VATIKAN - “Christliches Engagement” bei der Bekämpfung von Menschenhandel

Mittwoch, 29 April 2015

Vatikanstadt (Fides) – “Christliches Engagement – Nach dem Abbild Gottes geschaffen, wie Sklaven behandelt …” lautet der Titel eines heute vorgestellten Dokuments zur Bekämpfung von Menschenhandel. Das vom Päpstlichen Rat für die Pastoral unter Migranten und Menschen unterwegs in Zusammenarbeit mit Caritas Internationalis und dem ökumenischen Netzwerk für die Bekämpfung von Menschenhandel COATNET herausgegebene Dokument soll Bischofskonferenzen und Caritasverbände in den verschiedenen Ländern auf das Phänomen aufmerksam machen und möglich Initiativen der Bekämpfung aufzeigen.
“Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gibt es heute mindestens 2,4 Millionen Opfer des Menschenhandels“, heißt es in dem Dokument, „Trotzdem gibt es jedes Jahr nur wenige Tausend Anzeigen gegen Menschenhändler. Die meisten Opfer sind nicht identifiziert und werden demnach auch nie eine Wiedergutmachung der erlittenen Schäden erhalten… der Menschenhandel bleibt weiterhin ein kriminelles Geschäft mit geringem Risiko und hohen Gewinnen. Nach Schätzungen der ILO liegt der Jahresumsatz bei Geschäften mit Menschenhandel bei mindestens 32 Milliarden Dollar”.
Auf der Grundlage der Denkanstöße zur Realität und zu den Ursachen dieser “modernen Form der Sklaverei” nennt das Dokument vier mögliche Einsatzbereiche für kirchliche Initiativen: Prävention und gezielte Aufklärung von Risikogruppen; Begleitung von Opfern durch die Bereitstellung von Zufluchtsorten und medizinischer, psychologischer und rechtlicher Beratung; Einwirken auf das politische Handeln (advocacy); Bildung von Netzwerken zwischen kirchlichen Einrichtungen zur besseren Kooperation und Koordinierung der verschiedenen Initiativen unter anderem auch bei ökumenischen Initiativen in Zusammenarbeit mit anderen Kirchen.
Das Dokument empfiehlt Aufklärungskampagnen in Gemeinden, Schulen, Pfarreien und Sozialeinrichtungen; besondere Initiativen zum Welttag des Menschenhandels (8. Februar); Hilfsangebote für Opfer; Zusammenarbeit mit anderen lokalen Organisationen; Unterstützung von Gesetzen zur Bekämpfung von Menschenhandel und deren Umsetzung; Veröffentlichung von Richtlinien auf der Grundlage des lokalen Kontexts. (SL) (Fides 29/04/2015)


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