Fides News - German (Standard)https://www.fides.org/Aus dem Archivder FidesagenturdeDie auf unseren Internetseiten veröffentlichten Inhalte unterliegen einer Licenza Creative Commons. Hirtenbrief des Bischofs von Laghouat nach Papstbesuch: Christen in Algerien als “Weihrauchkörnchen“ in der „Schule der Wüste“https://www.fides.org/de/news/77708-Hirtenbrief_des_Bischofs_von_Laghouat_nach_Papstbesuch_Christen_in_Algerien_als_Weihrauchkoernchen_in_der_Schule_der_Wuestehttps://www.fides.org/de/news/77708-Hirtenbrief_des_Bischofs_von_Laghouat_nach_Papstbesuch_Christen_in_Algerien_als_Weihrauchkoernchen_in_der_Schule_der_WuesteLaghouat – Vor einem Monat betrat Papst Leo XIV. zu einem historischen Besuch algerischen Boden. Er traf auf ein Volk mit tiefem Glauben und zelebrierte die Messe in der Augustinus-Basilika in Annaba. Zuvor hatte er sichtlich bewegt die archäologische Stätte des antiken Hippo besucht, jener Stadt, in der der Heilige der „Bekenntnisse“ und des „Gottesstaates“ Bischof war. In seiner Predigt richtete er einen eindringlichen Appell an die christliche Gemeinde vor Ort: „Liebe Christen in Algerien, bleibt in diesem Land ein demütiges und treues Zeichen der Liebe Christi. Bezeugt das Evangelium durch einfache Gesten, echte Beziehungen und einen Dialog, den ihr Tag für Tag lebt: Auf diese Weise bringt ihr Wohlgeschmack und Glanz in eure Umgebung. Eure Präsenz in diesem Land lässt an den Weihrauch denken: Ein glühendes Körnchen, das Duft verbreitet, weil es dem Herrn Ehre erweist und vielen Brüdern und Schwestern Freude und Trost schenkt“. Dieser Weihrauch sei „ein kleines, kostbares Element“, das nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehe, doch aus dem Herzens steige, „nämlich Lobpreis, Segen und Fürbitte empor und verbreiten den lieblichen Wohlgeruch“.<br />Der Appell ist nicht ungehört verhallt. Im Bistum Laghouat Ghardaïa hat Bischof Diego Sarrió Cucarella, ein spanischer Missionar der Weißen Väter und von 2017 bis 2024 Präsident des Päpstlichen Instituts für Arabische und Islamische Studien in Rom, soeben seinen ersten Hirtenbrief veröffentlicht. Darin reflektiert er über die Einladung von Papst Leo XIV. und erinnert an die algerische Wüste als einen Ort, an dem das Zeugnis der im Namen Christi Getauften ebenfalls nachhallt.<br />„Was das Thema der Wüste betrifft, so entspringt es in erster Linie der konkreten Erfahrung unserer Ortskirche. Im Süden Algeriens ist die Wüste nicht nur eine geografische Realität: Sie ist eine spirituelle und menschliche Schule“, so der Bischof gegenüber Fides, „Die Wüste erinnert uns an unsere Zerbrechlichkeit, unsere Bedürftigkeit nach anderen und unsere Bedürftigkeit nach Gott. Sie lehrt uns Besonnenheit, das Wesentliche, Geduld und gelebte Brüderlichkeit.“ Ein weiterer entscheidender Faktor sei der Besuch des Papstes. „Ich wollte diesen Brief gerade jetzt veröffentlichen, weil der Besuch des Heiligen Vaters für uns eine Gnade und ein Licht war“, betont der Bischof und fügt hinzu, dass die Worte des Papstes der Gemeinde geholfen hätten, „unsere Berufung als kleine Kirche inmitten einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung neu zu verinnerlichen.“ „Ich glaube auch, dass der Besuch für die gesamte algerische Gesellschaft von großer Bedeutung war. Viele haben in den Gesten und Worten des Heiligen Vaters einen aufrichtigen Respekt vor der Geschichte, der religiösen Identität und der Würde des algerischen Volkes wahrgenommen. Seine Aufrufe zu Frieden, Geschwisterlichkeit und Dialog fanden großen Anklang, insbesondere in einem Land, dessen Erinnerung an die Konflikte der vergangenen Jahre noch immer lebendig ist“, fährt er fort. „Wir hoffen zudem, dass das durch diesen Besuch gestärkte Klima des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts im Laufe der Zeit auch eine positive Entwicklung in einigen administrativen und rechtlichen Bereichen bewirken wird, die das Leben der katholischen Kirche im Land betreffen – stets im Geiste des Dialogs und des Gemeinwohls“. „Ich glaube, eine der wertvollsten Früchte war es, jenen ‚Dialog des Alltags‘ sichtbar zu machen, der hier täglich auf einfache und diskrete Weise gelebt wird: Beziehungen der Freundschaft, gegenseitige Gastfreundschaft, menschliche Nähe und gegenseitiger Respekt zwischen Christen und Muslimen“, betont er.<br />Insbesondere das Bild des „Weihrauchkörnchens“ drückt mit Einfachheit und Tiefe aus, wozu diese kirchliche Präsenz berufen ist: „eine diskrete, geschwisterliche, betende Präsenz, die nicht den Vordergrund sucht, sondern deren Treue zum Evangelium“, bemerkt der Bischof.<br />Der Hirtenbrief beginnt genau mit diesem Symbol. Indem er auf das Bild des Weihrauchkörnchens zurückkommt, bekräftigt er, dass die Kirche nicht nach Kategorien von Macht, Einfluss oder Erfolg definiert wird, sondern nach der evangelischen Logik des Opfers, der Diskretion und der verborgenen Fruchtbarkeit. Aus diesem Grund hat der Brief einen kontemplativen Ton. Der Bischof schlägt kein Programm mit leicht umsetzbaren Rezepten vor, sondern vielmehr eine spirituelle Meditation über die Form, zu der das christliche Zeugnis in diesem Land berufen ist, strukturiert um drei Dimensionen: eine demütige Präsenz unter dem algerischen Volk, ein Leben stiller Selbsthingabe und eine ständige Ausrichtung auf Gott, aus dem allein wahre Geschwisterlichkeit entstehen kann.<br />Die Wüste, so der Bischof, sei „nicht nur eine geografische Realität, sondern eine wahre spirituelle Schule“. Das lange päpstliche Zitat im Brief verdeutlicht dies eindringlich: „In der Wüste kann man nicht alleine überleben. Die Härte der Natur relativiert jeden Anspruch auf Selbstgenügsamkeit und erinnert uns alle daran, dass wir einander brauchen, und dass wir Gott brauchen“. <br />Der Bischof versteht diese Aussage als treffende Auslegung für die Gegenwart. In der Wüste zerfallen Illusionen der Selbstgenügsamkeit, und gerade deshalb kann die Kirche ihr authentischstes Antlitz wiederentdecken: eine Gemeinschaft der Beziehungen und der gegenseitigen Abhängigkeit unter Gottes Blick, denn die Wüste ist der Ort, wo Gott zu den Herzen seines Volkes spricht. Sie sei ein Ort der Prüfung und zugleich der Läuterung, wohin sich Christus selbst zurückzieht. „Die Wüste verarmt uns also nicht, sondern sie gibt uns neue Orientierung. Sie schließt uns nicht ein, sondern öffnet uns für das Wesentliche“, fährt Bischof Diego Sarrió Cucarella fort. Die Wüste nehme dabei sehr konkrete Züge an. Der Bischof erinnert an das Leid der Migranten, die die Sahara durchqueren, und mahnt uns, dass sie, wie das Mittelmeer, niemals zu einem Ort werden darf, an dem die Hoffnung erlischt oder das menschliche Leben vergessen wird.<br />In diesem Kontext ist Charles de Foucauld eine Schlüsselfigur dieser „Schule der Wüste“. Der Bischof hebt vor allem seinen Stil hervor: „Das Beeindruckendste an seinem Lebensweg ist nicht in erster Linie, was er tat, sondern wie er lebte. Er kam ohne sichtbare Pläne oder menschliche Ambitionen. Er entschied sich einfach, in diesem Land zu leben, das Leben der Menschen um ihn herum zu teilen und in demütiger, täglicher Treue vor Gott zu stehen.“ Zur Untermauerung zitiert er die Betrachtung des „Bruders aller Menschen“ zu Lukas 8,16: „Unser ganzes Dasein, unser ganzes Wesen muss das Evangelium von den Dächern rufen; unser ganzes Wesen muss Jesus atmen.“ Es gehe also nicht darum, sich in missionarischem Aktivismus zu verausgaben, sondern vor allem darum, sich von Christus erfüllen zu lassen. „Wie ein Weihrauchkörnchen zu sein bedeutet, zu akzeptieren, nicht im Mittelpunkt zu stehen“, betont der Bischof.<br /> „Weihrauch verströmt seinen Duft erst, wenn er verbrannt wird“, und dies wird zur Metapher für „Treue im Einfachen und Wiederkehrenden“, für „Geduld in Beziehungen“, für „Ausdauer in Schwierigkeiten“, für „Selbsthingabe ohne Anerkennung“. Mehr als eine allgemeine Theologie der Minderheit entwirft Bischof Cucarella eine Theologie der Beziehung und der Einfachheit, der Authentizität christlichen Lebens, die einen konkreten kirchlichen Lebensstil prägt: klein, aber nicht selbstbezogen, zerbrechlich, aber nicht ängstlich, kontemplativ, aber nicht körperlos, geschwisterlich ohne Ambitionen der Vorherrschaft. Eine Kirche, die ihre eigene Kleinheit nicht als Versagen, sondern als den Raum annimmt, in dem Gott freier wirken kann. Hier entfaltet das „wie ein Weihrauchkörnchen“ seine wahre Bedeutung, denn es zeigt, dass christliche Fruchtbarkeit in einem Zeitalter, das oft von Sichtbarkeit und Zahlen besessen ist, das einfache Antlitz einer Präsenz haben kann, die betet, dient, begleitet und durch die einfachen Gesten des Alltags die Luft mit einem zarten Wohlgeruch des Evangeliums erfüllt.<br /> <br/><strong>Link correlati</strong> :<a href="https://www.fides.org/it/attachments/view/file/20260516-Diego-Sarrio-Cucarella_Comme-un-grain-dencens.pdf">Hirtenbrief von Bischof Diego Sarrió Cucarella im Wortlaut (Französisch)</a>Wed, 20 May 2026 13:32:30 +0200ASIEN/MYANMAR - “Radio Veritas Asia”: Stimme der Hoffnung im Bürgerkrieghttps://www.fides.org/de/news/77707-ASIEN_MYANMAR_Radio_Veritas_Asia_Stimme_der_Hoffnung_im_Buergerkrieghttps://www.fides.org/de/news/77707-ASIEN_MYANMAR_Radio_Veritas_Asia_Stimme_der_Hoffnung_im_BuergerkriegBanmaw – In entlegenen Gebieten, unter Flüchtlingen, die aufgrund des Konflikts aus Städten und Dörfern geflohen sind, in Gemeinschaften, die von den Wunden des Bürgerkriegs und der Unsicherheit gezeichnet sind, spendet eine Stimme weiterhin Hoffnung und stärkt den Glauben: die Stimme von „Radio Veritas Asia“ . Der Sender sendet in verschiedenen lokalen Sprachen Myanmars und ist ein wichtiger Bezugspunkt für Gläubige unterschiedlicher Diözesen und ethnischer Gruppen. Katholische Gemeinden in Myanmar, feierten am Sonntag, den 17. Mai, den „Radio Veritas Tag“ und würdigten die die Bedeutung von RVA für die Verbreitung des Evangeliums über Radio und digitale Medien.<br />Im äußersten Norden Myanmars, im Kachin-Staat, versammelten sich über 500 Katholiken in einem Lager für Binnenvertriebene in der Diözese Banmaw, um den RVA-Tag in Kachin zu begehen. Der Bischof von Banmaw, Raymond Sumlut Gam, betonte die Hauptaufgabe von Radio Veritas Asia sei es „das Evangelium zu verkünden.“ Unter Bezugnahme auf die Stelle aus dem Matthäusevangelium : Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern!“ erklärte der Bischof, dass „genau dies die Aufgabe von RVA ist“, und lud die Gläubigen zur Teilnahme an dieser Mission ein. „RVA ist ein Kommunikationsmittel, das die Wahrheit verbreitet. Wir beteiligen uns, wir spenden und wir beten für die Menschen, die dort arbeiten“, so der Bischof, der an die Geschichte von RVA Kachin erinnerte, die 1982 begann und weiterhin „vielen Gläubigen in ihren Prüfungen spirituelle Ermutigung schenkt“´.<br />Ebenfalls im Staat Kachin versammelten sich 250 Gläubige, Katecheten und Hörer von „Radio Veritas“ in Rawang, um den achten Jahrestag des Programms zu feiern, das die Frohe Botschaft in ihrer Sprache verkündet. In der St.-Josephs-Kirche der Diözese Myitkyina zeigte sich Pfarrer Mark Kyi Moe sehr erfreut und stolz darüber, dass RVA in Rawang ein wertvolles Instrument zur Verbreitung des Evangeliums unter den Rawang-Stämmen sei und Inhalte wie religiöse Nachrichten, allgemeine kulturelle Informationen und Gebete ausstrahle. <br />Weiter südlich, in der Diözese Pathein, feierte die ethnische Gemeinschaft der Karen, die einen RVA-Sender in ihrer Sprache betreibt, am 17. Mai den RVA-Tag. Im Rahmen einer Eucharistiefeier bemerkte Bischof Henry Eikhlein von Pathein: „Der RVA-Tag bietet die Gelegenheit, den Dienst der Verkündigung des Evangeliums zu würdigen.“ „Dieses Zeugnis“, fuhr er fort, „entspringt dem Glauben an den auferstandenen Christus, wie ihn der heilige Paulus, der heilige Petrus und andere Heilige lehrten, die mutig in der ganzen Welt Zeugnis für ihn ablegten.“ Diese Apostel, so fuhr er fort, seien ein Vorbild für die Gläubigen Burmas, die inmitten von Not und in einem Kontext der Unsicherheit und des Leidens leben, wo „die von RVA verbreiteten Worte der Hoffnung dazu beitragen, unseren Glauben Tag für Tag zu stärken und zu vertiefen“.<br /> „Es ist wichtig“, schloss er, „dass das Volk der Karen weiterhin durch seine Muttersprache Zeugnis von seinem Glauben ablegt.“ Er wies darauf hin, dass der Karen-Sender von Radio Veritas bereits 1982 gegründet wurde und seither dank des Engagements von Priestern und Ordensschwestern, die sich täglich diesem Apostolat widmen und die Botschaften des Papstes sowie Programme zur Kirchengeschichte in Karen ausstrahlen, ein wichtiger Bezugspunkt für die lokale Gemeinschaft ist.<br />Die allgemeinen Sendungen von „Radio Veritas Asia“ mit Hauptsitz in Manila begannen 1969 auf Initiative der Föderation Asiatischer Bischofskonferenzen . Der Sprachdienst für Myanmar startete 1978 mit burmesischen Sendungen, gefolgt von Sendungen in weiteren Sprachen des Landes, die sich an die Gläubigen ethnischer Minderheiten richten.<br /> <br />Wed, 20 May 2026 12:02:48 +0200AFRIKA/NIGERIA - Besorgnis um entführte Lehrkräfte und Schulkinder im Bundesstaat Oyohttps://www.fides.org/de/news/77706-AFRIKA_NIGERIA_Besorgnis_um_entfuehrte_Lehrkraefte_und_Schulkinder_im_Bundesstaat_Oyohttps://www.fides.org/de/news/77706-AFRIKA_NIGERIA_Besorgnis_um_entfuehrte_Lehrkraefte_und_Schulkinder_im_Bundesstaat_OyoAbuja – „Lasst uns für die Freilassung der in den Schulen von Ogbomoso entführten Geiseln beten“, appellierte Bischof Emmanuel Adetoyese Badejo von Oyo im gleichnamigen Bundesstaat im Südwesten Nigerias, an der Grenze zu Benin, an die Gläubigen.<br /><br />„Angesichts der jüngsten Entführung von Lehrkräften und Schülern in den Schulen von Ogbomoso bitte eindringlich ich darum, in jeder Heiligen Messe und in jeder Fürbittandacht, einschließlich der Novene zum Heiligen Geist, für die Freilassung der Geiseln zu beten“, so Bischof Badejo. „Ich bitte außerdem um das Gebet für unsere Regierung, dass Gott unseren Verantwortlichen die Weisheit, den Weitblick und den Mut schenke, die nötig sind, um schnell und entschlossen zum Schutz unseres Volkes zu handeln“, so der Bischof abschließend.<br /><br />Am 15. Mai griff ein Kommando bewaffneter Männer auf Motorrädern mehrere Schulen in der Gegend von Ahoro-Esinele im Distrikt Oriire nahe Ogbomoso an. Zu den betroffenen Schulen gehörten die „Baptist Nursery and Primary School“ in Yawota, die „Community Grammar School“ in Esiele und die „LA Primary School“ in Ogbomoso.<br /><br />Laut nigerianischer Polizei wurden bei dem Angriff zwei Menschen getötet und mindestens 45 Schüler und Schülerinnen, ein Schulleiter und sieben Lehrkräfte entführt. Am Sonntag, dem 17. Mai, tauchten in den sozialen Medien Videos auf, in denen der Schulleiter und ein Lehrer die Bundes- und Landesregierungen eindringlich baten, sich für ihre Freilassung einzusetzen. Dem Gouverneur des Bundesstaates Oyo zufolge wurde ein Mathematiklehrer in der Gefangenschaft der Entführer getötet. Der Gouverneur bestätigte außerdem, dass die Strafverfolgungsbehörden in den betroffenen Gemeinden sechs Personen wegen mutmaßlicher Mittäterschaft mit den Entführern sowie drei weitere Personen, die als „Personen von Interesse“ gelten, festgenommen haben.<br /><br />Laut dem Gouverneur hat der zunehmende Druck auf islamistische Gruppen im Nordosten Nigerias diese dazu veranlasst, in andere Regionen, darunter den Südwesten, auszuweichen. Auch im benachbarten Benin nimmt der Druck durch islamistische Gruppen nigerianischer Herkunft zu, sodass Einheiten der nigerianischen Armee dorthin entsandt wurden, um die lokalen Sicherheitskräfte bei der Eindämmung der Bedrohung zu unterstützen.