ASIEN/LIBANN - Der Maronitische Patriarch: „Eine Schande, dass man auf andere Länder warten muss, dass der libanesische Staatspräsident gewählt wird“

Donnerstag, 28 Juli 2016 internationale politik   ostkirchen  

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Beirut (Fides) - “Es ist eine Schande, dass die Libanesen jahrelang warten müssen, dass die anderen Länder der Region einen Präsidenten für sie wählen“. Mit diesen Worten klagte der Maronitische Patriarch Boutros Bechara Rai zum wiederholten Mal den institutionellen Stillstand, das Kreuz-Vetum unter den politischen Kräften im Land und die Einmischungen aus dem Ausland an, die seit mehr als zwei Jahren die Wahl eines neuen Staatsoberhauptes blockieren. Dieses verfassungsmäßige Amt ist in dem komplexen libanesischen System einem maronitischen Christen vorbehalten. Der Primat der maronitischen Kirche hat seine Äußerungen am 26. Juli im Rahmen eines Treffens mit einer Delegation des Rates des Rechtsanwaltsordens von Nord-Libanon gemacht. In den vergangenen Tagen wurden durch eine Reihe von Begegnungen – wie der zwischen dem Patriarchen und dem Präsidentschaftskandidaten und Leader der Marada-Partei, Suleiman Franjieh und der zwischen Franjieh und einer Delegation der Hezbollah-Partei – in der libanesischen Presse wieder Stimmen und Indiskretionen über ein mögliches Ende den politischen Stillstand laut, wonach eine neue Runde im September eröffnet werden könne. Auf dem Tisch bleibt die Kandidatur von General Michel Aoun, dem Leader der Freien Patriotischen Bewegung, die formell auch von den libanesischen Streitkräften des „Ex-Feindes“ Samir Geaga gestützt, aber von der sunnitischen Partei „Futuro“ unter Führung von Saad Hariri angefeindet wird.
(GV) (Fides 28/7/2016).


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