ASIEN/LIBANON - Maronitischer Patriarch: “Flüchtlingsproblem belastet Identität des Landes”

Donnerstag, 30 Juni 2016 flüchtlinge  

wilpf.org

New York (Fides) – Die große Zahl der syrischen Flüchtlinge, die sich im Libanon aufhalten, könnte das Gleichgewicht und die Identität des Landes gefährden, auch weil prekären und manchmal verzweifelten Lebensbedingungen der dort lebenden Flüchtlinge, fruchtbarer Boden für terroristische Organisationen sind. Dies betont der maronitische Patriarch, Kardinal Bechara Boutros Rai, in einem Interview mit Catholic Near East Welfare Association in New York am gestrigen 29. Juni.
Nach Ansicht von Kardinal Rai ist für eine permanente Lösung des Flüchtlingsproblems im Nahen Osten ein dauerhafter Friede und die Rückkehr in die Heimatländer notwendig. Eine dauerhafte Ansiedlung unter unerträglichen Bedingungen in den Gastländern müsse deshalb unbedingt vermieden werden.
Kardinal Rai sprach in diesem Zusammenhang über den israelisch-palästinischen Konflikt, den er als "Ursprung aller Probleme des Nahen Ostens“ bezeichnetet. Dieser Konflikt könne nur beendet werden, wenn „ein palästinensischer Staat neben einem Israelischen Staat entsteht und palästinensische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren und israelische Soldaten aus den besetzten Gebieten zurückgezogen werden". Die Trennung zwischen Religion und Politik, „sowohl im Judentum als auch im Islam“, so Kardinal Rai, „ist eine Grundlegende Voraussetzung für eine politische Lösung in der Region“, da „die Übel beginnen, wenn Bürger diskriminiert werden, die nicht derselben Religion angehören".
(GV) (Fides 30/6/2016).


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