ANGELUS - Papst Leo XIV.: Das Reich Gottes “setzt sich nicht mit Gewalt durch” und wächst “wie ein kleiner Samen der aufkeimt“

Sonntag, 19 Juli 2026

VaticanMedia

Castel Gandolfo (Fides) – Das Geheimnis der Erlösung, mit dem Gott „in unserem Leben und in der Geschichte“ wirkt, wird nicht „mit Gewalt durchgesetzt“ und kommt auch nicht „triumphal daher“. Sein Reich wächst „wie ein kleines Samenkorn, das aufkeimt“, „und die Welt von innen heraus verwandelt“ und „im Verborgenen“ im Teig der menschlichen Wirklichkeit aufgeht". Mit einem Stil, „Gottes Stil“, den sich auch Christen zu eigen machen sollen, indem sie auch in der heutigen Zeit ihre Pilgerreise antreten, „ohne alles sofort zu beurteilen“, ohne sich „mit Macht und Gewalt“ durchzusetzen und ohne jemals „das Vertrauen in Gottes Wirken zu verlieren“.
Daran erinnerte Papst Leo XIV. an diesem Sonntag in seiner kurzen Ansprache beim Angelusgebet mit den auf der Piazza della Libertà in Castel Gandolfo vor dem Apostolischen Palast der Päpstlichen Villen, wo der Bischof von Rom einige Tage Erholung verbringt, zusammen gekommenen Gläubigen und Pilgern.
Im Zusammenhang mit dem „Stil“, den Christen in ihrer apostolischen und missionarischen Arbeit praktizieren sollen, bezog sich der Papst auf die Lesung aus dem Matthäusevangelium im Tagesevangelium vom Sonntag, dem 19. Juli.
„Gott“, betonte der Nachfolger des Petrus in Bezug auf die drei Gleichnisse, mit denen Jesus zu der Menge spricht, „bevorzugt das Kleinsein, ein Zeichen seiner zurückhaltenden Liebe, die uns die Freiheit lässt, ihn anzunehmen oder abzulehnen, die sich auch inmitten des Unkrauts ihren Weg zu bahnen versucht, die wie das kleinste aller Samenkörner verborgen und unsichtbar wirkt, die im Teig lautlos gärt und aufgeht.“
Manchmal, so Papst Leo, „erwarten wir etwas Aufsehenerregendes; wünschen uns einen Gott, der von oben eingreift und das Unkraut des Bösen sofort ausreißt.“ Und „passen diesem Bild auch leider auch unsere Art an, Christen zu sein und Kirche zu sein“. „Stattdessen breitet sich das Reich Gottes auch inmitten des Unkrauts aus und fordert von uns einen Blick, der, ohne alles sofort zu beurteilen, das Gute wahrnehmen kann, das selbst in der Finsternis des Bösen aufkeimt; es kommt wie der kleinste aller Samen und verlangt daher die Geduld, Prozesse zu begleiten und es in der Kleinheit des Alltags und der Einfachheit des gewöhnlichen Lebens zu erkennen; es wächst unsichtbar wie Sauerteig im Mehl“, betont er. Auf diese Art und Weise sollen auch Christen in der sie umgebende Wirklichkeit zu leben.
„Es geht darum“, betonte der Papst wie der damaligen Kardinals Joseph Ratzinger anlässlich des Sudiennachmittags beim Jubiläum Katecheten und Religionslehrer am 10. Dezember 2000 sagte, „dass wir uns der Logik des Samenkorns unterwerfen, die nicht jene des Erfolgs und der Größe ist, sondern von uns verlangt, uns klein zu machen und dem Leben der Menschen zu dienen.“ Auf diese Weise, fügte Leo XIV. abschließend hinzu, „werden wir selbst wie der kleine Samen des Evangeliums, der aufkeimt, und wie ein Sauerteig der Liebe, der den Teig der Welt verwandelt.“
(GV) (Fides 19/7/2026)


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