<br /><br />Am 19. Mai protestierten Lehrkräfte in Ogbomoso, legten den Schulbetrieb lahm und forderten dringende Maßnahmen zur Gewährleistung größerer Sicherheit an den Schulen.<br /> Wed, 20 May 2026 11:49:29 +0200“Wie der Ton in der Hand des Töpfers”: Postulator beginnt Arbeit an der „Positio“ im Seligsprechungsverfahren von Pater Emiliano Tardifhttps://www.fides.org/de/news/77705-Wie_der_Ton_in_der_Hand_des_Toepfers_Postulator_beginnt_Arbeit_an_der_Positio_im_Seligsprechungsverfahren_von_Pater_Emiliano_Tardifhttps://www.fides.org/de/news/77705-Wie_der_Ton_in_der_Hand_des_Toepfers_Postulator_beginnt_Arbeit_an_der_Positio_im_Seligsprechungsverfahren_von_Pater_Emiliano_TardifVon Javier Trapero<br /><br />Madrid – Pater Emiliano Tardif, ein kanadischer Priester der Kongregation der Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu und ein bekannter Prediger der „Katholischen Charismatischen Erneuerung“, begann seine Missionstätigkeit in der Dominikanischen Republik kurz nach seiner Priesterweihe in Kanada. Nach mehreren Jahren intensiver Seelsorgearbeit erkrankte er schwer an Lungentuberkulose. Die Krankheit zwang ihn zur Rückkehr in seine Heimat, wo er mit schlechter Prognose ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Ärzte hielten einen mindestens einjährigen Krankenhausaufenthalt für seine Genesung für notwendig. Seine Geschichte wird in dem Film „Día 8. El soplo del Espíritu“ erzählt, der am 8. Mai in den spanischen Kinos anlief.<br /><br />Pater Emiliano war überzeugt, dass seine Mission darin bestehen sollte, an der Seite der Ärmsten und derer zu leben, die Jesu barmherzige Liebe am meisten benötigen. Der Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Pater Joaquín Herrera , hebt einige Schlüsselelemente hervor, die seinen missionarischen Geist prägten. Der erste Faktor war seine Familiengeschichte: Seine Eltern waren tief religiös, und sein Vater zeichnete sich durch seine besondere Großzügigkeit aus. Pater Emiliano selbst sagte, sein Vater habe „die Gabe der Armut“ besessen. Der zweite Faktor war das Charisma der Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu, die sich der Verkündigung der Botschaft Jesu verschrieben haben, der jeden Menschen mit zärtlicher, mitfühlender, barmherziger, starker und unerschütterlicher Liebe liebt.<br /><br />Während seines Krankenhausaufenthalts ereignete sich etwas, das sein Leben tiefgreifend verändern sollte. Eine Gruppe der „Katholischen Charismatischen Erneuerung“ bot an, für seine Genesung zu beten. Obwohl seine bisherigen Erfahrungen mit dieser geistlichen Bewegung in den Gemeinden, in denen er tätig gewesen war, nicht besonders positiv gewesen waren, nahm Pater Emiliano das Angebot an. Er berichtete, dass er während des Gebets der Gruppe ein starkes Hitzegefühl in der Brust verspürte und sich allmählich besser fühlte. Wenige Tage später stellten die Ärzte überrascht fest, dass seine Tuberkulose vollständig verschwunden war.<br /><br />„Seine Genesung“, erzählt Pater Joaquín, „hat ihn zu einem Mann des Gebets gemacht. Ich glaube, Gott ruft auch mich dazu auf, ein Mann des tieferen Gebets zu werden. Die Arbeit mit Honig, hinterlässt etwas. Ich hoffe, es ist auch bei mir so. Ich glaube, diese Arbeit ruft mich zum Gebet auf, dazu, sie zu verinnerlichen. Es ist wie bei einer Einladung, eine Exerzitienwoche zu leiten: Man überlegt, wie man den Zuhörern das Evangelium vermitteln kann, aber dann merkt man, dass es auch einen selbst betrifft. In dem Maße, wie man sich selbst einbringt, sagt einem der Herr, dass dies auch für einen selbst gilt.“<br /><br />Nach seiner Rückkehr in die Dominikanische Republik teilte Emiliano Tardif seine Zeit zwischen Gemeindearbeit und Predigt auf. Schon bald bat er jedoch seine Oberen, sich ganz dem Ruf Gottes zu widmen, den er verspürte: die Verkündigung des lebendigen Christus. Pater Joaquín erklärt es so: „Er verband die für die Herz-Jesu-Missionare typische Spiritualität mit dem missionarischen Eifer der Neuevangelisierung. Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu stand im Mittelpunkt seines geistlichen Lebens. Er verkündete das Evangelium der barmherzigen Liebe und stellte den lebendigen Jesus dar, um den Armen dieser Welt, insbesondere den Kranken, Gottes Liebe zu verkünden. Er war stets für sie da, im Vertrauen auf Gott, der die Liebe ist.“<br /><br />Pater Joaquín erzählt eine bemerkenswerte Anekdote, die ihm widerfahren ist. In einem Gespräch verglich Pater Tardif sie mit Eseln, die schwere Lasten tragen, um anderen zu dienen. Er hätte sich niemals vorstellen können, dass diese Worte sich so tief in sein Gedächtnis einprägen würden, dass sie Jahre später seinem Buch den Titel „Soy el burro de Jesús“ geben würden.<br /><br />Pater Herrera begegnete Pater Tardif vor dessen Heilung, besonders aber danach, als dieser sich ganz der Verkündigung des lebendigen Jesus und der Entfaltung seiner Heilungsgabe widmete. Seine Geschichte offenbart eindrucksvoll seine innere Wandlung: „Ich sah einen anderen Emiliano. Einen Emiliano, der weiterhin ein vollwertiger Missionar des Heiligsten Herzens Jesu war, nun aber völlig offen für den Heiligen Geist, der ihn auf Wege führte, die er sich selbst nie hätte vorstellen können. Als Mensch blieb er derselbe: hilfsbereit, fleißig, wenn auch aufmerksamer gegenüber seiner Gesundheit, sehr demütig und fröhlich. Nach seiner Heilung sah ich ihn offener, mit einer größeren Fähigkeit, Gottes Liebe zu erkennen. Mit einer tieferen Überzeugung von Jesu Worten: ‚Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen ‘, die sich in seinem Heilungsdienst widerspiegelten. Eine Veränderung seiner Lebenskraft war spürbar; er war mit größerer Kraft ganz seiner neuen Mission gewidmet.“<br /><br />Er präsentierte sich bescheiden, ohne Wert auf sein Studium oder seine Qualifikationen zu legen. Er sprach von der Erfahrung des lebendigen Jesus, der heute wirkt, des liebenden Jesus. Er fühlte sich genau dafür auserwählt. Ob er nun mit einem einfachen Menschen in der Dominikanischen Republik sprach oder Königin Fabiola in Belgien traf – er machte keinen Unterschied zwischen den Menschen. Seine Treffen wurden oft von prominenten Persönlichkeiten besucht. Nach seinem Tod ordnete der Präsident der Dominikanischen Republik sogar einen nationalen Trauertag an.<br /><br />Dies war nicht nur ein Ausdruck der Anteilnahme der Bevölkerung, der einfachen Menschen, denen er geholfen und für die er zum Missionar geworden war, sondern auch eine höhere gesellschaftliche Anerkennung seiner Arbeit.<br /><br />Die derzeit laufenden Arbeiten an der „Positio“ fügen sich ebenfalls in diese Sichtweise ein. „Ich betrachte die Arbeit an der Positio als eine Art ‚Falle‘ Gottes“, erklärt Pater Joaquín Herrera scherzhaft. „Ich habe gerade einen wichtigen Auftrag in Rom für die Kongregation abgeschlossen; eigentlich sollte ich als Missionar nach Mittelamerika zurückkehren, wo ich Jahrzehnte verbracht habe, aber ich habe mich entschieden, nach Spanien zurückzukehren, und jetzt, da ich mehr Zeit für intellektuellere Tätigkeiten habe, beginnt die Ausarbeitung der Positio für das Seligsprechungsverfahren von Emiliano Tardif. Diese Arbeit habe ich bereits für die Seligen Märtyrer von Quiché in Guatemala geleistet. Ich werde sie mit Begeisterung angehen; ich weiß, dass sie sehr anspruchsvoll sein wird, aber Gott wird mir beistehen. Ich hoffe, ich bin gesund genug, sie zu vollenden. Vielleicht kann ich die fertige Positio in anderthalb Jahren abgeben.“<br /><br /> „Schon allein die Aufgabe und das Warten auf die zwölf Bände Dokumentation für die diözesane Phase lassen mich das Bedürfnis verspüren zu beten“, fährt er fort, „Ich weiß nicht, was dieser Prozess für mich bereithält; der Heilige Geist wird mich erleuchten. Auf meiner Weihekarte stand: ‚Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand ‘.“ „Das ist eine der Eigenschaften, die ich in Emiliano wiederentdeckt oder zumindest stärker wahrgenommen habe: Auch er war in der Lage, sich von vielem zu lösen, um das zu vollbringen, was Gott ihm anvertraut hatte, einen lebendigen Jesus zu verkünden und Menschen in großen Notlagen zu heilen“, bekräftigt er abschließend.<br /><br />Wed, 20 May 2026 11:26:52 +0200ASIEN/SRI LANKA - Dengue-Warnung: In Pfarreien sollen Komitees zur Prävention eingerichtet werdenhttps://www.fides.org/de/news/77704-ASIEN_SRI_LANKA_Dengue_Warnung_In_Pfarreien_sollen_Komitees_zur_Praevention_eingerichtet_werdenhttps://www.fides.org/de/news/77704-ASIEN_SRI_LANKA_Dengue_Warnung_In_Pfarreien_sollen_Komitees_zur_Praevention_eingerichtet_werdenColombo – Seit Anfang 2026 wurden in Sri Lanka fast 28.000 Dengue-Fälle registriert, die in 15 Fällen tödlich verliefen. Die Epidemie wird durch den bevorstehenden Monsunregen verschärft, da dieser die Vermehrung der virusübertragenden Mücken begünstigt. Im gesamten Jahr 2025 wurden insgesamt rund 51.000 Fälle verzeichnet. Laut lokalen Gesundheitsbehörden wurden Fälle in allen 25 Distrikten registriert, mit den meisten Infektionen in Colombo, Gampaha, Matara, Galle, Ratnapura und Kalutara sowie im Stadtgebiet von Colombo . Die Nationale Dengue-Kontrolleinheit Sri Lankas schlug Alarm und berichtet von einer rasanten Zunahme der Mückenbrutstätten in Schulen, Betrieben, religiösen Einrichtungen und öffentlichen Gebäuden, hauptsächlich aufgrund unsachgemäßer Abfallentsorgung.<br /><br />In Sri Lanka, vor allem in den Küsten- und Westregionen, bilden Katholiken eine Minderheit. Die Kirche hat sich jedoch in Gesundheitskrisen stets engagiert und ist weiterhin aktiv in Initiativen auf Gemeindeebene, die sich auf die Beseitigung von Krankheitsherden in Gemeinschaftszentren und religiösen Einrichtungen konzentrieren. Der Erzbischof von Colombo, Kardinal Malcolm Ranjith, ist sich dieser Problematik besonders bewusst und setzt sich aktiv für die Bewältigung der Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit ein. Während Dengue-Epidemien rief er in den vergangenen Jahren immer wieder zum Gebet, Fasten und zu konkreten Maßnahmen wie Aufräumaktionen auf. Während der Epidemie von 2017, die mit über 186.000 Verdachtsfällen und Hunderten von Todesfällen ihren Höhepunkt erreichte, rief der Kardinal zu einer Gebets- und Fastenwoche, einer Novene zum heiligen Sebastian, dem Schutzpatron gegen Pest und Epidemien, zu besonderen Messen und Prozessionen sowie zur Anrufung der Jungfrau Maria und aller Heiligen auf.<br /><br />Zu den praktischen Präventionsmaßnahmen, die die NDCU auch für religiöse Einrichtungen empfiehlt, zählt insbesondere die wöchentliche Reinigung. Diese könnte beispielsweise sonntagmorgens in Kirchen oder an geeigneten Tagen für andere Glaubensrichtungen unter Einbeziehung von Geistlichen, Mitarbeitern, Freiwilligen und Gläubigen erfolgen. Weitere Vorschläge umfassen die Einrichtung von „Dengue-Präventionskomitees“ in den Pfarreien, analog zu anderen Gemeindegruppen, unter Einbeziehung von Jugendgruppen, wobei die Initiative mit dem Thema der Bewahrung und des Schutzes der Schöpfung verknüpft wird.<br /> Wed, 20 May 2026 10:00:03 +0200Pater Giacomo Costa: Die Kirche in der Mongolei als “Labor” für Synodalität und Inkulturationhttps://www.fides.org/de/news/77703-Pater_Giacomo_Costa_Die_Kirche_in_der_Mongolei_als_Labor_fuer_Synodalitaet_und_Inkulturationhttps://www.fides.org/de/news/77703-Pater_Giacomo_Costa_Die_Kirche_in_der_Mongolei_als_Labor_fuer_Synodalitaet_und_InkulturationUlaanbaatar - Im Herzen einer zahlenmäßig kleinen und überraschend kreativen Kirche bot die kürzlich von der Apostolischen Präfektur von Ulaanbaatar veranstaltete "Pastoralwoche" in diesem Jahr ein konkretes Labor für Synodalität und Inkulturation, das durch die Anwesenheit von Pater Giacomo Costa , Konsultor des Generalsekretariats der Bischofssynode, geprägt war.<br />Zu den Höhepunkten der Woche zählte die Einweihung und Eröffnung des Forschungszentrums für mongolische Sprache und Kultur „Studium“ am 5. Mai. Sie unterstreicht eindrucksvoll, wie die katholische Kirche in der Mongolei seit Jahren versucht, sich tief im kulturellen Gefüge des Landes zu verankern. Das von der Apostolischen Präfektur geförderte Projekt ist, wie der Apostolischer Präfekt Kardinal Giorgio Marengo gegenüber Fides erklärte, „ein Zentrum für Kulturforschung, ein physischer Ort, aber vor allem ein Team von Menschen“. Das in der Nähe der Kathedrale gelegene „Studium“ wird neben einer derzeit im Bau befindlichen Bibliothek auch Büros und einen Besprechungsraum umfassen, „wo sich Menschen, insbesondere Mitglieder unseres Teams, Kulturschaffende und Universitätsprofessoren treffen können“. Im Untergeschoss befindet sich ein großer, gut ausgestatteter Konferenzraum, in dem die Einweihung stattfand. Der Kardinal betont jedoch, dass das Herzstück des „Studium“ nicht in erster Linie die Infrastruktur sei: „Wir arbeiten an zwei Fronten: Zum einen bieten wir eine monatliche Konferenz an, die sich vor allem an Missionare richtet und Themen der mongolischen kulturellen Identität behandelt. Und wir bieten einen Weg der kontinuierlichen Weiterbildung, der ein besseres Verständnis der mongolischen Kultur und Identität aus kultureller, historischer, politischer, religiöser und sprachlicher Perspektive ermöglicht.“<br />Ein weiteres Fachgebiet ist die Sprache: „Wir möchten immer adäquatere Übersetzungen bereitstellen, die uns bereits vorliegenden Materialien prüfen und überarbeiten, um sprachliche Unterstützung bei der Übersetzung von für die Kirche nützlichen Texten zu leisten“, fügt der Kardinal hinzu. Durch diese doppelte Aufgabe – Fortbildung und sprachliche Arbeit – positioniert sich das „Studium“ im Zentrum eines langen Inkulturationsprozesses.<br />In diesem Kontext, an der Schnittstelle von Inkulturation und Synodalität, fügt sich die Teilnahme von Pater Giacomo Costa an der Pastoralwoche ein. Als Jesuit und Theologe, der am synodalen Prozess der Weltkirche beteiligt ist, begleitet Pfarrer Costa einen theologisch-pastoralen Weg in der Mongolei, der die Realität einer jungen Kirche ernst nimmt, deren Gläubige aus einer von anderen religiösen Traditionen geprägten Kultur stammen.<br /><br />Pater Costa, Sie leiten ein synodales theologisches Pastoralprogramm in der Mongolei. Wie nehmen Sie diese kirchliche Realität wahr? Was beeindruckt Sie am meisten?<br /><br />Die Ankunft in der Mongolei fühlt sich an wie das Betreten einer anderen kirchlichen Welt. Dort ist das Christentum nicht einfach nur eine Minderheit: Es repräsentiert kein gemeinsames kulturelles Gedächtnis, es gehört nicht zur gewohnten Symbolik der Gesellschaft. Mir wurde von einem Kind erzählt, das beim ersten Betreten einer Kapelle vor dem Kruzifix erschrak und zu weinen begann. Es ist eine einfache Begebenheit, die aber etwas Tiefgründiges offenbart: Dort ist das Kreuz noch nicht zu einem zur Gewohnheit gewordenen Bild geworden. Es gewinnt seine ganze Fremdheit und seine ganze Kraft zurück. In gewisser Weise zwingt es uns, es neu zu betrachten.<br />Dies hat sehr konkrete Konsequenzen für die Kirche. In der Mongolei kann man nicht von impliziten Annahmen ausgehen. Es gibt kein leicht zugängliches christliches Vokabular, keine spontane Vertrautheit mit dem Evangelium und nicht einmal jene kulturellen Strukturen, die in Europa zumindest teilweise die kirchliche Erfahrung auch dann noch tragen, wenn die religiöse Praxis nachlässt. Aus diesem Grund gewinnt die Missionsfrage ihre ursprüngliche Brisanz zurück: Was bedeutet es, Christus Menschen zu verkünden, die kein Vorwissen über das Christentum haben? Wo fängt man da wirklich an?