AFRIKA/MOSAMBIK - Der Erzbischof von Nampula an die Absolventen der Katholischen Universität: „Wissenschaft ohne Gewissen ist nur der Untergang der Seele“

Mittwoch, 23 September 2026

Nampula (Fides) – „Zu sehen, wie ausgebildete und hoffnungsvolle junge Menschen angesichts einer ungewissen Zukunft stehen, gerade in einer Zeit, in der unser Land ihre Wissen, ihre Energie und ihr Talent besonders braucht, gehört zu den schmerzvollsten Realitäten, unter denen unsere geliebte Heimat leidet.“

Mit diesen Worten lenkte der Erzbischof von Nampula, Inácio Saure IMC, die Aufmerksamkeit auf das Problem der Jugendarbeitslosigkeit. Er sprach bei der Abschlussfeier der Universität der Katholischen Universität von Mosambik (UCM). Der Erzbischof, der zugleich Vorsitzender der Bischofskonferenz von Mosambik (CEM) ist, warnte die Absolventen davor, die bereits große Zahl qualifizierter Menschen weiter zu erhöhen, die trotz jahrelanger Ausbildung und persönlicher Opfer keine ihrer Qualifikation entsprechende Arbeit finden.
Die Arbeitslosigkeit unter gut ausgebildeten Menschen, so Erzbischof Inácio, gehört zu den drängenden sozialen und wirtschaftlichen Problemen Mosambiks. „Einige unserer Hochschulabsolventen werden leider zu jenen hinzukommen, die trotz jahrelangen Studiums und großer Opfer ohne Arbeit bleiben und ihre Fähigkeiten nicht in den Dienst der Gesellschaft stellen können.“
Der Erzbischof ermutigte die jungen Menschen deshalb, das während ihres Studiums erworbene Wissen bewusst und verantwortungsvoll einzusetzen – auch angesichts der Schwierigkeiten, denen sie auf dem Arbeitsmarkt begegnen könnten. Bildung dürfe nicht lediglich als Mittel verstanden werden, um eine Arbeitsstelle zu erhalten, betonte er. Sie sei vielmehr auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und dem Gemeinwohl.

In seiner Ansprache erinnerte Erzbischof Inácio zudem an die Ermordung von Bischof Osório Citora Afonso, Bischof von Quelimane, Apostolischer Administrator des Erzbistums Beira und Generalsekretär der Bischofskonferenz von Mosambik. Mit Blick auf den tragischen Vorfall (vgl. Fides, 6.6.2026) beklagte er, dass die Umstände des Todes des Bischofs in Quelimane weiterhin nicht vollständig geklärt seien. Er bekräftigte die Notwendigkeit, dass die Wahrheit endlich ans Licht komme.

Die Bischofskonferenz von Mosambik befinde sich seit Juni in Trauer, erinnerte der Erzbischof. Bis heute gebe es jedoch keine abschließenden Antworten auf die Frage nach den Verantwortlichen und den Motiven für die Tat (vgl. Fides, 9.9.2026).
„In Mosambik die Wahrheit zu sagen, ohne sein Gesicht zu verbergen, bedeutet ein großes Risiko – das Risiko, das eigene Leben zu verlieren“, sagte der Erzbischof von Nampula. Er appellierte deshalb an die zuständigen Behörden, die Umstände des Todes vollständig aufzuklären und Informationen über die Verantwortlichen und die Motive für die Ermordung des Bischofs vorzulegen, den er als einen „bescheidenen Mann Gottes und Diener des Volkes“ bezeichnete.

„An einem Tag der Abschlussfeier an der UCM und im Licht des Wortes Gottes, das wir gehört haben, erscheint es mir nicht unangemessen, unsere Stimme zu erheben und die zuständigen Behörden dieses Landes nachdrücklich aufzufordern, diese beschämende Tendenz aufzugeben und den Menschen in Mosambik, der Kirche und der Welt die Wahrheit über den Fall von Bischof Osório zu sagen“, erklärte Erzbischof Inácio.

Zum Abschluss wandte er sich besonders an die Absolventen, insbesondere an jene der Rechtswissenschaften. Er rief sie dazu auf, ihre Ausbildung und ihre Fähigkeiten verantwortungsvoll und integer in den Dienst der Gesellschaft zu stellen.
„Wissenschaft ohne Gewissen ist schlicht der Untergang der Seele. Dasselbe gilt für Autorität ohne Würde: Sie ist ein wahres Unglück für das Volk“, sagte der Erzbischof.

Den jungen Menschen, die gerade ihr Universitätsstudium abgeschlossen haben, wünschte er, die „höchste Erkenntnis“ zu erreichen. Wo immer sie künftig tätig seien – auch in der schwierigen Situation der Arbeitslosigkeit, vor allem aber dann, wenn sie die Möglichkeit zur beruflichen Tätigkeit erhielten –, sollten sie durch ihren Einsatz die Katholische Universität von Mosambik würdig vertreten. Diese sei für Qualität und Innovation anerkannt.

(AP) (Fides, 23/9/2026)


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