ASIEN/INDIEN - Auch die Corona-Pandemie kann Gewalt gegen Chrisen nicht stoppen

Mittwoch, 15 Juli 2020 gewalt   verfolgung   kriminalität   religionsfreiheit   menschenrechte   religiöse minderheiten  

New Delhi (Fides) - Auch die Covid-19-Pandemie und die Ausgangssperre zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus konnten interreligiöse Gewalt und Übergriffe auf indische Christen nicht stoppen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 wurden 121 Fälle von Gewalt gegen Christen in 15 Bundesstaaten der Indischen Föderation registriert, wie aus einem Bericht hervorgeht, der vom "United Christian Forum" (UCF) in Neu-Delhi veröffentlicht wurde.
Dem Bericht zufolge kamen dabei zwei Christen ums Leben, während es sich in 95 Fällen um "Massengewalt" handelte, die von einer gewaltbereiten extremistischen Menge in Kirchen oder Versammlungsräumen begangen wurden, die angegriffen, illegal beschlagnahmt oder geschlossen wurde. In 20 Fällen wurden Gläubige boykottiert oder diskriminiert.
Zu den Staaten, in denen über Gewalt gegen Christen dokumentiert wurde, gehören: Andhra Pradesch, Bihar, Chhattisgarh (allein 32 Fälle), Goa, Haryana, Himachal Pradesch, Jharkhand, Karnataka, Madhya Pradesch, Maharashtra, Odischa, Punjab, Tamil Nadu , Telangana und Uttar Pradesch.
UCF und seine Partnerorganisationen, darunter die Alliance Defending Freedom India (ADF India), die Kommission für Religionsfreiheit der Evangelical Fellowship of India (EFI) und die Christian Legal Association (CLA), konnte in Zusammenarbeit mit Anwälten auch rechtliche Schritte auf den Weg bringen und 19 Kirchen wiedereröffnen, 28 Pastoren gegen Kaution freibekommen und einen n Freispruch wegen falscher Anschuldigungen erwirken. In 45 Fällen wurde auch die Aufhebung der Anklage wegen "Zwangsbekehrung" in Verfahren vor verschiedenen indischen Gerichten erreicht.
"Diese Vorfälle zeigen die traurige Realität, dass die Freiheit, seinen Glauben zu praktizieren, in mindestens 15 der 28 indischen Bundesstaaten eingeschränkt wird. Ebenso sind 95 von 121 Vorfällen eher kriminelle als religiöse Angriffe", so UCF, das Besorgnis zum Ausdruck bringt, weil "keine politische Partei eine starke Position gegen solche Gewaltakte einnimmt".
„Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden”, betont UCF, „Es ist besorgniserregend, schreckliche Massengewaltakte beobachten zu müssen selbst nach einer Reihe von Anweisungen, die vom Obersten Gerichtshof erlassen wurden. Die Polizei und die lokalen Regierungen, die für Recht und Ordnung verantwortlich sind, müssen umgehend gegen jeden vorgehen, der an Massengewalt beteiligt ist", bemerkt Michael Williams, Präsident der UCF.
Die Vorgehensweise bei all diesen Vorfällen ist ähnlich: Eine Menschenmenge, die oft von der örtlichen Polizei begleitet wird, kommt an einen Ort, an dem eine Liturgie oder eine christliche Versammlung abgehalten wird, ruft Parolen und schlägt Männer, Frauen und Kinder. Dann werden die Pastoren wegen angeblicher Zwangsbekehrung von der Polizei festgenommen oder festgenommen.
Es gebe auch die alarmierende Tendenz, keine Anzeige gegen die Täter der Gewalt zu erststatten (den sogenannte "First Information Report", FIR), so dass nur 20 von 121 Vorfällen offiziell bei der Polizei gemeldet wurden.
UCF und seine Partner stellen fest, dass der gefährliche Trend zur Gewalt gegen Christen stetig zunimmt. A.C. Michael, ein Mitglied der UCF, nennt in diesem Zusammenhang Daten aus den vergangenen Jahren: Die dokumentierten Fälle von Übergriffen auf christliche Orte oder Menschen lagen im Jahr 2016 bei über 200, im Jahr 2017 bei rund 250, im Jahr 2018 bereits bei 300 und 328 waren es im Jahr 2019.
(SD-PA) (Fides 15/7/2020)


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