<br />Darüber hinaus sind viele Regionen des Landes aus kirchlicher Sicht völlig unbekannt. Evangelisierung bedeutet hier nicht primär die Ausweitung einer institutionellen Präsenz, sondern vielmehr die Möglichkeit, vertrauensvolle, menschliche und uneigennützige Beziehungen aufzubauen. In der Mongolei präsentiert sich das Evangelium wieder vor allem als Lebensweise, noch bevor es zu einem religiösen Diskurs wird. Und vielleicht ist dies einer seiner faszinierendsten Aspekte.<br /><br />Was ist das Besondere am synodalen Prozess in einer so jungen und kleinen Kirche wie der mongolischen, die nur etwas mehr als 1400 Mitglieder zählt?<br /><br />Die aktuelle Umsetzungsphase der Synode unterstreicht, dass jede Kirche berufen ist, den synodalen Prozess in ihre eigene Geschichte einzubetten. In der Mongolei hat dies eine besonders starke Bedeutung, da die Kirche dort nach 1992 praktisch aus dem Nichts entstanden ist. Paradoxerweise läuft eine so junge Kirche Gefahr, schnell von importierten Modellen überlastet zu werden. Wenn eine Gemeinde entsteht, reproduziert sie fast spontan Strukturen, Sprachen und pastorale Kategorien aus den Heimatkirchen der Missionare. Das Problem ist nicht nur die praktische Organisation. Es betrifft die gesamte Vorstellung von Kirche. Die Gefahr besteht, dass die Institution der kirchlichen Erfahrung vorausgeht, dass der Aufbau von Strukturen wichtiger ist als das wirkliche Zuhören im Hinblick auf das Leben der Menschen und die konkreten Wege, auf denen das Evangelium in dieser Kultur Wurzeln schlagen kann.<br />Synodalität hingegen führt eine andere Logik ein. Sie zwingt uns, innezuhalten, zuzuhören und gemeinsam zu unterscheiden. Sie fragt immer wieder: Was ist wirklich notwendig, damit hier eine christliche Gemeinde entstehen kann? Welche Formen tragen wirklich dazu bei, dass das Evangelium gelebt wird? In diesem Sinne schützt die Synodalität die junge mongolische Kirche vor der Versuchung, zu einer vereinfachten Kopie ausländischer Kirchenmodelle zu werden.<br />Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die mongolische Kirche aus Missionaren aus fast dreißig verschiedenen Ländern besteht. Hier kann „Einheit in Vielfalt“ nicht nur eine spirituelle oder diplomatische Formel bleiben. Sie wird vielmehr zu einer ganz konkreten, alltäglichen Praxis, die die Entscheidungsfindung, die Ausübung von Autorität und die Gestaltung der Beziehungen zwischen mongolischen Missionaren und Laien, zwischen verschiedenen Ordensgemeinschaften und zwischen teils sehr unterschiedlichen kirchlichen Kulturen beeinflusst. Die Synodalität bietet genau diesen Raum, in dem sich diese Pluralität in Gemeinschaft verwandeln kann, ohne auf Uniformität reduziert zu werden.<br /><br />Die Pastoralwoche stand unter dem Motto „Die katholische Kirche in der Mongolei: Geschenk und Mission“. Wie drückt diese Verbindung die synodale Berufung einer Ortskirche aus?<br /><br />Ich würde es eher als Zirkelschluss denn als Paarung bezeichnen. In der Mongolei zeigt sich ganz deutlich, dass Mission allein aus der Erfahrung entsteht, etwas empfangen zu haben, das uns nicht gehört. Das Evangelium ist nicht in erster Linie ein zu verwirklichendes Projekt oder eine zu verteidigende Identität. Es ist ein Geschenk, das der Kirche selbst vorausgeht. Wie Papst Franziskus in „Evangelii Gaudium“ sagte: „Christen haben die Pflicht, es zu verkünden […] als jene, die eine Freude teilen, auf einen schönen Horizont weisen, ein verlockendes Festmahl anbieten.“ Auch Papst Leo betonte, dass die Kirche „durch Anziehungskraft“ evangelisiert.<br />In solch kleinen und fragilen Kontexten taucht sofort ein weiteres Problem auf. Eine missionarische Kirche läuft leicht Gefahr, mit ihren eigenen Werken, ihrer Organisationsfähigkeit und den von ihr mobilisierten wirtschaftlichen Ressourcen identifiziert zu werden. Natürlich hat all dies einen hohen Wert, insbesondere in einem Land, das von vielen sozialen Problemen geprägt ist. Doch das Herzstück der Mission liegt woanders. Wenn der Bezug zum Evangelium nicht im Mittelpunkt steht, wird die Kirche unweigerlich nur als eine von vielen humanitären Organisationen in der Region wahrgenommen.<br />In der Mongolei verstehen wir daher die christliche Botschaft radikaler durch die Qualität der Beziehungen: durch die Zeit, die man sich nimmt, durch das Zuhören, durch die Fähigkeit, das Leben miteinander zu teilen, ohne den anderen sofort zu verdrängen. In der Mongolei kann Kirche nur innerhalb dieser Logik der Großzügigkeit und der Offenbarung entstehen. Und vielleicht berühren wir genau hier einen der tiefsten Kerne der Synodalität: eine Kirche, die sich als ein Netzwerk von Beziehungen versteht, das von der Gegenwart des Herrn belebt, durchdrungen und erneuert wird.<br /><br />Papst Franziskus lobte während seiner Reise in die Mongolei die Missionare, die sich „inkulturiert“ hätten, um „das Evangelium auf mongolische Art zu predigen“. Wie passt dieser Prozess der Inkulturation zur Synodalität?<br /><br />Nimmt man die Perspektive des Abschlussdokuments der Synode ernst, erscheint der Zusammenhang zwischen Inkulturation und Synodalität nahezu unausweichlich. Synodalität besteht nicht in einer partizipatorischen Technik oder einer funktionalen Umverteilung kirchlicher Aufgaben. Sie betrifft vielmehr die Art und Weise, wie das Volk Gottes gemeinsam auf das hört, was der Heilige Geist innerhalb einer gegebenen Geschichte und Kultur sagt.<br />In der Mongolei tritt dieser Punkt besonders deutlich hervor, da sich das Christentum dort noch in der Anfangsphase seiner Verwurzelung befindet und die Schritte der Missionare und der mongolischen Bevölkerung absolut bewundernswert sind. Es geht nicht einfach darum, bestimmte Inhalte in die Landessprache zu übersetzen. Es geht um etwas viel Tieferes: Wie das Evangelium die Vorstellungskraft, die Art und Weise, wie Beziehungen erlebt werden, das Verhältnis zur Zeit, zur Natur, zur Familie und zur Gastfreundschaft prägen kann – allesamt Aspekte, die für die mongolische Kultur spezifisch sind.<br />Ein solcher Prozess kann weder von oben verordnet noch ausschließlich von Missionaren entwickelt werden. Er erfordert vielmehr reale Räume für gemeinsame Unterscheidung. Das Gespräch im Heiligen Geist gewinnt hier eine ganz konkrete Bedeutung, da es neu getauften Mongolen ermöglicht, auszudrücken, was sie als authentisch mit dem Evangelium vereinbar empfinden und was ihnen noch fremd oder von außen auferlegt erscheint. Authentische Inkulturation entsteht stets aus Gegenseitigkeit: Das Evangelium verändert eine Kultur, und gleichzeitig wird die Kirche durch die Begegnung mit diesem Volk verwandelt. Die Synodalität bewahrt und fördert genau diese wechselseitige Dynamik.<br /><br />Welchen Mehrwert bietet die synodale Methodik für eine Kirche, die bereits über einfache und flexible Strukturen verfügt?<br /><br />Tatsächlich sind die Strukturen, denen ich begegnet bin, fragil, vielleicht einfach, aber nicht unbedingt flexibel. Selbst in der Mongolei besteht die Gefahr, dass pastorale Strukturen schnell nach dem Vorbild der kirchlichen Gewohnheiten von Missionaren aufgebaut werden. Das ist verständlich, denn jeder Missionar bringt unweigerlich seine eigene Vorstellung von Kirche mit.<br />Die synodale Methodik fördert die Qualität der Beziehungen. Vor allem ermöglicht sie uns zu erkennen, wie selten es selbst innerhalb der Kirche ist, sowohl dem Wort Gottes als auch anderen wirklich zuzuhören. Man muss anerkennen, dass viele Dynamiken, die in der Mongolei auftreten, denen anderswo ähneln: die Tendenz, sofort zu reagieren, ohne auf das Gesagte einzugehen; die Schwierigkeit, sich wirklich hinterfragen zu lassen; die Schwierigkeit, gemeinsam im Lichte des Wortes Gottes zu urteilen, anstatt allein auf der Grundlage der eigenen pastoralen Überzeugungen.<br />Und die Erfahrungen der letzten Tage waren wahrlich ein großer Fortschritt. So haben beispielsweise einige mongolische Laien ihr Verständnis von Willkommenskultur erläutert. Es ist bemerkenswert, wie viel Wert auf den ersten Kontakt, die Qualität der Präsenz und die Feinfühligkeit gelegt wird, mit der man sich auf das Leben eines anderen einlässt. Dies wirft für alle Beteiligten ganz konkrete Fragen auf: Spiegelt sich diese Sensibilität wirklich in unseren Gemeinden, karitativen Organisationen und Schulen wider? Wie können wir jemanden, der aus finanziellen Gründen kommt und kein Interesse am Glauben hat, herzlich willkommen heißen? Wie können ungleiche Beziehungen zwischen Gebenden und Empfangenden in Großzügigkeit gelebt werden? Die Synodalität ermöglicht es uns gerade, diese Fragen nicht vorschnell abzutun, sondern aufmerksam zu verfolgen.<br />Schließlich ist bereits eine sehr bedeutende Frucht unseres Weges sichtbar: die Bildung einer kleinen Gruppe von Begleitern, die Gespräche im Geist und die Dynamik der Gemeinde anleiten können. In einer Kirche, die das Bedürfnis nach spirituellem Wachstum so stark verspürt, ist dies von unschätzbarem Wert. Das Haus der Spiritualität in der Nähe von Ulaanbaatar verfolgt genau diesen Ansatz. Doch Orte allein genügen nicht. Eine Kirche wächst, wenn es Menschen gibt, die spirituelle Prozesse fördern, die Unterscheidung begleiten und reife kirchliche Beziehungen unterstützen können.<br /><br />Kann die mongolische Erfahrung der Weltkirche etwas bieten, sowohl im Hinblick auf das Verständnis der Synodalität als auch auf das Verhältnis zwischen Evangelisierung und Inkulturation?<br /><br />Ich bin überzeugt: Die Mongolei zwingt die Kirche, sich erneut mit Fragen auseinanderzusetzen, die andernorts Gefahr laufen, aus Gewohnheit in Vergessenheit zu geraten. In vielen Ländern mit alten christlichen Traditionen denken die Menschen unbewusst weiterhin innerhalb eines kulturellen Horizonts, der zwar geschwächt, aber dennoch präsent ist: eine gemeinsame religiöse Sprache, eine gewisse symbolische Vertrautheit, gefestigte Strukturen, moralische und soziale Bezugspunkte, die sich über die Zeit herausgebildet haben. In der Mongolei hingegen tritt das Wesentliche und das, was zu sekundären historischen Schichten gehört, mit größerer Klarheit hervor.<br />Die mongolische Erfahrung erinnert uns alle einmal mehr daran, dass Synodalität nicht aus einem organisatorischen Bedürfnis entsteht. Sie entspringt dem Bedürfnis, echte Gemeinschaft innerhalb einer fragilen, verstreuten, multikulturellen und Minderheitenkirche aufzubauen, den missionarischen Impuls zu nähren und jeden der wenigen Getauften, die sie bilden, wertzuschätzen. In einem solchen Kontext wird besonders deutlich, dass Synodalität sich nicht um Logiken der Opposition oder interner Machtkämpfe formt, sondern um die gemeinsame Verantwortung für die Verkündigung des Evangeliums und für das konkrete Leben der kirchlichen Gemeinschaft.<br />Die mongolische Erfahrung erinnert uns auch daran, dass Synodalität nicht einfach eine Frage vermehrter Beratungen ist. Es geht vielmehr darum, wie die Kirche lernt, Beziehungen zu gestalten, die nicht von Dominanz, Klerikalismus und Selbstbezogenheit geprägt sind. In diesem Sinne erscheint die im Schlussdokument erwähnte „Beziehungsumkehr“ in der Mongolei sehr konkret.<br />Darüber hinaus bietet die Mongolei den ältesten Kirchen eine wertvolle Lektion: Sie erinnert uns daran, dass das Christentum niemals vollständig mit einer Zivilisation, einer Kultur oder einer endgültigen historischen Form übereinstimmt. Das Evangelium bleibt stets im Vergleich zu den Strukturen und Kulturen, die es beherbergen, überbordend.<br /><br />Papst Leo XIV. betonte von seiner Antrittsrede an die Bedeutung der Synodalität für die Kirche. Worin besteht das Besondere am Ansatz des Heiligen Vaters im Vergleich zu der Synodalität, die auf der vorherigen Synodenversammlung als „Sendung, Teilhabe, Gemeinschaft“ definiert wurde?<br /> <br />Jeder Papst bringt unweigerlich seinen eigenen spirituellen Stil, seine eigene Sprache und sein eigenes kirchliches Empfinden mit. Der entscheidende Punkt des synodalen Prozesses betrifft jedoch nicht die Persönlichkeit des Papstes, sondern die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils. Sowohl Papst Franziskus als auch Papst Leo XIV. haben diese Kontinuität nachdrücklich betont. Die Synodalität ist einer der Wege, auf denen die Kirche versucht, die konziliare Ekklesiologie unter den gegenwärtigen historischen Bedingungen tiefer zu verinnerlichen.<br />Aus diesem Grund würde ich nicht von einem Bruch zwischen einer „Synode von Franziskus“ und einer von Leo XIV. eingeleiteten neuen Phase sprechen. Der Prozess ist derselbe. Schwerpunkte, Prioritäten und die Ausübung des Petrusamtes verändern sich zwangsläufig, aber die gemeinsame Überzeugung, dass die Kirche berufen ist, gemeinsam unter der Führung des Heiligen Geistes durch die Geschichte zu gehen, bleibt bestehen.<br />Mir scheint jedoch, dass der gegenwärtige Kontext die prophetische Bedeutung der Synodalität noch deutlicher macht und dass Papst Leo sie voll und ganz erfasst hat. Wir leben in einer Welt, die von zunehmender Polarisierung, Identitätskonflikten und einer fortschreitenden Unfähigkeit geprägt ist, Unterschiede zu akzeptieren, ohne sie in Gegensätze umzuwandeln. In diesem Kontext wird deutlich, dass die Synodalität die Art und Weise hervorhebt, wie die Kirche Zeugnis für die Möglichkeit eines versöhnten Zusammenlebens ablegt. Kirchliche Gemeinschaft beseitigt keine Spannungen, aber sie verhindert, dass diese zu einer Logik gegenseitigen Ausschlusses werden. Und genau das kann auch der Gesellschaft insgesamt vorgelebt werden.<br />Die Kategorien „Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung“ bleiben daher zentral für den Ansatz von Papst Leo XIV. Insbesondere die Mission erscheint zunehmend als der Horizont, der alles andere versöhnen kann. Eine wahrhaft missionarische Kirche kann nicht selbstbezogen leben, denn das Evangelium drängt sie beständig über sich selbst hinaus.<br />Im Laufe des synodalen Prozesses entwickelte sich ein sehr starkes Bewusstsein: Dokumente allein bewirken keine kirchliche Transformation. Sie können Prozesse leiten, verdeutlichen und anstoßen. Die wahren Früchte der Synode hängen jedoch von der konkreten Fähigkeit der Kirchen ab, in ihren Beziehungen, in der Ausübung ihrer Autorität, in ihren pastoralen Praktiken und Strukturen im Sinne ihrer Mission umzukehren. Letztlich lädt die Synode die Kirche nicht dazu ein, etwas anderes zu werden, als sie ist, sondern vielmehr jene Lebensweise, jene Beziehungsgestaltung und jenes Miteinander, die ihren Ursprung und Maßstab in Christus und seinem Evangelium findet, auch in den konkreten Formen des täglichen Lebens tiefer hervortreten zu lassen.