NFCI
Bangalore (Fides) – Die Föderation der Kirchen in Indien (National Federation of Churches in India, NFCI) ist der neue nationale ökumenische Dachverband christlicher Kirchen aller Konfessionen in Indien. Sie wurde am 8. Mai im Rahmen des vierten nationalen ökumenischen Treffens von Bischöfen und christlichen Führungskräften in Bangalore gegründet. „Sie ist eine Plattform, die den ökumenischen Dialog stärken wird, indem sie die drängendsten Probleme des Landes angeht und als geeinte Front die Anliegen der christlichen Gemeinschaft in Indien im aktuellen Kontext berücksichtigt“, erklärt Pater Anthoniraj Thumma, Sekretär für Ökumene in der Katholischen Bischofskonferenz (CBCI) und Koordinator des ökumenischen Treffens der indischen Bischöfe, gegenüber Fides.
Das neue Gremium habe sich zum Ziel gesetzt, „die Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit im Herrn Jesus Christus unter den Bischöfen und Kirchenoberhäuptern auf nationaler Ebene zu fördern. Die Gründung der NFCI ist ein bedeutender Schritt hin zur christlichen Einheit, ein Meilenstein im ökumenischen Prozess und ein neues Kapitel in der Geschwisterlichkeit und Solidarität der Kirchen in Indien“, heißt es in einer Erklärung, die Fides vorliegt.
„Angesichts der kritischen Lage der Kirchen in Indien, die mit zahlreichen Herausforderungen und Schwierigkeiten wie Gewalt gegen Priester, Pastoren und Gläubige, strengen Anti-Konversionsgesetzen in einigen Bundesstaaten und Versuchen der Veruntreuung von Kirchenvermögen konfrontiert sind, bestand dringender Bedarf an einer gemeinsamen Front zur Bewältigung dieser Probleme. Nach zweijährigen Diskussionen über ihre Gründung und die Ausarbeitung ihrer Richtlinien wurde die NFCI nun offiziell ins Leben gerufen“, so Thumma.
Der Verband werde die Kirchen in der Öffentlichkeit vertreten und „ein einheitliches Bild des Christentums präsentieren sowie als die Stimme der christlichen Gemeinschaft gegenüber dem Land fungieren“, fügt er hinzu. „Er wird die Zusammenarbeit gefördert und die sichtbare Einheit der Mitgliedskirchen gestärkt, wobei deren Identität, Traditionen und Strukturen respektiert werden. Und man wird sich mit den Anliegen der Kirchen und der christlichen Gemeinschaft in Indien befassen.“
Im Vergleich zu den bereits bestehenden Foren und Gremien kirchlicher Gemeinschaften im Land zeichne sich die Föderation dadurch aus, dass „keines von ihnen alle Kirchen umfassend einbezieht“; außerdem „sie ist ausschließlich Bischöfen und kirchlichen Führungskräften gewidmet“.
Die erste Initiative der Föderation war ein ökumenischer Gebetsgottesdienst für die Einheit der Christen, der auf den anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen gemeinsam vom Dikasterium für die Einheit der Christen und dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) erarbeiteten Impulsen basierte. Die Begrüßungsansprache bei der Gründungsversammlung hielt Kardinal Anthony Poola, Erzbischof von Hyderabad und Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz. Er betonte die drängenden Probleme der christlichen Glaubensgemeinschaft und unterstrich die Notwendigkeit der Einheit der Kirchen, um diese wirksam anzugehen. „Es ist wichtig, aufeinander zuzugehen und sich als Christen zu vereinen, um ein besseres Verständnis der Wahrheit zu erlangen und im Geiste der Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit zusammenzuarbeiten.“ Kardinal Anthony Poola wurde zum ersten Präsidenten der neuen Föderation gewählt.
(PA) (Fides 11/5/2026)