br /><br />Die Seereise nach Europa<br /><br />Am 10. September 1926 liefen die sechs Apostolischen Vikare aus Shanghai aus. „Wir gingen in Shanghai an Bord eines amerikanischen Schiffes; um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, nahmen wir weder ein französisches noch ein italienisches Schiff. Eine große Schar von Gläubigen kam, um uns zu verabschieden, und die Ergriffenheit war allen Gesichtern deutlich abzulesen.“ <br />Am 13. September kamen sie in Hongkong an. Kirchliche Würdenträger und Gläubige empfingen sie im Hafen. Sie besuchten die „Nazareth-Druckerei“ und das Sanatorium Béthanie. Am 14. September setzten sie ihre Schiffsreise fort.<br /><br />Sie erreichten Manila am 16. September. Von sämtlichen Kontroll- und Zollformalitäten wurden sie befreit. Sie wurden vom Apostolischen Delegaten auf den Philippinen, von Ordensleuten und zahlreichen Gläubigen empfangen. Das Kloster und die Kirche der Dominikaner sowie die Universität Santo Tomás gehrten zu ihren Stationen. An der Begrüßungszeremonie nahmen der Erzbischof von Manila und der chinesische Konsul auf den Philippinen teil. Außerdem besuchten sie die Kirche des heiligen Franziskus und die jene des heiligen Ignatius. An der von der Vereinigung der Katholischen Jugend veranstalteten Begrüßungsfeier nahmen der Erzbischof von Manila, der Apostolische Delegat und der chinesische Konsul auf den Philippinen teil. Am 17. September brachen sie wieder auf.<br /><br />Am 21. September kamen sie in Singapur an. Priester und Gläubige empfingen sie im Hafen und begleiteten sie zur Kirche des Bischofssitzes. Sie besuchten eine bei den Chinesen beliebte Kirche, das Museum sowie die St.-Josef-Kirche der Kongregation des heiligen Paulus. Die Gläubigen bereiteten ihnen einen herzlichen Empfang und sammelten Spenden zu ihren Gunsten. Am 22. September setzten sie ihre Schiffsreise fort.<br /><br />Penang <br /><br />Am 24. September kamen sie in Malakka an. Der Ortsbischof und die Priester empfingen sie im Hafen. Sie besuchten die Kirche und das Große Seminar. Am 25. September führten ihre Reise fort.<br />Am 29. September erreichten sie Colombo in Sri Lanka und begaben sich zum Bischofssitz, wobei sie noch am Abend weiterreisten. <br />Am 4. Oktober passierten sie die Insel Sokotra.<br />Am 7. Oktober liefen sie in das Rote Meer ein. Am 11. Oktober fuhr das Schiff in den Suezkanal ein und erreichte am 12. Oktober dessen nördliche Einfahrt.<br />Am 13. Oktober gingen sie in Alexandria in Ägypten an Land. Sie besuchten die Kirche der heiligen Katharina und setzten am Abend ihre Seereise fort.<br />Am 16. Oktober legte das Schiff im Hafen von Neapel an. Dort wurden sie von Vertretern der Heiligen Kongregation für die Verbreitung des Glaubens und von etwa fünfzig weiteren Personen empfangen. <br /><br />Bischofsweihe und Reise durch Europa<br /><br />Am 17. Oktober reisten die sechs Apostolischen Vikare und ihre Begleiter mit dem Zug von Neapel ab. Die italienische Regierung gewährte ihnen eine Befreiung von der Gepäckkontrolle und reservierte ihnen als Zeichen des Willkommens kostenlos drei Abteile erster Klasse. Außerdem beauftragte sie Personal damit, sie während der Reise zu begleiten und zu unterstützen.