Kinshasa (Fides) – Sicherheit im Austausch gegen Mineralien. Das ist der „Deal” zwischen der Regierung der Vereinigten Staaten und der Demokratischen Republik Kongo, der die Grundlage des am 4. Dezember in Washington unterzeichneten „U.S.-DRC Strategic Partnership Agreement“ bildet (bei derselben Gelegenheit wurde eine gemeinsame Erklärung zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda zur Umsetzung der Friedensabkommen unterzeichnet (vgl. Fides 6/12/2025).
Ein erster konkreter Schritt zur Umsetzung der Partnerschaft ist die am 3. Februar angekündigte Vorvereinbarung zwischen dem „Orion Critical Mineral Consortium“ und dem Unternehmen „Glencore“ über den möglichen Erwerb von 40 % zweier kongolesischer Bergbauunternehmen, die sich im Besitz von „Glencore“ befinden, durch das „Orion Critical Mineral Consortium“. Es handelt sich dabei um „Mutanda Mining“ („Mumi”) und die „Kamoto Copper Company“ („KCC”).
Das „Orion Critical Mineral Consortium“ hat sich zum Ziel gesetzt, „die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten und Partner bei der Entwicklung sicherer, verantwortungsbewusster und widerstandsfähiger Lieferketten für wichtige Mineralien zu unterstützen, die das künftige Wirtschaftswachstum und die Sicherheit fördern“ (Quelle: Pressemitteilung zur Gründung des Konsortiums). Das Konsortium wurde 2025 von einem privaten Unternehmen, „Orion Resource Partners LP“, und einer amerikanischen öffentlichen Einrichtung, der „U.S. International Development Finance Corporation“ (DFC), auf den Weg gebracht. Letztere wurde 2019 gegründet und ist der internationale Investitionsbehörde der US-Regierung. „Die DFC arbeitet mit dem privaten Sektor zusammen, um die Außenpolitik der Vereinigten Staaten zu fördern und die nationale Sicherheit zu stärken, indem sie weltweit privates Kapital mobilisiert. Die DFC investiert in strategische Sektoren, darunter essentielle Mineralien, moderne Infrastruktur und fortschrittliche Technologien, fördert die wirtschaftliche Entwicklung, unterstützt die Interessen der Vereinigten Staaten und erzielt Gewinne für die amerikanischen Steuerzahler“ (aus der oben genannten Pressemitteilung).
Das derzeit in der Endphase befindliche Abkommen hat einen Umfang von 9 Milliarden Dollar und wird es den USA ermöglichen, zwei wichtige Produzenten von Kupfer und Kobalt aus dem Kongo unter ihre Kontrolle zu bringen.
Der Sicherheitsaspekt des kongolesisch-amerikanischen Abkommens wird ebenfalls in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft umgesetzt. Der bekannte US-Unternehmer Erik Prince (Gründer des privaten Militärunternehmens „Blackwater“) hat der kongolesischen Armee dabei geholfen, Uvira, die zweitwichtigste Stadt in der Provinz Südkivu aus den Händen der von Ruanda unterstützten Rebellen der M23 zurückzuerobern (vgl. Fides 6/2/2026). Nord- und Südkivu sind die beiden Provinzen im Osten, die reich an strategischen Ressourcen wie Coltan sind.
Prince, der heute an der Spitze eines anderen Unternehmens, „Vectus Global“, steht, hat kürzlich ein Abkommen mit der Regierung in Kinshasa geschlossen, um „Steuerbrigaden” einzurichten. Diese Einheiten haben die Aufgabe, den Mineralien-Schmuggel zu bekämpfen und die Steuererhebung zu verbessern, vor allem in den kupfer- und kobaltreichen Gebieten im Süden. Genau dort, wo sich die Minen befinden, die Gegenstand der Vereinbarung zwischen „Glencore“ und dem „Orion Critical Mineral Consortium“ sind.
(L.M.) (Fides 7/2/2026)