ASIEN/HEILIGES LAND - Gemeinschaft Johannes XXIII. eröffnet Familienhaus für Kinder aus Migrantenfamilien

Samstag, 29 September 2018 migranten   kinder   menschenrechte   religiöse minderheiten   solidarietät    

Jerusalem (Fides) - Das erste Familienhaus der Gemeinschaft des Papst Johannes XXIII. im Heiligen Land öffnete seine Pforten in Jerusalem, im Vikariat des Heiligen Jakobus der hebräisch-sprechenden Katholiken in Israel. "Für uns ist es äußerst wichtig, uns der Aufnahme der Ärmsten gerade im Land Jesu zu öffnen, der ein Freund Armen war", so Giovanni Paolo Ramonda, Präsident der Gemeinschaft Don Benzi.
An der feierlichen Eröffnung nahm der Apostolische Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa (ofm) in Begleitung des Vikars Pater Rafic Nahra und des ehemaligen Vikars David Neuhaus teil, die das Projekt tatkräftig unterstützten und förderten.
Antonio de Filippis, der das Projekt für die Gemeinschaft Papst Johannes XXIII. leitet, erklärt: "Das Vikariat des heiligen Jakobus wurde von einer Gruppe von zum Katholizismus konvertierten Juden gegründet und wuchs mit der Ankunft vieler Migranten, die kein Arabisch sprachen. Damit sind wir hier in Israel, die Kirche der hebräischsprachigen katholischen Minderheit. Es ist die Erfahrung der israelischen Identität, die uns als Katholiken bei den jüdischen Auslegungen des Alten Testaments hilft. Wir freuen uns über die stille Begegnung zwischen zweien Identität, eine diskrete Kirche, die das Zusammentreffen in insgesamt vier Pfarrgemeinden fördert ".
Das Vikariat des heiligen Jakobus ist bereits im Schoß des Lateinischen Patriarchats für Migranten zuständig. Im Rahmen dieser Tätigkeit wurde auch das neue Familienhaus auf den Weg gebracht, das bereits seit Februar als Experiment existierte. Anfangs waren drei philippinische Kinder aus Migrantenfamilien untergebracht, die sich nur tagsüber dort aufhielten und heute leben bereits fünf Minderjährige Tag und Nacht in der Einrichtung angekommen.
"Die Beziehung zu diesen Kindern ist sehr schwierig, denn die Kinder sind traumatisiert", erklärt Barbara Branchetti, die im Familienhaus ehrenamtlich arbeiten. Die 39-jährige Krankenschwester Barbara schloss sich 2012 während einer missionarischen Fortbildung der Gemeinschaft von Papst Johannes XXIII. an und folgte nach zwei vorherigen Missionserfahrungen begeistert der Einladung nach Jerusalem.
Um angemessen auf die neuen pastoralen Bedürfnisse und den Dienst an Migranten und Flüchtlingen eingehen zu können, gründete das lateinische Patriarchat bereits im Mai 2018 eine eigene Pfarrgemeinde Migranten und Flüchtlinge in Israel.
Ziel sei es, so Erzbischof Pizzaballa, „einen umfassenden pastoralen Dienst unter den vielen Menschen zu gewährleisten, die weit weg von ihren Gemeinden sind, und trotz der schwierigen sozialen Verhältnisse, in denen sie leben, sie noch eine kirchliche Begleitung wünschen. “ Dabei handle es sich vor allem um Filipinos, Inder, Zuwanderer aus Sri Lanka und viele andere, die, so Erzbischof Pizzaballa "heute ein wesentlicher Bestandteil unserer Gemeinschaft geworden sind". In den letzten Jahren kamen auch Flüchtlinge aus dem Südsudan und Eritrea nach Israel.
(PA) (Fides 29/9/2018)


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