<br />Bei ihrer Ankunft mit dem Zug in Rom wurden sie auf dem Bahnsteig von Vertretern der Heiligen Kongregation für die Verbreitung des Glaubens, dem Kardinalvikar von Rom, chinesischen Studenten und weiteren Anwesenden empfangen. Der eigens für den König von Italien reservierte Durchgang wurde für sie geöffnet.<br /><br />„Am Tag nach unserer Ankunft in Rom sollte der Papst uns empfangen. Ich sagte, dass wir noch keine römischen Gewänder hätten; der Papst antwortete: ‚Auch die chinesische Kleidung ist gut.‘“ . Pius XI. umarmte jeden der sechs künftigen Bischöfe herzlich.<br />Am 28. Oktober, dem Fest der heiligen Apostel Simon und Judas Thaddäus, fand im Petersdom die feierliche Bischofsweihe statt.<br />Am 29. Oktober besuchten die neugeweihten Bischöfe die Domitilla-Katakomben.<br /><br />Am 30. Oktober stellte der Präfekt der Kongregation für die Verbreitung des Glaubens ihnen ein Auto zur Verfügung, mit dem sie Castel Gandolfo, die Sommerresidenz des Papstes, besuchten. Anschließend besichtigten sie zahlreiche religiöse und kulturelle Orte und Einrichtungen Roms, darunter: das Haus der Kongregation der Missionare vom heiligen Vinzenz von Paul; das Kolosseum; die Lateranbasilika; die Basilika Santa Croce in Gerusalemme; die Kirche Santa Maria della Consolazione, wo ein Treffen stattfand; die Sixtinische Kapelle; die Päpstliche Universität Gregoriana, wo eine Begrüßungsfeier veranstaltet wurde; das Römische Priesterseminar, wo sie von sechs Kardinälen, etwa vierzig Bischöfen, zahlreichen Priestern und vielen weiteren Personen empfangen wurden; das Grab des heiligen Petrus; ein Trappistenkloster; ein Franziskanerkloster; die Basilika San Lorenzo fuori le Mura sowie die Basilika Santa Cecilia in Trastevere.<br /><br />Am 10. November sagte Pius XI. bei einer erneuten Audienz zu ihnen: „Ich wünsche, dass ihr häufiger nach Rom kommen könnt. Heute sind die Verkehrsmittel noch ausbaufähig, und deshalb benötigt man viel Zeit; in Zukunft wird sich das Verkehrswesen sicherlich verbessern, und wenn man mit dem Flugzeug reist, wird man in wenigen Tagen von China nach Rom und zurück gelangen können.“ .<br /><br />Anschließend besuchten die chinesischen Bischöfe auch die Kirche Trinità dei Monti, die Päpstliche Universität Urbaniana der Kongregation für die Verbreitung des Glaubens, die Dominikanerkirche, die Jesuitenkirche und den Sitz der Kolumbusritter.<br />Am 15. November, als sie ihre Reise durch Italien und weitere europäische Länder begannen, verließen die chinesischen Bischöfe den Bahnhof von Foligno. Der Ortsbischof, Priester, chinesische Studenten und Gläubige begleiteten sie zum Bahnhof, um Abschied zu nehmen. Auch auf diesem Abschnitt ihrer Reis beauftragte sorgte die italienische Regierung für Geleit und Schutz. Anschließend besuchten sie Assisi ; Loreto ; Padua ; sowie Udine, die mit dem seligen Odorich von Pordenone verbundene Stadt und Heimatstadt von Celso Costantini.<br /><br />Am 30. November kamen sie in Mailand an, wo sie am Bahnhof von zahlreichen Priestern und Gläubigen willkommen geheißen wurden. Sie statteten dem Haus des Päpstlichen Instituts für die auswärtigen Missionen , der erzbischöflichen Kurie, der Basilika Sant’Ambrogio und dem Dom, der Santa Maria Nascente geweiht ist, einen Besuch ab.