AFRIKA/NIGERIA- Gefahrenlage in verschiedenen Teilen des Landes besorgniserregend: Polizei dementiert Berichte über dschihadistische Anschläge in Abuja

Freitag, 10 April 2026

Abuja (Fides) – Als „völlig falsche, irreführende und in böser Absicht veröffentlichte Nachrichten“ bezeichnete die nigerianische Polizei die Behauptungen, die in Videos enthalten sind, die in den sozialen Medien kursieren, wonach die nigerianische Hauptstadt Abuja von einer Dschihadistengruppe angegriffen worden sein soll.
In einer am heutigen 10. April veröffentlichten Erklärung teilte die Polizei mit, dass das online kursierende Video absichtlich aus nicht zusammenhängendem Material zusammengestellt wurde, um Panik zu verbreiten und die Öffentlichkeit über die Sicherheitslage im Bundesgebiet Abuja falsch zu informieren.
Eine Person wurde wegen der Veröffentlichung des beanstandeten Videos bereits festgenommen. „Die Festnahme erfolgte aufgrund glaubwürdiger Informationen und digitaler forensischer Untersuchungen, die den Verdächtigen mit dem Ursprung und der Verbreitung des Videos in Verbindung brachten“, heißt es in der Erklärung.
Das gefälschte Video wurde einen Tag nach der Reisewarnung der US-Botschaft in Abuja veröffentlicht, die US-Bürgern von Reisen nach Nigeria abriet. Die US-Regierung warnte ihre Bürger insbesondere vor Gefährdung bei Reisen in 23 der 36 Bundesstaaten Nigerias. Das US-Außenministerium genehmigte zudem die Ausreise der Botschaftsangestellten und deren Familien aus Nigeria und begründete dies mit der sich verschärfenden Sicherheitslage im Land. Die Botschaft gab außerdem die vorübergehende Schließung der Visastelle bekannt, stellte jedoch klar, dass Dienstleistungen für US-Bürger in Notfällen und nach vorheriger Terminvereinbarung weiterhin verfügbar seien. Sie nannte weder einen Grund für die Schließung noch deren Dauer.
Aus verschiedenen Teilen Nigerias treffen unterdessen weiterhin glaubwürdige Berichte über Angriffe von sogenannten „Banditen“ ein. Am gestrigen 9. April, wurden folgende Vorfälle gemeldet: Im Bundesstaat Sokoto wurden bei Angriffen an drei verschiedenen Orten mindestens fünf Menschen getötet und 22 weitere entführt; im Bundesstaat Plateau töteten Fulani-Hirten mindestens acht Menschen im Dorf Mbwelle; im Bundesstaat Borno kamen ein General und mehrere Soldaten bei einem Angriffsversuch auf einen Militärstützpunkt in Benischeikh ums Leben; und im Bundesstaat Zamfara wurden ein Gemeindegesundheitshelfer und fünf weitere Personen getötet, als ein Gesundheitszentrum in der Gemeinde Yarkatsinan Laka im Verwaltungsbezirk Bungudu in Brand gesteckt wurde. Laut einem Polizeisprecher wurde die Einrichtung von einer „großen Gruppe von Banditen auf über 50 Motorrädern, die mit modernen Waffen ausgerüstet waren“, angegriffen.
Im Norden Nigerias wurden von Ostersonntag bis Donnerstag, dem 9. April, fast hundert Menschen von Dschihadisten und kriminellen Banden getötet, die ihre Überfälle auf Militärstützpunkte und Dörfer verstärkten.
(L.M.) (Fides 10/4/2026)


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