<br /> <br />Tue, 19 May 2026 14:51:26 +0200ASIEN/INDIEN - Geiselkrise in Manipur: Christliche Religionsvertreter vermittelnhttps://www.fides.org/de/news/77702-ASIEN_INDIEN_Geiselkrise_in_Manipur_Christliche_Religionsvertreter_vermittelnhttps://www.fides.org/de/news/77702-ASIEN_INDIEN_Geiselkrise_in_Manipur_Christliche_Religionsvertreter_vermittelnImphal – Eine Delegation christlicher Religionsvertreter aus Manipur und anderen nordostindischen Bundesstaaten bemüht sich um eine Vermittlung im ethnischen Konflikt in Manipur. Dieser war zwischen den Kuki und Meitei ausgebrochen und hat nun auch die Naga, eine dritte in Manipur ansässige ethnische Gruppe, in Mitleidenschaft gezogen. Die Religionsvertreter werden insbesondere die Distrikte Kangpokpi und Senapati besuchen, um die anhaltende Geiselkrise zu entschärfen. <br />Auslöser war die Ermordung dreier Baptistenpastoren am 13. Mai im Distrikt Kangpokpi . Am selben Tag wurden 20 Männer – sechs Angehörige der Naga- und 14 Angehörige der Kuki-Gemeinschaft – von ihren jeweiligen bewaffneten Gruppen als Vergeltung für die Unruhen nach dem Anschlag entführt. Seitdem gibt es keine Neuigkeiten über die Geiseln. Der „United Naga Council“ gab an, dass sich unter den sechs Geiseln zwei Pastoren befinden. In der chaotischen Situation wurden auch zwei Mitglieder des Ordens der Salesianer von Don Bosco entführt, später aber wieder freigelassen . <br />An der Vermittlungsinitiative sind Vertreter des Nordostindischen Baptistenkirchenrats und der Manipur Baptist Convention beteiligt. Die Delegation traf sich zunächst mit dem Ministerpräsidenten von Manipur, Yumnam Khemchand Singh, um die Spannungen zwischen den Stammesgemeinschaften zu erörtern. Die Religionsvertreter boten ihre Vermittlung zwischen den Gemeinschaften an und erhielten dafür Unterstützung von den politischen Verantwortlichen, die, so der Premierminister, auf die Religionsvertreter zählen, um „den Dialog wiederaufzunehmen und den Frieden wiederherzustellen“.<br />Eine Gruppe christlicher Vertreter trifft sich mit Vertretern der Kuki; eine zweite Gruppe führt Gespräche mit Vertretern der Naga, um anschließend eine gemeinsame Basis für die anhaltende Geiselkrise zu finden. Inmitten der angespannten Lage hat der „United Naca Council“ eine Blockade verhängt, während die Kuki einen Generalstreik ausgerufen haben. Die Blockade hat Hunderte von Lastwagen auf dem NH-02 zum Stillstand gebracht und den Transport in die von Kuki bewohnten Gebiete sowie nach Imphal, einer Stadt mit mehrheitlich Meitei-Bevölkerung, unterbrochen. Dies schürt die Sorge vor einem Mangel an lebensnotwendigen Gütern. <br />Während die Kuki alle öffentlichen und privaten Aktivitäten eingestellt haben, hat der Kuki-Zo-Council , der diese ebenfalls suspendiert hat, den indischen Premierminister Narendra Modi um die Intervention der Zentralregierung gebeten. Man befürchtet einen großflächigen ethnischen Konflikt zwischen den Naga und den Kuki.<br />Während der Beerdigung der drei Baptistenpastoren, die am 13. Mai bei einem Hinterhalt getötet worden waren, vergab Haominlun Sitlhou, der Sohn von Pastor Vumthang Sitlhou, einem der drei Ermordeten, öffentlich den Mördern seines Vaters. Tausende Gläubige nahmen an der Trauerfeier auf dem Gelände der „Thadou Baptist Association India“ in Motbung teil. <br />Pastor Vumthang Sitlhou war in der Region für sein aktives Engagement für Frieden und Versöhnung sowie für seine Bemühungen um die Koordination und Einheit der christlichen Gemeinden verschiedener ethnischer und Stammesgruppen bekannt. Haominlun Sitlhou erinnerte an das Wirken seines Vaters und appellierte an die wichtigsten am Konflikt beteiligten Organisationen vor Ort, die Geiseln freizulassen und konkrete Schritte für den Frieden in Manipur einzuleiten.<br /> Tue, 19 May 2026 13:06:50 +0200AFRIKA/UGANDA - Ebola-Epidemie: Tag der ugandischen Märtyrer wird verschobenhttps://www.fides.org/de/news/77701-AFRIKA_UGANDA_Ebola_Epidemie_Tag_der_ugandischen_Maertyrer_wird_verschobenhttps://www.fides.org/de/news/77701-AFRIKA_UGANDA_Ebola_Epidemie_Tag_der_ugandischen_Maertyrer_wird_verschobenKampala – Der „Tag der ugandischen Märtyrer“ wurde aufgrund der Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die sich auch auf das Nachbarland Uganda ausgebreitet hat, verschoben. Dies gab der ugandische Präsident Yoweri Museveni an diesem Montag in einer Erklärung bekannt. „Nach Rücksprache mit dem nationalen Krisenstab zur Bekämpfung der Epidemie und mit religiösen Führern haben wir beschlossen, den Tag der Märtyrer am 3. Juni auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, der noch bekannt gegeben wird“, hieß es in der Erklärung. <br />Präsident Museveni erklärte, die Entscheidung sei gefallen, weil jedes Jahr Tausende von Pilgern aus dem Osten des Kongo, der derzeit von einer Ebola-Epidemie betroffen ist, nach Uganda kommen. „Um das Leben aller zu schützen, ist es unerlässlich, dass diese wichtige Veranstaltung verschoben wird“, beton der Präsident. <br />Die Entscheidung des Präsidenten wurde von den ugandischen katholischen Bischöfen begrüßt, die in einer Erklärung, die Fides vorliegt, „den katholischen Gläubigen Empfehlungen an die Hand geben, damit dieser wichtige Gedenktag im Geiste des Gebets begangen werden kann.“<br /> „Das Gedenken an die Märtyrer Ugandas ist und bleibt ein tiefgreifendes Zeugnis des Glaubens, des Mutes, der Treue zu Christus und des unerschütterlichen Bekenntnisses zu christlichen Werten“, bekräftigen die Bischöfe. Daher werden „Diözesen und Pfarreien trotz der Verschiebung der nationalen Gedenkfeier in Namugongo ermutigt, den Tag gemäß den Anweisungen des Diözesanbischofs und der zuständigen Regierungsbehörden zu begehen“.<br />Die ugandische Bischofskonferenz lädt zudem alle Mitglieder der Kirche ein, „für unser Land, für die Beschäftigten im Gesundheitswesen und für alle von den Umständen, die die Verschiebung notwendig gemacht haben, Betroffenen zu beten“.<br />Die Bischöfe appellieren an die Regierung und das Gesundheitsministerium, „die Richtlinien zu befolgen“ und bitten die Medien, „umfassend über den Ebola-Ausbruch zu berichten“.<br />„Als Hirten des Volkes Gottes rufen wir alle Gläubigen dazu auf, ruhig, betend, geeint und voller Hoffnung zu bleiben. Das Zeugnis der ugandischen Märtyrer inspiriert die Kirche und die Nation weiterhin und erinnert uns daran, dass wahrer Glaube täglich durch Liebe, Opferbereitschaft, Wahrheit und Treue zu Gott gelebt wird“, heißt es in der Erklärung abschließend.<br />Auch die "Church of Uganda“, die zur Anglikanischen Gemeinschaft gehört, befürwortet die Verschiebung der Feierlichkeiten zum Gedenktag der ugandischen Märtyrer.<br />In einer am 18. Mai veröffentlichten Erklärung bestätigte der Provinzsekretär der Church of Uganda, Reverend Canon William Ongeng, dass die Entscheidung nach Konsultationen zwischen der Regierung, den Seuchenschutzbehörden und religiösen Führern getroffen wurde. <br />Der Tag der Märtyrer von Uganda gedenkt 45 zum Christentum konvertierten im Alter zwischen 14 und 50 Jahren, die in den frühen Jahren des Christentums in Uganda zwischen 1885 und 1887 aufgrund ihres Glaubens getötet wurden. Unter ihnen waren 22 Katholiken, die 1920 selig- und 1964 heiliggesprochen wurden. Am Tag der Märtyrer von Uganda kommen jedes Jahr Millionen von Pilgern aus Uganda und den Nachbarländern zum Heiligtum von Namugongo.<br />Der Ebola-Ausbruch begann in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo und wird durch das Ebola-Bundibugyo-Virus verursacht .<br />Mitte Mai gab es ein Dutzend laborbestätigte Fälle sowie Hunderte Verdachtsfälle und schätzungsweise 80 bis 100 Todesfälle, die auf die Infektion zurückzuführen sein sollen. Verdachtsfälle wurden auch aus Kampala und der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa gemeldet.<br /> Tue, 19 May 2026 12:45:51 +0200Zehn Jahre nach der Ermodung: In der Slowakei wird an die Ärztin und Missionsschwester Veronika Racková erinnerthttps://www.fides.org/de/news/77700-Zehn_Jahre_nach_der_Ermodung_In_der_Slowakei_wird_an_die_Aerztin_und_Missionsschwester_Veronika_Rackova_erinnerthttps://www.fides.org/de/news/77700-Zehn_Jahre_nach_der_Ermodung_In_der_Slowakei_wird_an_die_Aerztin_und_Missionsschwester_Veronika_Rackova_erinnertVon Bohumil Petrík<br /><br />Bánov – „Ich kann die Menschen im Sudan nicht verlassen, weil ich sie liebe“: Das sagte Schwester Veronika Racková, Ärztin und Missionarin, über sich selbst, bevor am 16. Mai 2016 südsudanesische Soldaten an einem Kontrollpunkt auf sie schossen .<br />Zehn Jahre nach ihrem Tod am 20. Mai 2016 in einem Krankenhaus in Nairobi ist die Erinnerung an ihr Zeugnis, insbesondere in ihrer Heimat, weiterhin lebendig. Viele hoffen, dass das Seligsprechungsverfahren für die slowakische Ordensschwester bald beginnen wird.<br />Der Apostolische Nuntius in der Slowakei, Erzbischof Nicola Girasoli, zelebrierte am Sonntag, dem 17. Mai, in Bánov, dem Geburtsort von Schwester Veronika Racková, einen Gottesdienst zum zehnten Jahrestag ihrer Ermordung.<br />In seiner Predigt während der Messe in der Kirche des heiligen Erzengels Michael erinnerte Erzbischof Girasoli daran, dass Schwester Veronikas Zeugnis sie zu einem Vorbild missionarischen Engagements mache. Der Nuntius äußerte seine Hoffnung, dass alle, angefangen bei ihren Mitschwestern und denen, die sie in der Slowakei und im Südsudan kannten, dazu beitragen würden, „damit der Seligsprechungsprozess beginnen kann, denn ihr Zeugnis christlichen Lebens ist wunderschön, und die heutige Feier hilft uns, in dieser Richtung weitere Fortschritte zu erzielen.“<br />Veronika Racková wurde 1958 in Bánov, einer Stadt, die damals zur Tschechoslowakei gehörte, geboren. Sie war Ärztin und gehörte der Kongregation der Steyler Missionsschwestern an. Als Missionarin und Ärztin arbeitete sie zunächst in Ghana und später im Sudan, jenem Teil des Landes, der während ihrer Missionszeit seine Unabhängigkeit erklärte und den Südsudan hervorbrachte.<br />Die slowakische Ordensschwester leitete das „St.Bakhita’s Medical Center“ in Yei. <br />Laut einem damaligen Bericht von Fides erhielt Schwester Veronika am 16. Mai gegen Mitternacht einen dringenden Notruf wegen einer Frau mit Geburtskomplikationen. Die Ordensschwester begleitete die Patientin mit dem Krankenwagen zum „Harvester’S Health Center“, einer Einrichtung, die besser für die Versorgung von Müttern und Neugeborenen ausgestattet war. Auf dem Rückweg wurde sie von Schüssen getroffen, die von bewaffneten Männern, Soldaten der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee , abgefeuert wurden.<br />Schwester Veronika wurde umgehend in ein Krankenhaus in Nairobi gebracht, wo sie nach mehreren Tagen ihren Verletzungen erlag.<br />In ihrem letzten Interview erzählte Schwester Veronika, dass vor der Gründung des Staates Südsudan ökumenische Gebete für den Erfolg des Unabhängigkeitsreferendums gesprochen worden waren: „Nicht nur die Kirche im Sudan und in Afrika war beteiligt, sondern die ganze Welt. Meine Mitschwestern im Dorf Ivanka pri Dunaji in der Slowakei übersetzten das Gebet für das Referendum ins Slowakische, sodass auch sie auf Slowakisch beteten.“<br />Als sich die Sicherheitslage im Land zuspitzte, wurde die Ordensgemeinschaft gefragt, ob sie in ihre Heimat zurückkehren wolle.<br />„Wir haben darüber nachgedacht, jede Nonne für sich und dann als Gemeinschaft“, erklärte Veronika im Interview, „und wir entschieden zu bleiben, weil wir spürten, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und dass Gott mit uns war. Diese Menschen brauchten uns nicht so sehr wegen unserer Arbeit, sondern um gemeinsam beten und beisammen sein zu können.“<br />Aufgrund ihrer Missionserfahrung riet Schwester Veronika: „Was die Länder der Dritten Welt betrifft, nehmt nichts als selbstverständlich hin. Sorgt für euer Leben und eure Familie. Lasst uns solidarisch an der Seite der Bedürftigen stehen.“<br />Bei der Gedenkfeier im Südsudan fünf Jahre nach ihrem Tod sagte der damalige Bischof von Yei, Erkolano Lodu Tombe: „Die Kirche kann nicht zulassen, dass Ungerechtigkeit die Welt weiterhin zerstört. Deshalb zieht sich der noch laufende Fall von Schwester Veronika viel zu lange hin. Aber so funktionieren Gerichtsverfahren, und wir müssen weitermachen, bis wir vor Gericht Gerechtigkeit erfahren.“<br />2019 verlieh der slowakische Präsident Andrej Kiska Schwester Veronika posthum das Pribina-Kreuz Erster Klasse für ihren „außergewöhnlichen Beitrag zur sozialen Entwicklung der Slowakischen Republik durch präventive Gesundheitsdienste und ihre missionarische Tätigkeit“.<br />Bei der Gedenkfeier am vergangenen Sonntag erinnerte Pfarrer Peter Čieško von der Gemeinde Bánov daran, dass die Einwohner von Schwester Veronikas Heimatstadt zu Recht stolz auf ihre Mitbürgerin seien und dass der Blick auf Schwester Veronika den Menschen große Ermutigung biete, nicht nur für sich selbst zu leben, sondern bereit zu sein, anderen ihre Hilfe anzubieten.<br /><br />Tue, 19 May 2026 12:28:28 +0200EUROPA/SPANIEN - Tag der Missionare und Missionarinnen der Erzdiözese Madrid: “Der Herr ruft immer wieder”https://www.fides.org/de/news/77698-EUROPA_SPANIEN_Tag_der_Missionare_und_Missionarinnen_der_Erzdioezese_Madrid_Der_Herr_ruft_immer_wiederhttps://www.fides.org/de/news/77698-EUROPA_SPANIEN_Tag_der_Missionare_und_Missionarinnen_der_Erzdioezese_Madrid_Der_Herr_ruft_immer_wiederMadrid – „Wir danken von Herzen“ lautete das Motto des Tages der Missionare und Missionarinnen, der im Erzbistum Madrid am Sonntag, dem 17. Mai, dem Hochfest Christi Himmelfahrt, begangen wurde.<br />Zentraler Höhepunkt des Tages war die Eucharistiefeier in der Almudena-Kathedrale mit dem Erzbischof von Madrid, Kardinal José Cobo.<br />Die jährliche Feier, die von der Missionsdelegation in Zusammenarbeit mit den Päpstlichen Missionswerken veranstaltet wurde, bot Gelegenheit, für das Leben und Zeugnis der mit der Diözese verbundenen Missionare und Missionarinnen zu danken. Gleichzeitig wurden jene, die im kommenden Pastoraljahr in die Mission „ad gentes“ aufbrechen, verabschiedet und die bereits im Missionsgebiet tätigen Missionare und Missionarinnen erneut gesegnet.<br />Die bischöfliche Missionsdelegation erinnert daran, dass die Erzdiözese Madrid derzeit 533 Missionare in 84 Ländern hat: 138 Ordensfrauen, 4 Klausurschwestern, 94 Ordensmänner, 223 Laien – darunter 71 Missionsfamilien – und 74 Diözesanpriester, die auf fünf Kontinenten verteilt sind. Laut der Delegation bilden sie alle das konkrete Gesicht einer Kirche, die sich nach außen wendet und berufen ist, die Evangelisierung über die Grenzen der Diözese hinaus voranzutreiben.<br />Der bischöfliche Missionsdelegierte und Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke in der Erzdiözese Madrid, Manuel Cuervo Godoy, betont gegenüber Fides, dass die missionarische Berufung „nicht als isoliertes Ereignis entsteht, sondern als ein Prozess, der im täglichen Glaubensleben reift“, durch Seelsorge, Katechese, soziales Engagement und persönliche Berufungsfindung innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft.<br />In diesem Sinne erinnert er die grundlegende Rolle von Pfarreien, Gemeinden und missionarischen Gruppen bei der Begleitung von Berufungen sowie die Bedeutung von Ausbildung, Entscheidungsfindung und Aussendung in Gemeinschaft mit der Weltkirche, berufen zu einem „Zustand permanenter Mission“. „Der Herr ruft immer wieder; die Kirche ist missionarisch, eine Kirche, die hinausgeht“, betont er in diesem Zusammenhang. Er hebt auch die Bedeutung der Gemeinschaft hervor: „Wenn Missionare und Missionarinnen uns besuchen, bitten sie uns vor allem um Gebete für ihre Arbeit.“<br />Die bischöfliche Delegation für die Missionen stellt zudem fest, dass die missionarische Seelsorge in Madrid von einem breiten kirchlichen Netzwerk getragen wird, das nicht nur die Begleitung bereits ausgesandter Missionare und Missionarinnen ermöglicht, sondern auch die Förderung neuer Berufungen, insbesondere unter Laien und jungen Menschen. In diesem Sinne wird daran erinnert, dass das missionarische Leben „auf der täglichen Erfahrung von Glaube und Dienst gründet und nicht nur auf einzelnen Entscheidungen.