AFRIKA/NIGERIA - Fast 80% der Opfer des Menschenhandels werden sexuell ausgebeutet

Mittwoch, 7 September 2016 menschenhandel   caritas   bischöfe  

Abuja (Fides) - “Rund 80% der nigerianischen Mädchen, die nach Italien kommen, sind Opfer von Schlepperbanden”, so der Vorsitzende der Nigerianischen Bischofskonferenz Erzbischof Ignatius Ayau Kaigama von Jos in seinem Vortrag bei der Internationalen Konferenz zum Thema Menschenhandel in Afrika, die am heutigen 7. September in Abuja zu Ende geht (vgl. Fides 2/9/2016). Die Konferenz wurde von Caritas Internationalis in Zusammenarbeit mit dem „Christian Organisations Against Trafficking in Persons Network“ (COATNET) veranstaltet.
“Jedes Jahr werden allein in Afrika Hunderttausende Menschen Opfer des Menschenhandels”, so Erzbischof Kaigama, „Insgesamt 79% aller Opfer werden sexuell ausgebeutet, während es sich bei den restlichen 21% um zumeist männliche Arbeitssklaven handelt”.
“Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass es sich besonders in den Ländern des westlichen Afrika bei den Opfern des Menschenhandels auch um Kinder und Minderjährige im Alter unter 18 Jahren handelt. Diese Konferenz muss Wege finden, damit die Jugendarbeit in all ihren Formen bekämpft wird”, so der Erzbischof weiter.
Der Vorsitzende der Nigerianischen Pressekonferenz appelliert an die nigerianische Regierung mit der Bitte “das Phänomen des Menschenhandels als nationales Problem zu betrachten” und fordert “dringende und strikte Maßnahmen, die dieses Problem an den Wurzeln bekämpfen.
Erzbischof Kaigama erinnerte auch daran, dass es in Nigeria eine zuständige Behörde für die Bekämpfung des Menschenhandels, die “National Agency for Prohibition of Traffic in Persons and other Related Matters, NAPTIP“ und dass der verstorbene Präsident Umaru Musa Yar’Adua staatliche Hilfe für die Opfer der sexuellen Ausbeutung und des Menschenhandels auf den Weg gebracht hatte.
“An solchen Maßnahmen und am gemeinsamen Engagement privater und öffentlicher Hilfswerke wird die Glaubwürdigkeit der Regierung gemessen“, betont der Erzbischof abschließend, „und angesichts der aktuellen Situation muss die Regierung unter Beweis stellen, dass es sich bei der NAPTIP nicht um eine weitere nutzlose Einrichtung handelt“.
(L.M.) (Fides 7/9/2016)


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