<br /><br />Am 6. Dezember kamen sie nach Turin, wo sie die Kirche der erzbischöflichen Kurie besuchten. Danach begann ihre Reise durch Frankreich.<br />Am 8. Dezember trafen die neuen chinesischen Bischöfe in Lyon ein. Dort suchten sie den Bischofssitz und die mit dem heiligen Pfarrer von Ars, Jean-Marie Vianney, verbundenen Orte auf.<br /><br />Am 9. Dezember erreichten sie Paris. Während ihres Aufenthalts nahmen sie an einem Empfang des Kardinal-Erzbischofs teil und besuchten die Missionskongregation , die Kongregation der Barmherzigen Schwestern sowie die Basilika Sacré-Cœur. Der chinesische Botschafter in Frankreich gab zu ihren Ehren ein Bankett in der Botschaft. Außerdem besuchten sie die Vereinigung der Studenten des Fernen Ostens in Paris und die Kathedrale Notre-Dame de Paris. Darüber hinaus nahmen sie an einem von der Vereinigung für Missionsfreundschaft veranstalteten Empfang mit mehr als zweihundert Personen teil.<br />Anschließend gelangten sie nach Paray-le-Monial, wo sie die berühmte Herz-Jesu-Basilika besuchten; danach reisten sie weiter nach Lisieux, wo sie die Basilika Sainte-Thérèse besuchten.<br /><br />Auf dem Weg nach Belgien erreichten sie am 20. Dezember Brüssel. Am Bahnhof wurden sie erneut von Priestern und Gläubigen herzlich empfangen. Anschließend begaben sie sich in die Residenz des chinesischen Botschafters in Belgien, besuchten das Kolleg St. Louis sowie die Kurie und die Kirche der Erzdiözese Mecheln und wurden von der Königin der Belgier empfangen. Danach besichtigten sie die Kathedrale von Brüssel.<br />Bei ihrer Ankunft am Bahnhof von Löwen wurden sie von Universitätsprofessoren, Priestern und Gläubigen empfangen. Den Weg säumten zweigeteilte französisch-chinesische Flaggen sowie die Flaggen die Fünf-Farben-Flagge Chinas. Die Vereinigung der Chinesischen Katholischen Jugend in Belgien und zahlreiche Angehörige der chinesischen Gemeinschaft begrüßten sie mit dem Ruf: „Es lebe China!“ .<br />Anschließend nahmen sie an einem von der American College veranstalteten Begrüßungsessen teil, in dessen Räumlichkeiten sie auch untergebracht waren. Dieses bot die beste Verpflegung und Unterkunft unter den Kollegien der Katholischen Universität Löwen.<br />Während ihres Aufenthalts nahmen sie außerdem an einem von chinesischen Studenten veranstalteten Empfang teil, bei dem Bischof Filippo Zhao Huaiyi eine Ansprache auf Französisch hielt. Sie besuchten die Kirche St. Michael, die Jesuitenkirche und das Franziskanerkloster. Außerdem nahmen sie am Empfang des Rektors der Katholischen Universität Löwen, am Empfang der chinesischen Studenten von Löwen sowie an einem Treffen in der Mädchenschule Sacré-Cœur teil. Darüber hinaus besuchten sie ein Benediktinerkloster.<br />In Mecheln besuchten sie die Eltern von Pater Vincent Lebbe und die Kongregation der Scheut-Missionare .<br />Am 27. Dezember erreichten sie die Niederlande. Während der Zugfahrt mussten sie in Breda umsteigen, wo sie am Bahnhof vom örtlichen Vikar und weiteren kirchlichen Würdenträgern begleitet wurden.<br />In Utrecht wurden sie anlässlich eines weiteren Zugwechsels vom Bischofsvikar empfangen, der sie zum Bischofssitz begleitete, wo sie zum Mittagessen eingeladen waren.