AFRIKA/ÄGYPTEN - Al-Azhar-Universität wehrt sich gegen Extremismusvorwürfe

Donnerstag, 20 April 2017 ostkirchen   islam   extremismus   dschihadisten  

arabpress

Kairo (Fides) – Die sunnitische Al-Azhar-Universität wehrt sich entschlossen gegen Kritik und Anschuldigungen ägyptischer Politiker und Intellektuellen, nach deren Ansicht die Lehrpläne die ideologische Haltung des dschihadistischen Terrors unterstützen sollen. In einer offiziellen Verlautbarung vom 18. April betont die Leitung der Universität, dass “die Schariah jede Art von Angriff auf Menschen verbietet, unabhängig von deren Religion oder Glauben” und dass der Islam die Muslime auch dazu verpflichtet, andere Kultstätten zu schützen und wohlwollend zu betrachten. Was detaillierte Vorwürfe im Hinblick auf die Lehrpläne der sunnitischen Universität anbelangt, seien die Lehrpläne der Al-Ahzar-Universität “die einigen, die den Islam lehren, der Frieden und friedliches Zusammenleben zwischen Muslimen und Nichtmuslimen fördert“. Dies zeige auch die Tatsache, dass viele der Studienabgänger an Anwälte für Frieden und Brüderlichkeit tätig sind. Wenn man die Lehrweise der Al-Azhar-Universität als Aufruf zum Terrorismus bezeichne, heißt es in der Verlautbarung, dann handele es sich dabei um eine “Verzerrung der Geschichte Ägyptens und Verrat am Gewissen der Ägypter“
Kritik wurde unter anderem auch daran geübt, dass auch nichtmuslimische Studenten die Verse aus dem Koran und Hadith (Sprichwörter) des Propheten Mohammed auswendig lernen müssen
Vielleicht geschah es auch vor dem Hintergrund dieser Kritik, dass die Al-Azhar-Universität in den vergangenen Tagen mehrmals die Gewalt gegen ägyptische Christen verurteilte. Am kommenden 28. April veranstaltet die Universität eine Internationale Friedenskonferenz, an der auch Papst Franziskus und der ökumenische Patriarch von Konstantinopel teilnehmen werden.
(GV) (Fides 20/4/2017)


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