AMERIKA/KOLUMBIEN - “Die Gerechtigkeit umarmt den Frieden”: Friedensvereinbarungen am Grab des heiligen Pietro Claver unterzeichnet

Dienstag, 27 September 2016 bewaffnete gruppen   politik   gewalt   krisengebiete  

TeleSur - Colombia


Cartagena (Agenzia Fides) – Alle trugen ein weißes Hemd: Staatschefs, Vorsitzende und Sekretäre internationaler Organisationen, Außenminister und Autoritäten, die zur der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der Geurillabewegung FARC am gestrigen 26. September in Cartagene eingeladen waren und dort an einer interreligiösen Feier mit dem Staatssekretär im Vatikan, Kardinal Pietro Parolin, teilnahmen und gemeinsam für Frieden und Aussöhnung im Land beteten. Zuerst ergriff der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos das Wort: "O Gott, Vater und Herr Kolumbiens, gewähre, dass wir uns immer in deine Hände begeben dürfen und gemeinsam dafür kämpfen, dass wir eine einzige Familie werden, in der sich niemand ausgeschlossen fühlt".
Die interreligiöse Feier fand in der Hauptkirche von Cartagena vor dem Grab des heiligen Pietro Claver (1580-1654) statt. Der spanischer Missionar hatte sich vor allem der aus Afrika deportierten Sklaven angenommen und sich für deren Rechte eingesetzt. Auf dem Grab wurde im Rahmen der Feier ein Kranz niedergelegt, während die Anwesenden gemeinsam sprachen: „Die Gerechtigkeit umarmt den Frieden. Kardinal Parolin erinnerte auch an die Einsatz von Papst Franziskus für die Sache des Friedens und betonte, dass die endgültige Entscheidung für den Frieden bei den Kolumbianern liegen werde. "Der Heilige Vater hat die Bemühungen der vergangenen Jahres auf der Suche nach Harmonie und Aussöhnung stets mit großem Interesse verfolgt. Immer wieder ermutigte er diese Anstregnungen ohne auf die die Lösungen konkret einzuwirken, die im Rahmen von Verhandlungen zustande kamen und über die die Bürger frei und bewusst entscheiden werden”, so der Kardinal wörtlich.
Im Anschluss an die liturgische Feier begann die offizielle Unterzeichnung der Friedensvereinbarungen. Besonderes Erstaunen rief mit seiner Asprache der bisherige Anführer der FARC Rodrigo Londoño Echeverri (Spitznahme "Timoschenko") hervor, der sagte: "Ich bitte die Kolumbianer um Vergebung für all den Schmwerz, den wir verursacht haben. Niemand soll Zweifel haben: wir werden uns nun ohne Waffen auf den Weg der Politik begeben. Deshalb müssen wir alle bereit sein, die Gedanken und die Herzen zu entwaffnen". Über die Friedensvereinbarungen stimmen die kolumbianischen Bürger am kommenden Sonntag, den 2. Oktober, im Rahmen eines Referendums statt.
(CE) (Fides 27/09/2016)


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