Diocesi di Malabo
Malabo (Fides) – An diesem Dienstag (21. April) begann Papst Leo XIV. die letzte Etappe seiner Afrikareise in Äquatorialguinea. „Nach 44 Jahren ist wieder ein Nachfolger Petri unter uns, und wir haben ihn mit großer Zuneigung empfangen. So, wie es nur Äquatorialguinea kann! Es war eine Begegnung zwischen Himmel und Erde. Der Papst beschenkte uns mit seiner Güte und erinnerte uns mit seinen eindringlichen Worten und der Umarmung der Kinder an die Gegenwart Christi unter uns“, schreibt Schwester Giusy Becchero von Don Bosco Schwestern (FMA) die im Erzbistum Malabo tätig sind, an Fides. „Der schönste Moment war, als er die Kinder in seine Arme nahm und sich von ihnen umarmen ließ … Ich musste an den Satz denken: ‚Selig sind die Sanftmütigen, die rein sind im Herzen‘“, fügt die Ordensfrau hinzu.
„Diese Reise erinnert an die des heiligen Johannes Paul II. im Jahr 1982, der von Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo empfangen wurde. Vor ihm, der bereits über vier Jahrzehnte an der Macht ist, hielt auch Leo XIV. im Präsidentenpalast eine besonnene, aber dennoch bedeutsame Rede. Ohne einen forschen Ton anzuschlagen, rief er die Verantwortlichen eindringlich dazu auf, sich „in den Dienst von Recht und Gerechtigkeit zu stellen“ und betonte die Wichtigkeit eines aufrichtigen Engagements für das Gemeinwohl. „Ich weiß, dass Sie das beeindruckende Projekt in Angriff genommen haben, eine Stadt zu errichten, die seit wenigen Monaten die neue Hauptstadt Ihres Landes ist. Sie haben ihr einen Namen gegeben, in dem der Name des biblischen Jerusalem anzuklingen scheint: Ciudad de la Paz. Möge diese Entscheidung einen jeden zum Nachdenken anregen, welcher Stadt er dienen will!“, sagte der Papst in seiner Ansprache an den Präsidenten, die Verantwortlichen und die Mitglieder des Diplomatischen Korps. „Es ist wichtig zu wissen“, betonte Schwester Giusy, „dass bis vor wenigen Tagen Malabo die Hauptstadt von Äquatorialguinea war; nun wird es eine neue Hauptstadt geben, die Stadt des Friedens heißen wird. Der Heilige Vater sprach ausführlich über das Thema Frieden und sagte, dass Frieden nicht wie eine Stadt errichtet werden kann, sondern von innen heraus entsteht.“
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des nach ihm benannten Campus „León XIV.“ der Nationaluniversität in Malaba. Es lohne sich, so Papst Leo XIV. in seiner Ansprache, „weiterhin auf die Bildung der kommenden Generationen und auf jene ebenso anspruchsvolle wie edle Aufgabe zu setzen, die darin besteht, nach der Wahrheit zu suchen und das Wissen in den Dienst des Gemeinwohls zu stellen“. Eine Wahrheit, „die uns vorausgeht, uns ruft, uns übersteigt“ und es gelte „wiederzuentdecken, dass die Wahrheit nicht hergestellt, nicht manipuliert und nicht wie eine Trophäe besessen wird, sondern dass man sie annimmt, sie in Demut sucht und ihr verantwortungsvoll dient“.
„Über die offiziellen Treffen hinaus setzte der Papst, ganz im Sinne seines Pontifikats, auch konkrete Zeichen“, fuhr Schwester Giusy fort. „Der Besuch der psychiatrischen Klinik ‚Jean-Pierre Olié‘ in Malabo war ein bewegender Moment des Tages. Durch den Besuch bei den Kranken und dem medizinischen Personal rückte er eine oft vernachlässigte Realität in den Fokus: die der schutzbedürftigen Menschen, insbesondere derer, die an psychischen Erkrankungen leiden. Diese seelsorgerische Geste erinnert uns daran, dass die Menschenwürde weder vom sozialen Status noch von der Gesundheit abhängt, sondern jedem Menschen innewohnt. Die Klinikleitung verstand diesen Besuch als starkes Signal, als Aufruf zu mehr Aufmerksamkeit für diejenigen, die oft vergessen werden. In einem Land, in dem die Herausforderungen im Gesundheitswesen und im sozialen Bereich weiterhin groß sind, dient die Anwesenheit des Papstes als Ansporn, inklusivere und humanere Strategien zu entwickeln.“
„Dieser Aufenthalt in Äquatorialguinea“, so die Ordensschwester abschließend, „verkörpert treffend den Geist der Afrikareise Leos XIV.: ein sensibles Gleichgewicht zwischen prophetischen Worten und Diplomatie sowie die Nähe zu den Schwächsten. Indem er Recht, Gerechtigkeit und Solidarität anspricht, wendet sich der Papst nicht nur an die Regierungsvertreter, sondern an die gesamte Gesellschaft und lädt sie ein, die Hauptrolle in einer gerechteren und geschwisterlicheren Zukunft zu übernehmen.“
(AP) (Fides 22/4/2026)