ASIEN/OSTTIMOR - “Niemand rettet sich alleine“: Gemeinsames Engagement als Geheimnis im Kampf gegen das Coronavirus

Donnerstag, 8 Oktober 2020 ortskirchen       solidarietät    

Dili (Fides) – Der kleine asiatische Staat Osttimor ist weltweit das Land mit der besten Corona-Bilanz (28 Infizierte, alle aus dem Ausland kein Toter), “und Geheimnis der gelungenen Eindämmung des Virus liegt in der Fähigkeit, in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft schnell und mit kollaborativem Geist, voller Harmonie und Einheit zu handeln: ein Engagement, zu dem die lokale katholische Kirche mit all ihren Energien und Fähigkeiten beigetragen hat“. Das ist betont der philippinische Jesuit Erik John J. Gerilla, der als Missionar in Osttimor tätig ist, wohin er direkt anch seiner Weihe zum Priester entsandt wurde, und wo er später zum Leiter des Sozialdienstes seines Ordens in dem kleinen und noch jungen Oststaat ernannt wurde (die Unabhänigkeit wurde 1999 proklamiert), dessen rund 1,3 Millionen Einwohner zu 95% Katholiken sind.
„Ich muss sagen”, so Pater Erik zu Fides, “dass die Bemühungen der katholischen Kirche hier im Einklang mit den Regeln der zivilen Behörden von Timor standen. Es besteht absolute Harmonie zwischen den Institutionen und der Zivilgesellschaft. Die erste Phase war in der Tat durch die Krise und den Lockdown gekennzeichnet, was auch die öffentliche Feier der Gottesdienste verhindert hatte. Aber wir haben Online-Messen und Material für das Gebet sowie Reflexionen durch verschiedene kirchliche Gruppen und Bewegungen bereitgestellt. Sobald der Ausnahmezustand aufgehoben wurde, öffnete die Bischofskonferenz die Türen der Kirchen für die öffentlichen Gottesdienste wieder, wobei einige Einschränkungen hinsichtlich der physischen Distanz und einer neuen Art des Umgangs in der Gemeinschaft beibehalten wurden. Nicht zuletzt boten aucch verschiedene kirchliche Gruppen Online-Exerzitien und spirituelle Begleitung an. Ich möchte daher sagen, dass der Beitrag der Kirche vor allem auf spiritueller Ebene beträchtlich war, was ein sehr wichtiges und positives Element ist. “
Aber auch auf der Seite gemeinnütziger Initiativen wurden viele Aktivitäten zum großen Teil von katholischen Gemeinden ins Leben gerufen: „Viele Schwesterngemeinschaften“, so der Missionar - haben Gesichtsmasken genäht und an arme Gemeinden verteilt. Einige Orden haben Hilfsmaßnahmen in Bezug auf die Verteilung von Lebensmittel und Haushaltswaren organisiert. Die Jesuiten halfen Familien in ländlichen Gebieten. Über tausend Familien wurden mit Reis, Lebensmittelpaketen und Haushaltswaren versorgt“. Es sollte in diesem Zusammenhang auch erwähnt werden, fügt der Ordensmann hinzu, dass "wir großzügige Spenden von unseren Mitbrüdern in Australien über das Büro der Jesuitenmission in Sydney erhalten haben".
„Wir tun viel, aber was wir tun, ist nie genug”, so der Jesuit weiter, „Und wir müssen vor allem umsichtig sein: Die Regierung hat zum Beispiel einen drastischen Schritt unternommen, indem sie allen Familien einen finanziellen Zuschuss von einhundert Dollar pro Monat gewährt hat. Dies hat sich jedoch als nachteilig für die Wirtschaft erwiesen, da die Rohstoffpreise aufgrund des hohen Geldumlaufs gestiegen sind.“
Katholische Freiwillige aus verschiedenen Pfarreien haben versucht, auch im Gesundheitsbereich Initiativen auf den Weg zu bringen: "Viel Präventionsarbeit fand in lokalen Gemeinschaften hauptsächlich durch Aufklärung und Verbreitung von Informationen statt".
„Bis heute”, so Pater Gerilla, “gibt praktisch keine lokale Verbreitung von Covid-19 im Land: Das ist ein großes Wunder, das Osttimor genießt. Dies ist auf die umgehenden Bemühungen der Regierung zurückzuführen, die eine effiziente Task Force für das Krisenmangement organisiert und mutige Schritte unternommen hat, beispielsweise die rechtzeitige Schließung ihrer Grenzen. Alle Infektionsfälle werden derzeit in ausgewiesenen medizinischen Quarantäneeinrichtungen überwacht und behandelt. Und bis jetzt haben wir es geschafft, das Virus einzudämmen, dank Gott und dank des Engagements der Regierung und der Menschen, die in diesem gemeinsamen Kampf vereint sind, in dem, wie der Papst erinnert, sich niemand alleine retten wird."
(MG-PA) (Fides 8/10/2020)


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