“<br />Im Rahmen des diözesanen Tages der Missionare und Missionarinnen sprach Fides mit María Ángeles, einer Laienmissionarin aus Madrid, die dem Missionsverein OCASA angehört und deren Berufung sich allmählich entwickelte. „Meine missionarische Berufung war schon in meiner Kindheit angelegt“, sagt María Ángeles und erinnert sich daran, wie der Kontakt mit Missionsschwestern in ihrer Kindheit in ihr den Wunsch weckte, am Leben der Völker teilzuhaben, zu denen sie gesandt worden waren. „Mein Leben, ohne große Ereignisse, war geprägt von Dankbarkeit gegenüber Gott für die empfangenen Gaben, insbesondere Großzügigkeit und den Dienst am Nächsten“, erklärt sie.<br />Im Lauf der Zeit hat María ein starkes soziales und seelsorgerisches Engagement in ihrer Heimat entwickelt und in Aufnahmezentren für HIV-Positive, Obdachlosenheimen, Caritas-Projekten und im Katechismusunterricht ihrer Gemeinden mitgewirkt. „Ich war immer mit den Pfarrgemeinden in meiner Umgebung verbunden“, betont sie.<br />„Der Ruf zur Mission hat mich stets begleitet“, erklärt sie und betont, dass ihre Berufung nicht das Ergebnis einer einzelnen Erfahrung, sondern eines fortschreitenden Erkenntnisprozesses ist. Auf diesem Weg sammelte sie Erfahrungen in verschiedenen Missionsprojekten in Ecuador, der Dominikanischen Republik, Burkina Faso und Mali, die ihren Glauben und ihre Hilfsbereitschaft stärkten.<br />Die Missionarin erklärt außerdem, dass Zeit ein Schlüsselelement ihrer Berufung war: „Gott hat seine Zeit, die nicht meine ist“, bemerkt sie und bezieht sich damit auf einen Prozess, in dem Geduld und Unterscheidungsvermögen wesentlich für die Entwicklung ihrer Antwort auf den Ruf waren. <br />María Ángeles bereitet sich derzeit auf eine neue Aufgabe als Laienmissionarin in der Dominikanischen Republik vor, in der Gemeinde Sabaneta im Bistum San Juan de la Maguana, wo sie in der Seelsorge und der Gemeindearbeit mitwirken wird.<br />Das diesjährige Motto „Wir danken von Herzen“ drückt Dankbarkeit gegenüber all jenen aus, die ihr Leben der Mission gewidmet haben, und lädt die gesamte Diözesangemeinschaft ein, ihr Engagement für die Evangelisierung zu erneuern. „Nur wer sein Leben großzügig hingibt, kann Missionar sein“, betont die bischöfliche Missionsdelegation.<br />Kardinal José Cobo brachte in seinem Grußwort an die Missionare und Missionarinnen seinen Dank zum Ausdruck: „Vielen Dank, dass Sie die Kirche auf fünf Kontinenten und in 84 Ländern gegenwärtig machen. Sie sind eine lebendige Gegenwart der Liebe des Vaters zu allen Menschen, ein Zeichen dafür, dass wir eine Kirche sind, die hinaus geht und berufen ist, diese liebende Gegenwart zu sein, das Angebot Christi an alle Menschen zu verkörpern und anderen sichtbar zu machen. Vielen Dank an die kranken Missionare unserer Diözese, an all jene, die die Missionsgebiete nicht erreichen können und sie dennoch durch ihr Leiden und Gebet unterstützen, ein Gebet, das die Missionare beschützt und begleitet. Vielen Dank an die Priester, Ordensleute, geweihten Männer und Frauen, geweihten Laien, Familien und kranken Missionare: Wir danken von Herzen!“.<br />Unterdessen bereitet sich das Erzbistum Madrid auf den bevorstehenden Besuch von Papst Leo XIV. am 6., 7. und 8. Juni vor. Dieser Besuch ist ein Zeichen der Einheit und Erneuerung im Glauben und bekräftigt die missionarische Berufung und den Wunsch, mit der Vision eines christlichen Glaubens auf den Weg einer Kirche „im Aufbruch“.<br /> Tue, 19 May 2026 11:55:49 +0200Kardinal Tagle in Burundi zum 75jährigen Bestehen des Priesterseminas “St. Petrus Claver”: “Jedes Seminar ist ein Abendmahlssaal”https://www.fides.org/de/news/77699-Kardinal_Tagle_in_Burundi_zum_75jaehrigen_Bestehen_des_Priesterseminas_St_Petrus_Claver_Jedes_Seminar_ist_ein_Abendmahlssaalhttps://www.fides.org/de/news/77699-Kardinal_Tagle_in_Burundi_zum_75jaehrigen_Bestehen_des_Priesterseminas_St_Petrus_Claver_Jedes_Seminar_ist_ein_AbendmahlssaalBujumbura - Kardinal Luis Antonio Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung , besuchte am Samstag, dem 16. Mai 2026, Burundi. Der philippinische Kardinal wurde am Flughafen von Bujumbura von einer großen Menge Gläubiger, Priester und Ordensleute herzlich empfangen, die ihre Dankbarkeit zum Ausdruck brachten. Das Erzbistum Bujumbura berichtet auf seiner offiziellen Website, dass insbesondere die Pfarreien in der Nähe des Flughafens – Buterere, Gatumba und Muramvya – sowie jene in der Nähe der Apostolischen Nuntiatur dem Gesandten des Heiligen Vaters einen herzlichen Empfang bereiteten.<br />Der Besuch diente in erster Linie der Feier des 75-jährigen Bestehens des Priesterseminars „St. Peter Claver“ in Burundi, das seit 1950 Kandidaten für das Priesteramt ausbildet. In seiner Predigt erläuterte Kardinal Tagle über das Geheimnis des Letzten Abendmahls und dessen Bedeutung für die Priesterausbildung und entwickelte dabei drei spirituelle Aspekte: kirchliche Gemeinschaft, gemeinschaftliche Vielfalt und Gebet.<br /><br />Die Friedensbotschaft von Papst Leo XIV.<br /><br />Gleich zu Beginn seiner Predigt übermittelte Kardinal Tagle die Botschaft des Papstes: „Der auferstandene Herr grüßt uns weiterhin mit den Worten: ‚Friede sei mit euch.‘ Papst Leo XIV. hat diesen Gruß vom ersten Augenblick seines Pontifikats an zu seinem eigenen gemacht und mich beauftragt, ihn mit der Versicherung seiner väterlichen Liebe weiterzugeben.“<br />Anschließend begründete er die Jubiläumsfeier mit einem Zitat aus dem Buch Tobit: „Es ist gut, das Geheimnis eines Königs zu wahren, die Werke Gottes aber zu offenbaren und ehrend zu bekennen“.<br />Er würdigte die Pioniere der Evangelisierung in Burundi und begrüßte die laufenden Ausbildungsprojekte, insbesondere das vorbereitende Priesterseminar in Cibitoke und das im Bau befindliche Priesterseminar „Erzbischof Michael Aidan Courtney“ in Minago in der Diözese Ruyigi. Die Wahl von Minago für dieses Projekt ist kein Zufall: Genau an diesem Ort wurde Erzbischof Michael Aidan Courtney, damals Apostolischer Nuntius in Burundi, am 29. Dezember 2003 ermordet. Ein Denkmal zur Erinnerung an ihn wurde in Minago am 14. August 2025 von Kardinal Pietro Parolin, dem vatikanischen Staatssekretär, während seines Besuchs in Burundi eingeweiht und gesegnet.<br />Kardinal Tagle wandte sich direkt an die anwesenden Seminaristen und wiederholte die Worte von Papst Leo XIV. anlässlich des Jubiläums der Seminaristen im Petersdom am 24. Juni 2025: „Liebe Seminaristen, die Weisheit der Mutter Kirche, geleitet vom Heiligen Geist, sucht stets nach den geeignetsten Wegen zur Ausbildung der Priester, den Bedürfnissen des jeweiligen Ortes entsprechend. Was ist eure Aufgabe in diesem Bestreben? Es ist, euch niemals mit dem Erreichten zufriedenzugeben, niemals nur passive Empfänger zu sein, sondern mit Leidenschaft das priesterliche Leben zu leben, in der Gegenwart zu präsent zu sein und mit prophetischem Herzen in die Zukunft zu blicken.“<br />Diese Empfehlung gab den Ton für die Erläuterungen vor, die sich auf den Abendmahlssaal als Vorbild für das Priesterseminar konzentrierte – einen Ort, der seit 75 Jahren in Burasira unter der Leitung des Heiligen Geistes steht.<br /><br />Cum Petro et sub Petro: kirchliche Gemeinschaft <br /><br />Der erste Aspekt, mit dem sich Kardinal Tagle befasste, betraf das Leben in Gemeinschaft. In seiner Betrachtung der Apostelgeschichte erinnerte er daran, wie die Elf nach der Himmelfahrt Jesu vereint blieben: „Nachdem die Apostel Jesus in den Himmel auffahren sahen, standen sie allein vor ihrem Schicksal. Der Meister, der sie zusammengeführt hatte, war nicht mehr sichtbar, doch sie blieben vereint, eng verbunden, bevor sie in alle Welt zerstreut wurden, um das Evangelium zu verkünden.“<br />Der Kardinal betonte den Primat des Petrus und zitierte Christi Verheißung: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“ Anschließend erläuterte er die ekklesiologischen Implikationen: „Jedes Priesterseminar ist ein Abendmahlssaal, in dem man lernt, die Erfahrung der kirchlichen Gemeinschaft zu leben, unter dem Vorsitz des Nachfolgers des Apostels Petrus. Die Gemeinschaft geht der Mission voraus, befruchtet sie und nährt sie.“<br />Unter Bezugnahme auf die lateinische Formel „Cum Petro et sub Petro“ betonte der Kardinal, dass diese Gemeinschaft „die Anerkennung der Abhängigkeit von einer fundamentalen Kraft voraussetzt, aus der die Jünger Kraft und Inspiration schöpfen“. Er erinnerte zudem unter Bezugnahme auf die Enzyklika „Lumen Fidei“ von Papst Franziskus daran, dass „das Lehramt des Papstes und der mit ihm in Gemeinschaft stehenden Bischöfe nichts Äußerliches oder eine Einschränkung der Freiheit ist, sondern den Kontakt mit der ursprünglichen Quelle des Glaubens gewährleistet“.<br /><br />Eine Kirche der Vielfalt<br /><br />Der zweite behandelte Punkt betraf die gemischte Natur der Abendmahlsgemeinschaft. Kardinal Tagle reflektierte über Marias Anwesenheit an der Seite der Apostel: „Die Kirche besteht nicht nur aus den Aposteln, sondern umfasst auch Frauen, darunter Maria, die Mutter Jesu.“ Er beschrieb Maria als „eine vorbildliche Jüngerin, die stets danach strebte, in allem Gottes Willen zu folgen“ und ihrer Antwort an den Engel treu blieb: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast.“<br /><br />Er zitierte den heiligen Paulus: „Die Gnadengaben sind vielfältig, aber es ist derselbe Geist, der sie spendet. Die Dienste sind vielfältig, aber es ist derselbe Herr, der sie beseelt.“ Diese Ekklesiologie der Komplementarität führt zu einer wichtigen Frage: „Die Ausbildung von Priesterkandidaten betrifft nicht nur bestimmte Bereiche der Kirche, wie Bischöfe und einige Priester. Jedes Mitglied der Kirche und jede Gruppe von Jüngern ist von dem betroffen, was im Abendmahlssaal unserer Seminare geschieht.“<br /><br />Der Kardinal rief die burundischen Gemeinden dazu auf, ihre Priesterseminare materiell zu unterstützen, und erinnerte an die Worte Christi: „Gebt ihr ihnen zu essen.“<br /><br />Das Gebet, eine Waffe des Dienstes<br /><br />Der dritte und letzte Aspekt betraf das Gebet als „die Haupttätigkeit der Abendmahlsgemeinschaft“. Kardinal Tagle bezog sich dabei auf das Johannesevangelium, in dem Jesus betet: „Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht!“ und kommentierte: „Die Herrlichkeit Jesu ist daher nicht die der Welt, sondern die der vollen Offenbarung von Gottes Liebe zu ihm und seinen Brüdern und Schwestern in der Menschheit. Es ist die Herrlichkeit des Leidens am Kreuz.“<br /><br />Er betonte, dass „das Gebet bis zum Ende, bis zum Gipfel von Golgatha, die Waffe von Jesu Wirken war“ und erinnerte daran, dass Jesus auch nach der Auferstehung „mehr denn je unser Fürsprecher beim Vater ist“.<br /><br />Der heilige Petrus Claver, ein Vorbild der Hingabe an Gott<br /><br />Abschließend erinnerte Kardinal Tagle an den Namensgeber des Seminars, dem heiligen Petrus Claver, einem spanischen Jesuiten, der am 26. Juni 1580 in Verdú in Katalonien, geboren wurde und am 8. September 1654 in Cartagena de Indias im heutigen Kolumbien starb und sich „am 3. April 1622 selbst zum Sklaven der Afrikaner für immer erklärte“. Nach Abschluss seines Theologiestudiums in Bogotá wurde er nach Cartagena an der Karibikküste entsandt, wo er 1616 zum Priester geweiht wurde. Er verbrachte den Rest seines Lebens dort im Dienst der Sklaven, die in diesem Hafen aus Afrika an Land gingen. Cartagena war einer von zwei spanischen Häfen, die für die Aufnahme von Sklaven bestimmt waren. Schätzungsweise 10.000 Sklaven kamen zu Petrus Clavers Zeiten jährlich an, und sie befanden sich nach der langen Seereise meist in einem sehr schlechten Zustand. Petrus Claver wartete mit erbettelten Proviantmitteln am Kai. Begleitet von ehemaligen Sklaven, die als Dolmetscher dienten, ging der spanische Jesuit an Bord der Schiffe und begrüßte die Menschen an Deck, bevor er in den Schiffsraum hinabstieg, um die Kranken zu versorgen. „Er reinigte Wunden, trug Salben auf, legt Verbände an und sprach mit ihnen über Gott“ heißt es auf der Website der Jesuiten. 44 Jahre lang hieß Petrus Claver Sklaven willkommen, wenn sie von Bord gingen, versorgte und pflegte sie. Er kleidete sie, tröstete sie und unterwies sie im Glauben. Er besuchte auch Leprakolonien und pflegte Pestkranke; schließlich war es die Pest, die ihn in Cartagena das Leben kostete. Der Kardinal betonte, dass dieser Heilige „selbst Ablehnung und Missverständnisse erfahren hatte, nicht nur seitens der Kolonialherrschaft, sondern auch innerhalb seines eigenen Ordens“, aber dass er „uns ein wunderbares Beispiel dafür hinterlassen hat, wie man den Widrigkeiten des Lebens begegnet“.<br /><br />Der Weg von der Passion zur Herrlichkeit<br /><br />„Der heilige Petrus lehrt uns in der zweiten Lesung dieser Liturgie, dass wir lernen müssen, an Christi Leiden teilzuhaben, um uns freuen zu können, wenn seine Herrlichkeit offenbart wird“, so der Kardinal abschließend, „Wir können den wunderbaren Garten der Auferstehung nicht erreichen, ohne notwendigerweise durch den engen und beschwerlichen Garten Gethsemane zu gehen, der zum schmerzhaften Garten Golgatha führt. Brüder und Schwestern, die Zusammensetzung der gemischten Gemeinschaft des Abendmahls lehrt uns, dass wir alle – Männer und Frauen, Apostel oder einfache Jünger, Blutsverwandte Jesu – auf diesem Weg von der Passion zur Herrlichkeit, vom Kreuz zur Auferstehung, im Geist des Gebets und der Hingabe an Gott verbunden sind. Insbesondere aber sind die Hirten aufgerufen, Vorbilder des Glaubens, der Liebe und des Gebets unter ihren Brüdern und Schwestern zu sein.“ Eine kraftvolle spirituelle und ekklesiologische Herausforderung.<br /> <br /><br />Mon, 18 May 2026 11:07:10 +0200AFRIKA/SÜDSUDAN - Bischof von Tombura Yambio: “Mögen Führungskräfte, Kirchen, junge Menschen, Frauen, Intellektuelle, die Zivilgesellschaft und Familien Brücken der Heilung und des Friedens sein”https://www.fides.org/de/news/77695-AFRIKA_SUeDSUDAN_Bischof_von_Tombura_Yambio_Moegen_Fuehrungskraefte_Kirchen_junge_Menschen_Frauen_Intellektuelle_die_Zivilgesellschaft_und_Familien_Bruecken_der_Heilung_und_des_Friedens_seinhttps://www.fides.org/de/news/77695-AFRIKA_SUeDSUDAN_Bischof_von_Tombura_Yambio_Moegen_Fuehrungskraefte_Kirchen_junge_Menschen_Frauen_Intellektuelle_die_Zivilgesellschaft_und_Familien_Bruecken_der_Heilung_und_des_Friedens_seinTombura Yambio – „Western Equatoria war nicht nur als Kornkammer des Südsudans bekannt, sondern auch als Hort friedlichen Zusammenlebens, als grünes Herz des Südsudans, als Garten der Gastfreundschaft, als Heimat des Dialogs, als Land harter Arbeit und als Zufluchtsort der Menschenwürde“, so Bischof Eduardo Hiiboro Kussala von Tombura Yambio in einer Botschaft an die Behörden, die religiösen Führer und die gesamte Bevölkerung. Der Mai steht im gesamten Südsudan im Zeichen des Nationalfeiertags mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen und Treffen zur Erinnerung an die Geschichte der Unabhängigkeit des Landes.<br />„Doch im Laufe der Jahre haben sich schmerzhafte Herausforderungen in unsere Gesellschaft eingeschlichen“, so Bischof Hiiboro weiter. „Gewalt, politische Instabilität, wirtschaftliche Not, Unsicherheit, Vertreibung, Misstrauen und Spaltung haben unser soziales Gefüge schwer beschädigt. Verschiedene Teile unseres geliebten Staates, von den Angriffen der "Lord’s Resistance Army" bis hin zu den Konflikten in Mundri, Maridi, Yambio, Ezo und Tombura , haben Schmerz, Angst, Vertreibung und Leid erfahren. Doch nach all diesen schmerzhaften Jahren ist eine Wahrheit ganz deutlich geworden: Gewalt hat unsere Gemeinschaften nicht geheilt. Hass hat das Vertrauen untergraben. Rache lässt keinen Frieden entstehen.