<br />Anschließend setzten sie ihre Reise mit dem Zug nach Amsterdam fort. Bei ihrer Ankunft am Bahnhof trafen sie auf zahlreiche, die begrüßende Menschen. Ihre Automobile zierten zweifarbige und Fünf-Farben-Flaggen.<br />Während des Begrüßungsessens besuchten sie das Päpstliche Werk des heiligen Apostels Petrus sowie vier bedeutende Kirchen. Außerdem besichtigten sie die Städte Haarlem, Rotterdam, Breda und Nimwegen.<br />Am 1. Januar 1927 kehrten sie nach Belgien zurück und begaben sich nach Ans, wo sie die Handelsschule der Jesuiten und die Basilika Unserer Lieben Frau besuchten. Während der Begrüßungszeremonie hielt auch der chinesische Konsul in Ans eine Ansprache.<br />Anschließend reisten sie nach Lüttich weiter, wo sie die Kongregation von der Mission des heiligen Vinzenz von Paul und die dazugehörige Kirche besuchten.<br /><br />Danach erreichten sie Namur. Am Bahnhof wurden sie von einer großen Menschenmenge empfangen; entlang des Weges waren die Fahnen verschiedener Vereinigungen und Organisationen aufgestellt. Am Bischofssitz und in der Kathedrale fand eine Begrüßungszeremonie statt, bei der Bischof Filippo Zhao Huaiyi auf Französisch eine Dankesrede hielt.<br />Die Grenze zwischen Belgien und Frankreich erreichten sie per Zug am 6. Januar. Die chinesischen Bischöfe wurden von den Zoll- und Grenzkontrollen befreit. Am Bahnhof wurden sie von Priestern der Pariser Missionen für das Ausland empfangen.<br />Sie nahmen in der französischen Nuntiatur zusammen mit zwei Kardinälen, zwei Weihbischöfen und weiteren Bischöfen ein Mittagessen ein – insgesamt waren es mehr als zwanzig Personen.<br />Am 9. Januar verließen sie Paris und wurden von einer großen Menschenmenge zum Bahnhof begleitet.<br />Anschließend besuchten sie Bordeaux und Dax, wo sie am Bahnhof von zahlreichen Menschen und Lazaristen begrüßt wurden. Danach begaben sie sich in die Geburtsstadt des heiligen Vinzenz von Paul, bevor sie nach Lourdes weiterreisten.<br />Am 12. Januar kamen sie in Marseille an, wo sie am Bahnhof von zahlreichen Priestern verschiedener Orden und Ordensgemeinschaften empfangen wurden. Sie besuchten den Bischofssitz und die Kirche Notre-Dame de la Garde.<br /><br />Die Rückreise nach China auf dem Seeweg<br /><br />Am 14. Januar liefen die chinesischen Bischöfe von Marseille aus. Sie hatten Fahrkarten zweiter Klasse gekauft, doch die Schifffahrtsgesellschaft stufte sie aus Höflichkeit kostenlos in die erste Klasse um.<br /><br />Am 18. Januar passierten sie die Insel Kreta.<br />Am 19. Januar erreichten sie die nördliche Einfahrt des Suezkanals.<br />Am 25. Januar passierten sie Dschibuti. <br />Am 1. Februar 1927 machten die nach China zurückkehrenden Bischöfe Station in Colombo, Sri Lanka.<br />Am 5. Februar durchquerten sie die Straße von Malakka.<br /><br />Am 7. Februar kamen sie in Singapur an. Bischöfe, Priester und Gläubige gingen an Bord, um sie zu begrüßen. Sie besuchten den Bischofssitz sowie erneut eine von der örtlichen chinesischen Gemeinschaft besuchte Kirche, nahmen an einer Begrüßungszeremonie teil und besuchten eine Knaben- und eine Mädchenschule.