AFRIKA/KENIA - Kenia steht nach dem Mord am IT-Experten der Wahlkommission unter Schock

Mittwoch, 2 August 2017 wahlen  

Nairobi (Fides)- Hunderte Menschenrechtsaktivisten protestierten in Nairobi gegen den brutalen Mord am Leiter der IT-Abteilung der Unabhängigen Wahlkommission (Independent Electoral and Boundaries Commission, IEBC), Chris Msando
Am vergangenen 30. Juli wurde nur wenige Tage vor der Wahl am kommenden 8. August die Leiche Msandos in einem Wald am Stadtrand von Kikuyu aufgefunden. Neben ihm lag die Leiche einer jungen Frau, die mit einem Kopfschuss ermordet wurde.
“Der Mord an Msando ist Anlass zu großer Sorge und wir möchten der Wahlkommission mitteilen, dass viele Menschen nach diesem Mord sehr besorgt sind”, so George Kegoro, Direktor der Menschenrechtskommission des Landes. “Kenia hat eine traurige Geschichte der politischen Morde und es kommt zu einer erschreckende Gewöhnung an diese Ereignisse… so dass es kaum zu vermeiden ist, dass wir meinen so etwas schon oft erlebt zu haben“, so Kegoro weiter.
Msondo war verantwortlich für das elektronische Wahlsystem, das in der Vergangenheit oft kritisiert wurde, weil es angeblich zu Wahlbetrug gekommen sein soll. Kurz vor seinem gewaltsamen Tod hatte er im Fernsehen immer wieder die Zuverlässigkeit des Systems bekräftigt und versprochen, dass es nicht noch einmal zu einem Crash kommen werde, wie bei der Wahl im Jahr 2013.
Der Präsident der IEBC, Wafula Chebukati, bat die Regierung um besonderen Schutz für die Mitarbeitet der Kommission und betonte gleichzeitig: “Ich glaube, wer immer Msondo gefoltert hat, hat von ihm nichts erfahren. Alle unsere Passwörter sind noch intakt. Nur unsere Provider kennen diese Passwörter, nicht unsere Mitarbeiter, deshalb machen solche Spekulationen keinen Sinn”. (LM.) (Fides 2/8/2017)


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