ASIEN/JAPAN - Kardinal Filoni an den Schauplätzen des Tsunami: “Gott hat euch nicht vergessen”

Freitag, 22 September 2017 naturkatastrophen  

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Sendai (Fides) - “Gott liebt euch, trotz eures Leids, er ist nicht gleichgültig und er vergisst euch nicht”, so Fernando Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, an die Einwohner der vom Tsunami des Jahres 2011 verwüsteten Gebiete gewandt, beim Gottesdienst in Sendai (Tohoku) am 22. September, dem sechsten Tag seines Besuchs in Japan.
Vor dem Gottesdienst besuchte Kardinal Filoni die Schauplätze der Naturkatastrophe vom 11. März 2011, bei der mindestens 18.000 Menschen Starben und unermessliche Schäden verursacht wurden: “Wie viele Opfer, wie viele Schäden, wie Viele zerstörte Familien und deren Besitz, der mit harter Arbeit erwirtschaftet wurde sind verloren, wie viele Gemeinden und Pfarreien wurden grundlegend verändert”, so der Kardinal in seiner Predigt weiter. Er danke allen „die hier noch in der Seelsorge und in karitativen Einrichtungen unter den Opfern des Erdbebens tätig sind“. Angesichts solcher Katastrophen stelle man sich oft folgende Fragen: "Warum gibt es das Böse in der Welt? Wie lässt sich so etwas Trauriges erklären? Nicht immer hat der Mensch einer Erklärung für alles und manchmal erlaubt das Schweigen ein Nachdenken darüber, dass wir sowohl für das Gute als auch für das Böse keine angemessene Erklärung haben”. In diesem Zusammenhang erinnerte der Kardinal auch an die biblische Figur des Hiob: “Er ist Symbol für jeden Menschen, der tiefes Leid erfährt und stellte sich dieselben Fragen. Doch er stellte die Logik derjenigen infrage, die von der göttlichen Rache sprachen oder sinnlose moralische Erklärungen geben und bezeichnete diese als oberflächlich”. Wen das Böse in unser Leben komme und es erschüttert, so der Kardinal, bestehe die einzige “wahre Weisheit” darin, sich im Gebet Gott anzuvertrauen, wie Hiob dies tat. Die einzige wahre Antwort könne aus der Erfahrung des Heils erwachsen, das Christus in die Welt brachte, der durch seine Menschwerdung “unsere Schwäche annahm und durch sein tiefes Leid und sein Sterben den Stachel des Todes zerstörte, der den Menschen Angst macht”. Mit Bezug auf das Tagesevangelium erinnerte der Kardinal an die Figur Jesu “die in Städten und Dörfern unterwegs war und dort die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkündete und Menschen heilte” (Lk 8,1). “Auf seinem Weg”, so der Präfekt des Missionsdikasteriums, “begegnete Jesus Menschen, wenn er ihnen begegnete näherte er sich ihnen; wenn er sich ihnen näherte, heißt er durch seine spirituelle Kraft sowohl körperliche als auch geistige Krankheiten. Das ist Jesus. Das muss auch die Kirche tun, immer und an jedem Ort und bei jeder Gelegenheit”.
Am Ende seiner Predigt bezeichnete Kardinal Filoni seinen Besuch in Sendai als Zeichen der christlichen Verbundenheit und Hilfe für die von der Katastrophe des Jahres 2011 betroffenen Menschen: “Gott liebt euch, trotz des Leides, er ist nicht gleichgültig und er vergisst euch nicht... ”. (GV) (Fides 22/9/2017).


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