Abidjan (Agenzia Fides) – Als „Antwort auf die von verschiedenen Vertretern des nationalen soziopolitischen Lebens geäußerten Bedenken“ bezeichnen die Bischöfe der Elfenbeinküste die Entscheidung der ivorischen Regierung, die Unabhängige Wahlkommission (CEI) aufzulösen.
Die Auflösung der CEI wurde am vergangenen 6. Mai vom Ministerrat beschlossen. Die Bischöfe äußerten sich dazu in einer Erklärung, die im Anschluss an die 129. Vollversammlung der Bischofskonferenz der Elfenbeinküste (Conférence des évêques catholiques de Côte d'Ivoire, CECCI), die vom 25. bis 31. Mai tagte, veröffentlicht wurde.
„In einer Zeit, in der das Land, das sich nach Frieden, echter Versöhnung und ganzheitlicher menschlicher Entwicklung sehnt, nach so vielen Jahren immer noch darum ringt, sein Gleichgewicht wiederzuerlangen und alle seine Bürger zu vereinen, begrüßen die Bischöfe der Elfenbeinküste die Entscheidung der Regierung, die Unabhängige Wahlkommission (CEI) aufzulösen, um einen neuen Mechanismus zur Durchführung von Wahlen in der Elfenbeinküste einzurichten“, heißt es in der Erklärung der CECCI, die von deren Vorsitzenden, Bischof Marcellin Yao Kouadio von Daloa, unterzeichnet ist.
Die Bischöfe begrüßen, „diese Initiative, als Antwort der Behörden auf die von verschiedenen Vertretern des nationalen soziopolitischen Lebens geäußerten Bedenken“, und „ermutigen die Regierung, diesen Reformprozess im Geiste des Zuhörens, des Dialogs und der Konsultation mit allen wichtigen Kräften der Nation fortzusetzen.“
Gleichzeitig äußern die Bischöfe „die Hoffnung, dass das künftige System nicht länger politisiert wird und konkret dazu beiträgt, das Vertrauen der politischen Akteure zu stärken, das Vertrauen der Bürger in die Institutionen der Republik zu festigen und transparente, faire, inklusive und friedliche Wahlen zu gewährleisten.“ Die Botschaft schließt mit der Bekräftigung des Engagements der Kirche, ihre Unterstützung überall dort anzubieten, wo ihre Expertise benötigt wird. „Gemeinsam können Staat und Kirche zum Wohle der Elfenbeinküste ein Land der Hoffnung, der Gerechtigkeit, des Friedens, der Geschwisterlichkeit und des sozialen Zusammenhalts aufbauen, vorausgesetzt, dass dabei keiner das Ziel aus den Augen verliert: das vollkommene Wohlergehen aller Menschen.“
Die Unabhängige Wahlkommission wurde am 9. Oktober 2001 mit dem Auftrag gegründet, Wahlen und Referenden in der Elfenbeinküste zu organisieren und zu überwachen. Sie besaß Rechtspersönlichkeit und administrative Autonomie. Während ihres 25-jährigen Bestehens sah sich die Kommission anhaltender Kritik der Opposition wegen mangelnder Neutralität und Unabhängigkeit ausgesetzt und geriet wiederholt in Kontroversen während Wahlen.
Nach der Ankündigung ihrer Auflösung legten mehrere politische Parteien ihre eigenen Bedingungen für die Einführung eines neuen Wahlmanagementsystems dar. Gleichzeitig wurde kritisiert, dass die Entscheidung ohne Konsultation aller Parteien getroffen worden war.
(L.M.) (Fides 3/6/2026)