EUROPA/RUSSLAND - 800 Jahre Ordensregel und Weihnachtskrippe: Franziskaner begehen Jubiläum in Russland und Kasachstan

Mittwoch, 29 November 2023

Von Chiara Dommarco

Moskau (Fides) - Am 29. November 1223, vor genau 800 Jahren, genehmigte Papst Honorius III. mit der Bulle "Solet annuere" die endgültige Ordensregel der Minderbrüder, die vom heiligen Franziskus verfasst wurde und später "Regola bollata" genannt wurde. Wenige Tage später fertigte Franziskus auf dem Rückweg von Rom nach Assisi in dem Dorf Greccio die erste Darstellung der Geburt Christi an.
Die Geschichte der ersten Krippe ist eng mit der Entstehung des Franziskanerordens selbst verbunden. Im Jahr 2023 wird in der ganzen Welt das 800jährige Jubiläum der „Weihnachtskrippe von Greccio" und der päpstlichen Genehmigung der „Regula Bollata“ gefeiert. So auch in Russland. "Auch wir haben uns verschiedene Initiativen überlegt, um in Russland das 800jährige Jubiläum der Weihnachtskrippe von Greccio und der Ordensregel zu feiern", so Pater Dariusz Harasimowicz (OFM Conv.), Kustos der russischen Generalkustodie des Heiligen Franz von Assisi (Rossijskaja General'naja Kustodija sv. Franciska Assizskogo) gegenüber Fides.
Aus gegebenem Anlass, heißt es in dem am 4. Oktober von der in Assisi versammelten Konferenz der franziskanischen Ordensfamilie herausgegebenen Schreiben, gewähre Papst Franziskus allen Gläubigen, die vom 8. Dezember 2023 (Hochfest der Unbefleckten Empfängnis) bis zum 2. Februar 2024 (Fest der Darstellung Jesu im Tempel) vor der in einer der von den Franziskanern weltweit betreuten Kirchen aufgestellten Krippe im Gebet verweilen, einen vollkommenen Ablass ... Auch diejenigen, die nicht in der Lage seien, eine dieser Kirchen aufzusuchen, könnten das Geschenk des vollkommenen Ablasses genießen, indem sie "dem Herrn ihre Leiden darbringen oder fromme Handlungen vollziehen", wie es im Brief heißt.
“Nicht nur durch den Besuch einer der franziskanischen Kirchen in der Russischen Föderation und in Kasachstan wird es möglich sein, das spirituelle "Geschenk" von Papst Franziskus zu erhalten“, fährt Fr. Dariusz fort, „sondern auch andere ‚Geschenke‘, die sich die Franziskaner dieser Kustodie ausgedacht haben, um nicht nur die Jubiläen des Jahres 2023 angemessen zu begehen, sondern auch das ebenso wichtige, das uns im Jahr 2024 erwartet: die 800 Jahre seit dem Tag, an dem der Heilige Franziskus die Stigmata empfing". Ab Dezember wird es möglich sein, bei den Franziskanerbrüdern einen besonderen Jahreskalender 2024 zu kaufen, der von ihrem Moskauer Verlag herausgegeben wird: In seinem Innern wird an die Heiligen und Seligen erinnert, die sich zu Lebzeiten den verschiedenen kirchlichen Realitäten angeschlossen haben, die aus dem dem heiligen Franziskus verliehenen Charisma hervorgegangen sind, und für jeden Monat des Jahres wird ein Zitat aus der Ordensregel angeführt. Darüber hinaus können die Gläubigen aller katholischen Diözesen der Russischen Föderation ab dem 8. Dezember an einem von den Franziskanern organisierten Krippenwettbewerb teilnehmen. "Es handelt sich nicht um eine Initiative für 'professionelle Künstler': Das Wichtigste ist", betont Bruder Dariusz, "dass die Figuren und Hütten nicht in einem Geschäft gekauft werden, sondern dass man sie gemeinsam als Familie oder, wenn man keine Familie hat, auch allein oder mit Freunden herstellt". Eine eigens für den Wettbewerb zusammengestellte Kommission von Franziskanern wird die Krippen bewerten und die Preise vergeben. Die ersten drei Gewinner erhalten außerdem die russische Übersetzung des Buches "Franziskanische Quellen" als Preis, während die Schöpfer der ersten klassifizierten Krippe auch alle fünf Bände der "Katholischen Enzyklopädie" gewinnen, die zwischen 2002 und 2013 vom Verlag der Franziskaner in Moskau herausgegeben wurde. Auch auf Gemeindeebene gibt es eine besondere Initiative, diesmal nur für Kinder: Zu Beginn der Adventszeit werden die Franziskaner allen katholischen Diözesen Russlands Skripte für Weihnachtsspiele zusenden, die unter Katecheten und Erziehern verteilt werden sollen. "Wir schlagen Texte vor, aber jede Pfarrei ist frei, sich an die Skripte zu halten, die sie möchte: das Wichtigste ist, dass die Kinder eine gute Erfahrung machen, um sich gemeinsam auf Weihnachten vorzubereiten", schließt Pater Dariusz.
Heute gibt es in Russland und Kasachstan insgesamt sechzehn Konventualen der Franziskaner, die die endgültigen Gelübde abgelegt haben und aus Litauen, Slowenien, Polen, Weißrussland und Italien stammen. In der Kustodie gibt es sechs Franziskanerkirchen, in denen der Ablass gemäß den angegebenen Modalitäten erworben werden kann: fünf in Russland (in Moskau, Kaluga, St. Petersburg, Černjachovsk und Astrachan') und eine in Kasachstan (in Astana).
Die jüngste Geschichte des Ordens in Russland und Kasachstan begann nach dem Zusammenbruch der UdSSR, als 1993 die Minderbrüder von Tadeusz Kondrusiewicz, dem damaligen Apostolischen Administrator des europäischen Russlands, in diese Länder eingeladen wurden. Zu Beginn ihrer Mission gehörten die Ordensleute mehreren polnischen Ordensprovinzen an, und im Jahr 2001 wurde die russische Generalkustodie des Heiligen Franz von Assisi gegründet, die auch Kasachstan umfasst.
(Fides 29/11/2023)


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