<br /><br />Am 10. Februar erreichten sie auf ihrer Rückreise Saigon, wo sie von Priestern der Pariser Missionen für das Ausland und weiteren Ordensleuten empfangen wurden. Sie besuchten den Bischofssitz, die Karmelitenkongregation und die Kongregation der Schwestern vom heiligen Paulus.<br /><br />Am 16. Februar kamen sie in Hongkong an. Bischöfe, Priester und Gläubige gingen an Bord, um sie zu begrüßen. Am Bischofssitz wurde zu ihren Ehren ein Empfang veranstaltet.<br /><br />Am 20. Februar gingen sie schließlich in Shanghai an Land. Im Hafen wurden sie unter dem Lärm von Knallkörpern und Feuerwerk empfangen. Anschließend begaben sie sich zum Bischofssitz und nahmen an einer feierlichen Dankmesse in der Kirche von Yangjiabang teil.<br /><br />Historischer Kontext<br /><br />Um die Bedeutung der ersten Bischofsweihen chinesischer Bischöfe zu erfassen, ist es hilfreich, auch die bewegte Geschichte zu berücksichtigen, die die Jahrzehnte vor und nach diesem bedeutenden kirchlichen Ereignis prägte.<br /><br />Am 10. Oktober 1911 war der Aufstand von Wuchang ausgebrochen, der den Auftakt zur Xinhai-Revolution bildete. Diese führte zum Sturz der kaiserlichen Dynastie und zum Ende der monarchischen Ordnung.<br /><br />Am 1. Januar 1912 übernahm Sun Yat-sen in Nanjing das Amt des provisorischen Präsidenten der Republik China.<br />Am 14. Mai 1912 bestimmte der provisorische Senat der Republik die Fünf-Farben-Flagge zur Nationalflagge. Sie bestand aus fünf horizontalen Streifen – von oben nach unten rot, gelb, blau, weiß und schwarz – und symbolisierte das Ideal der „Republik der fünf Völker“ .<br />Am 12. Dezember 1915 rief Yuan Shikai das Kaiserreich aus und nahm den Titel eines Kaisers an. Am 23. März 1916 schaffte er unter dem Druck der Umstände die Monarchie wieder ab. Es folgte eine Zeit der Unruhen und Auseinandersetzungen zwischen den sogenannten „Warlords“ sowie die politische Teilung zwischen Nord- und Südchina.<br /><br />Am 29. Dezember 1922 traf der erste Apostolische Delegat in China, Celso Costantini, in Peking ein, das damals Hauptstadt der Regierung der Republik China war.<br /><br />Vom 15. Mai bis zum 12. Juni 1924 fand in Shanghai das „Primum Concilium Sinense“ statt.<br />Vor diesem Hintergrund beginnt am 10. September 1926 die in diesem Artikel geschilderte Reise, die die sechs chinesischen Apostolischen Vikare nach Rom führte, wo sie von Papst Pius XI. die Bischofsweihe empfangen sollten.<br /><br />Am 17. Dezember 1928 verabschiedete die nationalistische Regierung von Nanjing ein Gesetz, mit dem die Flagge des Blauen Himmels, der Weißen Sonne und der Roten Erde zur Nationalflagge erklärt wurde.<br />Am 29. Dezember 1928 wurde im Rahmen des sogenannten „Nordost-Flaggenwechsels“ die Fünf-Farben-Flagge durch die Flagge des Blauen Himmels mit der Weißen Sonne ersetzt. Dieser Akt markierte die formale Wiedervereinigung Nord- und Südchinas unter der nationalistischen Regierung.<br /><br />Am 14. Mai 1934 traf der Apostolische Delegat in China, Mario Zanin, in Nanjing ein, das damals Hauptstadt der Regierung der Republik China war.<br /><br />Im Juli 1942 nahmen die Republik China und der Heilige Stuhl offizielle diplomatische Beziehungen auf.<br />1943 richtete die Regierung der Republik China eine Gesandtschaft in Rom ein; erster bevollmächtigter Minister war Xie Shoukang.