Kinshasa (Fides) – Die Hoffnungen auf Fortschritte im kongolesischen nationalen Dialog sind groß, nachdem die Oppositionskoalition C64 den für den 22. Juli geplanten Protestmarsch abgesagt hat.
In einer Erklärung vom 20. Juli gaben die fünf Mitglieder der Koalition C64 an, diese Entscheidung auf den Appell von Kardinal Fridolin Ambongo Besungu, Erzbischof von Kinshasa und Vertreter der Kongolesischen Bischofskonferenz (CENCO), sowie von Rev. André Bokundoa, Präsident der „Église du Christ au Congo“ (ECC), der größten protestantischen Organisation in der Demokratischen Republik Kongo, getroffen zu haben. Beide hatten um eine Verschiebung der Kundgebung gebeten, um ein dialogfreundliches Klima zu schaffen.
Seit dem 18. Juli führen CENCO und ECC Konsultationen mit politischen Parteien, institutionellen Vertretern und anderen Akteuren der Zivilgesellschaft durch, um einen inklusiven Dialog zu fördern. Ihr Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass weder eine militärische noch eine rein institutionelle Lösung dauerhaften Frieden ohne eine gemeinsame politische Vereinbarung gewährleisten kann.
Die beiden Religionsvertreter folgten damit dem Aufruf von Präsident Félix Tshisekedi vom 17. Juli, im Anschluss an ein Treffen mit den wichtigsten Religionsgemeinschaften des Landes (CENCO, ECC, ERC und der islamischen Gemeinschaft) einen „inklusiven, friedlichen nationalen Dialog“ zu organisieren.
Die C64-Koalition gab jedoch bekannt, dass sie den Behörden eine Frist bis zum 15. August setze, um den von Tshisekedi angekündigten inklusiven nationalen Dialog offiziell einzuberufen.
Die Oppositionskoalition zur Verteidigung der Verfassungsordnung (C64) wurde am 19. Mai dieses Jahres offiziell gegründet wurde. Ihr Ziel ist die Verteidigung der bestehenden Verfassungsordnung auf Grundlage der Verfassung von 2006 und die Verhinderung jeglicher Reformen oder Änderung, die eine dritte Amtszeit für Präsident Félix Tshisekedi oder eine Verschiebung der für 2028 geplanten Wahlen ermöglichen könnten (vgl. Fides, 27/03/2026). Die Koalition bezieht sich mit ihrem Namen auf Artikel 64 der Verfassung, der Bürger zum Widerstand gegen eine verfassungswidrige Machtübernahme aufruft.
Die Demokratische Republik Kongo leidet weiterhin unter der Unsicherheit in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu, wo lokale und ausländische bewaffnete Gruppen aktiv sind, während die innenpolitischen Auseinandersetzungen nach wie vor stark polarisiert sind. Vor diesem Hintergrund hat Präsident Tshisekedi die Idee eines inklusiven nationalen Dialogs wieder aufgegriffen, dessen erklärtes Ziel es ist, politische Kräfte, die Zivilgesellschaft und institutionelle Vertreter zusammenzubringen, um die Prioritäten des Landes zu erörtern und den nationalen Zusammenhalt zu stärken.
Die Kongo-Fluss-Allianz (AFC), der politische Arm der M23-Rebellenbewegung, die große Teile des Ostens der Demokratischen Republik Kongo kontrolliert, und die in Nairobi gegründete und von Ex-Präsident Joseph Kabila geführte politische Plattform „Sauvons le Congo“, die den von Kinshasa angekündigten Prozess kritisierte, haben sich dem nationalen Dialog jedoch nicht angeschlossen. Laut „Sauvons le Congo“ lassen die gegenwärtigen politischen Bedingungen keinen glaubwürdigen Dialog zu.
(L.M.) (Fides 23/7/2026)