ASIEN/PAKISTAN - “Forum der Christlichen Parlamentarier” soll Politiker aller Parteien vereinen

Samstag, 14 Dezember 2019 religiöse minderheiten   christentum   diskriminierung   islam   politik   zivilgesellschaft  

Lahore (Fides) - In Pakistan wurde das Pakistan „Forum der Christlichen Parlamentarier“ (Pakistan Christians Parliamentarian Forum) ins Leben gerufen, in dem sich christliche Abgeordnete verschiedener Parteien zusammenschließen, um die Probleme der christlichen Gemeinden in Pakistan zu erörertern und Lösungen zu finden. "Ein Traum wird wahr", so Peter J. David, Direktor des "Forman Christian College" in Lahore, der diese Idee seit 20 Jahren verfolgt. Er habe „vor Jahren mit dem verstorbenen Shahbaz Bhatti darüber gesprochen, der 2001 als Märtyrer starb“ und das Projekt sei auch von anderen Politikern, wie Akram Gill, Kamran Michael und Khalil Tahir Sandhu begrüßt worden.
Vor allem dank der konkreten Unterstützung von Aamir Naveed Jeeva von der „Pakistan Peoples Party“, wurde die Idee Wirklichkeit: "Wir haben einen Prozess und ein Gremium auf den Weg gebracht , in dem sich die Parlamentarier zu einer gemeinsamen Plattform zusammenfinden, um gemeinsam politische, soziale und religiöse Probleme anzugehen", betont er.
Zu den aktuellen Themen gehören laut David die Diskriminierung christlicher Minderheiten, das Fehlen von Beschäftigungsmöglichkeiten für Christen, die eingeschränkten Bildungsmöglichkeiten für junge Menschen aus christlichen Gemeinden, die schlechte Vertretung von Christen in der Justiz und in der Strafverfolgung, und die negativen Auswirkungen des Blasphemieparagraphen auf die christliche Gemeinde in Pakistan.
Nach einer ersten Zusammenkunft, die in den letzten Tagen in Lahore stattfand, wurde die nächste Sitzung für Februar 2020 angesetzt. Dann soll das Forum offiziell vorgestellt, die Statuten genehmigt und ein strategischer Plan und ein politischer Weg festgelegt werden.
Wie Aamir Naveen Jeeva erklärt gehören christliche Parlamentarier aus vier Provinzen - Punjab, Sindh, Baluchistan und Khyber Pakhtunkhaw - zum Forum und werden die Ressourcen ihrer jeweiligen politischen Parteien nutzen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. "Wir wollen auch Brücken zwischen Gemeinden, Geistlichen und Bürgerrechtsaktivisten schlagen", betont er.
Einer der Gründe für den Vorstoß, sei auch die bedenkliche Haltung der Regierung der Provinz Khyber Pakhtunkhaw, gewesen, so die christlichen Abgeordneten, die unter anderem versuche, die Kontrolle über eine wichtige und historische christliche Einrichtung, das Edwardes College in Peschawar, zu übernehmen (vgl. Fidesdienst 12/10/2019) und dieses "mit illegalen Maßnahmen zu verstaatlichen".
"Diese Art von Initiative gibt es zum ersten Mal in der Geschichte des Landes“, so Aamir Naveen Jeeva, „Über die Zugehörigkeit zu einer Partei hinaus vereinen wir unsere Kräfte zur menschlichen, sozialen und politischen Förderung der Christen in Pakistan, um die Hindernisse zu beseitigen, mit denen die christliche Gemeinschaft konfrontiert ist, und mit einer Stimme für alle zu reden. Diskriminierung und Hass gegenüber religiösen Minderheiten drängen uns, uns um Minderheiten in Pakistan zu kümmern, insbesondere durch die Förderung der Bildung in den Gemeinden."
Ejaz Alam Augustine, ein christlicher Parlamentarier und Minister für Menschenrechte und Minderheitenrechte in der Provinz Punjab, sagt: "Wir müssen für unsere Gemeinschaft zusammenarbeiten, da die Christen in Pakistan eine Reihe von Problemen und Anliegen haben. Eine Zusammenarbeit der christlichen Parlamentarier in diesem Forum ist ein sehr positiver Schritt: Ein brennendes Thema wie die erzwungene Bekehrung von christlichen Frauen und Minderjährigen ist dabei ein Hauptanliegen. Ich ermutige alle christlichen Parlamentarier, an unseren Treffen teilzunehmen und sich uns anzuschließen um uns für eine gute Sache stark zu machen".
(PA) (Fides 14/12/2019)



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