AFRIKA/KENIA - Bischöfe zur Wahl: “Wir haben uns bis zuletzt um den Dialog zwischen Kenyatta und Odinga bemüht”

Donnerstag, 26 Oktober 2017 wahlen   bischöfe   gewalt  

Nairobi (Fides) – In Kenia finden heute die Neuwahlen für das Amt des Präsidenten statt, nachdem die Wahl vom 8. August vom Obersten Gericht annulliert worden war. In den Hochburgen des Oppositionskandidaten Raila Odinga, der seine Kandidatur zurückgezogen hat und seine Wähler zum Wahlboykott auffordert kam es zu Unruhen. Oppositions-Anhänger blockierten dort Wahllokale und hinderten die Wahlhelfer und Wähler am Betreten der Lokale. Die Polizei versuchte die Demonstranten mit Luftschüssen und Tränengas an ihren Aktionen zu hindern. Die heftigsten Ausschreitungen gab es in Kisumu im Westen des Landes und dem Slum Kibera am Rande der Hauptstadt Nairobi.
Am Vorabend der Wahl hatten die Religionsvertreter versucht Verhandlungen zwischen dem scheidenden Präsidenten Uhuru Kenyatta (der die annullierte Wahl gewonnen hatte) und Raila Odinga auf den Weg zu bringen. Dies geht aus einer Botschaft hervor, die die Bischöfe am gestrigen 25. Oktober veröffentlichten. “Bis gestern haben wir mit allen Mitteln versucht eine Begegnung zwischen Uhuru Kenyatta und Raila Odinga zu organisieren und wir haben gehofft, eine Lösung zur Überwindung des politischen Stillstands zu finden“, heißt es in der Botschaft.
Mit Bezug auf die Kritik an der Wahlkommission (IEBC), der Odinga vorwirft nicht unparteiisch zu sein (weshalb er auch seine Kandidatur zurückzog) schreiben die Bischöfe: “Wir haben betont und wünschen, dass dies registriert wird, dass wir wollten, dass alle damit zusammenhängenden Probleme im Vorfeld der Wahl gelöst worden wären“. Die Bischofskonferenz vertritt die Ansicht, dass eine Verschiebung der Wahl unter Beachtung der von der Verfassung festgelegten Prozedur hätte verschoben werden sollen, damit eine Wahl organisiert worden wäre, bei der es keinen Anlass zum Verdacht des Wahlbetrugs geben sollte, “um eine weitere Spaltung des Landes zu vermeiden“. „Doch man hat beschlossen, die Wahl am 26. Oktober durchzuführen”, so die Bischöfe, die deshalb an den Präsidenten und den Oppositionskandidaten mit der Bitte appellieren, “den Interessen des Landes den Vorrang zu geben”. Die Bischöfe appellieren gleichsam an die Bürger des Landes, die sie zu gegenseitigem Respekt und friedlichem Verhalten auffordern.
“Wir befinden uns in einem schwierigen Moment, doch wir sollten ethnische und politische Aufrufe zum Konflikt nicht hören. Wir müssen uns für den Dialog entscheiden und politische Verantwortung für den Fortschritt des Landes übernehmen. Ein weiteres Mal möchten wir alle Bürger dazu einladen, mit uns für den Frieden in unserem Land zu beten”, so die Bischöfe abschließend.
(L.M.) (Fides 26/10/2017)


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