AFRIKA/MADAGASKAR - Taratra-Projekt: Bischofskonferenz will verantwortungsbewussten Bergbau fördern

Dienstag, 12 September 2023 bischöfe   wirtschaft  

Antananarivo (Fides) – Im Rahmen des Projekts „Taratra“ will die katholische Bischofskonferenz von Madagaskar in der Region Atsimo-Andrefana in der Provinz Toliara im Südwesten Madagaskars zu mehr sozioökonomischen Verantwortung im Hinblick auf Bergbauprojekte beitragen.
Die Region ist reich an Bodenschätzen wie Ilmenit, Zirkon und Edelsteinen. In der vergangenen Woche wurden im Rahmen einer Konferenz, an der verschiedene Interessengruppen teilnahmen, darunter die Regierung, Strafverfolgungsbehörden, Religionsvertreter und zivile Organisationen die konkrete Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region erörtert, wobei insbesondere die gewünschte Verbesserung der Lebensbedingungen der Anwohner im Mittelpunkt stand.
Ein großer Teil der Konferenz war der Besteuerung des Bergbaus gewidmet. Die Teilnehmer befassten sich mit verschiedenen Aspekten wie der so genannten synthetischen Steuer, die zu 95 % an die dezentralen Gebietskörperschaften abgeführt wird, sowie mit anderen Formen der Besteuerung wie der Einkommens- und der Mehrwertsteuer. In Madagaskar ist die synthetische Steuer eine einheitliche, repräsentative und konforme Steuer, die sich aus Einkommenssteuer und Mehrwertsteuer zusammensetzt. Sie ist die Grundlage der wichtigsten obligatorische jährliche Steuererklärung für alle in Madagaskar erzielten Einkünfte.
Dabei ging es vor allem um das Unternehmen „Base Toliara“, eine Mine, die dem Staat und den örtlichen Gemeinden Hunderte von Millionen von Dollar eingebracht hat.
„Base Toliara“ ist ein in Australien eingetragenes Unternehmen, das in Madagaskar Mineralsande abbaut, um Ilmenit, Zirkon und Rutil zu gewinnen. Diese Produkte werden für die Herstellung von Weißpigmenten für Farben, Kunststoffe und Papier sowie für Keramik und Metallurgie verwendet. Die Mine befindet sich in Ranobe, 45 Kilometer nördlich der Stadt Toliara.
Pfarrer Jacques von der Diözese Toliara erklärt hierzu, dass der Fall „Base Toliara“ angesichts seiner Auswirkungen auf die sozioökonomische Situation in der Region im allgemeinen Interesse und mit äußerster Objektivität und jenseits aller politischen Erwägungen behandelt werden muss. Der Geistliche bedauert insbesondere, dass das Projekt zu einem bestimmten Zeitpunkt zu Unstimmigkeiten zwischen den Gemeinschaften geführt hat. Pfarrer Jacques nutzte die Konferenz, um die Bevölkerung aufzufordern, sich für ein gemeinsames Ziel der sozioökonomischen Entwicklung einzusetzen.
(L.M.) (Fides 12/9/2023)


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