ASIEN/INDIEN - Neuevangelisierung im indischen Kontext zwischen Säkularisierung und Kommunitarismus

Dienstag, 6 März 2018 päpstliche missionswerke     evangelisierung     politik     menschenrechte  

Bangalore (Fides) - „Neuevangelisierung im indischen Kontext“: mit diesem Thema befassen sich Bischöfe, Experten, Theologen und Delegierten aus verschiedenen Teilen Indiens und dem Vatikan im Rahmen eines von den Päpstlichen Missionswerken in Indien veranstalteten Symposium (7. bis 9. März, Bangalore).
Wie der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Indien, Pfarrer Faustine Lobo, betont, verfolgt das Symposiums vor allem zwei Ziele: „Wir wollen das Engagement der indischen Kirche für die von Papst Johannes Paul II. gewünschte Neuevangelisierung hervorheben und nach neuen Wegen, Mitteln und Ideen für die Evangelisierung in Indien im heutigen Kontext suchen, der von Säkularisierung und Kommunitarismus geprägt ist". In einem zunehmend säkularisierten sozialen und politischen Umfeld sei "die Verkündigung Christi schwieriger geworden", stellt der Direktor fest. Darüber hinaus gebe es heute einen gewissen „Kommunitarismus“, d. h. eine Polarisierung der Gesellschaft auf der Grundlage der ethnischen und religiösen Zugehörigkeit, was „eine weitere Herausforderung für die Christen auf dem Subkontinent“ darstelle. „In der Tat wird die Verkündigung des Evangeliums als Proselytismus oder Ermutigung zur Konversion betrachtet, was manchmal sogar strafbar ist oder zu heftigen Reaktionen bestimmter extremistischer Gruppen führt. Der Kontext ist also heikel und wir sehen uns mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert. Deshalb sind wir aufgerufen, nach neuen Wegen und Methoden zu suchen, um das Wort Gottes zu verkünden ", so Pfarrer Dr. Lobo.
Der erste Tag des Symposiums ist dem „Bewusstsein für die Neuevangelisierung“ gewidmet und wird vom Vorsitzenden der Indischen Bischofskonferenz, Kardinal Oswald Gracias, eröffnet. Den Hauptvortrag hält der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, der sich insbesondere mit der „Entwicklung des Konzepts der Neuevangelisierung“ befassen wird. Am zweiten Tag steht das Thema „Neuevangelisierung heute“ im Mittelpunkt mit dem sich die Teilnehmer auf der Grundlage der „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus auseinandersetzen werden. Im indischen Kontext vertieft Bischof Franco Mulakkal von Jalandhar in seinem Vortrag das Thema. Den Beitrag der Päpstlichen Missionswerke zur Neuevangelisierung erläutert deren Präsident, Erzbischof Giampietro Dal Toso, in seiner Ansprache. Der Kurienerzbischof leitet auch einen besonderen Workshop zum von Papst Franziskus ausgerufenen außerordentlichen Missionsmonat Oktober 2019. Unter dem Motto „Neuevangelisierung in Aktion“ werden die Teilnehmer am letzten Veranstaltungstag in Arbeitsgruppen die Grundlagen für das Schlussdokument formulieren.
(PA) (Fides 6/3/2018)


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