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2013-08-27

AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - Missionar berichtet aus Goma

Kinshasa (Fidesdienst) – „Das Leben geht weiter und die Situation ist ruhig. Die Gefechte zwischen den Rebellen der M23 finden im Allgemeinen weit von der Stadt entfernt statt, auch wenn Goma zwischen dem 22. und 24. August von Geschützen, die aus Langstreckenwaffen abgeschossen wurden, in der Stadt einschlugen“, so Missionare aus Goma zum Fidesdienst. Die Stadt wurde angeblich mit Artilleriewaffen von ruandischem Gebiet aus angegriffen (vgl. Fidesdienst vom 26/08/2013).
In Goma war es im Zusammenhang mit Protestkundgebungen auch zu Ausschreitungen von dem Sitz der UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUSCO) gekommen, bei denen zwei Demonstranten starben. Nach Aussage von Einheimischen sollen die Blauhelme des uruguayanischen Kontingents auf die Menschenmenge geschossen haben.
„Ich weiß nicht, wie die Einwohner zu den Blauhelmen der Vereinten Nationen stehen“, so der Beobachter, „Oft reicht es doch, dass jemand die Gemüter anfeuert, damit aufgebrachte Menschenmengen zusammenkommen. Größtenteils handelt es sich bei den Protestbereiten um arbeitslose Jugendliche. Vertreter der Regierung haben unterdessen versucht, die Einheimischen zu beruhigen und erklärt, dass die Blauhelme auf der Seite der Bevölkerung stehen, um diese vor Übergriffen der Rebellen zu schützen. Insgesamt sind in der Demokratischen Republik Kongo 27.000 Un-Soldaten stationiert, davon gehören 3.000 zur Eingreiftruppe der UNO, die die verschiedenen in der Region aktiven Rebellengruppen abwehren soll.
In Goma halten auch viele Binnenflüchtlinge auf, die aus den Dörfern in der Umgebung vor den Gefechten fliehen mussten. „Zwei Dörfer unserer Pfarrei wurden von ihren Einwohnern komplett verlassen“, so der Missionar, „Die einen mussten vor Gefechten fliehen, die anderen wurden von der kongolesischen Armee aufgefordert, das Dorf aus Sicherheitsgründen zu verlassen.“
„Doch in den Flüchtlingsheimen sind nicht nur Vertriebene sondern auch Arme auf der Stadt untergebracht, denn die Wirtschafslage hat sich durch die Konflikte verschlechtert und viele Einwohner sind ebenfalls auf humanitäre Hilfe angewiesen“, so der Beobachter weiter.
Unterdessen wachsen auch die Spannungen mit Uganda: ugandische Soldaten sollen nach Sisi (Mahagi, Eastern Province) eingedrungen sein. Wie Radio Okapi berichtet, sollen am 25. August rund 300 ugandische Soldaten in die kongolesische Ortschaft eingedrungen sein und dort das Grenzpersonal und die Grenzpolizei zur Flucht gezwungen haben. (LM) (Fidesdienst, 27/08/2013)

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