AFRIKA/ALGERIEN - Algier sichert seine Investitionen im Niger ab

Freitag, 30 Oktober 2026

Algier (Fides) – Die Sicherung der südlichen Grenzen, der Schutz der algerischen Ölinvestitionen im Land und vor allem der Schutz der künftigen Gaspipeline, die das in Nigeria geförderte Gas durch den Niger nach Algerien transportieren soll – das sind die Ziele der algerischen Militärmission im Niger. Die Entsendung von Einheiten der Nationalen Volksarmee (ANP) in den Niger wurde am 25. Oktober von beiden Kammern des algerischen Parlaments gebilligt.

Der parlamentarischen Zustimmung war am 21. Oktober die Unterzeichnung eines Protokolls über militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern vorausgegangen, dessen Einzelheiten nicht veröffentlicht wurden.

Das neue Militärkontingent, dessen Stärke nicht bekannt gegeben wurde, ergänzt die kleine Gruppe von Kampfflugzeugen, die die algerische Luftwaffe Ende August in Niamey stationiert hatte, unmittelbar nach dem gescheiterten Versuch eines Militärputsches am 29. August (siehe Fides, 31.8.2026).

Das Projekt der transsaharischen Gaspipeline im Wert von 13 Milliarden Dollar, die Nigeria, Niger und Algerien verbinden soll, befindet sich noch in der Realisierungsphase. Über 2.400 Kilometer Rohrleitungen zwischen Nigeria und Algerien sind bereits fertiggestellt, während der verbleibende, 1.600 Kilometer lange Abschnitt durch den Niger verlaufen soll. Die Instabilität des Landes gefährdet das gesamte Projekt. Das militärische Engagement Algeriens stellt daher eine strategische und pragmatische Entscheidung dar.

Algerien, das sein Gas bereits über zwei Gasleitungen nach Europa exportiert – von denen eine nach Italien und die andere nach Spanien führt –, strebt an, ein zentraler Knotenpunkt für die Gasversorgung der europäischen Länder zu werden. Daher rührt die Entscheidung, die traditionelle Politik der militärischen Nichteinmischung im Ausland radikal zu ändern; die letzte Ausnahme stammt aus dem arabisch-israelischen Krieg von 1973, als Algier auf Ersuchen Ägyptens eine Panzereinheit und drei Luftwaffengeschwader entsandte, die zur Verteidigung Kairos beitragen sollten. Die derzeitige Entscheidung, sich militärisch im Niger zu engagieren, entspricht somit auch der Notwendigkeit, den Bau der Gaspipeline sicherzustellen.

Darüber hinaus ist der algerische Ölkonzern Sonatrach im Niger an der Erschließung des Ölfeldes Kafra beteiligt, das sich im Norden des Landes, etwa 85 Kilometer von der Grenze zu Algerien entfernt, befindet.

Die algerische Regierung hat auch ihre Haltung gegenüber der nigerianischen Militärjunta geändert, die durch den Staatsstreich vom 26. Juli 2023 an die Macht gekommen war, bei dem Präsident Mohamed Bazoum gestürzt wurde (siehe Fides, 27.7.2023). Zunächst hatte Algier den Putsch verurteilt und sich dabei auf die Charta der Afrikanischen Union sowie auf den Grundsatz der Nichtanerkennung von Regierungen berufen, die durch Staatsstreiche an die Macht gekommen sind. Die Notwendigkeit, die eigenen südlichen Grenzen zu stabilisieren und die bedeutenden wirtschaftlichen Interessen im Land zu schützen, hat die algerische Regierung jedoch dazu veranlasst, ihre Politik zu überdenken.

(L.M.) (Fides 30/10/2026)


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