AFRIKA/SÜDSUDAN - Insgesamt 169 Menschen kamen bei Angriffen im Bezirk Abiemnhom ums Leben

Dienstag, 3 März 2026

Juba (Fides) – Bei einer Reihe von Angriffen am Sonntag, dem 1. März, wurden im Bezirk Abiemnhom im Verwaltungsgebiet Ruweng im Südsudan insgesamt 169 Menschen getötet, darunter 79 Soldaten.
Laut Zeugenaussagen von Überlebenden verübten bewaffnete Jugendliche aus dem Bezirk Mayom im benachbarten Bundesstaat Unity gegen 4:30 Uhr morgens die Anschläge auf südsudanesische Soldaten und Zivilisten.
Die UN-Mission im Südsudan (UNMISS) hatte bereits 48 Stunden zuvor vor der eskalierenden Gewalt in der Region gewarnt. In einer Erklärung bestätigte die UN-Mission, dass unbekannte bewaffnete Jugendliche am Sonntagmorgen das Bezirkshauptquartier angegriffen hatten. Unter den Opfern befanden sich der Bezirkskommissar von Awarpiny und der Exekutivdirektor des Bezirks Abiemnhom. Mindestens 68 Menschen wurden verletzt. Die Kämpfe dauerten drei bis vier Stunden, bis die Armee die Kontrolle über das Gebiet zurückerlangte. Bis zum 28. Februar hatten über tausend Menschen Zuflucht auf dem UNMISS-Stützpunkt gesucht, wo sie vom mongolischen Kontingent der UN-Friedenstruppen aufgenommen wurden.
„Wir beten für alle, die Angehörige verloren haben. Möge der Herr ihnen beistehen, sie trösten und ihnen die Kraft geben, die Herausforderungen und das Trauma zu überwinden, die sie erleben“, sagte Pfarrer Peter Biong, stellvertretender Generalsekretär der Katholischen Bischofskonferenz des Sudan und Südsudans (SSSCBC), in seiner Predigt beim wöchentlichen Gottesdienst für die Mitarbeiter des Sekretariats am gestrigen 2. März. Pfarrer Biong schilderte eine erschütternde Situation und merkte an, dass viele Opfer aufgrund logistischer Schwierigkeiten im Land noch nicht beerdigt werden konnten.
Diese schwere Gewalteskalation ereignet sich inmitten zunehmender Instabilität im Südsudan. Interne politische Auseinandersetzungen haben den Frieden untergraben, der nach dem Abkommen von 2018 zur Beendigung des fünfjährigen Bürgerkriegs, der rund 400.000 Menschenleben forderte, erreicht, aber nie vollständig umgesetzt wurde. Die Instabilität verschärfte sich nach der Verhaftung des ehemaligen Ersten Vizepräsidenten Riek Machar im März letzten Jahres (siehe Fides, 05/03/2025).
Die Bewegung Riek Machars, die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung in Opposition (SPLM/A IO), hat unterdessen jegliche Beteiligung an dem Angriff in Abiemnhom bestritten. „Die SPLM/A IO weist die haltlosen Anschuldigungen und irreführenden Aussagen der Behörden im Verwaltungsgebiet Ruweng und im Bundesstaat Unity, die die Beteiligung der SPLM/A-IO-Kräfte an dem Angriff behaupten, entschieden zurück und verurteilt sie aufs Schärfste“, erklärte Puok Both Baluang, Machars Pressesprecher.
(L.M.) (Fides 3/3/2026)


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