“<br /> „Wahrer Frieden entsteht durch Dialog. Deshalb appelliere ich heute an alle unsere Bürgerinnen und Bürger: Lasst uns die Kultur des respektvollen Dialogs, der Versöhnung und der Einheit wiederbeleben. Mögen die Verantwortlichen offen mit den Gemeinden sprechen. Mögen Führungskräfte, Kirchen, junge Menschen, Frauen, Intellektuelle, die Zivilgesellschaft und Familien Brücken der Heilung und des Friedens sein. Vor allem aber lasst uns die Heiligkeit des menschlichen Lebens schützen. Das Leben ist ein Geschenk Gottes”, so der Bischof.<br />Bischof Hiiboro betont mit Blick auf den unangemessenen Umgang mit Medien, wie schädlich impulsiver Gebrauch sein kann. „Heute kann eine unbedachte Nachricht Beziehungen zerstören, die über Generationen gewachsen sind“, hebt der Prälat hervor. „Eine Beleidigung, die man vor einem Handybildschirm schreibt, kann Hass in vielen Herzen säen. Worte haben Macht. Sie können heilen oder zerstören, vereinen oder spalten. Eine Gesellschaft wird zu dem, was ihre Mitglieder durch Worte, Einstellungen und Taten beständig säen. Lasst uns daher eine Sprache der Einheit entwickeln, die von Respekt, Weisheit, Heilung, Ermutigung und Verantwortung geprägt ist. Mögen unsere Worte Beziehungen schützen, anstatt sie zu zerstören. Ich lade alle unsere Mitmenschen ein, zum Gebet zurückzukehren und sich fest an Christus, den Friedensfürsten, zu klammern. Das Gebet verändert Einstellungen, heilt Erinnerungen, lindert Bitterkeit und erneuert Gemeinschaften“.<br />Der Bischof von Tombura Yambio, der sich seit Langem für Dialog und Menschenrechte einsetzt, schließt seinen Appell mit einem Aufruf zur Einheit statt zur Spaltung. „An die politischen Führungskräfte: Führung bedeutet Dienen, nicht Spaltung. An die Jugend: Nutzt eure Energie und Intelligenz, um die Zukunft durch Bildung, Landwirtschaft, Innovation, Unternehmertum und Friedensarbeit zu gestalten. An die Frauen: Bleibt Hüterinnen des Lebens, der Heilung und der Versöhnung. An die traditionellen Anführer: Besinnt euch auf die Weisheit des Dialogs, der Geduld und der moralischen Führung. An die religiösen Führer: Verteidigt weiterhin Wahrheit, Gerechtigkeit, Frieden und Einheit ohne Furcht, Schrecken oder Stammesdenken. Und an unser gesamtes Volk: Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, Western Equatoria zu Frieden und Entwicklung zurückzuführen, damit unser Bundesstaat einen bedeutenden Beitrag zur Einheit und Zukunft des Südsudans leisten kann.“<br /> <br />Mon, 18 May 2026 08:58:47 +0200AFRIKA/SIMBABWE - Bischöfe äußern erneut Zweifel an der geplanten Verfassungsänderunghttps://www.fides.org/de/news/77696-AFRIKA_SIMBABWE_Bischoefe_aeussern_erneut_Zweifel_an_der_geplanten_Verfassungsaenderunghttps://www.fides.org/de/news/77696-AFRIKA_SIMBABWE_Bischoefe_aeussern_erneut_Zweifel_an_der_geplanten_VerfassungsaenderungHarare – Die Bischöfe Simbabwes äußerten sich „zutiefst besorgt“ darüber, dass die geplante Verfassungsrevision „grundlegende Verfassungsprinzipien untergräbt, die institutionelle Unabhängigkeit schwächt, die direkte demokratische Teilhabe einschränkt und die verfassungsmäßigen Garantien gegen Machtkonzentration und -missbrauch aushöhlt“.<br />Sie appellieren daher „respektvoll an das Parlament, jene Bestimmungen des Gesetzentwurfs abzulehnen, die mit der verfassungsmäßigen Demokratie, der Souveränität des Volkes und der langfristigen Stabilität und Integrität der simbabwischen Verfassungsordnung unvereinbar sind“.<br />Die Position der Mitglieder der simbabwischen Bischofskonferenz wurde in einer ausführlichen Erklärung dargelegt, die vom Vorsitzenden und vom stellvertretenden Vorsitzenden, Bischof Raymond Mupandasekwa von Masvingo und Administrator von Chinhoyi, sowie Bischof Rudolf Nyandoro von Gweru, unterzeichnet wurde. Bereits im März hatten die Bischöfe ihre Ablehnung des von der Regierungsmehrheit vorgelegten Verfassungsreformvorschlags zum Ausdruck gebracht .<br />Die Erklärung vom 12. Mai bekräftigt, dass „die katholische Kirche in Simbabwe sich nicht als politischer Akteur, sondern als moralische und bürgerliche Stimme am Verfassungsprozess beteiligt, die sich dem Schutz der Menschenwürde, dem Konstitutionalismus, der demokratischen Teilhabe, der Gerechtigkeit, der Rechenschaftspflicht und dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt. Verfassungsfragen sind nicht bloß juristische und technische Angelegenheiten; sie prägen die moralischen und institutionellen Grundlagen des nationalen Lebens“.<br />Andere christliche Konfessionen, wie der Zimbabwe Council of Churches , die Evangelical Fellowship of Zimbabwe, die zusammen mit der katholischen Bischofskonferenz Teil der Zimbabwe Heads of Chritian Denominations , haben sich ebenfalls gegen die Verfassungsreform ausgesprochen oder aufgrund ähnlicher Einwände wie die der katholischen Bischöfe zur Vorsicht gemahnt.<br />Der Zimbabwe Indigenous Interdenominational Concil of Churches , der die apostolischen, pfingstkirchlichen, evangelikalen und indigenen Kirchen vertritt , vertritt hingegen eine völlig andere Position. Er unterstützt den Gesetzentwurf nachdrücklich. Der ZIICC hat Petitionen eingereicht, in denen er argumentiert, dass die Verfassungsreform die Stabilität der Regierung, die Kontinuität der Regierungspolitik und die nationale Entwicklung fördert und mit biblischen Prinzipien wie dem Siebenjahreszyklus übereinstimmt.<br />Die vorgeschlagene Änderung sieht unter anderem vor, die direkte Wahl des Präsidenten durch das Volk durch eine Wahl in einer gemeinsamen Sitzung des Parlaments zu ersetzen; die Amtszeit des Präsidenten, des Parlaments und der lokalen Regierungen von fünf auf sieben Jahre zu verlängern ; und dem Präsidenten das Recht einzuräumen, zehn zusätzliche Senatoren zu ernennen.<br /> Mon, 18 May 2026 08:25:26 +0200ASIEN/PAKISTAN - Erzbischof Arshad: "Wir bemühen uns um Bildung und Berufsausbildung für junge Menschen”https://www.fides.org/de/news/77697-ASIEN_PAKISTAN_Erzbischof_Arshad_Wir_bemuehen_uns_um_Bildung_und_Berufsausbildung_fuer_junge_Menschenhttps://www.fides.org/de/news/77697-ASIEN_PAKISTAN_Erzbischof_Arshad_Wir_bemuehen_uns_um_Bildung_und_Berufsausbildung_fuer_junge_MenschenIslamabad – „In meiner Zeit als Bischof, zunächst in Faisalabad und dann in Islamabad, wurde mir bewusst, dass wir uns in Pakistan auf die Jugend konzentrieren müssen, denn sie macht 60 % der pakistanischen Bevölkerung aus. Auch in der christlichen Gemeinschaft stellen junge Menschen einen bedeutenden Anteil von etwa 60 %. Doch rund 80 % von ihnen sind Analphabeten – ein wahrer Bildungsnotstand“, sagte Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad-Rawalpindi, im Interview mit Fides am Rande des Ad-limina-Besuchs der pakistanischen Bischöfe.<br />„Als Erzbischof der Diözese Islamabad-Rawalpindi“, so Arshad gegenüber Fides, „besuchte ich alle Pfarreien und sprach mit jungen Menschen. Im Austausch mit ihnen begannen sie, ihre Bedürfnisse zu äußern, insbesondere im Bereich Bildung und Berufsberatung, aber auch Bibelkurse und Sportangebote.“<br />„In Anerkennung dieses Bedarfs haben wir Initiativen im Bildungsbereich ins Leben gerufen. Junge Menschen brauchen Bildung und Arbeit: zwei wesentliche Dinge für unsere Gemeinschaft, die unter Armut und Ausgrenzung leidet“, erklärt der Erzbischof.<br /> „Deshalb haben wir uns dafür eingesetzt, dass Mitglieder unserer Gemeinden eine angemessene Bildung an weiterführenden Schulen erhalten und sich um Stellen in Regierungsbehörden und der öffentlichen Verwaltung bewerben können. Aus diesem Grund haben wir im Bistum die Kurse des Central Superior Services eingeführt. Diese Kurse bereiten die Studierenden durch das Bestehen einer staatlichen Prüfung auf die Arbeit in öffentlichen Ämtern und Regierungsbehörden vor“. „In Islamabad“, fährt er fort, „haben wir damit vor etwa fünf Jahren begonnen, und zwar mit gutem Erfolg.“<br />„Darüber hinaus“, erklärt der Erzbischof, „mussten wir an die jungen Menschen denken, die eine Ausbildung benötigen, aber aus abgelegenen Gebieten stammen. Tatsächlich ist das Bistum Islamabad-Rawalpindi mit seinen 250.000 katholischen Gläubigen eines der größten in Pakistan: Es erstreckt sich bis nach Afghanistan, in die Kaschmir-Region und in die Hälfte des Punjab – die sehr unterschiedlich sind. Deshalb haben wir in Rawalpindi ein College für Universitätsstudenten eröffnet, in dem Studierende aus allen Teilen des Bistums unterkommen können und ihnen die Möglichkeit bietet, in der Stadt zu leben und zu studieren.“<br /> „Es ist auch wichtig, dass junge Menschen, die keinen Zugang zu höherer Bildung haben, berufliche Kompetenzen entwickeln. Deshalb versuchen wir, präsent zu sein und zur beruflichen Weiterbildung beizutragen“, sagt er. <br />Katholiken hätten trotz ihrer schwierigen Lebensumstände „einen starken und lebendigen Glauben“, bemerkt er. „Wir müssen jedoch die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten und Laien fördern und insbesondere die Beteiligung der Laien am Leben der Kirche stärken.“ „Im diözesanen Pastoralplan – der unter Mitwirkung aller entwickelt wurde“, betont er, „streben wir danach, eine aktive und gläubige Gemeinschaft zu sein, die die Frohe Botschaft verkünden kann.“<br /> „Die christliche Gemeinde in Pakistan“, so der Erzbischof, „ist klein und besteht aus Menschen ohne Stimmen, die in der Gesellschaft schwach sind. Es ist eine vorwiegend schwache, arme und marginalisierte Gemeinschaft. Die Dynamik, die wir in der Gesellschaft beobachten, ist folgende: Die Reichen sind mächtig, die Armen machtlos. Deshalb werden die Armen weiterhin diskriminiert. Diese Mentalität liegt auch Phänomenen wie Blasphemievorwürfen zugrunde, die oft haltlos sind, oder der Entführung und Zwangsbekehrung junger Frauen aus christlichen oder anderen nicht-muslimischen Gemeinden zum Islam. Im Kern steht die Vorstellung, dass nicht alle Menschen gleich sind; dieser Mentalität stellen wir uns entgegen und berufen uns auf die Verfassung und den Grundsatz der Würde jedes Menschen.“<br />„Trotz der Herausforderungen und Schwierigkeiten“, schließt er, „bin ich sehr zuversichtlich, was die Zukunft der Kirche in Pakistan angeht, denn die Menschen sind stark in ihrem Glauben; sie wanken nicht.“ Zum Ad-limina-Besuchs sagte er: „Es war sehr ermutigend für uns, den Papst zu treffen und uns als lebendiger Teil der Weltkirche zu fühlen. Wir sind eine kleine, junge Gemeinde, die Unterstützung braucht. Und wir hoffen, dass Papst Leo nach dem historischen Besuch von Johannes Paul II. nach Pakistan kommen kann, um unseren Glauben und unsere Hoffnung zu stärken.“<br /> <br />Mon, 18 May 2026 08:11:34 +0200ASIEN/VIETNAM - Erzbischof Joseph Vu Van Thien: “Die Kirche in Vietnam ist dankbar für die Missionaren und Märtyrer”https://www.fides.org/de/news/77694-ASIEN_VIETNAM_Erzbischof_Joseph_Vu_Van_Thien_Die_Kirche_in_Vietnam_ist_dankbar_fuer_die_Missionaren_und_Maertyrerhttps://www.fides.org/de/news/77694-ASIEN_VIETNAM_Erzbischof_Joseph_Vu_Van_Thien_Die_Kirche_in_Vietnam_ist_dankbar_fuer_die_Missionaren_und_MaertyrerVon Paolo Affatato<br /><br />Vatikanstadt – Mit jährlich 30.000 Neutaufen beweist die katholische Gemeinde in Vietnam die Lebendigkeit ihres Glaubens „im Kontext einer Gesellschaft mit vielen Komplexitäten und Schwierigkeiten“, so Erzbischof Joseph Vu Van Thien von Hanoi, stellvertretender Vorsitzender der vietnamesischen Bischofskonferenz, im Interview mit Fides am Rande des Ad-limina-Besuchs der Bischöfe im Vatikan.<br />Der Erzbischof berichtet, dass die katholische Gemeinde – inspiriert von den ersten Missionaren und gestärkt durch das Beispiel der Märtyrer – heute insgesamt 7,5 Millionen Gläubige, 7.400 Priester, 27.000 Ordensleute, 2.500 Seminaristen und 70.000 Katecheten zählt.<br /><br />Erzbischof Joseph Vu Van Thien, wie würden Sie das kirchliche Leben in Vietnam beschreiben?<br /><br />Man könnte im Geiste des „Magnificat“ viel über die wunderbaren Dinge sagen, die der Herr für die Kirche in Vietnam gewirkt hat. Ich möchte die Vitalität und Dynamik der Kirche inmitten einer komplexen und schwierigen Gesellschaft hervorheben. Das Leben der Gläubigen selbst ist ein „Magnificat“. Es gibt viele wunderbare Dinge im Leben vietnamesischer Christen.<br /><br />Dank dieser Vitalität erleben wir viele Berufungen zum Priesteramt und zum Ordensleben. Viele junge Menschen entscheiden sich für das Priesteramt, das Ordensleben oder engagieren sich in der Seelsorge.<br /><br />Um den Grund für dieses Aufblühen zu verstehen, muss man zunächst Gottes Wirken und Willen erkennen; das „menschliche Geheimnis“ ist die Familie, das Fundament eines gelebten Glaubens.<br /><br />In vietnamesischen Gemeinden beginnt die Katechese sehr früh. Die Katechese beginnt im Elternhaus, und ab dem siebten Lebensjahr besuchen die Kinder den Katechismusunterricht zur Vorbereitung auf die Erstkommunion und die Firmung. Es gibt einen im Allgemeinen sehr gut organisierten Prozess der christlichen Initiation, der dazu dient, den Glauben von Kindern und Jugendlichen zu festigen und zu vertiefen.<br /><br />Ich möchte insbesondere darauf hinweisen, dass auch der liturgische Dienst am Altar ein Weg ist, junge Menschen an das Priesteramt heranzuführen. Jugendliche beginnen ihren Dienst beispielsweise als Ministranten. Durch diese Praxis entwickeln sie einen festen Glauben sowie eine besondere Vertrautheit bei der Gewohnheit, sich dem Altar zu nähern; sie werden dabei auch von ihren Familien bestärkt: Alles beginnt dort.<br /><br />Können Sie einige Daten zur vietnamesischen katholischen Glaubensgemeinschaft nennen?<br /><br />Die Kirche in Vietnam ist mit 7,5 Millionen Gläubigen bei einer Gesamtbevölkerung von 102 Millionen Vietnamesen – das entspricht 7,3 % – nach wie vor eine kleine Gemeinde. Sie ist in 27 Diözesen gegliedert. Da etwa 75–80 % der Gläubigen ihren Glauben aktiv praktizieren, trägt die Kirche in Vietnam weiterhin reiche Frucht.<br />Laut Prognosen für 2025 gibt es in Vietnam insgesamt 7.453 Priester , 27.000 Ordensleute und 2.500 Seminaristen in elf Priesterseminaren. 70.000 junge Katecheten engagieren sich in unseren Pfarreien, in Gemeinderäten und katholischen Vereinigungen.<br />Ich möchte darauf hinweisen, dass sich unser Land in einer historischen Phase befindet, in der die IT-Revolution, der wissenschaftliche Fortschritt und das Wirtschaftswachstum sowohl ein Segen als auch eine Versuchung darstellen und viele Menschen von Gott entfernen können. Angesichts dieser Schwierigkeiten und Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft streben wir als Seelsorger danach, jeden Getauften zu einem authentischen und missionarischen Jünger zu formen. Jedes Jahr haben wir rund 30.000 neue Taufen; im Jahr 2025 waren es etwa 33.000. Dies ist ein großes Geschenk. Pfarrgemeinden und Ordensgemeinschaften ergreifen zahlreiche Initiativen und Aktivitäten, um das Evangelium zu bezeugen und es zu verkünden. Und viele vietnamesische Priester aus Diözesen und Ordensgemeinschaften sind als Missionare in verschiedenen Ländern tätig.<br /><br />Wie denkt man in der Öffentlichkeit über die katholische Kirche und die Katholiken in der Gesellschaft?<br /><br />Vietnam wird von der atheistischen Kommunistischen Partei regiert. Katholiken bilden in einer überwiegend buddhistischen Gesellschaft, die auch animistischen und volkstümlichen Glaubensvorstellungen anhängt, nur eine Minderheit. Auf der einen Seite versucht die Propaganda zu behaupten, das Christentum sei „von außen gekommen“, von Fremden eingeführt worden und bleibe daher unserer Kultur und Nation fremd. Und diese Art von Propaganda ist nicht nur in den Medien, sondern auch im Bildungssystem präsent. Man versucht, die ersten Missionare mit dem Kolonialismus in Verbindung zu bringen und sie in einem negativen Licht darzustellen. Dies ist ein historischer Irrtum, der jedoch bewusst herbeigeführt wird. Wir wissen, dass die ersten Missionare im 17. Jahrhundert in Vietnam ankamen, während die Franzosen erst Ende des 19. Jahrhunderts eintrafen.