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2014-03-17

ASIEN/PAKISTAN - Asia Bibi: Verhandlung verschoben, Anwälte bleiben zuversichtlich

Lahore (Fides) – Die erste Verhandlung im Berufungsprozess für Asia Bibi, die heute Morgen vor dem Hohen Gericht in Lahore stattfinden sollte, wurde wegen der Abwesenheit eines Richters verschoben. Dies Teilt der christliche Anwalt Naeem Shakir, der die Verteidigung leitet, im Gespräch mit dem Fidesdienst mit: “Auf der Grundlage der geltenden Bestimmungen ist für den Berufungsprozess im Falle eines Todesurteils ein die Anwesenheit von zwei Richtern erforderlich. Fehlt einer der beiden Richter, kann die Verhandlung nicht stattfinden”. In den kommenden Tagen soll das Datum für den neuen Verhandlungstermin bekannt gegeben werden. Er hoffe, dass dies “noch vor Ende März“ stattfinden werde, so Naeem Shakir, der überzeugt ist, dass “es große Wahrscheinlichkeiten für eine Freilassung von Asia Bibi gibt”.
P. James Channan OP, Leiter des “Peace Center” in Lahore, der sich im Rahmen pastoraler und sozialer Projekte für den interreligiösen Dialog einsetzt, ist ebenfalls zuversichtlich: “Wenn die Richter die Prinzipien der Justiz zugrunde legen und vorurteilslos handeln, dann werden sie Asia Bibi für unschuldig erklären und freisprechen. Die Hoffnung ist berechtigt, da es bereits in der Vergangenheit so war, dass es, wenn Blasphemiefälle vor dem Hohen Gericht behandelt werden, Gerechtigkeit gab und die Angeklagten freigesprochen wurde, wenn festgestellt werden konnte, dass es sich um falsche Anschuldigungen handelte. Es sind die erstinstanzlichen Gerichte, die auf den Druck von Fundamentalisten reagieren“, so der Ordensmann. “Es gibt auch hier Einschüchterungsversuche, doch das Hohe Gericht geht darauf meistens nicht ein und das ist gut so. Es stimmt aber auch, dass ehrliche Richter in der Vergangenheit dafür mit dem Leben bezahlt haben. Wir hoffen, dass es einen gerechten und transparenten Prozess geben wird”.
“Asia Bibi”, so der P. Channan weiter, “ist zum Symbol für Verfolgung geworden und für den Missbrauch des Blasphemieparagraphen. Der Fall wird heute von der Regierung, von Nichtregierungsorganisationen und Menschenrechtsorganisationen, von der internationalen Staatengemeinschaft und den Kirchen verfolgt. Auch muslimische Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Rechte von Frauen in Pakistan einsetzen, haben ihre Verbundenheit mit Asia Bibi zum Ausdruck gebracht”.
Gleichwohl erinnert P. Channan an die heutige Situation im pakistanischen Kontext: “Der Terrorismus hält weiterhin das ganze Land in Schach. Es kommt immer wieder zu Attentaten und die Regierung steht unter dem Druck radikalislamischer Gruppen und Taliban. Die Regierung zeigt Schwäche gegenüber diesen Gruppen und die Bürger sind verwirrt. Wir wissen nicht, wie sich dies auf den Fall Asia Bibi auswirkt”. (PA) (Fides 17/3/2014)

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