ASIEN/BANGLADESCH - Weihbischof von Dhaka zu den bevorstehenden Wahlen: “Die Kirche erinnert an Bedeutung von Pluralismus und Demokratie“

Dienstag, 3 Februar 2026

Caritas Asia

Dhaka (Fides) – „Die Wahlen stehen bevor, doch in der bangladeschischen Gesellschaft herrscht keine große Begeisterung für die Zukunft des Landes“, erklärt der Weihbischof der Erzdiözese Dhaka, Subroto Boniface Gomes, im Gespräch mit Fides am Vorabend der Parlamentswahlen am 12. Februar. Die Übergangsregierung von Mohamed Yunus hat nach einer Zeit des politischen Übergangs, nach den Demonstrationen im August 2024, die die ehemaligen Premierministerin Sheikh Hasina zur Flucht ins Ausland zwangen, Wahlen angesetzt.
Zusammen mit den Parlamentswahlen wird es auch eine Abstimmung über das Verfassungsreferendum geben, bei dem das Volk um Zustimmung zur Änderung der Verfassung gebeten wird. Bischof Gomes merkt an: „Tatsache ist, dass die Wahl nicht inklusiv sein wird, da die ‚Awami-Liga‘, der Partei der ehemaligen Premierministerin, die Teilnahme untersagt wurde und sie keine eigenen Kandidatenlisten aufstellen konnte. Dies hat zu einer weit verbreiteten Unzufriedenheit unter der Bevölkerung und auch zu einem Gefühl der Ungerechtigkeit geführt.“
„Zweitens“, so betont er, „hat die Bevölkerung die Auswirkungen und Folgen des Verfassungsreferendums nicht richtig verstanden und ist sich ihrer nicht voll bewusst: Eine umfassendere und gründlichere Aufklärung wäre notwendig gewesen.“
Weitere Faktoren, die zu berücksichtigen sind, sind laut dem Bischof „die Präsenz der Studentenpartei, die den Protest angeführt hat und neu auf der politischen Bühne ist“, sowie „das Wiedererstarken islamistischer Parteien wie ‚Jamaat-e-Islami‘, die mit ihrer politischen Agenda zurückgekehrt sind, die Minderheiten wie Frauen, Stammesgruppen, hinduistische und christliche Religionsgemeinschaften sicherlich benachteiligt“.
„Die Studentenpartei“, fährt er fort, „hatte sich zunächst als streng demokratisch erklärt, dann aber in verschiedenen Wahlkreisen ein Bündnis mit Vertretern der ‚Jamaat-e-Islam‘ geschlossen, was Anlass zur Sorge gibt“. Darüber hinaus merkt er an, dass „die Studentenpartei die Unterstützung von Premierminister Yunus erhalten hat, der somit eines Tages das Amt des Präsidenten des Landes anstreben kann“, auch dank der direkten oder indirekten Unterstützung der islamischen Parteien.
Vor diesem Hintergrund, in einem Land mit einer großen islamischen Mehrheit, in dem 500.000 Christen eine kleine Minderheit von 0,3 % darstellen, bleibe die Situation der Glaubensgemeinschaften „sehr heikel“. „Das Wiederaufleben islamischer Parteien könnte uns Probleme bereiten, weshalb wir in den letzten zwei Jahren stets die Notwendigkeit betont haben, Pluralismus und Demokratie zu bewahren“, bemerkt Bischof Subroto Gomes.
„Die katholische Kirche“, so der Weihbischof abschließend, „mischt sich nicht direkt in das politische Geschehen ein, hat aber auf allen Ebenen öffentlich deutlich gemacht, dass sie die Würde und Freiheit jedes Menschen, die Menschenrechte und eine gute Regierungsführung, Werte wie das Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Frieden für alle Bürger ohne Diskriminierung aufgrund von Kultur, ethnischer Zugehörigkeit oder Religion fördert.“
(PA) (Fides 3/2/2026)


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