ASIEN/IRAK - “Babylon-Brigade” lehnt Befragung der Einwohner der Ninive-Ebene über die Unabhängigkeit der Provinz Kurdistan ab

Freitag, 4 August 2017 mittlerer osten   ostkirchen   kurden     paramilitärische gruppen  

Mossul (Fides) – Die Ninive-Ebene und insbesondere die Gebiete, in denen vor allem Christen leben, sollen nicht zu den Territorien gehören, in denen am kommenden 25. Juni ein Referendum über die Unabhängigkeit der Autonomen Region Kurdistan durchgeführt wird. Dies fordern die so genannten “Babylon-Brigaden”, eine in der Region aktive Miliz, der auch Christen angehören. In einem am gestrigen 3. August veröffentlichten Beschluss, bekräftigen die Anführe der Brigade erneut ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Unabhängigkeitstreben der autonomen Region Kurdistan. "Wir”, heißt es in der Veröffentlichung der Brigade, “Respektieren den Willen der kurdischen Nation, die eigene Selbstbestimmung zu fordern”, doch “diesr sollte den Christen und den Einwohnern der Ninive-Ebene nicht durch Einschüchterung bei der Stimmabgabe auferlegt werden.
Christen in der Ninive-Ebene sollen am Streit zwischen der Region Kurdistan und der irakischen Regierung in Bagdad nicht beteiligt werden. Die Befürworter des Referendums wollen hingegen auch die Einwohner der Umgebung von Kirkuk und der Ninive-Ebene befragen.
Die umstrittene “Babylon-Brigade” sind eine Sondereinheit der schiitischen Hashd al-Shaabi-Miliz, die als “Volksmiliz” an den Operationen zur Berfeiung Mossuls teilnahmen. In der Vergangenheit (vgl. Fides 15/3/2016) hatte der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako von bewaffneten Gruppen distanziert, die sich als christlich bezeichnen. Die chaldäische Kirche, so der Patriarch, “unterhält weder direkte noch indirekte Beziehungen zu der so genannten Babylon-Brigade oder anderen Milizen, die sich als christlich bezeichnen”.
(GV) (Fides 4/8/2017)


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