<br />1946 wurde in China die ordentliche kirchliche Hierarchie errichtet. Der Heilige Stuhl etablierte in der Hauptstadt Nanjing die Apostolische Nuntiatur in China .<br /><br /><br /><br />* Priester, Direktor des Instituts für katholische Studien und Kultur in Peking.<br /><br />Thu, 10 Sep 2026 10:20:01 +0200ASIEN/MALAYSIA - Nationaler Pastoralkongress: „Gemeinsam und vereint voranschreiten, trotz aller Verschiedenheit“https://www.fides.org/de/news/78147-ASIEN_MALAYSIA_Nationaler_Pastoralkongress_Gemeinsam_und_vereint_voranschreiten_trotz_aller_Verschiedenheithttps://www.fides.org/de/news/78147-ASIEN_MALAYSIA_Nationaler_Pastoralkongress_Gemeinsam_und_vereint_voranschreiten_trotz_aller_VerschiedenheitSibu „Ich hoffe, dass die nationale Pastoralversammlung Malaysias im Jahr 2026 eine Zeit der Besinnung und der Gnade sein wird, in der wir darüber nachdenken, was es bedeutet, Kirche in Malaysia zu sein. Mein Wunsch ist es, dass sie uns vereint, unseren Glauben zu feiern und gleichzeitig den Reichtum unserer kulturellen und ethnischen Vielfalt anzunehmen“: so stellt Erzbischof Julian Leow, Oberhaupt der Erzdiözese Kuala Lumpur, die große Pastoralversammlung vor, die die katholische Gemeinschaft in Malaysia vom 9. bis 13. September in Sibu in der Region Sarawak auf der malaysischen Insel Borneo abhält. Die Tagung mit fast tausend Delegierten wird sich mit vier Hauptthemen befassen: Familie, Kirche, Gesellschaft und Ökologie, wobei sie den synodalen Ansatz im Stil von „feiern, zuhören, gemeinsam gehen“ aufgreift.<br /><br />Der ebenfalls anwesende Erzbischof Leow betont, dass die Tagung eine Gelegenheit sein wird, „auf die Freuden und Leiden, die Hoffnungen und Wünsche der anderen zu hören, um zu lernen, einander auf dem Lebensweg zu begleiten und zu unterstützen“. „Durch aufmerksames Zuhören und gemeinsames Urteilsvermögen“, fügt er hinzu, „sind wir aufgerufen, unsere vorausschauende Rolle als Kirche in Malaysia wiederzuentdecken und pastorale Wege zu finden, die den gegenwärtigen Herausforderungen gerecht werden und uns auf die zukünftigen vorbereiten.“<br /><br />Die Pastoralkonferenz von Malaysia 2026 wurde von einem Organisationskomitee vorbereitet, das sich aus Delegierten aller neun Diözesen zusammensetzte: „Es ist wichtig“, bemerkt Kardinal Sebastian Francis, Bischof von Penang, „dass das Ergebnis der Versammlung nicht nur von den Bischöfen bestimmt wird, sondern von allen Teilnehmern, die sich in diesem synodalen Prozess engagiert haben. Der Heilige Geist, die treibende Kraft, wird uns leiten. Unsere Aufgabe ist es, in Demut, Gehorsam und Treue gegenüber dem Heiligen Geist und dem Volk Gottes teilzunehmen.“<br /><br />Inmitten des Vielfalt der facettenreichen Versammlung, die sich aus Menschen verschiedener Ethnien und Kulturen zusammensetzt, ist das Streben nach Einheit spürbar – in einem nationalen Gefüge, in dem sich einerseits die Diözesen der malaysischen Halbinsel und andererseits jene auf dem malaysischen Teil von Borneo mit ihrer jeweils eigenen Identität gegenüberstehen: „Wir möchten vertiefen, was es bedeutet, eine einzige Kirche zu sein. Seit der Gründung Malaysias im Jahr 1963 haben die Diözesen und Regionen der malaysischen Halbinsel sowie Sabah und Sarawak ihre eigenen pastoralen Ansätze entwickelt und ihre jeweiligen Versammlungen abgehalten. Nun kommen zum ersten Mal Delegierte aus dem ganzen Land in Sarawak zusammen, um zuzuhören, zu unterscheiden und zusammen einen gemeinsamen Weg zu suchen“, betont Kardinal Francis.