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2014-03-15

ASIEN/PAKISTAN - Berufungsprozess für Asia Bibi: Anwälte sind zuversichtlich

Lahore (Fides) – Vor dem Hohen Gericht in Lahore beginnt am Montag, den 17. März der Berufungsprozess für Asia Bibi. Die pakistanische Christin und Mutter von fünf Kindern war am 19. Juni 2009 festgenommen und am 11. November 2010 auf der Grundlage des Blasphemieparagraphen verurteilt worden. Sie soll angeblich den Propheten Mohammed beleidigt haben. Gegenwärtig befindet sich Asia Bibi im Frauengefängnis in Multan (Punjab). Sie wird nach angeben ihrer Verteidiger aus Sicherheitsgründen nicht an den Verhandlungen teilnehmen. Zu den Verteidigern von Asia Bibi gehört auch der christliche Anwalt Naeem Shakir, der sich vor allem für den Schutz der Menschenrechte engagiert und dafür von der pakistanischen Regierung 2012 mit dem “Human Rights Defender Award” ausgezeichnet wurde. Er sei „zuversichtlich, was den Prozessverlauf angelangt und erwarte die Freilassung der Angeklagten“, so der Anwalt, da “ihre Unschuld unbestreitbar ist“. Bei der Verteidigung arbeitet Shakir auch mit muslimischen Anwälten zusammen: es soll vermieden werden, dass eine Instrumentalisierung stattfindet und der Eindruck "eines Religionskonflikts“ entstehet, denn es sollen rein rechtliche Kriterien zugrunde liegen. Doch der Fall allein wurde inzwischen zu einer Art „Symbol“. 2010 hatte ein Imam in Peshawar sogar ein Kopfgeld auf Asia Bibi ausgesetzt. Doch die Verteidiger betonen: “Heute wird der Fall vor Gericht verhandelt und wir wollen, dass der juridische Aspekt im Mittelpunkt steht: Asia ist unschuldig”. “Wenn kein Druck auf die Richter ausgeübt wird und der Fall sorgfältig geprüft wird, dann wird Asia freigelassen werden”. Voraussichtlich wird es drei bis vier Verhandlungstage geben. Ein Urteil könnte innerhalb von sechs Monaten ergehen.
Der Eheman der Angeklagten, Ashiq Masih, bekräftigt: “Wir warten seit Jahren darauf, dass Asia frei kommt. Sie fehlt mir und unseren Kindern sehr”. Masih und die Anwälte besuchten Asia vor einer Woche im Gefängnis in Multan: “Sie hatte Fieber, doch ihr allgemeiner Gesundheitszustand ist gut. Sie betet und hofft und bittet alle um ihr Gebet. Als Unschuldige leidet Asia seit Jahren in der Haft. Heute betet sie für ihre Freilassung”, so der Ehemann.
Die Prozesskosten übernimmt heute die “Renaissance Education Foundation” (REF) mit Sitz in Lahore zusammen mit einigen Nichtregierungsorganisationen. Der Fall Asia Bibi hatte für das Land schockierende Folgen: 2010 wurden der damalige Minderheitenminister Shahbaz Bhatti und der Gouverneur der Provinz Punjab, Salmaan Taseer, ein Muslim, von Extremisten ermordet, da sie eine Änderung des umstrittenen Blasphemieparagraphen forderten, der für die Beleidigung des Propheten Mohammed oder des Koran lebenslange Haft und Todesstrafe vorsieht. Wie im Fall von Asia Bibi kommt es oft zum Missbrauch des Paragraphen im Zusammenhang mit persönlichen Streitigkeiten. (PA) (Agenzia Fides 15/3/2014)

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