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2014-02-08

ASIEN/PAKISTAN - Christliches Mädchen verschleppt und zu muslimischer Heirat gezwungen

Lahore (Fides) – Ein 16jähriges Mädchen aus dem Distrikt Layyah (Punjab) wurde verschleppt und zur Bekehrung zum Islam sowie zu einer muslimischen Heirat gezwungen. Sie sollte einen wohlhabenden muslimischen Großgrundbesitzer heiraten. Wie Beobachter dem Fidesdienst berichten, rief die Familie von Samariya in den vergangenen Tagen zu öffentlichen Protesten in Lahore, der Hauptstadt der Provinz Punjab auf, wo sie zusammen mit Vertretern der christlichen Glaubensgemeinschaft und Mitgliedern von Bürgerrechtsbewegungen von der Regierung der Provinz Gerechtigkeit forderten.
Wie die Organisation “Legal Evangelical Assistence and Development” (LEAD) mitteilt, die sich für den Schutz von Christen in Pakistan einsetzt, wurde Samariya auf dem Weg zur Schule entführt. Danach wurde sie zur Hochzeit mit einem wohlhabenden Muslim gezwungen, dem auch das Haus gehört, in dem die Familie des Mädchens lebt. Die Familie erstattete Anzeige bei der Polizei des Distrikts. Der christliche Anwalt Sardar Mushtaq Gill, der sich für den Schutz der Familie einsetzt, appellierte unterdessen an den Regierungschef der Provinz Punjab, Shahbaz Sharif (Bruder des pakistanischen Premierministers Nawaz Sharf) und forderte die umgehende Rückkehr Samariyas zu ihren Angehörigen sowie ein strafrechtliches Vorgehen gegen die Entführer.
“Es gibt viele ähnliche Beispiele junger christlicher Frauen, die entführt und zum Islam bekehrt werden und dann zur Heirat mit reichen Muslimen gezwungen werden“, so Gill, „Diese Mädchen werden oft als Sklaven gehalten und nach einiger Zeit wieder verstoßen, verkauft oder gar ermordet”. Wie aus Informationen hervorgeht, werden in Pakistan jedes Jahr zwischen 800-1000 Mädchen und junge Frauen verschleppt und zwangsverheiratet.
Hintergrund solcher Episoden ist das allgemeine Klima der Gewalt und der Einschüchterung gegenüber christlichen Minderheiten in Pakistan. Gill berichtet in diesem Zusammenhang von einem solchen Fall: am 29. Januar wurde die 48jährige Christin Salamatay Bibi, die in einer Ziegelei arbeitete, zusammen mit ihren Kindern von sechs Männern verprügelt und von den Eigentümern der Fabrik gefesselt. Grund sollen Schulden sein, die die Familie der Frau bei deren Arbeitgeber hat. (PA) (Agenzia Fides 8/2/2014)

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