<br /><br />Die Tagung endet am 13. September, nur drei Tage vor dem Malaysia-Tag , der jedes Jahr am 16. September begangen wird und an die Gründung der malaysischen Föderation im Jahr 1963 erinnert. In einer Zeit, in der politische Entwicklungen und nationale Fragen religiöse Empfindlichkeiten und soziale Spannungen verschärfen und zur Polarisierung beitragen können, wird die Pastoralversammlung eine Gelegenheit sein, „das Bekenntnis zum gemeinsamen Weg und zum gemeinsamen Glauben in unserer Nation“ zu bekräftigen, bemerkt der Erzbischof von Kuching, Simon Poh.<br /><br />Patricia Pereira, Chefredakteurin der katholischen Zeitung „Herald Malaysia“, bemerkt: „Jede bedeutende Reise beginnt mit einer Vision. Die Idee einer pastoralen Tagung für Malaysia wurde erstmals während der Versammlung der Gemeinschaft der malaysischen Halbinsel im Jahr 2016 formuliert. Bei dieser Gelegenheit schlug der emeritierte Erzbischof John Ha etwas Beispielloses vor: alle neun Diözesen Malaysias in einer einzigen nationalen Pastoralversammlung zusammenzubringen.“ „Vier Jahrzehnte lang war die Kirche auf der malaysischen Halbinsel nämlich durch bestimmte pastorale Wege geprägt, während in den Kirchen von Sabah und Sarawak andere beschritten wurden. Jede Region hat sich entsprechend ihrer eigenen Geschichte und ihrem eigenen Kontext entwickelt. Es war an der Zeit, über regionale Dialoge hinauszugehen und gemeinsam als eine einzige malaysische Kirche zu entscheiden“, erinnert er sich. Nach einer etwa zehnjährigen Zeit der Entscheidungsfindung und Vorbereitung nimmt die Versammlung nun Gestalt an: „Der 2016 entstandene Traum ist zu einem gemeinsamen Weg geworden, der Bischöfe, Klerus, Ordensleute und Laien in ganz Malaysia vereint. Nach Jahren des Gebets, des Dialogs und der Überlegung steht die Kirche nun an der Schwelle zu einem entscheidenden Moment ihrer Geschichte, um ihre Mission zu erneuern“.<br /><br /> <br />Wed, 09 Sep 2026 19:08:32 +0200AFRIKA/SUDAN - Chlor: vom Mittel zur Trinkwasseraufbereitung zur chemischen Waffe - über die Gefahr eines Embargos für einen elementaren Rohstoff der Zivilbevölkerunghttps://www.fides.org/de/news/78148-AFRIKA_SUDAN_Chlor_vom_Mittel_zur_Trinkwasseraufbereitung_zur_chemischen_Waffe_ueber_die_Gefahr_eines_Embargos_fuer_einen_elementaren_Rohstoff_der_Zivilbevoelkerunghttps://www.fides.org/de/news/78148-AFRIKA_SUDAN_Chlor_vom_Mittel_zur_Trinkwasseraufbereitung_zur_chemischen_Waffe_ueber_die_Gefahr_eines_Embargos_fuer_einen_elementaren_Rohstoff_der_ZivilbevoelkerungKhartum – Ein Konflikt, der zunehmend von externen Einflüssen geprägt ist und bei dem nun der Verdacht aufkommt, dass mindestens eine der Konfliktparteien chemische Waffen einsetzt. Es handelt sich um den in Vergessenheit geratenen sudanesischen Bürgerkrieg, der am 15. April 2023 zwischen den Soldaten der sudanesischen Armee und den Milizionären der Rapid Support Forces ausgebrochen ist, der weit davon entfernt ist, zu einem Ende zu kommen, und zunehmend die Nachbarstaaten einzubeziehen droht .