Kinshasa (Fides) – Der ehemalige Präsident Joseph Kabila steht an der Spitze der neuen politisch-militärischen Bewegung, die am 12. Oktober in Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK), angekündigt wurde.
Die „Front für den Wiederaufbau der Nation“ (Front pour la Refondation de la Nation, FRN) entsteht als Nachfolgerin der M23, einer pro-ruandischen bewaffneten Bewegung, und ihres politischen Ablegers, der „Allianz des Kongo-Flusses“ (Alliance Fleuve Congo, AFC).
Seit mindestens drei Jahren kontrollieren diese Kräfte weite Teile der Provinzen Nord- und Süd-Kivu, einschließlich der jeweiligen Provinzhauptstädte Goma und Bukavu.
An Kabilas Seite stehen Corneille Nangaa, ehemaliger Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen 2023 und Koordinator der AFC, sowie Bertrand Bisimwa, Anführer der M23.
Emanuel Sultani Makenga behält sein Amt als Generalstabschef des bewaffneten Flügels im Rang eines Vizepräsidenten. Freddy Kaniki übernimmt das Amt des Generalsekretärs, während Benjamin Mbonimpa, der für die Verhandlungen der AFC/M23 im Rahmen des Doha-Friedensprozesses verantwortlich war, zum stellvertretenden Generalsekretär ernannt wird.
Die Gründung der neuen politisch-militärischen Bewegung hat in der DR Kongo für Verwirrung gesorgt. Die Erklärung, in der ihre Gründung angekündigt wird, legt nämlich fest, dass die FRN die Nachfolge der AFC antritt und gleichzeitig deren Auflösung verfügt.
Die AFC/M23 hatte am 15. November 2025 das Rahmenabkommen von Doha in Katar unterzeichnet. Nun stellt sich die Frage, inwiefern die neue Organisation, die an die Stelle der AFC/M23 getreten ist, beabsichtigt, sich an das Abkommen zu halten und die bereits eingegangenen Verpflichtungen zu übernehmen.
Das Rahmenabkommen, das zwischen der Regierung der DR Kongo und der Rebellenbewegung AFC/M23 dank der Vermittlung Katars, der Vereinigten Staaten, der Afrikanischen Union und des Präsidenten von Togo, Faure Gnassingbé, erzielt wurde, besiegelt keinen endgültigen Frieden.
Es legt jedoch einen Ablauf und eine Methode fest, um den Rahmen für künftige Verhandlungen zu bestimmen, mit dem Ziel, die Krise im Osten des Landes zu überwinden.
Die Gründung der neuen politisch-militärischen Organisation war bereits in dem im Juli veröffentlichten Bericht der UN-Experten angekündigt worden.
Das Dokument wies auf eine immer engere Verbindung zwischen der AFC/M23 und Joseph Kabila hin und prognostizierte eine Umstrukturierung der Bewegung, einschließlich einer Namensänderung und der möglichen Übernahme einer führenden Rolle durch den ehemaligen Präsidenten.
(L.M.) (Fides, 13/10/2026)