AFRIKA/NIGERIA - Mindestens 26 Tote und 140 Verletzte bei Selbstmordattentaten in Maiduguri

Mittwoch, 18 März 2026

Abuja (Fides) – Bei einer Serie von Selbstmordattentaten in Maiduguri kamen am Abend des 16. März wurden mindestens 26 Menschen ums Leben und über 140 wurden verletzt. Die muslimische Gemeinde hatte sich gerade auf das Fastenbrechen im Ramadan vorbereitet, als sich drei Explosionen sich gleichzeitig auf dem Zentralmarkt, am Eingang des Universitätsklinikums Maiduguri (University of Maiduguri Teaching Hospital, UMTH) und am Postamt ereigneten.
Maiduguri, die Hauptstadt des Bundesstaates Borno im Nordosten Nigerias, ist eine Stadt mit über einer Million Einwohnern. Sie gilt als Geburtsstätte der dschihadistischen Bewegung Boko Haram, die sich später in mehrere Ableger aufspaltete. Der bedeutendste dieser Ableger schloss sich dem Islamischen Staat an und bildete den Islamischen Staat in der Provinz Westafrika (ISWAP). Ersten Einschätzungen zufolge wurden die Anschläge von Mitgliedern der Bewegung verübt, die dem ursprünglichen Kern von Boko Haram angehören und operative Zellen in und um Maiduguri unterhalten. Eine Zusammenarbeit zwischen den beiden dschihadistischen Gruppen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.
„Die jüngsten Nachrichten aus Maiduguri im Bundesstaat Borno sind zutiefst erschütternd. Ich trauere um die Opfer, spreche den Verletzten mein Beileid aus und stehe in dieser schweren Zeit an der Seite der Bevölkerung von Borno“, sagte Präsident Bola Tinubu vor seiner Abreise zu einem Staatsbesuch in Großbritannien – dem ersten eines nigerianischen Staatsoberhaupts seit 37 Jahren.
Das nigerianische Militär warnte unterdessen vor weiteren Terroranschlägen und berief sich dabei auf Geheimdienstinformationen, wonach Boko Haram möglicherweise mehrere Selbstmordattentäter in Maiduguri stationiert hat, um koordinierte Angriffe an belebten Orten durchzuführen. Die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt wurden daher verschärft. Auch im benachbarten Bundesstaat Yobe herrscht Alarmbereitschaft. Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf und baten darum, verdächtige Bewegungen oder Gegenstände umgehend den Strafverfolgungsbehörden zu melden. Die Angriffe folgen auf einen jüngsten Anstieg dschihadistischer Aktivitäten im Bundesstaat Borno. Anfang März stürmten ISWAP-Kämpfer mehrere Militärstützpunkte und töteten Dutzende Soldaten. Im Dezember wurde zudem eine Moschee in Maiduguri angegriffen.
Der dreifache Anschlag in der Hauptstadt von Borno wurde von allen nigerianischen Parteien verurteilt. Vizepräsident Kashim Shettima betete bei einer Zeremonie in der Moschee des Präsidentenamtes in Abuja für die Seelen der Opfer und erklärte: „Keine Religion rechtfertigt die Tötung Unschuldiger. Was auch immer die Motive der Angreifer gewesen sein mögen, möge Allah sie auf den rechten Weg führen oder sie von der Erde nehmen.“
(L.M.) (Fides 18/3/2026)


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