ASIEN/LIBANON - WCAL-Group: “Unerträgliche Gräueltaten” gegen Palästinenser im Gazastreifen

Donnerstag, 22 Februar 2024

Beirut (Fides) - Im Gazastreifen und anderen Teilen Palästinas werden "unerträgliche und unmenschliche Gräueltaten" an Palästinensern verübt. Gräueltaten, die "über 28.000 Zivilisten das Leben gekostet haben, von denen mehr als zwei Drittel Kinder und Frauen sind". Angesichts eines solchen Szenarios verbreitet die Gruppe christlicher Analysten, Theologen und Seelsorger "Wir wählen das Leben in Fülle" ("We Choose Abundant Life", WCAL) ein Dokument, das hervorhebt, dass der Krieg im Heiligen Land "nicht nur die Fähigkeit zur menschlichen Gewalt, zur Dämonisierung und Entmenschlichung des anderen aufzeigt, sondern auch eine tiefe moralische Krise, die uns nicht nur als Christen, sondern als Menschen herausfordert".
Die Ökumenische Gruppe veröffentlichte im September 2021 (vgl. Fides 28/9/2021) ein Dokument mit dem Titel "Christen im Vorderen Orient auf dem Weg zu erneuerten theologischen, sozialen und politischen Entscheidungen". Zu der Gruppe, deren Namen auf ein Zitat aus dem Deuteronomium zurückgeht ("Wir wählen das Leben in Fülle"), gehören Frau Professor Souraya Bechealany, ehemalige Generalsekretärin des Rates der Kirchen des Nahen Ostens, der maronitische Priester Rouphael Zgheib, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke im Libanon, und der libanesische griechisch-melkitische Priester und Theologe Gabriel Hachem.
"Die unmittelbare militärische Reaktion, die als impulsive Rache für die Gräueltaten vom 7. Oktober 2023 begann", heißt es in der Botschaft, "verwandelte sich schnell in einen verheerenden und geplanten Krieg, der von mehreren Ländern der freien Welt gerechtfertigt und unterstützt wird und bei den Diktaturen in der Region auf Schweigen stößt“.
Die Verfasser des Dokuments weisen darauf hin, dass "die Militarisierung religiöser Ideologien, sowohl in etablierten Staaten als auch in nichtstaatlichen Bewegungen und Akteuren, ein eklatanter Indikator für die schwerwiegenden konzeptionellen Gefahren ist, denen die Religionen ausgesetzt sind, wenn sie sich vom Kern ihrer Botschaft entfernen". Das Dokument weist auch auf die Klarheit der kritischen Stimmen hin, die "die vorherrschende Erzählung, die das Judentum mit dem Zionismus in Verbindung bringt oder suggeriert, dass das Judentum ein Synonym für den Zionismus ist", zurückweisen und widerlegen. “Die Kritik an den völkerrechtswidrigen Praktiken Israels", heißt es in dem Text, "ist nicht gleichbedeutend mit Antisemitismus".
Die Gruppe schließt sich all jenen Stimmen an, die "das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung" fordern. „Insbesondere sprechen sie sich immer wieder gegen die Verwechslung zwischen der palästinensischen Sache als nationaler Sache und dem militanten, bewaffneten Dschihad oder extremistischen islamistischen Forderungen aus. Diese Stimmen stellen allzu vereinfachte Erzählungen in Frage und tragen zu einem nuancierten Verständnis der verschiedenen Perspektiven innerhalb der muslimischen Gemeinschaft bei", heißt es in der Botschaft.
(GV) (Fides 22/2/2024)


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