AFRIKA/NIGERIA - Bischof von Nsukka bedauert Brand in der Moschee und Spannungen in der Region

Freitag, 22 September 2017 bischöfe   dialog  

Abuja (Fides)- “Die Zerstörung einer Kulstätte, die es so zuvor noch nicht gegeben hat, ist nicht nur abscheulich, sondern auch völlig inaktzeptabel und muss von allen verurteilt werden”, so Bischof Godfrey Onah von Nsukka, nach dem Brand in der Moschee in Oguurute (Enugu Ezike, Enugu) im Süden Nigerias, am vergangenen 16. September.
Unmittelbar nach dem Brand besuchte der Bischof den dort ansässigen Imam und brachte ihm seine Verbundenheit zum Ausdruck. “Der Imam dankte der katholischen Kirche für diese beondere Aufmerksamkeit”, heißt es in einer Verlautbarung zum Besuch des Bischofs, “Der Bischof von Nsukka erinnert alle, Christen und Nichtchristen, daran, dass die Region Nsukka für das friedliche Zusammenleben bekannt ist… das Christentum lehrt uns, dass wir unseren Nächsten lieben sollen, wie uns selbst“, so Bischof Onah. “Die katholische Kirche wird alles tun, was in ihrer Macht steht um sicher zu stellen, dass Muslime und Christen hier auch künftig in Frieden Leben”.
Wie polizeilichen Ermittlungen hergeht, wurde der Brand wahrscheinlich von einem Kurzschluss ausgelöst. Zunächst hatte man jedoch vermutet, dass die Mosche von den “Indigenous People of Biafra (IPOB)“ in Brand gesteckt wurde, die für die Unabhängigkeit Biafras kämpfen, dass die südlichen Staaten Cross River, Ebonyi, Enugu, Anambra, Imo, Bayelsa, Rivers, Abia und Akwa Ibom umfasst. Die Unaghängigkeitskämpfer dementierten jedoch eine solche Vermutung.
Zwar betont die IPOB, dass man die eigenen Forderungen auf friedliche Weise durchsetzen wolle, trotzdem ist die Lage angespannt, so dass das Oberste Gericht in Abuja die IPOB als „illegal und terroristisch“ bezeichnet.
Das Urteil, das auf Antrag des Justizministers Abubakar Malami erlassen wurde, verbietet allen anderen Bewegungen und Einzelbürgern eine “aktive Unterstützung der IPOB. Die nigerianische Regierung prangert in diesem Zusammenhang auch an, dass die IPOB aus dem Ausland finanzielle Unterstützung erhalte, unter anderem von Frankreich und Großbritannien.
Im Gedächtnis Nigerias ist der Biafra-Krieg (1967-1970) noch sehr lebendig, da bei dem Konflikt um die Sezession des Südens, der reich an Erdölvokommen ist, rund eine Millione Menschen starben, unter anderem auch infolge der von der Regierung verhängten Blockade der Lebensmittelversorgung in der Region.
(L.M.) (Fides 22/9/2017)


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