ASIEN/PAKISTAN - "Der Versuch, Frieden zu stiften, ist eine wichtige Aufgabe, die allen zugutekommt”

Donnerstag, 16 April 2026

Anthony Naveed

Rom (Fides) – „Ich bin stolz darauf, dass Pakistan sein Bestes getan hat, um alle am Krieg im Nahen Osten beteiligten Akteure zusammenzubringen und sie zu einem Verhandlungstisch in Islamabad einzuladen. Natürlich ist das nach einem so schwerwiegenden Konflikt nicht einfach, und es ist kaum möglich, in einem einzigen Treffen ein Ergebnis zu erzielen. Pakistan hat begonnen und setzt die Zusammenarbeit mit friedliebenden und verbündeten Ländern fort. Die Vermittlungsarbeit wird fortgesetzt, die führenden Köpfe unserer Regierung bemühen sich weiterhin um eine Lösung des Problems und um Fortschritte“, sagte Anthony Naveed, ein katholischer Politiker von der Pakistanischen Volkspartei (PPP) und Vizepräsident des Parlaments der Provinz Sindh im Süden Pakistans, gegenüber Fides.
„Ich glaube, dass in dieser tragischen Situation jemand die Initiative ergreifen und Verantwortung übernehmen musste“, so Naveed gegenüber Fides, „Aufgrund des Krieges im Nahen Osten befinden sich nicht nur die Länder der Region in Schwierigkeiten, sondern praktisch die ganze Welt leidet unter den Folgen. Alle sind sehr besorgt, da eine Eskalation und ein neuer Weltkrieg drohen“. „Als pakistanischer Staatsbürger und Vertreter der pakistanischen Nation bin ich der Überzeugung, dass der Versuch, Frieden zu stiften, eine wichtige Aufgabe ist, die allen zugutekommt und auch dem Wunsch und Appell des Papstes entspricht“, betont er.
Im Hinblick auf die Vermittlerrolle Pakistans erklärt auch Pater Robert McCulloch, ein australischer Missionar Missionsgesellschaft von St. Columban, der seit über 30 Jahre in Pakistan lebt und arbeitet und nun an der Leitung des katholischen St.-Elisabeth-Krankenhauses in Hyderabad beteiligt ist, gegenüber Fides: „Pakistans Engagement bei der Vermittlung im US-iranischen Krieg, um einen Waffenstillstand zu erreichen, ist durchaus naheliegend, da das Land einerseits Beziehungen zu den USA unterhält, andererseits eine Grenze mit dem Iran teilt und eine schiitische Bevölkerungsgruppe von etwa 20 % aufweist, die eine deutliche Affinität zum Iran hat. Darüber hinaus hat Pakistan ein Militärbündnis mit Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geschlossen und ist somit ein idealer Vermittler.“
„Wenn die Mediation derzeit ins Stocken geraten ist, auch wenn sie noch nicht beendet ist, liegt das daran, dass die Parteien einen Konsens erzielen müssen“, so Pater McCulloch weiter, „Man kann nicht mit der Einstellung an einen Verhandlungstisch gehen, einfach den eigenen Vorschlag zu präsentieren, ohne Kompromisse oder Änderungen zu akzeptieren, wie es die USA getan haben. In der Mediation ist der Dialog unerlässlich, und bei der Präsentation eines Vorschlags muss man den Gegenvorschlag der anderen Seite bewerten, einige seiner Elemente akzeptieren, ohne ein Ultimatum zu stellen. Wir hoffen, dass der Dialog in den kommenden Tagen wieder aufgenommen werden kann und zum lang ersehnten Ende des Krieges führt.“
(PA) (Fides 16/4/2026)


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