<br /><br />Die von zwei der größten US-Zeitungen aufgegriffenen Vorwürfe über den Einsatz von Chlorgasbomben durch die SAF würden, sollten sie sich bestätigen, weiteren Handlungsbedarf schaffen. Anfang September veröffentlichten sowohl die „New York Times“ als auch die „Washington Post“ Artikel, die sich auf Geheimdienstberichte eines nicht näher bezeichneten „Landes im Nahen Osten“ stützten und sich auf die Erprobung, Herstellung und den anschließenden Einsatz von chlorhaltigen Bomben durch die SAF bezogen. Die chemischen Sprengkörper sollen im September 2024 gegen Stellungen der RSF eingesetzt worden sein, unter anderem in der Nähe der Ölraffinerie von Al Jaili und des Militärstützpunkts Garri nördlich von Khartum. Videos und Bilder zeigen gelb-grüne Dämpfe, die auf Chlor hindeuten, während Zeugen von Atembeschwerden berichteten.<br /><br />Um die Vorwürfe zu untermauern, sind jedoch Untersuchungen vor Ort durch unabhängige Experten erforderlich, die Munitionsrückstände, Umwelt- und medizinische Proben, Zeugenaussagen der Opfer sowie Dokumente zu den militärischen Operationen sammeln.<br />Zudem stellt sich die Frage, ob der Einsatz dieser Waffen tatsächlich auf den September 2024 zurückgeht und warum erst jetzt darüber berichtet wird. Wurden Chlorbomben auch nach den gemeldeten Vorfällen eingesetzt? Wenn ja, wann und wo? Im Jahr 2025 hatten die Vereinigten Staaten bereits Sanktionen gegen den Anführer der SAF, General Abdel Fattah al-Burhan, und gegen den Sudan im Zusammenhang mit dem Einsatz chemischer Waffen verhängt, basierend auf früheren Geheimdienstberichten über Angriffe mit Chlor. Die SAF bestritten, chemische Waffen entwickelt oder eingesetzt zu haben.<br /><br />Es gilt jedoch noch einen weiteren Aspekt zu bedenken. Das zum Befüllen der Sprengkörper verwendete Chlor findet breite Anwendung in der Trinkwasseraufbereitung, doch sein Einsatz als Waffe verändert seinen Zweck grundlegend. Chlor kann zu einem gefährlichen und erstickenden Wirkstoff werden, wenn es in hohen Konzentrationen eingeatmet wird, insbesondere in geschlossenen Räumen oder in Gebieten, aus denen Zivilisten nicht schnell fliehen können. Die von amerikanischen Zeitungen vorgelegten Dokumente beschreiben Pläne, Chlormengen aus einer zivilen Wasseraufbereitungsanlage zu entnehmen, die die Chemikalie ursprünglich von internationalen humanitären Hilfsorganisationen erhalten hatte<br /><br />Hierin liegt einer der gefährlichsten Aspekte der Problematik im Sudan: Material, das im täglichen humanitären Einsatz verwendet wird, kann sich im Kriegskontext in ein Massenvernichtungsinstrument verwandeln. Dies bedeutet, dass internationale Kontrollgremien möglicherweise die Überwachung der für zivile Zwecke bestimmten Chlorlieferungen verschärfen müssen. Strengere Kontrollen könnten jedoch ein weiteres Problem schaffen, sollten sie die für die Trinkwasserversorgung unverzichtbaren Lieferungen unterbrechen und damit die Lebensbedingungen einer Bevölkerung verschlechtern, die bereits seit mehr als drei Jahren unter dem Krieg leidet.<br /><br /> <br />Wed, 09 Sep 2026 18:52:52 +0200