AFRIKA/NIGERIA - Warnung der Bischöfe: „Neopaganismus, Sicherheit und Religionsfreiheit“.

Freitag, 18 September 2026

Abuja (Fides) – „Der Neopaganismus ist eine Herausforderung für die Nation“. So lautet der Warnruf der nigerianischen Bischöfe in der Botschaft, die sie zum Abschluss ihrer zweiten Vollversammlung veröffentlicht haben. Es handelt sich, so heißt es in dem der Fides-Agentur vorliegenden Dokument, „um ein Phänomen, das einen wachsenden Trend widerspiegelt, bei dem Gläubige – und insbesondere junge Menschen – zum Götzendienst zurückkehren, was zum großen Teil auf wirtschaftliche Schwierigkeiten, eine kulturelle Wiederbelebung und eine oberflächliche christliche Erziehung zurückzuführen ist“.
„Das moderne Neuheidentum“, so die Bischöfe weiter, „verbreitet sich rasch über die Internetkultur, die Medien und die Presse“. Aus diesem Grund „fordern die Bischöfe die Seelsorger auf, die Nutzung digitaler Räume, sozialer Medien und der Online-Katechese bewusst in die Verkündigung der Wahrheit des Evangeliums zu integrieren“.

Die Bischöfe äußern zudem ihre Besorgnis über die anhaltende Unsicherheit, von der weite Teile Nigerias betroffen sind und die mittlerweile immer mehr Schulen und Schüler erfasst. „Wir beobachten mit Sorge, dass die bewaffneten Überfälle auf Schulen und Gotteshäuser ebenso wie Entführungen und sogar Morde an Schülern und Gläubigen anhalten“, schreiben sie. „Darüber hinaus hat die Massenvertreibung von Bevölkerungsgruppen in einigen Regionen des Landes schwerwiegende Auswirkungen auf das soziale, wirtschaftliche und politische Leben der Menschen gehabt und Millionen von ihnen in Lagern für Binnenflüchtlinge im gesamten Staatsgebiet hinterlassen.
„Wir fordern die Regierung auf, ihre Bemühungen zu verstärken und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, damit die Vertriebenen in ihre Heimat zurückkehren können. Wir appellieren zudem an die Behörden auf allen Ebenen, dafür zu sorgen, dass alle Menschen – einschließlich Migranten und Flüchtlinge – mit Respekt und Menschenwürde behandelt werden und dass ihre Grundrechte und -bedürfnisse geschützt und geachtet werden.“

In der Botschaft wird zudem ein Appell an die Regierung gerichtet, die Sicherheitskräfte zu verstärken, die nachrichtendienstlichen Aktivitäten auszubauen und die Verantwortlichen für die Anschläge strafrechtlich zu verfolgen. Gleichzeitig wird „die Bevölkerung aufgefordert, verdächtige Aktivitäten zu melden, mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten und jede Form ethnischer oder religiöser Spaltung abzulehnen“.
In Nigeria wird derzeit über die Einrichtung von Polizei-Einheiten in den einzelnen Bundesstaaten diskutiert, die die Bundespolizei ergänzen sollen. Die Bischöfe befürworten die Initiative, fordern jedoch, „dass diese Umstrukturierung zum Wohle der Allgemeinheit und nicht aus persönlichen, ethnischen, politischen oder religiösen Interessen erfolgt“.

Was den Gesetzentwurf zur Regulierung von Zuwendungen aus dem Ausland an private Einrichtungen betrifft, warnen die Bischöfe, dass dieser, sollte er verabschiedet werden, „negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben wird“. Dies hängt damit zusammen, dass „einige darin enthaltene Bestimmungen die Registrierung von Mitteln aus ausländischer Hilfe vorschreiben und die Behörden verpflichten, deren Verwendung zu überwachen. Auch wenn diese Maßnahmen auf dem Papier positiv erscheinen, besteht die Gefahr, dass sie Kirchen, Moscheen, Schulen und humanitäre Organisationen benachteiligen, die schutzbedürftigen oder von Konflikten betroffenen Bevölkerungsgruppen unverzichtbare Hilfe leisten“.

„Der betreffende Gesetzentwurf, der es den Behörden erlaubt, die Registrierung oder Verlängerung zu verweigern, wenn die Tätigkeit einer Organisation als ‚nicht im nationalen Interesse liegend‘ erachtet wird, verleiht Regierungsbeamten übermäßige und ungerechtfertigte Ermessensbefugnisse“, erklären die Bischöfe.

„Wir fordern daher die Nationalversammlung und die Bundesregierung auf, das Verabschiedungsverfahren für diesen Gesetzentwurf im Interesse der Grundrechte auf Versammlungsfreiheit und der Religions-, Meinungs- und Gewissensfreiheit sowie der allgemeinen Entwicklung unseres Volkes und unserer Nation nicht fortzusetzen.“
Schließlich ruft die Nigerianische Bischofskonferenz im Hinblick auf die Parlamentswahlen 2027 zu einer Zeit des Fastens und Betens mit Rosenkranzprozessionen von Oktober bis Dezember 2026 auf. Am 8. Dezember 2026 wird ein besonderer nationaler Tag des Gebets und Fastens für einen erfolgreichen Ausgang der Wahlen ausgerufen.

(L.M.) (Fides-Agentur 18/9/2026)


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