ASIEN/INDONESIEN - Drei christliche Zivilisten in Papua getötet. Die Franziskaner betonen: „Es ist dringend notwendig, die Bevölkerung zu schützen und einen Dialog zu eröffnen“

Dienstag, 15 September 2026

JPIC OFM

Jayapura (Fides) – „Nach einem weiteren Massaker ist es dringend notwendig, die Zivilbevölkerung zu schützen, das humanitäre Recht zu achten und die Präsenz der indonesischen Armee zu reduzieren. Während mehr als 100.000 Vertriebenen humanitäre Hilfe gewährt werden muss, ist es notwendig, einen authentischen Dialog zwischen den Unabhängigkeitsgruppen und der Zentralregierung zu eröffnen – zum Wohle dieser leidgeprüften Provinz West-Papua“: So lautet der Appell, den Pater Alexandro Rangga OFM, Leiter des Büros für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der indonesischen Provinz West-Papua, der Agentur Fides übermittelt wurde.
Der Ordensbruder bestätigt, dass drei christliche Mitarbeiter des Landwirtschaftsamtes in der Regentschaft Jayawijaya am 9. September bei einem Hinterhalt getötet wurden, was die Frage der Sicherheit der Zivilbevölkerung im Kontext des langjährigen Konflikts in Papua erneut in den Vordergrund rückt. Der Franziskaner bestätigt gegenüber Fides, dass zwei der Opfer, die 49-jährige Aprida Rapi und der 35-jährige Alfonsius Albinus Meha, Katholiken waren, während der 25-jährige Willi Mbuik protestantischer Christ war. Alle stammten aus anderen Provinzen Indonesiens und waren nach Papua gezogen.
Die Verantwortung für den Angriff übernahm die Nationale Befreiungsarmee von West-Papua – Bewegung für ein freies Papua (TPNPB-OPM), die in dem angehaltenen Konvoi die einheimischen Papua von den nicht-einheimischen Personen trennte, die anschließend getötet wurden.
Pater Rangga verurteilt die Morde und erklärt, dass sich die Lage der Zivilbevölkerung in den Konfliktgebieten Papuas verschärft habe, da sie einerseits Angriffen der separatistischen Gruppen (TPNPB-OPM) ausgesetzt sei und andererseits häufig Opfer von Operationen der indonesischen Sicherheitskräfte werde.

Neben der Ausbeutung der Rohstoffvorkommen durch große multinationale Konzerne ist in den vergangenen Jahren ein weiterer Konfliktfaktor hinzugekommen. Die Unternehmen profitieren von Konzessionen, die sie von der Zentralregierung erhalten. Die einheimische Bevölkerung zieht daraus jedoch nur in geringem Maße Nutzen für ihre Entwicklung.
Hinzu kommt die von der Regierung in Jakarta geförderte Umsiedlungspolitik, die sogenannte „Transmigrasi“. Dabei werden Bevölkerungsgruppen von Java und weiteren indonesischen Inseln umgesiedelt), die die indigene Bevölkerung Papuas in ihrem eigenen Gebiet zu einer Minderheit gemacht und die sozialen Spannungen verschärft hat.

Der Ordensbruder äußert „tiefe Besorgnis über die Lage in Papua“ und bekräftigt die Haltung der Franziskaner und aller Mitglieder der Ortskirche: „Als Bürger, die für die Werte der Menschlichkeit und Gerechtigkeit eintreten, fühlen wir uns verpflichtet, das Leid unserer Mitbürger in Papua anzuprangern. Wir lehnen jede Form von Gewalt ab, die der Menschheit in Papua schadet, und weisen einen auf Sicherheit oder Militarisierung basierenden Ansatz in Papua zurück.“ „Wir prangern jede Form von Politik und Entwicklungsmaßnahmen an, die die natürlichen Ressourcen Papuas plündern, schädigen und ausbeuten und damit das Leben der Papua zerstören, und wir fördern den friedlichen Dialog, um Lösungen für den Konflikt in Papua zu finden.“ „Wahrer Frieden kann nur auf einer Grundlage von Gerechtigkeit und Anerkennung im Namen der Menschlichkeit aufgebaut werden“, merkt er an.

Auch die örtlichen Bischöfe haben sich kürzlich zur unruhigen Region Papua geäußert: Yanuarius Teofilus Matopai You, Bischof von Jayapura, verurteilte die dort begangenen „schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen“ und betonte die Bedeutung eines friedlichen Dialogs zwischen Jakarta und Papua, „um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, der nur Leid verursacht“. „Der militärische Ansatz kann den Konflikt nicht lösen, und alle Formen des Tötens sind inakzeptabel, denn das Leben ist ein Geschenk Gottes. Als katholische Gemeinschaft müssen wir weiterhin die Menschlichkeit schützen und ein würdiges Leben für alle fördern“, sagte er.
Dem schloss sich der Bischof von Timika, Bernardus Bofitwos Baru, an, der einen Appell an Präsident Prabowo Subianto und den Chef der Streitkräfte Agus Subiyanto richtete und sie dazu aufforderte, „den Dialog zu suchen“, nachdem „das Blut so vieler unschuldiger Zivilisten vergossen wurde“.

(PA) (Fides-Agentur 15/9/2026)


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