<br /><br />Aus einer anderen Perspektive betrachten Nicht-Katholiken die katholische Kirche als gut organisierte, hierarchisch strukturierte und daher solide Institution, die Sicherheit bietet und sie wird dafür geschätzt. Katholiken werden im Allgemeinen für ihren Beitrag zum Gemeinwohl durch soziale und karitative Arbeit geachtet. Selbst Regierungsbeamte stellen fest – sofern sich die Gelegenheit zum Dialog mit ihnen bietet –dass es dort, wo viele Katholiken leben, weniger Kriminalität gibt. In Großstädten mit einer besser gebildeten Bevölkerung verstehen die Menschen den Katholizismus besser und haben eine positive Meinung von unseren Gemeinden, aufgrund ihrer karitativen Arbeit und weil sie der Gesellschaft und insbesondere jungen Menschen positive Werte vermitteln. In kleinen Dörfern und abgelegenen Gebieten ist das Bild der Kirche jedoch aufgrund von Propaganda weniger positiv.<br /><br />Katholiken stellen sich selbst als „gute Bürger und gute Christen“ dar …<br /><br />Diesen Ausdruck verwendete Papst Benedikt XVI. beim Ad-limina-Besuch der Bischöfe im Jahr 2009. Aus Sicht des Evangeliums ist diese Perspektive sehr klar, und auch die Regierung verwendet sie häufig, wenn auch mit einem etwas „politischeren“ Unterton. Für uns bedeutet sie, dass die Gläubigen einen tiefen Glauben an Gott haben und gleichzeitig vorbildliche Bürger sind, die ihr Land lieben und durch ihre Arbeit und ihr Leben einen praktischen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Kommunistische Funktionäre versuchen mitunter, den Begriff des Patriotismus in „Liebe zum Sozialismus“ umzudeuten. Ich möchte an die Bedeutung des Hirtenbriefs von 1980 erinnern, der den Ausgangspunkt der Bischofskonferenz bildete, denn er besagt: „Lebe den Glauben im Herzen oder unter den Menschen.“ Er war ein hervorragender Ausgangspunkt für die Beziehung zur Zivilgesellschaft.<br /><br />Es scheint eine allmähliche Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu den Regierungsbehörden gegeben zu haben. Passt die Einladung des vietnamesischen Präsidenten an den Papst zu einem Besuch in das Land in diesen Kontext?<br /><br />Seit 1980 haben sich die Beziehungen der Regierung zum Heiligen Stuhl verbessert. Ein Schlüsselmoment war beispielsweise der Besuch von Kardinal Roger Etchegaray in Vietnam im Jahr 1989: Man kann sagen, dass damit eine neue Phase begann, und seitdem sprechen wir vom Dialog. Jahre später, im Jahr 2011, wurde der erste „nicht-residierende“ päpstliche Vertreter des Heiligen Stuhls in Vietnam ernannt; schließlich wurde 2023 Erzbischof Zalewski zum ersten ständigen Vertreter in Vietnam ernannt.<br /><br />In diesem Prozess entstand eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern des Heiligen Stuhls und Vietnams, die bereits konkrete Ergebnisse erzielte. Ich möchte darauf hinweisen, dass bereits der vorherige Präsident den Papst eingeladen hatte. Nun hat der neue Präsident, To Lam, der zugleich Generalsekretär der Partei ist, Papst Leo im April dieses Jahres nach Vietnam eingeladen. Als vietnamesische Bürger und Katholiken erwarten wir diesen Besuch mit großer Hoffnung. Dies war bereits der Wunsch von Papst Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung der 117 vietnamesischen Märtyrer 1988 in Rom. Wir vertrauen auf die jahrtausendealte Erfahrung der päpstlichen Diplomatie, die wissen wird, wie sie zum Wohle nicht nur der Kirche in Vietnam, sondern auch des vietnamesischen Volkes handeln kann. Während des Ad-limina-Besuchs lud der Vorsitzende unserer Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Nguyen Nang von Ho-Chi-Minh-Stadt , den Papst ebenfalls offiziell zu einem Besuch in Vietnam ein.<br /><br />Wie verlief Ihr Treffen mit dem Papst?<br /><br />E' stato un incontro molto caloroso e amichevole. Leone XIV ha parlato della Chiesa vietnamita con affetto: sa che è piccola ma attiva e fervente di gioventù. L'impressione più importante per noi, quando veniamo a Roma e incontriamo il Papa, è quella di un “ritorno a casa”. In tutti i dicasteri che abbiamo visitato vi era sempre questo spirito, c’è stata calorosa accoglienza. Ci hanno detto: siete qui non solo per fare rapporto ma per costruire la comunione e l'unità nella famiglia. Il Papa ci ha dato dei consigli per come svolgere il nostro ministero. <br />Es war ein sehr herzliches und freundliches Treffen. Papst Leo XIV. sprach voller Zuneigung über die vietnamesische Kirche: Er wisse, dass sie klein, aber aktiv und voller jugendlichem Elan sei. Der wichtigste Eindruck für uns, wenn wir nach Rom kommen und den Papst treffen, ist der einer Art „Heimkehr“. In allen Dikasterien, die wir besucht haben, herrschte stets diese Atmosphäre; wir wurden herzlich empfangen. Man sagte uns: Ihr seid nicht nur hier, um Bericht zu erstatten, sondern um Gemeinschaft und Einheit in zu stärken. Der Papst gab uns Impulse für unseren Dienst als Hirten.<br /><br />Welchen Rat hat er gegeben?<br /><br />Der erste gute Ratschlag lautete, der Ausbildung von Priestern und Seminaristen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Der zweite betrifft die Rolle der Laien, nicht nur in der Seelsorge, sondern auch in administrativen Angelegenheiten. Der dritte Ratschlag forderte besondere Aufmerksamkeit für die Jugendarbeit. Der vierte Punkt betrifft die aktive Teilhabe von Frauen am kirchlichen Leben unter Wahrung ihrer Würde und Rechte. Schließlich rief er uns dazu auf, uns um Minderjährige und Schutzbedürftige zu kümmern und ihr Leben und ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft zu schützen. Wir gingen getröstet und ermutigt von den Worten des Papstes aus der Begegnung heraus. Ich möchte daran erinnern, dass am 2. Juli 2026 ein päpstlicher Apostolischer Legat zur Seligsprechung von Pater Francis Xavier Truong Buu Diep, dem Märtyrer, der 1946 als Zeuge der Nächstenliebe gegenüber den Armen und Leidenden sein Leben gab, nach Vietnam kommen wird. Dieses Ereignis wird zweifellos eine wertvolle Ermutigung für das Volk Gottes in Vietnam sein und uns alle dazu anspornen, das Evangelium mit noch größerem Eifer zu leben und zu bezeugen.<br /><br />Sollte der Papst jemals nach Vietnam reisen, was würde das für die dortige Kirche bedeuten?<br /><br />Es wäre von großer Bedeutung, denn es wäre das erste Mal in der Geschichte, dass ein Papst nach Vietnam käme. Für Katholiken wäre es ein besonders bedeutendes Ereignis – man kann sich die Freude und Begeisterung vorstellen und wie es ihren Glauben stärken würde –, aber auch für Nicht-Katholiken wäre es von großer Bedeutung. Der Papst ist das Oberhaupt der Weltkirche. Selbst Nicht-Katholiken schätzen unseren Papst als Förderer des Friedens, daher wäre seine Anwesenheit sicherlich sehr bedeutsam und er würde herzlichen empfangen.<br /><br />Wie wird an die ersten Missionare, die den Glauben nach Vietnam brachten erinnert und wird diese Erinnerung rezipiert?<br /><br />Die Vietnamesen sind den Missionaren zutiefst dankbar. Wir freuen uns, die frohe Botschaft des Evangeliums dank der Missionare empfangen zu haben. Wir erinnern uns insbesondere an den französischen Jesuiten Alexandre de Rhodes, eine bedeutende Persönlichkeit, der im Jahr 1600 nach Vietnam kam und die Gelegenheit hatte, mit dem portugiesischen Missionar Francisco de Pina zusammenzuarbeiten, um die einheimische Sprache in lateinische Schrift zu transkribieren. Sie schufen ein neues Schriftsystem für die vietnamesische Sprache, das wir noch heute verwenden. Dank ihnen ist Vietnam das einzige Land in Asien, das das lateinische Alphabet verwendet, während andere Länder ihre eigene Kalligrafie haben. Die Entwicklung einer neuen Schrift für ein Volk ist eine Leistung von höchstem Wert. Selbst die vietnamesische Regierungen und sogar vietnamesische Universitäten, die die Arbeit der Missionare manchmal nur ungern erwähnen, können diese Tatsache nicht leugnen und müssen Alexandre de Rhodes und seinen Mitstreitern die gebührende Anerkennung zollen. <br />In Vietnam wirkten auch Missionare vieler anderer Orden, wie der Jesuiten, Augustiner, Dominikaner, Franziskaner, Priester der Pariser Mission und vieler anderer. Die ersten beiden französischen Missionare waren zugleich die ersten beiden vom Heiligen Stuhl in Vietnam ernannten Bischöfe, sowohl im Süden als auch im Norden: Bischof Lambert de la Motte und Bischof François Pallu. Im Jahr 2024 haben wir das diözesane Verfahren zu ihrer Seligsprechung eingeleitet.<br />Ich möchte betonen, dass unsere Gemeinden regelmäßig Wallfahrten zu den Gräbern der Missionare organisieren, stets mit großer und tiefer Dankbarkeit. Viele Missionare sind in Vietnam begraben; sie haben ihr Leben hingegeben; sie waren Missionare „ad vitam“. Wir sind tief bewegt und empfinden tiefe Zuneigung, wenn wir die Gräber der Missionare sehen. Sie haben uns ein lebendiges Zeugnis des Glaubens hinterlassen. Der Einfluss der Missionare in Vietnam ist tiefgreifend, nicht nur auf die Mentalität, sondern auch auf die Kultur und Struktur der vietnamesischen Kirche. Vor allem danken wir ihnen, weil wir durch ihre Anwesenheit das Geschenk des Glaubens empfangen haben.<br /><br />Welche Beziehung besteht heute noch zu den vietnamesischen Märtyrern und ihrer Spiritualität? Welche Bedeutung haben sie für das Leben der Kirche heute?<br /><br />Vietnamesische Katholiken sind im Allgemeinen sehr stolz auf ihre Märtyrer und dankbar für sie. Dies zeigt sich deutlich in den katholischen Gemeinden in der Diaspora, in Europa, den Vereinigten Staaten und anderen Teilen der Welt. Wenn sie sich zu einer Gemeinde zusammenschließen oder eine Kapelle gründen, wird der Name oft auf die Heiligen Vietnamesischen Märtyrer bezogen oder die Gemeinde wird Unserer Lieben Frau von La Vang gewidmet. Wir hegen eine tiefe Verehrung für die vietnamesischen Märtyrer, und aus diesem Grund findet man im ganzen Land unzählige ihnen gewidmete Schreine an ihrem Geburtsort oder dem Ort ihres Martyriums.<br />Man stelle sich vor: In 200 Jahren wechselvoller Ereignisse und Verfolgungen gab es schätzungsweise 130.000 vietnamesische Märtyrer. Es gibt sogar den Fall eines ganzen Dorfes von Märtyrern: Menschen, die lebendig verbrannt wurden, nur weil sie an Christus glaubten. Von dieser Gruppe wurden 117 bereits im Jahr 1988 heiliggesprochen und einer im Jahr 2000 seliggesprochen. In Hanoi wird derzeit ein neuer Schrein für die Märtyrer fertiggestellt. Das Heiligtum wird Ende 2026 fertiggestellt sein und im darauffolgenden Jahr mit der ersten Versammlung der Bischofskonferenz im neuen Nationalheiligtum eingeweiht. 2027 jährt sich die Ankunft von Alexandre de Rhodes in Thang Long zum 400. Mal.<br />Die Spiritualität der Märtyrer ist die Treue zu Gott. Wir versuchen, unseren Gläubigen zu vermitteln, dass es heute keine Verfolgung mehr gibt wie früher, die Treue aber dieselbe geblieben ist. In der modernen Gesellschaft, in der Phänomene wie Konsumdenken und Säkularisierung uns von Gott entfernen, ist der Geist der Märtyrer – der treue Glaube – umso wichtiger.<br /><br />Sie haben die Jungfrau von La Vang erwähnt: Warum ist sie für vietnamesische Gläubige so wichtig und was bedeutet diese besondere Verehrung?<br /><br />La Vang ist der Name eines Ortes in Zentralvietnam, wo vor über 200 Jahren viele Gläubige auf der Flucht vor Verfolgung Zuflucht suchten. Es war ein Wald. Laut verschiedenen Hypothesen leitet sich der Name La Vang von einer Blattart ab, die in diesem Wald vorkommt.<br />Während die Gläubigen den Rosenkranz beteten, erschien ihnen die Muttergottes. Sie ermutigte sie, ihrem Glauben treu zu bleiben und sagte „Ich bin immer bei euch“. Und sie versprach, dass jeder, der dort zum Beten käme, erhört würde. So wurde La Vang nach und nach zu einem im ganzen Land bekannten Marienwallfahrtsort.<br />Vor über zwanzig Jahren beschloss die vietnamesische Bischofskonferenz, eine Marienstatue mit vietnamesischen Gesichtszügen und Kleidung anfertigen zu lassen. Eine der ersten Statuen wurde von Papst Johannes Paul II. gesegnet und später in Vietnam verehrt. Die spirituelle Bedeutung dieses Ortes liegt in der tiefen Marienverehrung der Bevölkerung. Die Vietnamesen hegen eine tiefe Liebe zur Muttergottes, nicht zuletzt, weil das Bild der Mutter in unserer Kultur ein Symbol für Widerstandsfähigkeit, Aufopferung und bedingungslose Liebe ist und den Grundstein von Familie und Gesellschaft bildet.<br />Diese tiefe kulturelle Verbundenheit rührt daher, dass die Vietnamesen die Mutterfigur innig verehren. So beten nicht nur Katholiken zur Muttergottes, sondern auch Buddhisten finden in ihr vertraute Nähe. Unsere poetische und literarische Tradition ist reich an Liedern und Sprüchen über die Mutter. Auch deshalb ist es Tradition, dass alle Gläubigen zu Maria kommen, um ihre Verehrung auszudrücken und um Gnaden zu bitten. Sie kommen zu Maria, damit sie sie zu Christus führt.<br />Mon, 18 May 2026 13:18:50 +0200Erzbischof von Praha in Theresienstadt: "Versöhnung auch dort, wo sie nicht angebracht erscheint"https://www.fides.org/de/news/77693-Erzbischof_von_Praha_in_Theresienstadt_Versoehnung_auch_dort_wo_sie_nicht_angebracht_erscheinthttps://www.fides.org/de/news/77693-Erzbischof_von_Praha_in_Theresienstadt_Versoehnung_auch_dort_wo_sie_nicht_angebracht_erscheintVon Bohumil Petrík<br /><br />Litoměřice – „Jesus möchte nicht, dass wir Ausnahmen bei der Vergebung machen, etwa wenn wir sagen: ‚Ich vergebe dir bis zu diesem Punkt, aber hier werde ich dir nicht mehr vergeben‘“, so Erzbischof Stanislav Přibyl von Prag zum Thema Vergebung und Versöhnung, „unabhängig davon, ob dies unter verschiedenen Umständen und in den Augen anderer angebracht erscheint oder nicht“. Er äußerte sich anlässlich der kürzlich stattgefundenen ökumenischen Feier in der ehemaligen NS-Konzentrationsstätte Theresienstadt in Tschechien, in der dortigen Auferstehungskirche.<br />Das ökumenische Treffen am 9. Mai war die fünfte Veranstaltung im Rahmen des von Stanislav Přibyl selbst, damals noch Bischof des Bistums Litoměřice, für das Jahr 2026 ausgerufenen Jubiläums der Versöhnung. Unterdessen wurde Přibyl von Papst Leo XIV. zum Erzbischof von Prag ernannt und ist derzeit Apostolischer Administrator von Litoměřice.<br />Das Jubiläum der Versöhnung wurde ausgerufen, um die noch immer offenen Wunden des Zweiten Weltkriegs zu heilen, dessen Ende in der Tschechischen Republik am 8. Mai, einem Nationalfeiertag, begangen wird. Jeden Monat im Jahr 2026 findet im Rahmen des Jubiläums eine Veranstaltung – ein Gebet, eine Messe oder eine Wallfahrt – statt, die allen offensteht und an einem der Orte abgehalten wird, die mit den Gräueltaten und der Gewalt während und nach dem Krieg in Verbindung stehen.<br />„Das Jahr der Versöhnung hat sich als Zeichen der Zeit erwiesen. Schauen wir uns an, was in der Politik geschieht“, fuhr der Erzbischof von Prag bei dem Treffen mit Vertretern verschiedener Konfessionen in Theresienstadt fort und betonte: „Wenn wir dunkle Zeiten durchleben, ziehen wir die Drohkarte, wir beginnen, Menschen wie Statistiken zu zählen, und wir beginnen, unsere eigene Gerechtigkeit zu schaffen.“<br />Laut dem tschechischen Erzbischof dürfen die Tragödien des Hasses nicht auf bloße Statistiken reduziert werden, und es gehe nicht darum, zu messen, „wie viele Menschen während und nach dem Krieg gestorben sind“. Denn „wenn ein Mensch stirbt, stirbt die ganze Welt“. <br />Im Anschluss an die Predigt wurde das Vaterunser gemeinsam auf Tschechisch und Deutsch gebetet. Priester verschiedener Konfessionen beteten für die Harmonie zwischen den Völkern, für die vom Krieg betroffenen Gebiete, für die Versöhnung einer gespaltenen Gesellschaft durch Demut und für alle, die in Theresienstadt gelitten haben. Zum Abschluss wurde das „Te Deum“ gesungen.