ASIEN/LIBANON - Rund 250.000 im Libanon registrierte syrische Kinder gehen nicht zur Schule

Samstag, 23 Juli 2016 bildungswesen  

European Commission DG ECHO

Beirut (Fides) – Mehr als die Hälfte der ca. 500.000 syrischen Kinder im Schulalter, die im Libanon registriert sind, gehen aufgrund von Mangel an Mitteln und wegen der libanesischen Regierungspolitik nicht zur Schule. Diese Anklage wurde von Human Rights Watch (HRW) vorgebracht, die in einer jüngst veröffentlichen Studie abedr auch die positiven Schritte aufzeigt, die das Land unternommen hat, um den syrischen Flüchtlingen den Zugang zum öffentlichen, kostenlosen Unterrichtswesen zu ermöglichen. In der Fides zugesandten Mitteilung hebt die ONG die herausragende Bedeutung der Schulbildung hervor, damit diese Kinder ein Handwerkszeug haben, um ihre Traumata von Krieg und Vertreibung überwinden und beim späteren Wiederaufbau von Syrien eine Rolle spielen zu können.
Im Libanon wurde eine Reihe von Abendkursen in 238 Schulen eingerichtet, um so die größere Schülerzahl im Schuljahr 2015-2016 zu bewältigen. Zudem wurde die Aufnahmezahl von syrischen Flüchtlingen in den libanesischen Schulen erhöht. Viele dieser Plätze wurden allerdings wegen wirtschaftlicher Probleme nicht genutzt: In der Tat können 70% der syrischen Familien sich nicht die Ausgaben für Lernmaterial und Schulbesuch leisten.
Neben dem wirtschaftlichen Faktor beeinflussen u.a. sexuelle Belästigungen sowie Sprachen, die die syrischen Kinder nicht kennen oder die Einschreibungsregeln die Alphabetisierung negativ. Die Kinder im Mittelschulalter stoßen auf noch größere Hindernisse, wie z.B. die Schwierigkeit ab dem 15. Lebensjahr einen offiziellen Wohnsitz zu bekommen. Nur 3% dieser Kinder konnten sich im vergangenen Jahr einschreiben. Derzeit sind im Libanon 1,1 Millionen syrische Flüchtlinge registriert; die Hälfte davon sind minderjährig. Die Behörden schätzen die effektive Zahl jedoch viel höher ein.
(AP) (23/7/2016 Fides)


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