<br />Im Jahr 1941 wurde das Ghetto Theresienstadt errichtet. Während der Nazi-Besatzung starben mindestens 35.000 Menschen in dem Durchgangslager aufgrund der entsetzlichen Lebensbedingungen, und etwa 140.000 Juden wurden auf dem Weg in andere Konzentrationslager zunächst dorthin deportiert. Heute erinnert in der heutigen Tschechischen Republik ein Museum an diese Gräueltaten.<br />Ein weniger bekanntes Kapitel dieser Geschichte ist, dass sich innerhalb der Festungsmauern von Theresienstadt von 1945 bis 1948 ein Internierungslager für Deutsche befand. Einige wurden von dort in andere Lager und Gefängnisse verlegt, doch mehr als 500 starben noch vor Ort.<br />Im Jahr 1938 annektierte Nazi-Deutschland das Sudetenland, die mehrheitlich deutschstämmige Region der Tschechoslowakei, und errichtete das Protektorat Böhmen und Mähren. Nach der deutschen Niederlage im Zweiten Weltkrieg wies die Tschechoslowakei zwischen 1945 und 1946 etwa drei Millionen Deutsche aus, vorwiegend aus dem Sudetenland, das heute zum Bistum Litoměřice gehört. Einige Deutsche wurden getötet, andere in den Selbstmord getrieben.<br />Im Jubiläumsjahr des Bistums Litoměřice wurde am 13. Januar auch der wundersamen Heilung der Waise Magdalena Kade nach einer Marienerscheinung sowie der Gründung der Ackermann-Gemeinde der Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland im Jahr 1946 gedacht, ein Verband in der katholischen Kirche Deutschlands, der sich als Diözesanverband der katholischen Heimatvertriebenen der Aussöhnung zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken widmet. <br />Die erste Veranstaltung des Jubiläums der Versöhnung fand am 13. Januar statt. Die nächste – eine Wallfahrt von Postoloprty nach Žatec – ist für den 3. Juni geplant.<br />Sun, 17 May 2026 09:29:57 +0200AMERIKA/KOLUMBIEN - Mit Blick auf die Präsidentschaftswahl: Bischöfe bringen Initiative für „verantwortungsvolles Wählen“ auf den Weghttps://www.fides.org/de/news/77692-AMERIKA_KOLUMBIEN_Mit_Blick_auf_die_Praesidentschaftswahl_Bischoefe_bringen_Initiative_fuer_verantwortungsvolles_Waehlen_auf_den_Weghttps://www.fides.org/de/news/77692-AMERIKA_KOLUMBIEN_Mit_Blick_auf_die_Praesidentschaftswahl_Bischoefe_bringen_Initiative_fuer_verantwortungsvolles_Waehlen_auf_den_WegBogotá – Mit Blick auf die für den 31. Mai in Kolumbien angesetzten Präsidentschaftswahlen haben Bischöfe und katholische Organisationen Initiativen auf den Weg gebracht, die eine verantwortungsvolle Wahlbeteiligung fördern sollen.<br />Sollte kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, ist eine Stichwahl für den 21. Juni 2026 geplant. <br />Die Bischofskonferenz beklagt eine Verschärfung der Gewalt im Südwesten des Landes, insbesondere in den Departements Cauca, Valle del Cauca, Nariño, Huila und Meta. In einer Erklärung vom 27. April äußerten die Bischöfe ihre Besorgnis über die humanitäre Lage infolge der bewaffneten Auseinandersetzungen, die die Zivilbevölkerung und besonders schutzbedürftige Gemeinschaften betreffen. Sie betonten, dass solche Ereignisse die grundlegenden Voraussetzungen für ein demokratisches Zusammenleben untergraben. Zudem bekräftigten sie: „Nichts rechtfertigt Gewalt.“<br />Aus diesem Grund haben die Prälaten über den Bischöflichen Dienst für Vergebung, Versöhnung und Frieden – eine 2023 von den kolumbianischen Bischöfen gegründete Organisation zur Koordinierung kirchlicher Initiativen für Versöhnung und Frieden – drei Online-Seminare organisiert, die über den YouTube-Kanal und die Facebook-Seite der Kolumbianischen Bischofskonferenz zugänglich sind. Ziel ist es, vom Evangelium und der Soziallehre der Kirche inspirierte Instrumente zur Entscheidungsfindung anzubieten, um das bürgerschaftliche Engagement und das Gemeinwohl bei Wahlen zu stärken.<br />Bereits am Ende der 120. Vollversammlung der Bischofskonferenz, die im Februar 2026 in Bogotá stattfand, erinnerten die Bischöfe daran, dass die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen sind, „in Gewissensfreiheit und ohne jeglichen Druck oder Korruption“ an Wahlen teilzunehmen. Sie riefen sie dazu auf, den Wahlprozess in einem Klima demokratischer Verantwortlichkeit zu erleben und jede Form von Gewalt, Desinformation oder Polarisierung abzulehnen.<br />In diesem Sinne hat das Bistum Palmyra im Südwesten des Landes, in einer von Gewalt betroffenen Region, die Broschüre „Politik ist die höchste Form der Nächstenliebe“ veröffentlicht. Dieser pastorale Leitfaden bietet Kriterien für die Entscheidungsfindung bei Wahlen im Lichte des Lehramtes der Kirche. Das Dokument enthält Leitlinien für verantwortungsvolles Wählen und ruft zu einer bewussten Wahlentscheidung, zur Bekämpfung von Fehlinformationen und zur Stärkung einer demokratischen Kultur auf, die auf Respekt und Dialog basiert.<br />Die drei von der Bischofskonferenz organisierten Online-Seminare sollen „Gläubige und alle Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, ihr Wahlrecht frei und informiert auszuüben“. Sie bieten analytische Instrumente mit Blick auf die drängenden politischen und sozialen Herausforderungen. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Seelsorge, Soziallehre und Sozialwissenschaften befassen sich mit Fragen der Ethik im öffentlichen Leben, christlicher Urteilsfähigkeit und staatsbürgerlicher Verantwortung.<br />Das erste Seminar mit dem Titel „Politik als Berufung: Politik im Lichte des Glaubens evangelisieren“ fand bereits am Montag, dem 11. Mai, unter Beteiligung von Bischof Héctor Fabio Henao Gaviria, dem Delegierten der Bischofskonferenz für die Beziehungen zwischen Kirche und Staat, statt. Die Reihe wird am 18. Mai mit dem Webinar „Gewissenhafte Entscheidung: Wählen, Versöhnung und das Gemeinwohl“ fortgesetzt, das sich der ethischen Beurteilung des Wahlverhaltens im Lichte von Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden widmet. Die Reihe schließt am 25. Mai mit dem Seminar zum Thema „Hoffnungsvoll Wählen: Eine freie, informierte und friedliche Entscheidung“, die Bürgerinnen und Bürger darin bestärken soll, ihr Wahlrecht in innerer Freiheit auszuüben.<br />Die Bischofskonferenz betonte, dass die Kirche weder politische Parteien noch Kandidaten unterstützt, sondern die Entwicklung des moralischen Gewissens der Wähler begleitet, da sie davon überzeugt ist, dass „politische Teilhabe ein konkreter Ausdruck von Nächstenliebe und dem Einsatz für Gerechtigkeit ist“.<br /> Sat, 16 May 2026 10:42:55 +0200ASIEN/PAKISTAN - Kardinal Coutts: "Pakistan als Friedensvermittler: Wir arbeiten für ein harmonisches Zusammeleben in Pakistan und in der Welt“https://www.fides.org/de/news/77691-ASIEN_PAKISTAN_Kardinal_Coutts_Pakistan_als_Friedensvermittler_Wir_arbeiten_fuer_ein_harmonisches_Zusammeleben_in_Pakistan_und_in_der_Welthttps://www.fides.org/de/news/77691-ASIEN_PAKISTAN_Kardinal_Coutts_Pakistan_als_Friedensvermittler_Wir_arbeiten_fuer_ein_harmonisches_Zusammeleben_in_Pakistan_und_in_der_WeltRom – „Pakistan agiert als Friedensvermittler zwischen zwei Großmächten, dem Iran und den Vereinigten Staaten, mit Blick auf den Weltfrieden. Das ist eine sehr positive Entwicklung. Ich bin auch überrascht, dass Pakistan plötzlich so positiv von der Welt, von anderen Ländern und der internationalen Gemeinschaft wahrgenommen wird“, sagte Kardinal Joseph Coutts, emeritierter Erzbischof von Karatschi, gegenüber Fides, der mit der Delegation pakistanischer Bischöfe in Rom zum Ad-limina-Besuch anwesend war.<br />Im Gespräch mit Fides erklärte der Kardinal: „Ich hoffe, wir können weiterhin in diese Richtung denken und handeln und uns nicht auf die Entwicklung von Waffen konzentrieren. Denn ich befürchte, dass beides Hand in Hand geht: Auch Pakistan entwickelt eigene Waffen, Raketen und Schiffe. Wir sollten vielmehr, den Aufruf von Papst Leo zu einem ‚unbewaffneten und entwaffnenden‘ Frieden beherzigen und gemeinsam auf globale Abrüstung hinarbeiten. Wir hoffen und beten, dass Pakistan sich tatsächlich für den Weg eines echten Friedens entscheidet.“<br />„Vor dem schrecklichen Hintergrund des Krieges im Nahen Osten“, bemerkte Kardinal Coutts, „ist Pakistans Beteiligung an diesen Friedensbemühungen positiv und ein Hoffnungsschimmer für uns alle. Auch wir, die kleine christliche Gemeinde in Pakistan, arbeiten in dieselbe Richtung und wollen Frieden und Harmonie fördern.“<br /> „Ich spreche lieber von ‚harmonischem Zusammenleben‘ als von interreligiösem Dialog“, bemerkt der Kardinal, dessen bischöfliches Motto „Harmonie“ lautet. „Harmonie bedeutet in der Tat gegenseitige Akzeptanz. Dialog kann bedeuten, die eigenen Positionen unverändert darzulegen. Der Zweck jedes Treffens ist jedoch, einander zuzuhören und jene Harmonie zu schaffen, die Frieden ermöglicht. Die Verwendung dieses Wortes ist wichtig, und nun verwendet es auch die pakistanische Regierung in Bezug auf das Ministerium bzw. Amt für religiöse Minderheiten und soziale Harmonie. Soziale Harmonie ist mit religiöser Harmonie verbunden. Diese beiden Elemente lassen sich nicht trennen“, betont er.<br />„Harmonie liegt mir sehr am Herzen, denn sie bedeutet Geschwisterlichkeit, sie bedeutet, gemeinsam für ein friedliches Zusammenleben auf dieser Erde zu arbeiten. Dies ist eine Mission, eine spirituelle Mission, die wir als Christen in Pakistan trotz aller Herausforderungen und Schwierigkeiten weiterführen und von der wir hoffen, dass sie auch auf politischer Ebene Wirkung zeigen wird“, schließt er.<br /> Sat, 16 May 2026 10:15:59 +0200AFRIKA/ÄQUATORIALGUINEA - Bischof von Bata ernannthttps://www.fides.org/de/news/77686-AFRIKA_AeQUATORIALGUINEA_Bischof_von_Bata_ernannthttps://www.fides.org/de/news/77686-AFRIKA_AeQUATORIALGUINEA_Bischof_von_Bata_ernanntVatikanstadt – Papst Leo XIV. hat den bisherigen Apostolischen Administrator der Diözese Bata und Bischof von Ebebiyin, Miguel Angel Nguema Bee Etete zum Bischof von Bata ernannt.<br />Miguel Angel Nguema Bee Etete wurde am 13. Juli 1969 in Bata geboren. Nach einem Philosophiestudium am „Don Bosco Institut of Philosophy and Human Siences in Lomé und einem Theologiestudium am „Theologicum Saint François de Sales“ in Lubumbashi erwarb er ein kanonisches Lizenziat in Erziehungswissenschaften an der „Pontificia Università Salesiana“ in Rom. Am 24. Juli 2000 wurde er zum Priester geweiht.<br />Am 1. April 2017 wurde er zum Bischof von Ebibeyín ernannt und empfing am 20. Mai die Bischofsweihe. Seit Dezember 2017 ist er Apostolischer Administrator des Bistums Bata.<br /><br />Thu, 14 May 2026 11:13:36 +0200AMERIKA/BOLIVIEN - Ascensión de Guarayos feiert 200-jährige Präsenz der Franziskaner im bolivianischen Amazonasgebiethttps://www.fides.org/de/news/77677-AMERIKA_BOLIVIEN_Ascension_de_Guarayos_feiert_200_jaehrige_Praesenz_der_Franziskaner_im_bolivianischen_Amazonasgebiethttps://www.fides.org/de/news/77677-AMERIKA_BOLIVIEN_Ascension_de_Guarayos_feiert_200_jaehrige_Praesenz_der_Franziskaner_im_bolivianischen_Amazonasgebiet<br />Ascensión de Guarayos – Vom 13. bis 15. Mai finden im Apostolischen Vikariat Ñuflo de Chávez die Feiern zum 200-jährigen Bestehen dieser historischen Stadt im Osten Boliviens und den Beginn der Franziskaner-Mission unter der Volksgruppe der Guarayo, die die spirituelle und kulturelle Identität der Region tiefgreifend geprägt hat.<br /><br />Unter dem Motto „ Ascensión – zwei Jahrhunderte, eine Identität“ bringen die Feierlichkeiten Gläubige, Vertreter der Zivil- und Kirchenbehörden sowie Repräsentanten indigener Gemeinschaften zusammen. „Zweihundert Jahre zu feiern bedeutet nicht nur, der Vergangenheit zu gedenken, sondern auch hoffnungsvoll die Sendung anzunehmen, die uns der Herr heute anvertraut“, schreibt Pater Kasper Mariusz Kaproń , Pfarrer der Pfarrei Ascensión del Señor, in einem Schreiben anlässlich der Jubiläumsfeiern.<br /><br />Die 1826 von dem Franziskaner José Gregorio Salvatierra gegründete Mission Ascensión de Guarayos zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der Evangelisierung im bolivianischen Amazonasgebiet. Zwei Jahrhunderte lang begleiteten die Mitglieder des Franziskanerordens die einheimischen Gemeinschaften nicht nur durch die Verkündigung des Evangeliums, sondern auch in den Bereichen der Bildung und der menschlichen Entwicklung sowie dem Erhalt der Kultur und der Sprache der Einheimischen.<br />Die Evangelisierung der Guarayo-Region begann im späten 18. Jahrhundert, als die Franziskaner auf Initiative Kongregation „de Propaganda Fide“ von Tarata aus Expeditionen in die Dschungel Ostboliviens unternahmen. Nach Jahren des Zusammenlebens und des Erlernens der Sprache und der Bräuche der Guarayo errichteten die Missionare ein Netz von Niederlassungen, die die Gemeinschaftsorganisation, Landwirtschaft, Handwerk und Katechese förderten. Ascensión de Guarayos war eine der wichtigsten Gründungen im Rahmen dieses Prozesses und entwickelte sich im Laufe der Zeit zum bedeutendsten religiösen und kulturellen Zentrum der Region.<br /><br />„Ascensión de Guarayos ist nicht nur eine Stadt mit Geschichte; sie ist eine Gemeinschaft, die aus dem Evangelium entstanden ist und vom Glauben der Generationen geprägt wurde“, schreibt der Gemeindepfarrer in seinem Brief und betont die tiefe Verbindung zwischen der Identität der Menschen und der Missionsarbeit der Franziskaner.<br /><br />Die Pfarrei Ascensión del Señor ist auch heute noch ein Zentrum lebendiger Seelsorge. Kinder und Jugendliche singen aktiv in Chören und Orchestern und bewahren so die musikalische Tradition der alten Missionen.<br /><br />Laut den Organisatoren der Feiern umfasst das Programm zum 200-jährigen Jubiläum Eucharistiefeiern, Prozessionen und kulturelle Darbietungen, die Glauben und indigene Identität vereinen. Der Festgottesdienst wird vom Weihbischof von La Paz, Pedro Luis Fuentes Valencia, zelebriert. Die Organisatoren betonen außerdem: „Ascensión öffnet seine Türen, um die Freude seiner Gemeinde und die Kraft einer lebendigen Tradition mit allen zu teilen.“<br /><br />Die Jubiläumsfeiern finden im Jubiläumsjahr zum 800. Todestag des Heiligen Franz von Assisi statt.<br /><br />„Christus führt uns zusammen und sendet uns aus: von den Wurzeln unserer Missionsgeschichte hin zu einer österlichen Kirche im Aufbruch“, erklärte der Pfarrer in seinem Schreiben, in dem er die Gemeinde auf ruft, ihr Engagement für die Verkündigung des Evangeliumszu erneuern.<br /><br />Die Erfahrungen aus zwei Jahrhunderten Mission, in denen indigene Völker begleitet und ihre Kultur und Sprache gefördert wurden, zeigen, dass authentische Evangelisierung darin besteht, die Würde indigener Gemeinschaften zu achten und zu bewahren. Diese Gemeinschaften sind berufen, aktiv am kirchlichen Leben teilzunehmen und eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft für die Amazonasregion selbst zu gestalten.<br /><br />Das Apostolische Vikariat Ñuflo de Chávez, zu dem auch Ascensión de Guarayos gehört, wurde 1951 gegründet und der Seelsorge der Franziskaner anvertraut. Es umfasst die Provinzen Guarayos und Ñuflo de Chávez im Departamento Santa Cruz mit einer Fläche von rund 90.000 Quadratkilometern. Das Vikariat hat etwa 196.000 Einwohner, von denen mehr als 159.000 katholisch sind. Es gibt 21 Pfarreien, 21 Priester, 25 Ordensschwestern und 4 Seminaristen. Der Kirchsprengel wird derzeit vom Apostolischen Vikar, Bischof Bonifatius Antonius Reimann Panic , geleitet.<br /> <br />Thu, 14 May 2026 14:13:47 +0200